Chancen nicht genutzt – Analyse zu #FCNFCSP #FCN

Analyse zu 1. FC Nürnberg – FC St. Pauli 2:3 (1:2)  – Der Club verliert nach schwacher Anfangsphase gegen den Tabellenführer. Grund: Die Chancenverwertung.

1. Personal und Grundordnung
2. Daten und Fakten
3. Die kurze Einzelkritik
4. Fazit und Stimmen
5. Statistik
6. Der Notenvergleich

1. Personal und Grundordnung

Beim Club begannen im Vergleich zur Vorwoche Schäffler und Shuranov für Duman und Dovedan im Sturm. Die Entscheidung von Robert Klauß auf zwei “gelernte” und eher physische Stürmer zu setzen, hatte womöglich damit zu tun, dass der SV Darmstadt 98 am vergangenen Wochenende mit ähnlichen Stürmertypen den Hamburgern große Probleme bereitet hatte. Im Kader gab es eine Veränderung: Pascal Köpke war erstmals seinem Kreuzbandriss in Osnabrück vor fast genau einem Jahr im Aufgebot. Nicht dabei war im Vergleich zur Vorwoche Dennis Borkowski. Den Angreifer plagt eine kleine Muskelverletzung.

Der Club erwischte einen katastrophalen Start ins Spiel. Binnen zehn Minuten führten die Gäste mit 2:0. Zunächst verlängerte Burgstaller, der das Kopfballduell gegen Schindler gewann, eine Flanke von Paqarada ins lange Eck, nach zehn Minuten tauchten die beiden Rollen. Burgstaller – von Valentini nach dessen Ballverlust nicht eingefangen – tunnelte Geis, Paqarada schoss und traf. Der FCN bekam in dieser Anfangsphase überhaupt keinen Zugriff, blieb zwischen den beiden Toren nur durch eine starke Parade von Mathenia gegen Hartel ohne weiteres Gegentor. Er blieb auch oft zu weit vom Gegner weg und machte in gewisser Weise das wahr, was in der Millernton-Vorschau schon erwartet hatte. Wenn der Club zu tief steht, bekommt er Probleme und genau die hatte er dann auch.  Allerdings löste er sich dann aus dieser Haltung relativ bald nach dem 0:2. 

Noch bevor die erste Viertelstunde vorbei war, hatte der Club gleich eine Dreifachchance. Nikola Vasilj im Tor der Gäste parierte aber gegen Handwerker, Schäffler und Shuranov. Also tat Johannes Geis kurz danach, was Johannes Geis eben tut. Er packte den Fernschuss aus. Der Dropkick aus knapp 25 Metern senkte sich mit nahezu perfekter Rotation ins Tor der Hamburger. Der Club blieb forsch, öffnete dadurch St. Pauli aber auch Räume. Die Gäste hatten durch einen von Schindler abgefälschten Ball von Burgstaller eine weitere Chance, die Mathenia aber ebenso parierte wie Burgstallers Fernschuss, nachdem Valentini Matanovic den Ball vom Fuß gegrätscht hatte. Es war die zweite Welle des FC St. Pauli. Der Club überstand sie nur dank  der Paraden seines Torwarts.

Nach der Pause kam der FCN mit viel Schwung aus der Kabine. St. Pauli verhinderte nur mit waghalsigen Rettungsaktionen das 2:2. Ziereis spitzelte mit erhöhtem Bein den Ball vor dem einköpfbereiten Schäffler weg, den Krauß per Flanke hervorragend gefunden hatte, kurz danach rettete Irvine per Grätsche vor Shuranov. Gerade als der Club richtig Druck aufgebaut hatte, trafen St. Pauli. Eine Kopfballabwehr von Schindler landete beim eingewechselten Dzwigala, der abzog und dessen Schuss genau neben dem Pfosten einschlug. Robert Klauß entschied sich im Anschluss dreimal zu wechseln, brachte Nürnberger, Duman und Schleimer für Geis, Krauß und Shuranov. Damit wurde auch auf ein flaches 4-4-2 mit Doppelsechs (Nürnberger-Tempelmann) umgestellt, Møller Dæhli und Duman bildeten die Außen, Schleimer und Schäffler den Sturm.

