Mit Demut zum Erfolg.

Der 1. FC Nürnberg bleibt nicht nur ungeschlagen, man kann jetzt auch auswärts gewinnen. Wenn auch mit viel Demut bei Dynamo Dresden.

Robert Klaus beließ es nach der peinlichen 0:7 Testspielpleite gegen Ingolstadt bei mahnenden Worten und vertraute weitgehend der zuvor sehr stabilen Mannschaftsstruktur. Lediglich Tom Krauß kam für Nürnberger, was man durchaus auch mit dem Testspiel (Rote Karte) in Verbindung bringen könnte. Dass Lukas Schleimer den gesperrten Dovedan ersetzte, war dagegen überraschend, wenn man einen fitten Manuel Schäffler auf der Bank hat. Hier obsiegten aber wohl eher taktische Erwägungen. Die Wettquoten vor dem Spiel waren recht ausgewogen, auf einen Auswärtssieg konnte man also auch mit einem neobet bonus code durchaus setzen.

Der Club begann unbeeindruckt vom Testspiel stabil und durchaus druckvoll gegen den Aufsteiger, kam früh zu Torschüssen, ohne dabei allerdings große Gefahr zu versprühen. Nach 21 Minuten dann aber die Führung des Gastes. Valentini sieht den offenen Rückraum der Dresdner und stößt dort hinein, verlagert dann geschickt auf Möller Daehli, der wiederum elegant Handwerker in Szene setzt, der nicht nur einen klugen Laufweg gemacht hatte, sondern auch noch klug auf den langen gegenüberliegenden Pfosten flankte, wo Tom Krauß lauerte und per Direktabnahme vollendete.

Ein schönes Tor nach einem feinen Angriff. Das war es allerdings auch weitestgehend in Halbzeit 1. Der Club verwaltete das Spiel, Dresden kam nicht ins Spiel – so ging es in die Pause.

Nach dem Wechsel begann Dresden nicht nur mit einer personellen Veränderung (Herrmann für Hosiner), sondern auch mit mehr Anspruch auf das Spielgeschehen. Die Gastgeber jetzt eindeutig spielbestimmend und bemüht sich des Kastens von Mathenia anzunähern, allerdings weitgehend entweder harm- oder erfolglos. Damit könnte man das Spiel auch schon abschließend beschreiben. Bis zum Ende drängte Dresden den Club immer mehr in die eigene Hälfte, strukturierte Entlastung fand keine mehr statt, daran änderten auch die Wechsel Nürnberger für Geis, Schäffler für Shuranov oder Duman für Schleimer wenig. Allein es nutzte Dresden nichts, oder wie der Sky-Kommentator es zutreffend am Ende resümmierte „Dresden zerschellte an Nürnberg“. Einzig eine Szene dürfte nachträglich noch für Gesprächsstoff sorgen: In der 62. Minute zieht Schindler den durchgebrochenen Königsdörffer eindeutig zu Boden. Hier wäre eine rote Karte im Bereich des möglichen gewesen, Schiedsrichter Marco Fritz entschied auf Freistoß und Gelb, da Valentini noch in der Nähe war – hier hätte sich Nürnberg nicht beklagen können, wäre das hier anders geahndet worden. Eine klare Fehlentscheidung war es aber nicht.

Ob eine Überzahl den Gastgebern dann den Punkt oder gar einen Sieg beschert hätte, bleibt reine Spekulation. Da der Club bis zum Ende sehr konzentriert und effektiv gegen den Ball arbeitete, nach vorne aber gar nichts mehr ging, nicht mal Entlastung, wäre der Wegfall eines Offensivspielers kaum aufgefallen.

Am Ende ein erarbeiteter Auswärtssieg, der zwar gar nicht nach Spitzenmannschaft aussah, zugleich aber belegt, warum man zu Recht im oberen Drittel mit nur einem Punkt Rückstand auf Platz 2 steht: Man hat Demut vor der 2. Liga und setzt auch gegen einen Aufsteiger auf Ordnung und Arbeit – und das gelingt sogar ausgezeichnet, gestattet dem Gegner im Grunde so gut wie keine echten Chancen. Und da man selbst ab und an einen Geniestreich im Gepäck hat und mit Geistesblitzen von MMD aufwarten kann, dazu mit Mathenia einen Torhüter, der ohne Zweifel in dieser Saison die besten Leistungen abruft, seit der beim Club ist, bleibt man eben weiter unbesiegt und darf sich auch für so einen Sieg loben lassen. In aller Bescheidenheit.

