Hinten raus vorne rein

In der Pressekonferenz nach der Auswärtspartie des 1. FC Nürnberg beim SV Sandhausen, in der der neunmalige deutsche Meister und vierfache Pokalsieger…

Die Aufstellung des 1. FC Nürnberg

vom 19. 11. 2021

MATHENIA (TW)

VALENTINI (K)***               SCHINDLER                SÖRENSEN                HANDWERKER

              GEIS****       

KRAUß*                                                TEMPELMANN

MMD

DUMAN*****                           DOVEDAN**

*ab 69.BORKOWSKI      **ab 69. SHURANOV       ***ab 75. FISCHER       ****ab 75. NÜRNBERGER      *****ab 75.  SCHÄFFLER    

Anpfiff

18 Uhr 30

…auf den letzten Drücker ein 0:1 in einen 2:1-Sieg drehte, wurde Club-Trainer Robert Klauß von einem Journalisten gefragt, warum er in diesem Spiel so lange mit dem Einsatz eines Stoßstürmers gewartet hatte. Klauß begründete dies damit, dass er angesichts des bekanntermaßen robusten Deckungsverbands des Gegners ein Operieren mit hohen Flanken in die Angriffszentrale für wenig Erfolg versprechend hielt und deshalb lieber auf leichtfüßig zwischen den Linien pendelnde Angriffsspieler (Duman, Dovedan, MMD) setzte. Erst nach dem 0:1 entschloss er sich zur Einwechslung von Zentrumsstürmern (Borkowski, Shuranov, Schäffler), um über mehr Präsenz im gegnerischen Strafraum mehr Angriffswucht zu erzeugen. Klauß wörtlich (klick, im Stream ab 10:08):

…Es ist dann eher dieser Moment, wenn man hinten raus noch mal drückt – so wie’s dann am Ende auch war – dass wir uns das dann für später aufgehoben haben, dann die Stoßstürmer vorne rein zu bringen…

Klauß‘ Einwechslungen brachten Erfolg. Hinten raus ging der Ball zweimal vorne rein. Das 1:1 erzielte der eingewechselte Mittelfeldakteur Nürnberger mit einem fulminanten Distanzschuss in die Gambel und am 2:1-Siegtreffer in fast letzter Sekunde…

(Ungefähre) Formation ab Spielminute 75

MATHENIA (TW, K)

               SCHINDLER                SÖRENSEN               

              FISCHER                                  TEMPELMANN                                  HANDWERKER    

NÜRNBERGER                     MMD

SHURANOV                 SCHÄFFLER                 BORKOWSKI

…waren mit den Vorbereitern Schäffler und Borkowski sowie dem Vollstrecker Shuranov drei eingewechselte Strafraumwühler beteiligt. Von daher ist als Fazit dieses Auswärtsspiels festzuhalten, dass der Trainer…

…den Sieg eingewechselt hat (klick).

Hat er seine Mannschaft aber auch von vornherein taktisch klug aufgestellt?

Wäre es mit einer stoßstürmerhaltigeren Startformation zu vermeiden gewesen, hinten raus unter Druck zu geraten und denselben machen zu müssen?

Ist die Tatsache, dass der Trainer mit dem späten Einsatz von Stoßstürmern den Sieg eingewechselt hat, ein Indiz, dass er sich in der Vorab-Planung des Spiels geirrt hat?

Hätte er wissen müssen, dass ohne Shuranov, Schäffler oder Borkowski in der Startformation lediglich von MMD (sporadisch) Gefahr für des Gegners Tor ausgeht?

Wer weiß die Antwort auf diese Fragen?

Ich nicht.

Ich weiß nur:

Wer zur rechten Zeit vorne trifft, braucht hinten raus nicht zu drücken.

[Zum Spiel: klick, klick, klick.]

25 Gedanken zu „Hinten raus vorne rein

  • Na ja, beim letzten Heimspiel hat man zur rechten Zeit vorne getroffen, aber das Spiel noch verloren. Da ist mir dieser Verlauf doch lieber. Verlassen kann man sich natürlich nicht darauf, dass es am Schluss noch so klappt. Aber hoffentlich müssen wir nicht wieder drei Jahre darauf warten, einen Rückstand in einen Sieg zu verwandeln.

    Antwort
  • Jedenfalls war es ein Riesen-Dusel, dass der Shuranov in den letzten Sekunden noch Einen unterbringen konnte. Darauf verlassen sollte man sich nicht.
    Ev. hat Klauß spekuliert, dass die vielen Covid-Fälle bei denen Spuren hinterlassen haben.

    Ich selber bin Fan von einem Stürmer, der in der Box wuselt. Dass eröffnet Lücken zum Schießen fürs offensive Mittelfeld und andere. Es hat mir direkt bissle Hoffnung gemacht, dass der Nürnberger zu dem „Strich“ fähig war. Hab immer gedacht, beim Club kann das Keiner.

    Antwort
  • Mit dem bisherigen Saisonverlauf bin ich wirklich sehr zufrieden, wir halten nach 14 Spieltagen noch immer
    Kontakt zur Tabellenspitze.
    Meine negative „fränkische“ Mentalität als Clubfan trag ich in der Form Rechnung, dass wir m.E. in Darmstadt die falsche Taktik gewählt (und den Lilien voll in die Karten gespielt) haben. Darmstadt hätte ich als Heimmanschaft das Spiel machen lassen.

    Gegen Bremen waren wir total unterlegen. Einzig und das zieht sich schon durch die ganze Saison, im Abwehrbereich sind wir echt stark. Aber auch hier meine Fragestellung, weshalb versuche ich den Dauerdruck nicht dadurch zu begegnen, in der Offensive mehr Akzente zu setzen.