In der Aktion anschließend an die Einwechslungen fiel prompt das 2:3. Eine Ecke von Møller Dæhli fand Schäffler, der nicht mal hochsteigen musste, um den Ball im Tor unterzubringen. Statt einer Schlussoffensive versuchte der Club aber dann sich erstmal zu ordnen. Die Wechsel und die Formationsumstellung schienen dem Offensivspiel wenig zuträglich. Klauß reagierte erneut, brachte Köpke für Tempelmann, was weitere Rochaden (Schleimer auf rechts, Duman ins Zentrum) zur Folge hatte. Eine gute Chance erspielte sich aber lediglich noch St. Pauli in der Schlussphase. Weitgehend schafften es die Gäste einfach das Spiel am Ende zu dominieren und dadurch über die Zeit zu bringen.

2. Daten und Fakten

Beim Blick auf die Torschüsse, expected Goals und Post-shot expected Goals stellt man datentechnisch noch mal das fest, was man auch augenscheinlich während des Spiels gesehen hat, der Club hat ordentlich Chancen verballert, während St. Pauli seine nutzte. Darin und in der Schwäche in den ersten und letzten 15 Minuten des Spiels kann man wohl die Unterschiede feststellen.

Grafik 1 vergleicht einige Daten nach Viertelstundenwerten und auch da ist auffällig, dass der Club keine Schlussoffensive zustande brachte. Die Anzahl der Angriffe war in der Schlussviertelstunde bei St. Pauli höher. Die Kiezkicker hatten mehr Ballbesitz. Die Formationslinie der Gäste weiter vorne als die des FCN und ins Pressing kam Nürnberg in den Schlussminuten gar nicht mehr. Das ist per se erstmal ungewöhnlich, dass ein Team, das zurückliegt, so gar nicht zum Zuge kommt. Es spricht aber auch für die Qualität des Gegners, dass der Club eben nicht zu einer Schlussoffensive fand.

Grafik 2 stellt die Schüsse beider Teams aufs Tor nochmal gegenüber. Man sieht, dass der Club viele Schüsse aufs Tor abgab, auch aus guten Positionen, aber oft genug seinen Meister in Nikola Vasilj fand. Gleiches gilt auch für Christian Mathenia, der auch viele Bälle halten konnte, aber eben doch einmal öfter hinter sich greifen musste. (Die xCG – expected conceded Goals – entsprechen den PSxG) 

Grafik 3 zeigt die Passnetzwerke beider Teams. Man sieht, dass St. Pauli stark über die Flügel aufbaute und agierte. Man sieht auch, wieviel weiter außen Irvine als rechter Achter im Vergleich zu Hartel als linker Acht agierte. Beim Club erkennt man dagegen vor allem die linkslastige Art und Weise des Aufbaus und dass Møller Dæhli immer wieder nach Außen driftete, am Ende ja sogar als Außenspieler agierte.

