Chancen verwertet – Analyse zum Spiel in Rostock

Analyse zu F.C. Hansa Rostock – 1. FC Nürnberg 0:2 (0:1)  – Der Club gewinnt in Rostock, weil er seine Chancen nutzt.

1. Personal und Grundordnung
2. Daten und Fakten
3. Die kurze Einzelkritik
4. Fazit und Stimmen
5. Statistik
6. Der Notenvergleich

1. Personal und Grundordnung

Robert Klauß konnte und musste personell etwas umbauen. Enrico Valentini und Florian Hübner wurden vor dem Spiel positiv auf CoViD-19 getestet, so dass die beiden Abwehrspieler ebenso ausfielen wie Johannes Geis (CoViD-19), Dennis Borkowski und Manuel Schäffler (erkrankt). Dank der insgesamt fünf kurz- und mittelfristigen Ausfälle blieben zwei Plätze im Aufgebot frei. In der Startelf begann Kilian Fischer anstelle von Enrico Valentini als Rechtsverteidiger, nachdem er vor Wochenfrist noch als linker Mittelfeldspieler eingewechselt worden war. Die zweite Änderung in der Startelf betraf die Innenverteidigung. Christopher Schindler, dem der Verein via Twitter die Kapitänsbinde zusprechen wollte, die dann doch Christian Mathenia trug, kehrte zurück, Mario Šuver rutschte auf die personell ausgedünnte Bank. 

In der Grundordnung veränderte Robert Klauß nicht. Erneut bildeten Duman, Møller Dæhli und Schleimer jene “drei mobilen Zehner”, die Klauß schon gegen Regensburg zum Einsatz gebracht hatte. Mit Köpke agierte ein weiterer mobiler Angreifer vor dieser Reihe, dahinter mit Tempelmann und Nürnberger eine Doppelsechs. Das Spiel begann auf schwerem Geläuf relativ schwungvoll, auch wenn die großen Gelegenheiten fehlten. Verhoek köpfte ein Malone-Flanke übers Tor, Sørensen zwang Kolke nach einer Ecke von Taylan Duman zu einer Parade, Beckers Schuss nach Verwirrung im Nürnberger Strafraum auf einen Freistoß folgend wurde von Handwerker gerade noch abgeblockt. Eine Besonderheit des Spiels des F.C. Hansa trat bereits in dieser Phase zu Tage: Immer wieder warf Innenverteidiger Ryan Malone den Ball hoch, schnell und weit per Einwurf in den Strafraum, um dort Abnehmer zu finden. 

Diese Hereingaben setzten die Clubabwehr zwar unter Stress, die Rostocker Angreifer kamen aber nicht dergestalt an den Ball, dass es wirklich gefährlich wurde. Der Club spielte seinerseits bis zum Strafraum recht gefällig, schaffte es dann aber nicht den letzten Pass so abzugeben, dass sich Chancen ergaben. Die Führung für den Club entstand deshalb auch aus einem ruhenden Ball, wenn es auch ein Elfmeternachschuss war. Dessen Entstehung war eigentlich typisch für das Clubspiel bis dahin gewesen. Lukas Schleimer hatte vom linken Flügel den Ball in die Mitte geführt, ihn dann zwischen zwei Rostockern hindurch zu Taylan Duman gepasst. Der gab Ball sofort wieder nach Außen zu Møller Dæhli, erhielt die Kugel aber fast umgehend am Strafraumeck wieder zurück. Beim Versuch um Nils Fröling herumzudribbeln, berührte Duman dann dessen Oberschenkel und kam zu Fall. Der Gefoulte trat selbst an. Seinen recht schwachen Elfmeter parierte Rostocks Kolke, doch der Abpraller landete direkt bei Pascal Köpke, der den Ball ins Tor köpfen konnte. Es blieb das einzige Highlight der letzten halben Stunde der ersten Halbzeit in einer insgesamt ereignisarmen und zerfahrenen Partie, die auch darunter litt, dass das Passspiel beider Teams durch die Qualität des Rasens beeinträchtigt wurden.

