„Nicht von Umschaltmoment zu Umschaltmoment hetzen.“ – Der Club vor dem Spiel in Regensburg

Vorbericht zum Spiel in Regensburg.

Den Plan für das Spiel beim Tabellenführer formulierte Robert Klauß in der obligatorischen Spieltagspressekonferenz schon mal vor. Mann müsse einerseits die Intensität des Gegners aufnehmen, sich aber zu sehr von ihr nicht anstecken und verleiten lassen. Sonst würde man am Ende nur von Umschaltmoment zu Umschaltmoment hasten. Die Mannschaft müsse mit klugem Kopf und Ballsicherheit agieren und überlegen, wann das Tempo rausgenommen würde und wann das Tempo des Gegners mitgegangen wird. Denn überraschend ist das, was Regensburg spielt nicht. Das gibt Coach Mersad Selimbegovic in einer Folge des Jahn-Podcasts 1889fm auch zu: „Viele wissen, wie wir spielen, wir spielen ja seit Jahren gleich. Aber es ist das eine zu wissen, wie wir spielen und das andere ist es zu erleben. Wenn die Wucht und das Pressing immer wieder kommen und das stetige Anlaufen immer wieder passiert, gibt es wenige Schwachstellen bei uns.“

Diese Spielweise, die Jasmine Baba auf Medium intensiv beleuchtet hat, hat den Jahn nach fünf Spielen auf Platz eins der Tabelle geführt. Auch wenn sicher ein wenig Glück eine Rolle gespielt hat – der Jahn weist von allen Zweitligisten die höchste Abweichung zwischen der tatsächlichen Tordifferenz und der bei den expected Goals auf – so spielen doch die Faktoren, die Robert Klauß dem Gegner neben seiner Intensität zuschreibt, eine Rolle. Der Clubtrainer hat eine gewisse Leichtigkeit erkannt, die durch die Ergebnisse beflügelt im Spiel der Oberpfälzer steckt. Sie treffen dadurch auch kluge Entscheidungen auf dem Platz und sind im Vergleich zum Vorjahr bei den Standards stark verbessert. Vier Tore nach ruhenden Bällen sind jetzt schon so viele wie in der gesamten Saison 2020/21.

Ein nicht zu vernachlässigender Faktor im Spiel des Jahn ist Sarpreet Singh. Der Neuseeländer, dessen Leihe beim Club nach nur einem halben Jahr abgebrochen wurde, führt derzeit die Liste der Vorlagengeber in der Zweiten Liga an, gehört auch bei den Schlüsselpässen zu den Spielern mit den höchsten Werten. Wirklich überrascht davon zeigt sich Robert Klauß nicht: „Das ist, glaube ich, kein Zufall. Er ist ein Spieler mit extrem viel Potential und Talent. Wir waren von ihm letztes Jahr überzeugt und ich bin immer noch von ihm überzeugt. Vielleicht war bei uns nicht so gut vorbereitet, was ihn erwartet, vielleicht haben wir ihn nicht so gut eingegliedert. Das sind alles Dinge, die wir selbstkritisch hinterfragen und die er auch selbstkritisch hinterfragt. Ich glaube, er hat das letzte halbe Jahr zur Reflexion genutzt und hat sich bewusst dafür entschieden nach Regensburg zu gehen. Man sieht dort, dass er aus der Zeit, die er bei uns hatte, gelernt hat. Das was er jetzt zeigt, die Momente nach vorne, die Assists, die Tore, die Bälle, die er spielt, hat er hier immer wieder angedeutet und im Training gezeigt. Hier hat im Anfang die Effektivität und das Glück gefehlt. in Regensburg hatte er jetzt die Schlüsselmomente auf seiner Seite. Ich freue mich für ihn, hoffe aber, dass er am Sonntag keinen guten Tag hat. Danach kann er gerne auch wieder scoren.“

Dabei helfen Singh in den Griff zu bekommen und Regensburg zu schlagen, soll Lino Tempelmann. Dessen Startelfeinsatz verriet Klauß, weitere Details zu Formation oder Personal ließ der Trainer aber weitgehend offen. Einzig, dass Pascal Köpke, Florian Hübner, Felix Lohkemper und Paul Besong sicher fehlen würden, erklärte Klauß definitiv. Bei Nikola Dovedan, der am Donnerstag wegen den Folgen eines Zusammenpralls mit Lino Tempelmann behandelt werden musste, werde das Abschlusstraining am Samstag noch abgewartet. Fabian Nürnberger, der am Vortrag individuell trainiert hatte, sei wieder voll im Mannschaftstraining. Ein Sonderlob hatte der Clubcoach für einen parat, den man fast schon vergessen hatte: Lukas Schleimer. „Er hat in der U21 eine gute Entwicklung genommen. Er hat diese Woche bei den Profis mittrainiert und hat das auch gut gemacht.“ Der 21-Jährige wird am Freitagabend, ebenso wie Noel Knothe, Tim Latteier und Linus Rosenlöcher mit der U21 beim FV Illertissen antreten. Für alle vier bedeutet dies nicht, dass sie damit automatisch keine Kandidaten für den Spieltagskader der Profikader sind.

Ein Gedanke zu „„Nicht von Umschaltmoment zu Umschaltmoment hetzen.“ – Der Club vor dem Spiel in Regensburg

  • Klauß wählt, wieder einmal, bedachte und exakt zutreffende Worte statt Marktschreierei. Stark!

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