3. Die kurze Einzelkritik

  • Christian Mathenia (CU-Note: 2-): Bei den Gegentoren machtlos. Einmal mehr mit mehreren schönen Reflexen. Kleinere Wackler beim Rauslaufen und Verteilen.
  • Enrico Valentini (CU-Note: 4-): In den Duellen – vor allem vor dem 0:2 – manchmal mit zu viel Begleitschutz. Allerdings starke Grätsche gegen Matanovic. Offensiv mit einigen klugen Aktionen beim Hinterlaufen, aber ohne Präzision.
  • Christopher Schindler (CU-Note: 4): Gegen Burgstaller bei dessen Gegentor zu weit weg, gegen Paqarada bei dessen Schuss zu wenig Druck. In den entscheidenden Momenten diesmal nicht da, obwohl er an sich ordentlich verteidigte.
  • Asger Sørensen (CU-Note: 3-): Weitgehend ordentlich verteidigt, ohne zu glänzen.
  • Tim Handwerker (CU-Note: +4): Schwache Flanken, defensiv auch zu viel Passivität. Allerdings auch kein Totalausfall, weil immer wieder mit zielführenden Bewegungen … bis zur Flanke.
  • Johannes Geis (CU-Note: +4): Defensiv mehrfach sehr unglücklich. Tunnel vorm 0:2, Bewegung vom Ballführenden weg vorm 1:3. Dafür mit sehenswertem Tor zum 1:2 Anschluss. Im Verteilen nicht immer präzise.
  • Tom Krauß (CU-Note: 3): Gerade nach der Pause bis zur Auswechslung sehr auffällig, immer wieder mit klugen Läufen auf Außen.
  • Lino Tempelmann (CU-Note: +4): Wollte viel, hatte auch seine Momente, aber kam nicht wirklich zum Tragen.
  • Erik Shuranov (CU-Note: 4): Hatte mehrere Chancen, die er vergab. War aber wesentlich besser eingebunden als in anderen Spielen.
  • Manuel Schäffler (CU-Note: +4): Kleiner Bonus für das Tor, aus dem Spiel heraus aber wie Shuranov mit vergebenen Chancen und weniger Anbindung.
  • Mats Møller Dæhli (CU-Note: 3): Viel Dynamik, viele Dribblings, kreierte Chancen, legte das 2:3 auf.
  • Taylan Duman (CU-Note: 4-): Kam direkt vor dem 2:3, es ging aber nicht viel bei ihm.
  • Lukas Schleimer (CU-Note: 4-): Hatte wenig Platz sein Tempo und seinen Spielwitz zeigen.
  • Fabian Nürnberger (CU-Note: 4)Wesentlich weniger Einfluss als nach der Einwechslung gegen Sandhausen, schaffte es nicht das Spiel zu gestalten.
  • Pascal Köpke (CU-Note: -): Kam zu spät für eine Benotung. Aber gut, dass er wieder da ist.
Verlauf der expected Goals während des Spiels (Nürnberg in rot, St. Pauli in schwarz)

 

4. Fazit und Stimmen

„Es fehlen gegen solche Mannschaften noch Kleinigkeiten. Daran müssen wir arbeiten, dann werden wir auch mal eines der Spitzenteams schlagen.“ Johannes Geis traf die Erkenntnis des Tages nach dem Spiel wohl am besten. Der Club hält mit, er schafft es aber (noch?) nicht, die Spitzenteams zu schlagen: Gegen die ersten fünf der Tabelle gab es für den Club drei Remis und zwei Niederlagen. Am Sonntag lag es freilich zuvorderst an der Chancenverwertung. St. Pauli nutzte einfach seine Gelegenheiten, der Club nicht oder wurde von St. Pauli im letzten Moment daran gehindert, dass die Möglichkeiten erwuchsen. Auch das sind die angesprochenen Kleinigkeiten. Von denen sprach auch Manuel Schäffer, es seien Kleinigkeiten gewesen, die man nicht gut gemacht habe.

Wahrscheinlich waren es in der Anfangsphase nicht nur Kleinigkeiten, sondern auch größere Dinge, die verursachten, dass man schnell 2:0 zurücklag. Valentini hatte mit Paqarada – zugegebenermaßen dem besten Außenverteidiger der Liga – seine Probleme und die verletzungsbedingte Auswechslung des kosovarischen Nationalspielers war sehr wohl ein Segen für den Club im Allgemeinen und Valentini im Speziellen. Andererseits ist Robert Klauß Ansicht (“Wenn wir das 2:2 machen, kippt das Spiel auf unsere Seite.”) auch nicht von der Hand zu weisen. Das 1:3 fiel in eine Periode, in welcher der Club dominant agierte, völlig entgegengesetzt zum Spielverlauf. Kleinigkeit? Vielleicht. Vielleicht ist die Chancenverwertung aber auch mehr als nur eine Kleinigkeit.

