Ohne Durchschlagskraft – Analyse zu #FCIFCN #FCN

Analyse zu FC Ingolstadt 04 – 1. FC Nürnberg 0:0 (0:0) – Der Club bleibt im fünften Pflichtspiel zum vierten Mal ohne Gegentor, schafft aber nur ein Remis beim Aufsteiger.

1. Personal und Grundordnung
2. Daten und Fakten
3. Die kurze Einzelkritik
4. Fazit und Stimmen
5. Statistik
6. Der Notenvergleich

1. Personal und Grundordnung

Der Club begann im gewohnten 4-4-2 mit Raute. Im Vergleich zum Sieg gegen Düsseldorf kehrte Fabian Nürnberger in die Startelf zurück, Taylan Duman ging stattdessen auf die Bank. Im Kader feierte Neuzugang Konstantin Rausch Premiere. Der 31-Jährige nahm auf der Bank Platz, verdrängte im Vergleich zum Spiel gegen die Fortuna Tim Latteier, der am Vortag beim 0:1 der U21 gegen den TSV Rain/Lech auf dem Platz gestanden war. Die Ingolstädter begannen ihrerseits im für sie gewohnten 4-4-2 mit Doppel-Sechs. Roberto Pätzold setzte in der Innenverteidigung auch gleich auf Neuzugang Nils Röseler, der erst unter der Woche verpflichtet worden war, um die beim 1:6 in Darmstadt arg strapazierte linke Seite in der Verteidigung zu stärken. 

Dieser Plan ging über fast das gesamte Spiel auf. Röseler und sein Nebenmann Nico Antonitsch hatten fast keine brenzligen Situationen innerhalb der 90 Minuten zu überstehen. Zu Beginn des Spiels schaffte der FCI es den Club durch frühes Anlaufen in Verlegenheit zu bringen. Dadurch war ein geordneter Aufbau kaum möglich, immer wieder musste stattdessen der lange Schlag gewählt werden. Ingolstadt setzte seinerseits bewusst auf die langen Bälle, mit denen der Club an sich ein paar Probleme hatte, gefährliche Chancen entwickelte aber auch der Aufsteiger nicht. So entstand ein Spiel, das inzwischen das gewohnte Bild abgab. Der Club verteidigte ordentlich, der Gegner kam nicht so recht gefährlich vors Tor und selbiges galt auch für den Gegner. Einzig in einer kurzen Phase vor der Halbzeit kam der Club etwas besser ins Spiel. Hier hatte Tim Handwerker nach 39 Minuten die beste Chance des Spiels, doch Dennis Linsmayer klärte den Schuss von Tim Handwerker noch vor der Linie, obwohl Keeper Buntic bereits geschlagen gewesen war.

Das Spiel blieb auch nach der Pause auf ähnlichem Niveau wie vor dem Seitenwechsel. Ingolstadt stand nun allerdings etwas tiefer, so dass der Club noch mehr vom Ball hatte. Allerdings konnte er mit dem Ballbesitz kaum etwas anfangen. Das schon in den anderen Spielen aufgetretene Problem, dass die Achter nicht schnell genug nachrückten oder zu sehr auf Absichern bedacht waren, trat nun auch wieder zu Tage. Robert Klauß beschrieb es nach dem Spiel so: „Uns haben Mut und Risikobereitschaft gefehlt. Wir hatten gerade im letzten Drittel auch zu viele Ballverluste.“ Genau jene Ballverluste im Aufbau waren es, die den Vorwärtsdrang immer wieder jäh unterbrachen. So blieb die einzig halbwegs gefährliche Chance ein Fernschuss von Johannes Geis in der 55. Minute. 

Robert Klauß versuchte zwar die Statik des Spiels zu verändern, indem er nach 62 Minuten mit Duman für Nürnberger einen offensiveren Achter brachte und gleichzeitig Schäffler, der einmal mehr wirkungslos geblieben war, durch Shuranov ersetzte. Es gelang allerdings nicht wirklich. Defensiv hatte der Club weiterhin wenig zu tun: Mathenia entschärfte einen Fernschuss von Bilbija in der 68. Minute. Jenseits dessen passierte aber wenig, auch nicht, als in der 71. Minute Dovedan Borkowksi und Tempelmann Krauß ersetzte. Mit dem Doppelwechsel einher ging eine Umstellung auf ein flaches 4-4-2, bei dem Møller Dæhli (links) und Duman (rechts) die Außenbahnen übernahmen. Die Schlussphase wurde dennoch kein Drängen und kein offener Schlagabtausch. Stattdessen war das Spiel immer mehr von Nickligkeiten und Fouls geprägt. In den letzten Minuten dürfte noch Rausch debütieren, er ersetzte nach 87 Minuten Tim Handwerker. 

