Aue: Das vielleicht spannendste Projekt in Fußball-Deutschland ging in die Hose.

Stimmen vor dem Spiel des 1. FC Nürnberg gegen Erzgebirge Aue.

Im Rahmen der Kooperation von Clubfans United mit Total beGlubbt hat sich Felix im Gegnergespräch mit Thomas unterhalten.

Wir fassen das Interview kurz zusammen, in voller Länge zu hören auf meinsportpodcast.de oder im Player am Ende des Artikels. Ebenso die offiziellen Pressekonferenzen aus Nürnberg und Aue.

Das Interview in Schlagzeilen

Es sieht nicht gerade rosig aus in Aue?

Dazu reicht ein Blick auf die Tabelle: 16. Platz vor dem Spieltag, nur 14 geschossene Tore. Es ging mal auf mal ab in der Saison, wobei auch “auf” auf einem bescheidenen Niveau war. Am Anfang etwas überraschend Punkte geholt, unter anderem in Nürnberg, dann ging es abwärts, Trainer gewechselt, kleines Zwischenhoch und über den Strich geklettert – zuletzt ging es wieder abwärts. Was anderes erhofft, klar, aber schon im Sommer wurde man auf Umbruch eingestellt und so kämpft man sich auch das aktuelle Jahr durch.

War es clever, wenn man schon alles auf links dreht, auf der Trainerposition ein unbeschriebenes Blatt zu holen?

Rückblickend kann man das so sagen. Man kann aber auch sagen, dass es nicht so clever war den Umbruch so groß ausfallen zu lassen. Man hat einfach verpasst mit Dirk Schuster die letzten Jahre einen stetigen Umbruch hinzubekommen. Jetzt muss es mit der Brechstange gemacht werden. Aber es ist schon ein Teil des Konzepts, wie auch schon bei Tedesco, talentierte Trainer zu holen, die sich erst noch beweisen müssen oder wollen. Und damit natürlich auch loyal zur Vereinsführung stehen. – Und Aleksey Shpilevski hatte ja durchaus einiges vorzuweisen, wenn auch im Ausland. Man war daher eher gespannt wie das vielleicht spannendste Projekt in Fußball-Deutschland im Setting “Erzgebirge Ostdeutschland” funktionieren wird. Ging dann in die Hose.

Wer trainiert eigentlich gerade Erzgebirge Aue?

Marc Hensel. Auch wenn für die DFB-Statuten Pavel Dotchev als Trainer am Spielbogen steht und er auch die Pressekonferenzen macht. Aber Marc Hensel ist der Chef im Ring.

Zwischenzeitlich eine kleine Serie von vier ungeschlagenen unter Marc Hensel – was machte er anders?

Es holte Punkte. Das war anders. Vieles spielte sich dabei aber in Kleinigkeiten ab: Motivation der Mannschaft z.B., öffentliche Ansprache, Umgang mit einzelnen Spielern. Bei Marc Hensel ist es dann auch eher ein Kumpel-Typ, der zudem alles seit Jahren in Aue kennt. Und er ist mutiger in der Aufstellung. Offensiver, aber auch einen 21-Jährigen in die Abwehrzentrale zu stellen. Und mit den Erfolgserlebnissen kam auch das Selbstbewusstsein.

Jetzt geht es wieder in die andere Richtung?

Vor allem das Derby gegen Dresden, das hätte man gewinnen müssen. Weil Dresden so schlecht war und weil Aue gut gespielt hat. Man hat Dresden überrascht und verliert dann mit einem individuellen Fehler. Und das ausgerechnet von Männel, dem Urgestein von Aue, der einmal ein Denkmal bekommen wird. Aber damit hat man die Chance verpasst Dresden mit reinzuziehen und selbst sich zu befreien. Und das alles bei einem Derby – das war extrem bitter.

Zum Jahresabschluss gegen den Club – wird es wieder eine zähe Partie wie so oft?

In Aue waren aber auch schon andere Partien gegen den Club zu sehen… (4:3, 2019)

Der FCN wie Erzgebirge Aue haben sich gegenüber der ersten Partie doch sehr verändert. Was ist am Samstag zu erwarten?

Es bleibt eine Überraschung. Durch den Umbruch und die jungen Spieler kann man nicht erwarten, dass auch eine gute Leistung immer wiederholt wird. Es wird ein enorm schweres Spiel, denn Nürnberg ist sehr stark dieses Jahr trotz des kleinen Durchhängers. Gerade mit dem spielstarken Möller Daehli und den Stürmern. Die Leistung gegen Dresden macht aber Mut. – Nürnberg wird wohl versuchen das Spiel zu machen, fast wie in einem Heimspiel, und das liegt Aue eigentlich. Und dann wird es eben spannend, wie man aufeinander reagiert. Aber bitte nicht schon wieder ein Endspiel ausrufen. Dennoch: Aue braucht einen Sieg.

Gerade mit Blick auf den Januar?

Genau. Zwei Hammer-Spiele gegen Schalke und St. Pauli, das wird nicht einfach. Aber am Ende heißt es ja immer: Du musst die Heimspiele gewinnen. Und die nächste Chance ist eben gegen Nürnberg.