Am kritikwürdigsten erscheint aber, dass der letzte Schuss, den der Club aufs Tor brachte, Schäfflers 2:3 war. Keinerlei Schlussoffensive, ja noch nicht einmal ein Offensivchen entwickelte sich. Auch hier kann man die Überlegung anstellen, ob die Wechsel in Personal und Formation in dieser Phase dann zu viel waren oder ob das etwas in der Nachbetrachtung auffällt, aber nicht kausal zusammenhängt. Jedenfalls schaffte es St. Pauli den Club am Ende vom eigenen Tor wegzuhalten. Womöglich auch der Unterschied zwischen Spitzenteam und Verfolger. Für den Club gilt es in den kommenden zwei letzten Spielen der Hinrunde den Vorsprung nach vorne nicht völlig abreißen zu lassen, um nicht endgültig im Mittelfeld anzukommen.

Am kommenden Samstag geht es im Max-Morlock-Stadion gegen Holstein Kiel, am Freitag darauf gegen den FC Schalke 04. 

 

5. Die Kennzahlen

Nürnberg St. Pauli
2Tore3
2,72expected Goals1,03
3,22Post Shot xG2,55
2,11xG ohne Doppelchancen0,98
2,33PSxG ohne Doppelchancen2,55
19Schüsse13
10Schüsse aufs Tor7
6Ecken10
3Freistöße1
47Ballbesitz zeitbasiert (in %)53
44,6Ballbesitz passbasiert (in %)55,4
81Passquote (in %)81
7Fouls10
18,4PPDA (gegnerische Pässe pro eigene Defensivaktion)11,2
4,9Challenge Intensity (Defensivaktionen pro Minute gegnerischen Ballbesitzes)5,6
15,8Spieltempo (Pässe pro Minute Ballbesitz)16,7
21Ballbesitzphasen (geg. Strafraum)14
00:12Ballbesitzdauer (Ø)00:14

*Alle Daten stammen von Wyscout. Benutzung der Daten von Wyscout unter der Journalistenlizenz des Anbieters.Die Terminologie von Wyscout wird in diesem Glossar erläutert.

6. Die Notenübersicht

SpielerCU-NoteKickernordbayern.deBILDWhoScoredSofaScore
Christian Mathenia2-2,5

2,5

36,5/106,6/10
Enrico Valentini4-4,54,545,9/106,1/10
Christopher Schindler44446,7/106,8/10
Asger Sørensen3-3,5446,7/10

6,9/10

Tim Handwerker+443,536,6/106,8/10
Johannes Geis+43,53,537,0/107,4/10
Lino Tempelmann433,546,9/106,7/10
Tom Krauß33,5447,0/107,2/10
Mats Møller Dæhli33337,1/107,3/10
Erik Shuranov44,54,546,4/106,7/10
Manuel Schäffler+433,538,1/107,4/10
Fabian Nürnberger446,2/106,5/10
Lukas Schleimer4-46,1/106,4/10
Taylan Duman4-46,1/106,5/10
Pascal Köpke6,0/106,5/10
  -/10-/10
Durchschnitt3,923,543,683,646,636,79

29 Gedanken zu „Chancen nicht genutzt – Analyse zu #FCNFCSP #FCN

  • Die Auswechslungen verstehe ich nicht aber 24 Punkte sind ja immer noch befriedigend und Platz 5 – 8
    ist realistisch.

    Für einen neutralen Menschen der ich natürlich nicht bin war des heute sicher ein gut anzusehendes Match,
    die FCN Akteure haben wieder jede Entscheidung des Schiedsrichter ohne zu reklamieren akzeptiert
    und es hat sich auch keiner im Gegensatz zum Cheftrainer über die zu kurze Nachspielzeit aufgeregt.
    Mehr Fair – Play geht nicht.

    Antwort
  • Ich halte im Sturm fest:
    -Shuranov 4 Tore
    -Schäffler 2 Tore
    -Dovedan 2 Tore
    Dann: Außen-/Innenverteidiger, off. und def. Mittelfeld:
    -Tempelmann 3 Tore
    -Geis 2 Tore
    -Valentini 2 Tore
    -Krauß, Schindler usw je 1 Tor

    Das sind ENTSCHIEDEN zuwenig Stürmertore.