Dennoch passierte auch spät im Spiel – ganz ungewohnt für Spiele in Ingolstadt – nichts mehr, so dass am Ende ein leistungsgerechtes 0:0 stand. 

2. Daten und Fakten

In den basalen Kategorien wie Passgenauigkeit und Ballbesitz – siehe 4. – war der Club den Gastgebern voraus, allerdings war der offensive Ertrag der Überlegenheit wie unter 1. beschrieben und aus den Zahlen unter 4. hervorgehend nicht sehr hoch. Das Spiel war insgesamt von wenigen Offensivaktionen geprägt und hatte quasi keine gefährlichen Situationen vor den Toren. 

Grafik 1 zeigt einerseits die Passnetzwerke, die zum Beispiel beim FCI zeigen, dass Linsmayer im defensiven Mittelfeld so wenig eingebunden war, dass nicht eine Linie zu ihm führt – was heißt, dass kein Mitspieler mehr als zwei Pässe zu ihm gespielt hat, insgesamt wurde er in seinen 63 Minuten auf dem Platz nur fünf Mal angespielt. Das ist symptomatisch für Ingolstadts Spiel, das mit langen Bällen und Flügelaufbau oft das zentrale Mittelfeld überspielt. Beim FCN sieht man, dass eine Vielzahl an Pässen zwischen den Innenverteidigern gespielt wurden. Das führt auch zur anderen Auffälligkeit. Der Club spielte 57% seiner Pässe im mittleren Spielfelddrittel, Ingolstadt dagegen nur 29%. Auch das ist ein Symptom von Ingolstadts direkter Spielweise, zeigt aber auch, dass der Club Probleme hatte, ins Angriffsdrittel zu kommen.

Grafik 2 visualisiert die Probleme, die der Club in den ersten dreißig Minuten hatte gut. Der FCN stand wesentlich tiefer als im restlichen Spiel, fuhr weniger Angriffe und hatte phasenweise sogar weniger Ballbesitz. Erst nach der ersten halben Stunde fand der Club etwas mehr zu seinem Spiel. Allerdings mit den oben genannten Einschränkungen.

Grafik 3 zeigt auch, wie sich der Club im Laufe der Zeit besser auf das Ingolstädter Spiel eingestellt hat. In der ersten Halbzeit waren die Balleroberungen meist tief in der eigenen Hälfte, ja sogar in großer Zahl im eigenen Strafraum. In der zweiten Halbzeit waren sie mehr im Mitteldrittel und weiter vom eigenen Tor weg. Das dennoch noch Verbesserungsbedarf besteht, zeigt, dass nur ein geringer Anteil der Balleroberungen im Angriffsdrittel passierte.

3. Die kurze Einzelkritik

Wirklich herausstechend war keiner der Spieler des FCN. Christian Mathenia (CU-Note: +3) hielt seinen Kasten sauber und konnte sich einmal per Parade gegen Bilbija (68.) und einmal per Antizipation gegen Hawkins (26.) auszeichnen. Mats Møller Dæhli (CU-Note: 3) war sehr um Kreativität bemüht, war auch der einzige, von dem so etwas wie ein bisschen Gefahr ausging, wie das der Pass auf Handwerker vor dessen Großchance zeigte, insgesamt tat der Norweger sich aber schwer, da er viel aus dem Spiel genommen wurde. Auch die beiden Innenverteidiger Christopher Schindler (CU-Note: 3) und Asger Sørensen (CU-Note: 3) ließen wenig anbrennen, hatten die Ingolstädter Angreifer gut im Griff, gewannen ihre entscheidenden Duelle.