Der Podcast in voller Länge

Audiolänge: 27:15 Minuten | Moderator: Felix Amrhein


Die Pressekonferenz in Aue

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Die Pressekonferenz aus Aue

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Foto “Schalke bei Nacht”: Hendrik Schuur / Alle Rechte vorbehalten.

Das Interview führte Felix Amrhein mit Thomas für Total beGlubbt in Zusammenarbeit mit Clubfans United am 16.12.21. Redaktionell zusammengefasst von Alexander Endl.

37 Gedanken zu „Aue: Das vielleicht spannendste Projekt in Fußball-Deutschland ging in die Hose.

    • Das Tor war fast schwieriger durchs Gedränge. Und dann wieder dämlich den Ausgleich kassiert…

      Antwort
  • Der Club geht in Führung und ich traue mich erst gar nicht zu jubeln. Denn der Ausgleich lässt ja nicht lange auf sich warten. Mannomann…

    Antwort
  • Klasse Angriff! Und erfolgreicher Abschluss von, ja, Dovedan. Scheint sein Spiel zu werden. Prima. Und jetzt wach sein!

    Antwort
    • So weit würde ich dann doch nicht gehen wollen. Über die gesamte Vertragslaufzeit ist und bleibt er für mich eine der größten Enttäuschungen und Fehlinvestitionen der letzten Jahre. Aufwand und Ertrag stehen und standen da nicht im Verhältnis. Freue mich aber natürlich mit und für ihn das er zumindest in dieser Saison einigermaßen stabile Leistungen bringt.

      Antwort
      • Stimmt, ohne Dovedan hat der Club keine Chance
        Unermüdlich rackert er sich auf für seinen Verein

        Antwort
  • Tja, Freunde, da hat unsere Mannschaft den Gegner durch ein Chancenversiebfestival in der Viertelstunde vor der Halbzeit schön im Spiel gehalten. Aue bleibt dran. Das Spiel bleibt spannend. Ausgang offen. Und genau das ist es, was sich der Fußballfreund wünscht.

    Antwort
    • Genau so isses. Nervenkitzel pur, vor allem für die Millionen neutralen Zuschauer. Ich freu mich jedes mal.

      Antwort
      • Man könnte/muss!!! die Konter schon besser ausspielen….wie meistens werden diese “verschenkt”😡

        Antwort
  • Ja man erinnere sich an das 3:4 vorletzte Saison als es in den letzten 5 Minuten nur noch geklingelt hat auf beiden Seiten mit unschönem Ausgang für uns. Alles ist noch möglich, es braucht eine starke 2. Halbzeit.

    Antwort
  • wenn man in guter Schußposition aus 18m den Ball in die Wolken haut….
    sowas kann man im Training üben, Vale und Dove

    Antwort
  • So ein 1:3 würde mich etwas beruhigen…
    Wie kann man denn Konter sowas von grottenschlecht vergeigen ?????
    Das ist ja unterirdisch, meine Fresse!!@

    Antwort
    • Zumal wir defensiv alles andere als stabil wirken. Riesen Löcher zwischen Abwehr und Mittelfeld, dazu viel zu viel Platz für den Gegner. Also das gibt noch eine ganz heiße Schlussphase.

      Antwort
  • Um Gottes Willen, diese Konter – das ist ja nicht zum Aushalten!!!
    Stop!!!
    Wenn wir den Dove nicht hätten😁🤭🤭🤭

    Antwort
  • Verdienter Sieg und guter Jahresabschluss. Das Positive überwiegt doch deutlich nach dieser Vorrunde. Man hat Kontakt zu den Aufstiegsrängen, die Truppe wirkt homogen und tritt als Einheit auf, spielerische Entwicklung erkennbar. Doch, es macht wieder Spaß Clubspiele zu schauen, auch wenn in einigen Bereichen noch Luft nach oben ist.

    Antwort
    • Ja und ich würde daher sogar so weit gehen und für diese Winterpause keine Transfers fordern. 😉

      Antwort
  • sehr merkbar wenn Kraus und Geis nicht auf dem Platz sind, bis zum 3. Tor hat Aue es immerwieder geschafft unsere luftige Abwehr in Schwierigkeiten zu bringen.
    Natürlich trotzdem hochverdient und ja, “… jetzt ist schon Weihnachten” :-))

    Antwort
    • Man hätte auch die Raute beibehalten können. Mit Nürnberger und Tempelmann auf den Seiten und Latteier auf der Sechs. Was aber wohl zu riskant gewesen wäre, da Premiere in einem Pflichtspiel in Liga 2.

      Aber stimmt schon: Das Mittelfeld haben wir in der Rückwärtsbewegung zeitweise preisgegeben. Was dann insbesondere in Halbzeit eins für ein munteres Spiel sorgte.

      Antwort
  • Gratulation an alle Verantwortlichen für 30 Punkte.
    Endlich an Weihnachten kein Blick nach unten.
    Respekt an die beiden Auer die nach Befragung die falsche Entscheidung beim Eckball der Schiedsrichter korrigierten.
    Dreimal stoppte Dr. Thomsen einen FCN Konter zu Unrecht und seine Zweikampfbewertung war schlecht.
    Für mich immer wieder erstaunlich dass sich darüber nur Robert Klauß aufregt.