    Antwort
    • Absolut. Wir haben keinen einzigen wenigstens durchschnittlichen Zweitligastürmer. Shurnov entwickelt sich gut, aber er ist noch jung und wenig konstant. Dovedan finde ich stark verbessert und insgesamt unseren besten Stürmer, auch wenn er kein klassischer Scorer ist. Schäffler ist für mich eine einzige Enttäuschung. Er wirkt für mich nicht fit. Borkowski wird selbst bei uns nicht über eine Jokerrolle hinauskommen. Was ist eigentlich mit Lohkemper? Kommt der irgendwann auch mal wieder? Bei Köpke befürchte ich, dass er immer wieder verletzt ausfallen wird. Wir müssten im Winter zwingend mit einer Leihe nachlegen., auch wenn ich nicht daran glauben mag. Schäffler wird man nicht loswerden und ohne seinen Abgang fehlt das Budget. Wahnsinn, wenn man sieht, dass D98 zwei Drittligastürmer verpflichtet hat, die schon zusammen 20+ Buden gemacht haben. So kann man einen Dursun auch ersetzen.

      Antwort
      • Vielleicht wechseln wir im Sturm zuviel hin und her in der Aufstellung, als dass sich echte Automatismen bilden können. Ich verstehe das offensichtliche Problem auch nicht wir sind im Kader doch offensiv gut besetzt. Das kommt allerdings überhaupt nicht zum Tragen.

        Antwort
        • Wo sind wir denn im Sturm gut besetzt? Shuranov muss man noch als guten Nachwunschstürmer einstufen, Borkowski kommt aus einer unteren Klasse, er hat bei uns erst wenig gezeigt. Köpke und Lohkemper sind immer verletzt, Schäffler ist seit 1 Jahr ein Schatten seiner selbst. Für Schleimer ist die 2.Liga zwei Ligen zu hoch. Bleibt noch ein ordentlicher Dovedan. Es ist viel Masse, mit leider zu wenig Klasse.

          Antwort
          • Die Hoffnung ist jetzt auf Köpke zu setzen und dass Schäffler sein Tief überwunden hat. Ein Beispiel ist auch Aue, die jetzt auch kein Tor mehr reinbringen, weil kein Stürmer da ist, der zweitligaformat hat. Der Vollstrecker Testroet, der ein sicherer Torjäger ist wurde einfach an Sandhausen abgegeben, warum auch immer? Das war ein Riesenfehler. Der Club hätte da zuschlagen können. Er kostete nicht mal Ablöse, da der Vertrag abgelaufen war.

            Antwort
            • Laut Medienberichten haben der FC Erzgebirge Aue und Pascal Testroet den noch ein Jahr laufenden Vertrag “in beiderseitigem Einvernehmen” aufgelöst. Der Vertag war also nicht abgelaufen – aber er ging wohl ablösefrei. Grund der Trennung war laut Medien, dass Ex-Trainer Aleksey Shpilevski ein System spielte, welches nicht geeignet gewesen sei für Testroet. Daraufhin habe Testroet das Gespräch gesucht und man trennte sich “in beiderseitigem Einvernehmen”.

              Testroet ist meiner Ansicht nach der Typ Stoßstürmer. Ich denke, wir können davon ausgehen, dass sich Hecking und Rebbe grundsätzlich mit Spielern beschäftigen, die woanders nicht mehr zufrieden sind, ablösefrei auf den Markt kommen und über Liga-Erfahrung verfügen. Ich denke aber auch, dass man in Absprache mit Coach Klauß lieber Shuranov Einsatzzeiten gibt als neben Schäffler einen weiteren Stoßstürmer zu verpflichten. In Zeiten sehr knapper Kassen.

              Wenn man Shuranov einen weiteren Stoßstürmer vor die Nase setzen und unseren U21-Nationalspieler gleichzeitig auf die Bank verbannen würde, dann sollten wir den Laden eigentlich dichtmachen. Junge Spieler zu entdecken, zu fördern, zu fordern, längerfristig an den Verein zu binden und gutes Geld einzustreichen im Falles eines Wechsel – das ist genau das, was der 1. FC Nürnberg in aller Konsequenz tun muss, um wieder bessere Zeiten zu haben.

              Einen weiteren Stoßstürmer auszuleihen, wäre nicht nur Unsinn in Sachen Kaderzusammenstellung, sondern schlicht und einfach zu kurz gesprungen, was die mittel- bis langfristige Entwicklung unseres Clubs anbelangt.