Tim Handwerker (CU-Note: +4) vergab die beste Chance des Spiels, wobei man hier tatsächlich eher Linsmayers Rettungstat hervorheben kann. Gleichzeitig hatte er bei seinen Flanken wieder eine erhebliche Streuung und im Aufbau zwei sehr ärgerliche Ballverluste. Sein Gegenüber Enrico Valentini (CU-Note: 3-) war in allen Kategorien ein wenig besser, konnte aber auch nach vorne zu wenig Impulse setzen. Ähnlich zu umzuschreiben ist auch Tom Krauß (CU-Note: 3-), der defensiv alles abräumte, nach vorne aber auch ohne Ideen und Drive blieb. Johannes Geis (CU-Note: 3) hatte etwas mehr Ideen und etwas mehr Abschlüsse, arbeitete auch ordentlich nach hinten mit. Gänzlich überzeugend war aber auch seine Leistung nicht. Fabian Nürnberger (CU-Note: +4) war der Mittelfeldspieler, der in der Leistung etwas abfiel, es fehlte ihm etwas die Sicherheit, aber auch das Glück in seinen Aktionen.

Noch weniger überzeugen konnten die Angreifer, die allerdings auch weitgehend in der Luft hingen. Manuel Schäffler (CU-Note: 4-) hatte einen kleineren Abschluss, aber tat sich insgesamt schwer. Dennis Borkowski (CU-Note: +5) holte sich zwar noch tiefer als Schäffler die Bälle, kam offensiv aber gar nicht zur Geltung. Erik Shuranov (CU-Note: 4-) war etwas präsenter als Schäffler, den er nach einer Stunde ersetzte, machte aber viel durch seinen ungestümen Einsatz zunichte. Der mit ihm eingewechselte Taylan Duman (CU-Note: 3-) zeigte einige gute Ansätze am Ball, inklusive eines schönen Solos in den Strafraum, am Ende blieb er aber auch nach vorne oft hängen, sicherte aber nach hinten gut ab. Selbiges gilt auch für Lino Tempelmann (CU-Note: 3-), der einen weiteren sehr robusten Einsatz hinlegte. Nikola Dovedan (CU-Note: +5) brachte dagegen einmal mehr viele zur Verzweiflung, weil er einfach nie den richtigen Moment zum Abspiel fand. Konstantin Rausch kam zu spät für eine Beurteilung.

Verlauf der expected Goals während des Spiels (Ingolstadt in rot, Nürnberg in schwarz)

 

4. Fazit und Stimmen

„Wir sind mit dem Ergebnis definitiv nicht zufrieden und auch nicht mit unserem Spiel.“ Robert Klauß gab in der Pressekonferenz nach dem Spiel die Schlagrichtung der eigenen Analyse vor, seine Spieler folgten: Egal ob Christian Mathenia („Letztlich sind wir nicht zufrieden mit dem Punkt.“) oder Johannes Geis („Es ist schon enttäuschend, dass wir nicht gewonnen haben.“), auch die Spieler ließen keinen Zweifel daran, dass sie sich mehr erwartet hatten. Dabei muss einmal mehr zwischen Offensive und Defensive unterschieden werden. Die Club-Defensive ist neben der Defensive von Tabellenführer Jahn Regensburg die einzige der Liga, die in vier der fünf Pflichtspielen kein Gegentor kassiert hat.

Enrico Valentini hebt daher auch hervor: „Das Wichtigste ist, dass die Null steht und wir nicht viele Großchancen zulassen. Diese Stabilität sollten wir beibehalten.“ Gerade das Verhindern jener Großchancen ist es, was den FCN in dieser Saison vom FCN in der letzten Saison unterscheidet. Die Gegner kommen bislang seltener gefährlich vors Tor. „Das ist ein Verdienst der ganzen Mannschaft und fängt schon vorne an. Da arbeiten wir gut gegen den Ball. Hinten machen es die Jungs auch top,“ unterstreicht daher auch Christian Mathenia. Bisweilen hat man aber den Verdacht, dass die Defensive Stabilität, die durch die Raute gerade im Zentrum verliehen wird, zulasten der Offensivkraft geht.