    Antwort
    • Doch, mich hat es schon aufgeregt. Auch dass Tempelmann Geld kriegt und der Auer für die selbe Sache nicht und dann die zweifelhafte Notbremse, die er meiner Meinung nach auch nicht richtig beurteilt hat.

      Man kann schon sagen, wir haben heute trotz Schiri gewonnen!

      Antwort
      • “Geld” hat er sich natürlich verdient. Aber der Kollege aus Aue auch unbedingt “Gelb” 😉 😀

        Antwort
  • Gratulation! Das hätte ich nicht gedacht. Mein Tip war ein 1:1. Mit der Leistung ist man wieder im Rennen.

    Antwort
  • Ich finde auch deutliche Weiterentwicklung in der Saison 2021/22 Hinserie +1 Spiel … Au revoir 2021
    Es macht wieder ganz klar mehr Spaß und es bewahrheitet sich wieder, wenn man in Ruhe weiterarbeitet und nicht gleich nervös wird, findet auch eine Weiterentwicklung eines Teams statt. Fairerweise muß man dazu sagen, dafür muss es auch passen aber das tut es ja auch. Wenn man zusammenbleibt Hecking + Klauß .. glaube ich, geht es konstant nach vorne, allerdings glaube ich diese Saison nicht an den Aufstieg, was ich aber auch sinnvoll finde. Wäre in meinen Augen etwas zu früh und es würde alles wieder zerstäubt werden. Dovedan heute ein geiles sportliches Ende des Jahres 2021. 🙂

    Antwort
  • Hallo Juwe,

    “Aufstieg…etwas früh…” Dem muss ich widersprechen. Aufstieg ist immer richtig, je früher desto besser. Ok, ‘früher’ war das noch anders, da konnte man noch eine Mannschaft aufbauen, auch in der 2. Liga. Aber da gab es auch noch Ablöse für Spieler nach Vertragsende… Auch war da der Abstand zwischen Mittelfeld 1. Liga und vordere 2. Liga noch kleiner, viel kleiner.

    Heute kann niemand mehr eine Mannschaft aufbauen, spielt einer mal 4 gute Spiele oder gar eine gute Halbserie ist er weg. Was will man da aufbauen? Der Fehler ist es auch nur zu versuchen. Man muss eine Mannschaft haben um aufzusteigen und für die erste Liga braucht man dann eine ganz andere. Mehr Erfahrung. Union hat das gut gemacht, m.M. nach war Gentner der wichtigste Transfer. Kennt alles und hält den Laden zusammen. Solche hatten wir ja auch mal (Galasek, Simons).

    Das ist natürlich für den Fan schwer zu verdauen wenn das Aufstiegsteam und auch der Aufstiegstrainer ersetzt werden und ein paar alte Säcke geholt werden. Aber wenn man mal eine Saison drinnen bleibt kann man mit Glück in der 1. Liga was aufbauen und den Abstand aufholen.

    Also Aufstieg so schnell wie möglich! Wobei die Frage ist ob es diese Saison möglich ist…

    Gruß,

    Rob

    Antwort
    • In der Theorie hast du schon Recht ist ein Aufstieg immer gut. Bei mir persönlich gefühlt aber nicht. Ich habe an einer Saison wie die unsere einfach mehr Freude, mehr schöne Wochenenden als einer wie aktuell Fürth in der 1. Liga. Sind wir ehrlich in Fürth geht das wohl aber bei uns gäbe es einen Leitl längst nicht mehr, wir hätten alles bereits in die Tonne gekloppt was irgendwie verantwortlich ist. Fußball kann schon ein A********** sein 🙂 da holt Fürth mal 4 Punkte in 2 Spielen und kommt auf 5 gesamt zur Vorrunde, da gewinnt ausgerechnet der direkte Abstiegskonkurrent Bielefeld klar in Leipzig, so daß der zarte Aufschwung, auf den sie ewig gewartet haben, wieder wertlos ist und die letzte Glut, sofern noch eine da war, bereits erloschen ist zur Vorrunde.

      Antwort
      • da betrauerst du, Juwe, etwas, was du seinerzeit exakt so gefordert hast:” Sind wir ehrlich in Fürth geht das wohl aber bei uns gäbe es einen Leitl längst nicht mehr, wir hätten alles bereits in die Tonne gekloppt was irgendwie verantwortlich ist.”
        Hat uns seinerzeit Köllner gekostet und vor allem Borneomann-Der so sieht es wohl aus mit St.Pauli aufsteigt

        Antwort
        • Ich bin mit Hecking Klauß sehr zufrieden gut dass es so gekommen ist, auch wenn es etwas gedauert hat. Der Unterschied bei Leitl zu uns damals ist, es wirkt trotz sportlichen Misserfolg nach Innen zu den Fans und Mannschaft intakt, das war eben bei uns damals nicht mehr gegeben.

          Antwort

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