              Jede Niederlage tut weh. Und geht einem auf den Sack. Das muss man aber aushalten, ohne die langfristige Strategie in Frage zu stellen. Nicht immer sogleich nach neuen Trainern oder neuen Spielern rufen, als wäre dies die einzige Lösung. Ist es nämlich oftmals nicht.

              Antwort
  • Hätte man die ersten Minuten nicht verpennt, wäre mindestens ein Punkt dringewesen. St. Pauli hat von Anfang an gebrannt und erst nach den Gegentoren ist der Club aufgewacht. Vorbei ist vorbei. Man kann es nur als Lehre sehen. Ein Spiel hat 90 Minuten und wenn man nur eine davon pennt, kann es Punkte kosten.

    Antwort
    • Für diesen Phrasenkommentar bitte 20 Euro in die CU Weihnachts-Bentley-Spendenbox. 😛
      Vielen Dank!

      Antwort
      • Tja Holzmichel, Phrase hin oder her. Es ist so und nicht anders. Und das war nicht das erstemal, dass unsere Mannschaft nicht voll bei der Sache war. Es gibt immer wieder solche Phasen des Nichtreagierens, des Stillstands beim Club. Minuten, in denen sie einfach abschalten. Dann rummpelts halt schnell im Kasten, besonders bei einer Mannschaft, wie zur Zeit St. Pauli, die eiskalt sowas ausnutzen.

        Antwort
  • Der 1. FC Nürnberg verliert u.a. weil er viele Chancen vergeben hat .
    Es ist für mich aber auch klar dass es Elfmeter in Minute 65 nach Foul an Shuranov hätte geben müssen.
    SR Waschitzki hatte schlechte Sicht aber was war mit VAR Schlager ?
    Die Bilder die ich heute gesehen habe sind eindeutig aber beim FCN spricht keiner drüber.

    Antwort
  • Also wir bekommen leider wieder Geisterspiele, zumindest die Heimspiele. Söder hat heute angekündigt er will das beim Bund Ländergipfel durchbekommen notfalls macht er es in Bayern alleine.

    Antwort
    • Söder möchte zu sehr großer Staatsmann sein und ist zu wenig Clubberer…

      Es braucht keine Geisterspiele. 2G+ ist völlig ausreichend.

      Antwort
      • Hi Optimist.
        Da sind d Mitarbeitenden auf d Intensivstationen anderer Meinung. Sorry, was soll Soeder fuer den Club da tun? Finde das Argument unpassend. Tut mir leid. Und sich an NRW anzupassen mit 50 000 gg Gladbach oder Schalke, faende ich erst recht daneben.

        Antwort
      • Damit wirst du zwar deinem Namen gerecht, aber ich widerspreche doch relativ deutlich. Zumal ihr in Deutschland ja immer noch Antigen-Schnelltests für 2G+ verwendet, was ja völlig sinnbefreit ist.

        Ich finde es ziemlich abartig über volle Stadien zu diskutieren oder welche im Fernsehen zu sehen, während die Bundeswehr Intensivpatienten in andere “Kleeblätter” ausfliegt, weil euch im Süden und Osten, aber wohl mittelfristig in ganz Deutschland, das Notfallsystem um die Ohren fliegt.

        Außer natürlich ihr wollt es so spielen wie wir in Österreich, dann kann man sich jetzt auch die 10 Tage Zeit lassen und einfach mal laufen lassen bis der Hut komplett brennt.

        Antwort
        • Volle Stadien sowieso nicht, ich würde auch die Stehplätze wieder schließen. Aber 25% Kapazität mit festen Plätzen und mirwegen schärfere Testvorschriften wäre schon drin.

          Mich nervt es halt tierisch, dass am Ende die 2/3 vernüftige Bevölkerung für die kleine hirnverbrannte Minderheit bezahlen muss (in Geiselhaft genommen wird, stand in einer Kolumne, sehr treffend).

          Auch bringt das garnichts, wenn man Druck auf die Verweigerer aufbauen will. Die Möglichkeit auf Freiheiten muss ein Argument bleiben.