Nur sechs Teams haben an den ersten vier Spieltagen weniger Treffer erzielt, das 0:0 in Ingolstadt war bereits das zweite Spiel ohne eigenen Treffer. Wenn Johannes Geis sagt, „wir hatten nicht die Durchschlagskraft“, dann ist diese Analyse sehr treffend. Denn so sehr der Club es schafft, die gegnerischen Chancen zu verhindern, so schwer tut er sich auch, eigene Gelegenheiten zu kreieren. Das führt dann auch dazu, dass in der Betrachtung der Spiele oft das Gefühl überwiegt ein ziemlich schwaches Spiel gesehen zu haben. Für die offensive Seite des Balles gilt dies auch nahezu uneingeschränkt.

Gleichzeitig besteht Fußball eben auch aus der defensiven Seite des Balles und auf dieser gehört der Club – Stand Jetzt – zu den besten und stabilsten Teams der zweiten Liga. Das für dazu, dass „wir schwer zu schlagen sind“ (Johannes Geis). Etwas, das man allein daran sieht, dass der Club in der neuen Saison noch nicht verloren hat und etwas, worauf der Club aufbauen kann. Gleichzeitig darf man die offensiven Probleme nicht unterschlagen. Es ist daher wohltuend realistisch, wenn Robert Klauß sowohl nach dem Sieg gegen Düsseldorf als auch nach dem Remis in Ingolstadt klar anspricht, mit der Spielweise nicht zufrieden zu sein. Es liegt nun an ihm und den Spielern, die offensiven Probleme zu verkleinern. Am Freitag kommt der Karlsruher SC ins Max-Morlock-Stadion. Der hat auch noch nicht verloren, dabei aber mehr Tore geschossen und – in der Liga- auch weniger kassiert.

5. Die Kennzahlen

Ingolstadt   Nürnberg
0 Tore 0
0,88 expected Goals 0,78
0,67 Post Shot xG 0,66
0,88 xG ohne Doppelchancen 0,78
13 Schüsse 13
2 Schüsse aufs Tor 6
7 Ecken 7
4 Freistöße 4
42 Ballbesitz (in %) 58
75 Passquote (in %) 83
19 Fouls 8
9,2 PPDA 7,7
6,8 Challenge Intensity 7,3
16 Spieltempo 18,1
13 Ballbesitzphasen (geg. Strafraum) 12
00:10 Ballbesitzdauer (Ø) 00:13

*Alle Daten stammen von Wyscout. Benutzung der Daten von Wyscout unter der Journalistenlizenz des Anbieters.Die Terminologie von Wyscout wird in diesem Glossar erläutert.

6. Die Notenübersicht

Spieler CU-Note Kicker nordbayern.de BILD SofaScore WhoScored
Christian Mathenia +3 3 3 3 7,7/10 7,5/10
Enrico Valentini 3- 3,5 3,5 4 7,6/10 7,2/10
Asger Sørensen 3 2,5 2,5 3 7,6/10 7,4/10
Christopher Schindler 3 3 3 3 7,2/10 7,1/10
Tim Handwerker +4 3,5 3 4 7,6/10 7,5/10
Johannes Geis 3 2,5 2,5 3 7,9/10 7,5/10
Fabian Nürnberger +4 3,5 4 4 6,9/10 6,7/10
Tom Krauß 3- 3 3 4 7,0/10 6,7/10
Mats Møller Dæhli 3 3 2,5 3 6,8/10 6,6/10
Manuel Schäffler 4- 4,5 4,5 4 6,7/10 6,4/10
Dennis Borkowski +5 4 4 4 6,6/10 6,2/10
Erik Shuranov 4- 4 4 6,6/10 5,9/10
Taylan Duman 3- 4 4 6,6/10 6,1/10
Lino Tempelmann 3- 4 6,7/10 6,5/10
Nikola Dovedan +5 3 6,7/10 6,3/10
Konstantin Rausch -/10 6,0/10
Durchschnitt 3,53 3,27 3,34 3,6 7,08/10 6,73/10

20 Gedanken zu „Ohne Durchschlagskraft – Analyse zu #FCIFCN #FCN

    • Ja, wäre schön. Bin besonders auf die xG gespannt…

      Zitat: „Bisweilen hat man aber den Verdacht, dass die Defensive Stabilität, die durch die Raute gerade im Zentrum verliehen wird, zulasten der Offensivkraft geht.“
      Hängt vermutlich auch davon ab, wie man die 8er besetzt. Bei uns sind sie ja bislang sehr defensiv besetzt. Könnte mir da aber auch Duman und MMD vorstellen.