Bild: Den Gipfel im Blick, jeder Meter aber muss erarbeitet werden.

18 Gedanken zu „Mit Demut zum Erfolg.

  • Viele Schiedsrichter hätten Schindler Rot gegeben.
    Fritz hat den KSC den Elfmeter am Spieltag 34 in Fürth geschenkt und der FCN war auf Platz 16.
    Heute hat er für den 1. F C Nürnberg entschieden .

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    • Seien wir mal ehrlich, die Gelbe war schon recht schmeichelhaft. Königsdörffer ist mit Sicherheit deutlich schneller als Valentini. Wenn Schindler ihn da nicht rechtzeitig einfängt, dann ist er durch und es liegt an Mathenia, ob wir sauber bleiben. Für mich war es eher letzter Mann als eine Möglichkeit zur Einflussnahme durch Valentini.

      Dennoch natürlich keine klare Fehlentscheidung, insofern war es korrekt, dass der VAR da nicht überstimmt hat.

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  • Endlich mal ein Statement mit Aussagekraft, wenn auch zaghaft und voller Demut in Bildform.

    #mitAbstanddiestabilsteAbwehr
    #ungeschlagen
    #18nach10macht61undAufstiegnach34

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    • Nur dass 61 Punkte möglicherweise nicht zum Aufstieg reichen. Die älteren werden sich erinnern…

      Aber bleiben wir positiv! Ein Aufstieg kommt nie zu früh!

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      • Ich bin schon so alt, dass ich mich nicht mehr erinnern kann/will…

        Nach dem nächsten Heimspiel steht der Punktedruckmesser (die Älteren…) eh auf 65 und uneinholbar. 🙂

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  • Von Aufstieg sollte man noch lange nicht reden, auch wenn man heute den Eindruck hatte, dass besagte Demut des Clubs vor der jeweiligen Aufgabe das Club-Pferd letztlich nur so hoch springen lässt, wie es muss, um einigermaßen unbeschadet durch den Spieltag zu kommen.

    Jener war der 10. – klassischer Weise der Zeitpunkt für ein erstes Saisonverlaufs-Fazit.

    Hätte mir vor der Saison jemand gesagt, dass der Club zu diesem Zeitpunkt als einziges Team der Liga ungeschlagen (!) auf Platz 5 der Tabelle steht, hätte ich es nur schwerlich glauben mögen, denn all das setzt das voraus, was wir jahrelang vermisst hatten: Einen klugen Plan, der aufgeht. Vermittelt von einem Trainer, der Stärken und Schwächen seines Kaders gut genug kennt, um entsprechende Matchpläne zu erstellen und auch nicht davor zurückzuschrecken, die Fangemeinde am jeweiligen Spieltag mit teilweise unpopulären Aufstellungen zu irritieren („Was? Schon wieder der Dovedan? Dass der nix kann hat er die letzten Wochen/Monate/Jahre doch bewiesen!“). Eine Mannschaft, die sich als solche präsentiert – egal, wer von Beginn an spielt. Einen Torhüter, der endlich auch mal den Unterschied machen kann. Eine Abwehr, die mit lediglich sieben (!) Gegentreffern die stabilste und effizienteste der ganzen Liga ist. Einen Mats Møller-Daehli, der absolut konstant ist und den Unterschied auf dem Feld machen kann. Es herrscht Kontinuität im Team, im Stab und in der Führung des Vereins.

    Wurde Dieter Hecking am Anfang noch zum Teil heftig für sein ausgegebenes Saisonziel, am Ende zwischen Platz 5 und Platz 8 stehen zu wolle, kritisiert – sicherlich auch verbunden mit der großen Befürchtung, die soeben noch auf der sportlichen Intensivstation befindliche Mannschaft damit zu überfordern – stellt sich die Sache heute anders dar, denn das Team befindet sich im Hecking’schen Soll, auch wenn es nach oben wie nach unten noch sehr knapp zugeht.