          …andererseits: wer es jetzt noch nicht kapiert hat…

          Antwort
          • “Geißelhaft”, sehr treffend, so so…

            “Der Berliner Virologe Drosten hält es für falsch, vor dem Hintergrund steigender Corona-Neuinfektionen von einer „Pandemie der Ungeimpften“ zu sprechen. […] Alle trügen dazu bei, auch die Geimpften, wenn auch etwas weniger, sagte der Leiter der Virologie an der Charité. Die Delta-Variante habe leider die Eigenschaft, sich trotz Impfung zu verbreiten. Zudem würde bei vollständig Geimpften der Verbreitungsschutz schon nach zwei, drei Monaten sinken.”

            „Bringt die Booster-Impfung aller Menschen ab 18 was? Da kann ich sagen: Nein, definitiv nicht. Es gibt überhaupt keinen wissenschaftlichen Beleg, nirgendwo, der begründen würde, dass Menschen zwischen 18 und ich sage jetzt mal als Untergrenze 50, wenn man die boostert, dass das irgendwie die Inzidenz drücken würde… Es wird nicht so sein, dass man durch Boostern von Menschen unter 60 irgendwie diese Welle in Griff bekommt, ganz zu schweigen von dem Tempo, was wir hier gerade an den Tag legen.“ (Kekule)

            Genügt es den armen “Geißeln”, dass ich dem Stadion fernbleibe, mich täglich mindestens 1x testen lasse, im Geldbeutel einen Zettel mit mir führe, dass ich bei einer Coronaerkrankung auf intensivmedizinische Hilfe verzichte, mich an die AHA-Regeln halte und meine Kontakte reduziere?

            Oder möchte man mich dennoch der strafrechtlichen Delikts der Freiheitsentziehung bezichtigen?

            Wäre es gesellschaftlich nicht sinnvoller über die Gründe der 6000 verschwundenen ITS-Betten zu diskutieren und über die Verantwortlichen für diese Entwicklung? Warum werden die bereits weltweit eingesetzten Totimpfstoffe in Europa nicht bedingt freigegeben? Ist ein Fußball-Blog der richtige Ort für diese Diskussion?

            Antwort
            • Sorry, geh auf seinen Telegramm- Kanal zurück.

              Impfungen schützen vor schweren Verläufen und genau die sind aktuell das Problem.

              Es kotzt mich nur noch an.
              Für Sandhausen hatte ich Karten und bin zuhause geblieben, weil ich es schon nicht mehr verantwortlich fand.

              „Verschwundene Intensivbetten…“ meine Güte….

              Antwort
            • Nein, das ist nicht der richtige Ort für diese Diskussion.

              Trotzdem muss ich dir aber antworten, werde danach aber keine weitere Stellungnahme dazu abgeben. Im Übrigen stammz die “Geiselhaft” aus der Presse, das sind nicht meine Worte.

              Ja, natürlich verbreiten auch Geimpfte (in weitaus geringerem Maße) das Virus. Deshalb für Veranstaltungen 2G+, da werden auch die Geimpften getestet.

              Natürlich hilft die Booster-Impfung nicht wirklich für die Eindämmung der Inzidenz. Hierbei werden ja nur die nochmals geimpft, die ohnehin schon geimpft sind. Das bringt keinen Verweigerer zur Vernunft. Das bringt einem v.a. persönlich was, weil man besser geschützt ist, aber auch der Gesellschaft, weil die Viruslast reduziert wird und auch die Wahrscheinlichkeit eines schweren Verlaufs. Das entlastet das zusammenbrechende Gesundheitssystem. Das ist verantwortlich.

              Würde denn ein Totimpfstoff einen Verweigerer eines besseren belehren?

              Natürlich darf jeder für sich selbst entscheiden, welches Risiko er höher einstuft und ich habe Respekt davor, dass Du im Ernstfall das überforderte Gesundheitssystem nicht zusätzlich belasten willst. Damit bist Du aber sicherlich in einer großen Minderheit innerhalb der Minderheit, die nicht bedenkt, dass Intensivbetten auch für “normale” medizinische Notfälle und notwendige Operationen benötigt werden.