      Das Problem mit den langen Bällen gegen uns sehe ich generell, habe es ja auch schon gegen DüDo angesprochen. Unser DM ist einfach zu klein, hier ist keiner kopfballstark, daher ist das natürlich eine logische Taktik für jeden Gegner. Könnte man bei dieser Taktik einen IV aufrücken lassen und hinten durch den 6er absichern, nur beim langen Schlag, natürlich? Oder wäre das zu offen?

      Antwort
      • Interessanterweise hat die beste Chance des Spiels einen relativ niedrigen xG. Spielt es denn keine Rolle, dass der Torwart bereits überwunden war?

        Dann gegen Ende dafür ein hoher xG-Wert, dem ich in der Erinnerung gar keine Szene zuordnen kann.

        So richtig griffig ist die Bewertung nicht…

        Antwort
        • Hab intuitiv auch erstmal gestutzt, mir aber dann die Szene noch mal angesehen. xG-Modelle gehen ja immer vom Moment des Schusses aus und, wenn man es sich jetzt mal anschaut, dann ist die Chance im Moment des Schusses auch gar nicht so gut.
          https://www.clubfans-united.de/app/uploads/2018/05/FCIFCN-Handwerker-Chance.jpg
          Der Torwart steht gut, Linsmayer ist auch so positioniert, dass er einen Teil des Tores abdeckt. Ob der Schuss dann tatsächlich jedes 20. oder jedes 10. Mal reingeht, ist ne Modellfrage. Aber im Moment des Schusses ist die Szene tatsächlich gar nicht so gefährlich.
          Die Situation mit den recht hohen xG vor Schluss ist die hier:
          https://www.clubfans-united.de/app/uploads/2018/05/FCIFCN-Chance-Shuranov.jpg
          Freier Kopfball vorm Tor. Das Modell berechnet da nicht, dass Shuranov nicht hoch genug kommt, es gibt Modelle (zum Beispiel von StatsBomb), die sowas besser mitberechnen. An sich ist die Chance aber tatsächlich gar nicht schlecht, wenn Shuranov da besser hinter den Ball kommt.

          Antwort
          • Ach ja, kam mir nicht so gefährlich vor 😉

            Dabei dachte ich noch, ob er nicht besser durchgelassen hätte (für Handwerker), wenn er schon nicht richtig rankommt…

            Antwort
      • Jetzt ist alles eingepflegt, schwere Geburt dieses Mal.

        Ich denke man sollte die Kopfballstärke nicht zu sehr auf die Größe reduzieren, sowohl Geis als auch Tempelmann gewinnen mehr als die Hälfte ihrer Luftduelle, obwohl sie nicht sonderlich groß sind. Grad Tempelmann hat im Defensivkopfball auch ne gute Technik, mit der er viel kompensiert. Gegen die ganz großen und bulligen Angreifer rückt aber ja eh schon meistens einer der IV raus.

        Die Achterbesetzung ist sicher eins der Probleme, allerdings ist es schon interessant, dass man mit quasi gleicher Besetzung (letztlich ist ja phasenweise nur ein IV anders) in der letzten Saison in den zehn Spielen mit Raute nur ein Spiel ohne Gegentor hatte und jetzt in fünf Spielen schon vier davon. Gleichzeitig aber 2020/21 gar kein Spiel ohne eigenes Tor und jetzt schon deren zwei, obwohl man nur halb so viele Spiele hatte. Da dürfte viel an der Ausrichtung und Einstellung liegen. Klar kann man es auch mal mit Krauß – Duman, MMD – Dovedan probieren (Geis wäre mir bei der Ausrichtung zu langsam, obwohl er sich insgesamt defensiv gesteigert hat), ob das dann zu instabil nach hinten wird, ist halt die andere Frage.

        Antwort
        • Wie definiert sich denn ein Luftduell für die Statistik? Muss da der Zweite mit hoch gehen, reicht es wenn er in einem gewissen Umkreis steht,…? Oder anders gefragt: Kann die Statistik hier auch gut sein, wenn man in die Duelle, die man verlieren würde, erst gar nicht kommt? Nach dem Motto „Einen Zweikampf, den ich nicht geführt habe, kann ich nicht verlieren“.