    Insgesamt haben Hecking, Rebbe und Klauß nach Saisonende hart dafür gearbeitet, den Kader zum Saisonauftakt (fast) vollständig komplett am Start zu haben, was man ebenfalls nicht unterschätzen darf, da es vom Start weg nur wenig Anlaufschwierigkeiten gab. Zudem hat man mit Christopher Schindler einen starken Stabilisator für die früher so anfällige Innenverteidigung geholt, was mit diesem schnellen Effekt so auch nicht unbedingt zu erwarten war.

    Deshalb bleibt mir nur zu sagen: Hut ab und weiter so!

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    • Tut mir leid.
      Rede trotzdem unverdrossen vom Aufstieg.
      Spätestens seit dem zweiten Spieltag…

      DH ist ein kluger Mann, deswegen kritisiere ich ihn auch nicht für seine unterfordernde Zielvorgabe.
      Aber so ist das heute: nicht erreichte ambitionierte Ziele führen schnell zum Schleudersitz…

      #ClubaufKurs
      #Aufstiegstrikotsdrucken
      #soschön….

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    • Weil Du Dovedan erwähnt hast:
      Heute hat man gemerkt, wie sehr Dovedan fehlt, wenn er nicht spielt. Er hat eben doch eine ganz andere Qualität als Schleimer.

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  • Endl stellt subtile Rätsel:
    Warum wurde hier mit der Kampenwand als Symbolbild ausgerechnet einer DER Münchener Hausberge gewählt..

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  • Mein Anspruch Top Mannschaft in der 2. Liga, das macht doch viel mehr Spaß aus Fan Sicht als Unterdog und Fallobst der 1. Liga zu werden. Was ist denn vom letzten Aufstieg übrig geblieben? Richtig Nichts! Sportvorstand, Trainer, Mannschaft .. alles weg, quasi nichts ist davon geblieben. Wollen wir das wieder so, Erstliga Crash und danach den X-ten Neuanfang mit den gewohnten Irrtümern?

    Ich würde sagen bleiben wir noch ein Weilchen so 2 Jahre in der 2. Liga, freuen uns fast jedes Wochenende und suchen noch die ein oder andere Perle wie Daehli im Kader dazu entwickeln uns stabil und geben den jungen Talenten mehr Zeit, die wären in der 1. Liga wieder im 2. oder 3. Glied.

    Ja ich weiß das ist Wunschkonzert, man kann einen Aufstieg nicht planen, aber ich hätte ehrlich keinen Bock drauf. Trotzdem ich freue mich wahnsinnig über die tolle Entwicklung derzeit. Den Widerspruch kann ich leider aber auch nicht auflösen.

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    • Aufstiegs-Paranoia.

      Nix da. Du kommst schön mit. Und wenn wir Dich ins Oberhaus zerren müssen. Keinen Bock – was sind denn das für Töne. Wird nicht so bitterböse werden wie beim letzten Mal. Indianerehrenwort. Es wird besser. Nur Mut. 😉

      Aber im Ernst. Ein Aufsteiger muss nicht nur hinten gut stehen. Da braucht es noch ein paar Module mehr, um dies zu schaffen. Ein besseres Umschaltspiel zum Beispiel. Um auch mal den Sack zuzumachen. Oder bessere Standards. Mehr Variabilität. Mats Möller Daehli hatte gestern mach seinen Länderspiel-Reisen „nur“ einen durchschnittlichen Tag – das merkte man. Gut, dass der aus meiner Sicht gestern starke Handwerker einen seiner bislang seltenen Assists aus dem Hut zog.

      Nein, gibt noch viel zu tun. Heidenheim daheim und in Darmstadt werden Herausforderungen. Die gute Nachricht: Mit Siegen und einer komfortablen Tabellen-Situation lässt es sich es sich leichter und gechillter weiterentwickeln.

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    • doch. Es ist finanziell einiges geblieben. Ohne den Überschuss aus dem einen Jahr erste Liga, stünden wir schon wieder it dem Rücken zur Wand.

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      • So isses.

        Bei einer nun wieder besseren Gehalts-Struktur wäre ein Aufstieg wie damals ein finanzielles Fest. Und da wir über Profi-Fußball reden, gehört die finanzielle Seite nun mal dazu.

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  • In dem Zusammenhang – wie lange zahlen wir eigentlich noch Jens Keller nebst Nichtabstiegsprämien ab?

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