              Womit wir bei den Intensivbetten sind, deren Relevanz für die Impfdiskussion ich nicht zu erfassen vermag. Sie fehlen ja nur, weil…. Die Diskussion dreht sich im Kreis.

              Antwort
            • Das kann man auch anders sehen als Kekule:

              “Der ehemalige Leiter des israelischen Impfprogrammes, Ronnie Gamzu, zeigt sich gegenüber Panorama schockiert über die Langsamkeit der deutschen Kolleginnen und Kollegen: “Das war einfach total falsch. Wir hatten klare Beweise, wir haben die Daten. Es gab keine wissenschaftliche Basis dafür zu sagen, die Auffrischungsimpfung bringe nur den über 65- oder über 70-Jährigen etwas. Wir haben gesehen, dass die Zahl der Antikörper auch bei 40-Jährigen zurückgeht. Was für Beweise braucht man denn noch?””

              https://www.tagesschau.de/investigativ/panorama/stiko-mertens-raeumt-fehler-ein-101.html

              Antwort
  • Nein. Der Blog als Oase der Ruhe hinsichtlich dessen ist gut und soll bitte auch so bleiben. Es wird überall anders laut genug geschrieen.

    Btw: Es heißt Geisel. Mit der Geißel peitscht man aus, eventuell aber auch ein passendes Bild.

    Antwort
  • Bin auch der Meinung, dass man dieses Thema hier so weit wie möglich ausklammern sollte. Klar, manchmal gibt es einen Zusammenhang zum Fußball im Allgemeinen und zum Club im Speziellen – wie zum Beispiel in punkto Geisterspiele.

    Ohnehin aber bin ich zu 100 Prozent der Meinung von @Xandl, dass eine Diskussion über Geisterspiele abwegig ist. Wenn die Luftwaffe gleichzeitig Intensivpatienten hierzulande durch die Republik fliegt. Damit diese dort versorgt werden können, wo noch eine Versorgung möglich ist. Wenn bei unseren Nachbarn gleichzeitig “der Hut brennt”. Was für ein Wahnsinn. Aber leider sehr traurige Realität.

    Dass @Markus sich gegen eine Pauschalisierung wehrt, finde ich voll okay. Nein, nicht jeder Ungeimpfte ist verantwortungslos. Dass es einen nicht zu leugnenden Zusammenhang gibt zwischen einer niedrigen Impfquote und der Überlastung des Gesundheits-Systems sollte indes auch klar sein.

    Nicht okay finde ich, dass einfach mal so Zitate von Virologen aus dem Kontext gerissen werden. Ohne dazu die Quelle zu nennen. Dies könnte bei dem ein oder anderen zu einer Falschinformation führen. Und Falschinformationen gibt es leider schon genug, in unterirdischen Medien.

    Daher halte ich es für notwendig, ebenfalls den Virologen Christian Drosten zu zitieren. Dieser sagte gegenüber dem ZDF nämlich Folgendes: “Die Infektionszahlen der Ungeimpften müssten schnell gesenkt werden, da diese Menschen bei einer Infektion ein vielfach höheres Risiko als Geimpfte hätten, ins Krankenhaus zu kommen. Covid-19 sei in erster Linie eine Krankheit der Ungeimpften.”

    Quelle:
    https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/corona-drosten-infektionszahlen-ungeimpfte-100.html

    Sorry, ich wollte diese Diskussion weder verlängern noch neu anfachen. Aber gerade bei diesem Thema sollte man schon so genau wie möglich bei der Wahrheit bleiben.

    Am besten aber wir reden hier nur über Fußball im Allgemeinen. Und speziell über unseren Club.

    Antwort
  • Jetzt verstehe ich auch Bornemanns gute Erinnerungen an Nürnberg besser, mit St. Pauli gibts für ihn hier jedesmal 3 satte Punkte.

    Antwort
  • Damir Canadi ist zum ersten Mal mit SCR Altach in der Krise.
    Gestern Nachholspiel gegen Sturm Graz 0 : 1 bedeutet weiter den letzten Platz in der Zwölferliga.

    Antwort

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