          Bzgl. der Gegentore: Ist es zu einfach auf die Qualität der Gegner in der Frühphase dieser bzw. der Spätphase der letzten Saison zu verweisen? Dass Paderborn gegen uns trifft, Aue aber nicht, wäre ja deckungsgleich, ansonsten waren das halt Mannschaften von denen mMn zum Teil einfach mehr zu erwarten war.

          Antwort
          • Die Definition von Luftduell kann man – wie alle Definition von Wyscout inzwischen schön bebildert – hier nachlesen: https://dataglossary.wyscout.com/aerial_duel/ – also hochsteigen muss man, es muss wer zweites dabei sein, man muss eher am Ball sein, um es zu gewinnen.

            Die Notwendigkeit des Normalisierens der Werte auf die jeweilige Gegnerstärke, um noch mehr dahinter zu kommen, ist sicherlich nicht ganz von der Hand zu weisen, anderseits kann man rudimentär schon auch so mit den Zahlen was anfangen. Es sieht defensiv schon deutlich stabiler aus, während man offensiv zwar mehr Ball und mehr Kontrolle hat, aber deutlich weniger gefährliche Abschlüsse:

            2020/21 mit Raute Werte 2021/22 mit Raute
            929 Minuten 408
            1,36 xG (pro 90′) 1,03
            1,15 xGA (pro 90′) 0,64
            12,55 Schüsse (pro 90′) 13,2
            9,64 Schüsse gegen (pro 90′) 7,2
            46,2% Ballbesitz 53,4%
            79,1% Passgenauigkeit 82,6%
            46,6% Zweikampfquote 50,7%
            55,6% Defensivzweikampfquote 61,8%
            13,09 Flanken (pro 90′) 15,6
            11,82 PPDA 10,39
            19,5 m Schussentfernung 20,6 m
            24,55 Positionsangriffe (pro 90′) 32,2

            Antwort
            • Ja, sieht aus wie einfach mehr Ballbesitzspiel und weniger vertikales Spiel, das schlägt sich dann auch in der Passgenauigkeit nieder.

              Gegen tiefstehende Gegner muss man sicherlich die Ballbesitzkomponente mit Positionsangriffen stärker einbringen, darf dabei aber dann auch nicht auf jedes Risiko verzichten, denn nur wenn man den Riegel mal durchbricht, kann man gefährliche Situationen erzwingen. Gerade bei gutem Gegenpressing ist ein erzwungener Ballverlust in der Vorwärtsbewegung besonders aussichtsreich. Dazu braucht man aber halt erst einen eigenen Ballverlust. Deshalb ist eine hohe Passgenauigkeit nicht unbedingt das Maß aller Dinge.

              Antwort
  • Hallo, ich finde die komplette Analyse perfekt: defensiv sehr ordentlich, offensiv recht mager. Die beiden letzten vielfach sehr schwachen Spielzeiten kann man der Mannschaft immer noch phasenweise anmerken. Auch wenn man hinten ganz gut steht, geht auch hier immer noch die „Angst“ um vor einem individuellen Fehler im Aufbauspiel. Fehler dieser Art hat man gerade in diesem Spiel wieder häufiger gesehen. Die Mannschaft hat noch nicht richtig verinnerlicht, dass sie mit dem jetzigen Spielerkader wirklich mit breiter Brust auftreten könnte. Bringt jeder einigermaßen seine Leistung, gehören wir zu den spielstärksten Teams der Liga. Sie braucht inzwischen wieder relativ lange, dem Gegner das Spiel aufzuzwingen. Vor allem gegen die etwas schwächer besetzten Mannschaften ergreift man nicht energisch genug von Anfang an die Initiative. Für die Offensive hat man einfach noch nicht die richtige Zusammensetzung gefunden oder auch, je nach Besetzung, die passende Taktik. Mit diesen Spielern müsste eigentlich noch viel mehr möglich sein. Also, Clubspieler: Nehmt von Anfang an Euer Herz in die Hand , spielt nicht unter dem Aspekt „Hauptsache noch nicht verloren“- Unentschieden helfen nun mal überhaupt nicht weiter- und zeigt die mögliche Stärke, dann wird es für uns alle mit Sicherheit eine tolle Saison.