    Sandhausen war nur reines Glück, dass wir das Spiel noch gewonnen haben, absolut keine Durchschlagskraft (bis zur 83. Minute) auf das gegnerische Tor, bei dem vorhandenen Angebot an Stürmern eine für mich unglückliche Aufstellung, bei einem Gegner welcher Corona bedingt gehandicapt war.

    Daher mein Fazit aus den Eindrücken der letzten Spiele – ohne Stürmer tut man sich schwer ein Spiel zu gewinnen. Wenn ich auch in Sandhausen – Lügen gestraft wurde.

    Antwort
      • Was für Perlen sind dann erst zu erwarten, wenn Du geboostert bist? Das werden Sternstunden für Clubfans United. Ich freue mich schon.

        Antwort
        • Zitat Monaco Frank:

          „Was für Perlen sind dann erst zu erwarten, wenn Du geboostert bist? “

          Gar keine, wenn das Boostern gegen Omikron nicht ankommt.

          Eins muss man dem Virus lassen: Es ist effizient in puncto Entwicklung. Brutal effizient.

          Dies nur als Anmerkung, weil hier ja auch oft von „Entwicklung“ die Rede ist.

          Antwort
  • Hauptsache gewonnen – egal wie. Dennoch war es einfach zu erwarten, dass vorne nur mit Dove auf weiter Flur ein zentrale Anspielposition fehlt und unseren Angriffen dann auch die Durchschlagskraft fehlt. Ich war insofern mehr als verwundert, dass Klauss nicht wenigstens zur Halbzeit diese offensichtliche taktische Fehleinschätzung revidiert hat. Immerhin sprechen wir von Sandhausen, die bis dato noch kein einziges Heimspiel gewonnen hatten. Da muss man als Club schon mit dem Ziel hinfahren um 3 Punkte zu holen. Wie gesagt, Hauptsache 3 Punkte, Mund abwischen und griffiger und galliger gegen St.Pauli auftreten. Für mich ist das ein richtungssweisendes Spiel. Schaffen wir es erstmalig ein TOP3-Team zu besiegen, würde der Glaube dort oben hinzugehören weiter wachsen. Ich bin gespannt.

    Antwort
    • Wobei Pauli, bis auf den Ausrutscher gegen die Volldampfstürmer von D98, schon beeindruckend aufspielt. Speziell offensiv sieht das eine ganze Klasse ansehnlicher und gefährlicher aus, als das was wir dort derzeit bieten. Unsere Jungs dürfen mich gerne überraschen, aber eine Niederlage gegen Hamburgs Nr. 1 würde es nicht!

      Antwort
      • Ob Hamburgs Nummer 1 oder 2 ..Hamburg ist so oder so nicht unser Fall warum auch immer. Letztes Jahr war ja auch noch die peinliche Heimniederlage gegen St. Pauli als die Stimmung gegen Klauß heftig zu kippen drohte dann folgte in der PK ja auch noch seine Asymmetrie Rede. Da gab es sogar hier im CU Forum einige Stimmen, die wieder nach einem erfahrenen, harten Hund riefen Modellreihe Felix Magath.

        Ich habe auch gemischte Gefühle vor Sonntag, zumal St. Pauli doch einiges gutmachen will. Aber schaun wir mal, man kann einfach kein Fußballspiel vorhersagen, aber das Gefühl ist eher so mittel

        Antwort
  • Die ersten 20 Minuten gestern gegen den SVS waren Powerplay ohne Befreiungsschlag.
    Absolut beeindruckend.

    Antwort
      • Bisweilen reichen aber auch 95 Minuten und 26 Sekunden…

        Planst Du, am Sonntag vor Ort zu sein?

        Antwort
        • Leider nein.
          Aber das Rückspiel sollte ordentlich begleitet werden, je nachdem was bis dahin gilt.

          Antwort
        • Muss auch passen, bin erkältet, was normalerweise im November stinknormal sein kann, nicht aber unter Pandemiezeiten.

          Antwort
  • Das Schöne am 1. Advent wird die bundes…- achwas weltweite Hommage an die Clubfarben sein, wenn überall ein schwarzer Docht in einer roten Kerze leuchten wird.

    Antwort
  • So ist es und deshalb gab es am 1. Adventswochenemde 2019 gegen Wehen W. beim schlechtesten FCN Match der letzten Jahre ohne schwarz bzw. rot ein Trauerspiel .

    Antwort
  • United!

    „…Zudem stellten die Mittelfranken (Fürth) einen unrühmlichen Rekord ein: Nach Nürnberg (1983-1985) ist Fürth die zweite Mannschaft mit elf Bundesliga-Niederlagen in Folge. …“

    Antwort
    • Nicht so ganz United – Fürth gelingt das Meisterstück in 1 Saison beim FCN war es saisonübergreifend.

      Ich habe mich heute sogar dabei ertappt als Fürth 2:2 ausglich mich zu leise zu freuen, das war mir selbst unheimlich. Vielleicht war es aber auch einfach Mitleid. Als ich 10 Minuten später wieder hinsah stand es schon wieder 2:4..

      Antwort
      • Fürth hat immernoch die Chance, alleiniger Rekordhalter in allen Kategorien zu werden!

        Nicht mal die Bayern können das!

        Antwort
  • Ob der Rekord von 0 Punkten auswärts 83/84 auch eingestellt wird ?
    Also ich dachte Platz 16 ist für den Nachbarn mit seiner Mentalitätstruppe möglich.
    Respekt an @Juwe der die Saison des Fusionsvereins so oder so ähnlich vor Spieltag 1 erwartet hat.

    Antwort

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