    Antwort
    • Gratulation endlich jemand der sich mit Fußball auskennt und nicht nur immer rummotzt und das auch noch mit richtigem Namen!

      Antwort
      • Zitat Monika Back:

        „…endlich jemand der sich mit Fußball auskennt und nicht nur immer rummotzt und das auch noch mit richtigem Namen!“

        Stimmt!

        Hier tummeln sich viel zu viele Motzer. Höchste Zeit, dass das mal in aller Deutlichkeit gesagt wird. Leute, die pseudonymgeschützt in perfider Heckenschützenmanier für Stunk sorgen. Zu kurz gekommene Wichtigtuer, die wahrscheinlich nie imstande waren, ungedeckt einen Pass über drei Meter zum ungedeckten Mitspieler zu bringen (was allein schon deshalb kein Wunder ist, weil diese ignoranten Gschaflhuber unfähig sind, „Pass“ überhaupt zu definieren). Vom Fußball keine Ahnung, aber das Maul aufreißen!

        Solche Typen brauchen wir hier nicht.

        Antwort
        • 😀 Schade, dass es keine Daumen mehr gibt!

          Aber wir spielen ja auch nicht Handball, vielleicht sollte man stattdessen den großen Zeh einführen!

          Antwort
    • Peter

      Ich finde es ja immer gut, wenn man positiv auf die eigene Mannschaft schaut, aber diese Aussage konnte ich leider bisher nicht durch die Mannschaft bestätigt sehen:

      Die Mannschaft hat noch nicht richtig verinnerlicht, dass sie mit dem jetzigen Spielerkader wirklich mit breiter Brust auftreten könnte. Bringt jeder einigermaßen seine Leistung, gehören wir zu den spielstärksten Teams der Liga.

      Ich bin ja auch der Meinung, dass die sportliche Leitung für die aktuelle Corona-Zeit einen ganz guten Job in Sachen Verpflichtungen gemacht hat, aber dass wir gleich die spielstärkste Mannschaft der Liga sein sollen, das finde ich doch übertrieben. Gerade unsere Abwehrspieler sind nicht besonders spielstark und ein Geis und ein Mœller-Dæhli machen noch keine spielstarke Mannschaft. Im Sturm sehe ich Schäffler und Shuranov auch nicht besonders spielstark.

      Dazu kommt, dass wir nach wie vor nicht die richtige Mischung aus defensiver Absicherung und Spiel nach vorne finden, wenn wir hinten gut stehen, dann fehlt fast immer Duchschlagskraft nach vorn, umgekehrt geht offensive Qualität oft zu Lasten der defensiven Stabilität, spricht auch nicht für technische Qualität.

      Und zu sagen, die Mannschaft hat schon defensive Sicherheit gezeigt und auch schon gute Offensivaktionen, jetzt muss das nur noch in einem Spiel zusammen gezeigt werden, ist halt leichter gesagt als getan.

      Antwort
  • Ich freue mich nach jedem Club-Spiel auf dessen Analyse durch Florian Zenger bei Clubhaus-united.

    Ich kann Florian Zenger mal wieder nur loben. Da hat einfach alles Hand und Fuß. Wenn er was behauptet, kann er es meist auch durch Daten belegen. Wenn er es gerade mal nicht belegen kann, dann hat er wahrscheinlich trotzdem Recht. 😉

    Ich finde auch „Ka Depp“ insgesamt sehr gut. Florian Zenger für sich, ist herausragend.

    Antwort
    • Da berührst Du einen wunden Punkt. Clubhaus United gab es früher mal, im Zuge der Finanzkrise, des sportlichen Clubniedergangs und der sehr hohen, aktuellen Immobilienpreise haben Endl, Schnabel, Helmer und Zenger aber das Filetstück dieses Fanclubs verkaufen müssen. Die Gerüchte, daß die Vier mit einem Teil dieser Einnahmen einen gemeinsamen Luxusurlaub in der Karibik finanzierten, sind natürlich bar jeder Grundlage.

      Antwort
      • Und ich dachte immer, das musste verkauft werden, um die Ablöseforderungen von Faszination Nordkurve für den Transfer von Flo Zenger finanzieren zu können…

        Antwort

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