Hansa-Trainer Härtel brachte in der Pause Schumacher für den verwarnten Fröde, damit gab Hansa einen engagierten Zweikämpfer zugunsten eines offensiveren Spielers preis, verschob die Grundordnung in Richtung eines flachen 4-4-2. Das Spiel veränderte seinen Charakter nicht wirklich. Der Ball wechselte oft den Besitzer, der Club schaffte es auch relativ oft Rostock schon in der eigenen Hälfte unter Druck zu setzen. Doch erneut taten sich beide Teams schwer, aus dem Spiel heraus zu nennenswerten Abschlüssen zu kommen. So waren es Fernschüsse, Freistöße und Einwürfe, die weiter aber nur den Ansatz von Gefahr brachten. Erneut war es dann aber der Club, der eine erste richtige Chance erspielte. Møller Dæhli dribbelte die Seitenlinie entlang, legte den Ball zu Nürnberger, der sofort weiter zu Schleimer spielte, der am Strafraumeck stand. Schleimer leitete die Kugel unorthodox umgehend auf Duman weiter. Der dribbelte parallel zur Strafraumlinie im Sechzehner einige Meter, ehe der Ball an die Hacke von Pascal Köpke prallte. Der Ball sprang so vom Boden weg, was Duman gedankenschnell dazu nutzte, ihn per Dropkick ins lange Eck zu jagen. Es stand 2:0.

Rostock versuchte mit einem Dreifachwechsel noch einmal etwas zu verändern, brachte die erfahrenen Duljevic und Breier für Sikan und Fröling, tauschte zusätzlich  Verhoek für Robin Meißner. Allein, es änderte nichts Wesentliches am Spiel. Rostock hatte zwar nun etwas mehr vom Spiel, gefährlich wurde es aber dennoch kaum. Ein Fernschuss von Schumacher aus 25 Metern ging ebenso neben das Tor, wie ein Volleyschuss aus 16 Metern von Breier.  Der Club schaffte es weitgehend, die nun noch häufiger werdenden langen Pässe der Gastgeber zu verteidigen, versuchte zu kontern. Das tat er aber nicht erfolgreich. Etwa zwölf Minuten vor Schluss wechselte Robert Klauß das erste Mal, Dovedan kam für Köpke, Krauß für Schleimer, zwei positionsgetreue Wechsel. Wenig später kam Šuver für Møller Dæhli und machte aus dem 4-2-3-1 ein 5-4-1, um in der Schlussphase einen Verteidiger mehr auf dem Platz zu haben.

Eine einzige Chance hatte Rostock in dieser Phase, als Mathenia in der Nachspielzeit unter einer Ecke hindurchsegelte und Meißner zum Abschluss kam, doch Handwerker klärte den wenig kraftvollen Schuss von der Linie. Aus der Klärung entwickelte sich sogar die Chance zum 3:0, doch Tempelmann scheiterte, nachdem Dovedan Übersicht bewahrt und ihn freigespielt hatte, im Eins-gegen-Eins an Kolke. Danach brachte Klauß noch Castrop für Duman, so dass der beste Nürnberger des Nachmittags sich noch etwas Szenenapplaus abholen konnte, ehe das Spiel zu Ende war.

2. Daten und Fakten

Das Spiel eignet sich ganz hervorragend die Einschränkungen und Probleme des expected Goals Modells für Einzelspiele zu beleuchten. Bei zwei Anbietern (Wyscout und Fivethirtyeight) geht der F.C. Hansa als “Sieger” des expected Goals Duells aus der Partie. Es hat also den Anschein, als hätte der Club mehr oder weniger glücklich gewonnen. Aber hält das einem genaueren Blick auch stand? Es gibt im Spiel zwei Momente, auf die man ein besonderes Auge werfen muss: Es sind logischerweise die Tore. Bis zum 1:0 liegt Hansa in Sachen Chancenqualität leicht vorne.

Grafik 1 zeigt das auch, welcher Abschluss laut Modell von Wyscout hierfür verantwortlich ist: Beckers von Handwerker geblockter Abschluss nach einem Freistoß. Durch den Block taucht dieser Abschluss auf der Karte gar nicht auf, wohl aber in der Liste. Jenseits dieses Schusses, bei dem auf Grund des Blocks aber immer etwas Unsicherheit im Modell ist, weil man hier nur den Abschlussort für das Modell hat, hatten also beide Teams quasi keine nennenswerten Abschlüsse außer zwei Kopfbällen übers Tor. Mit dem Elfmeter änderte sich die Situation. Einerseits in Sachen expected Goals: In der puren Notation kommen nun 0,76 xG für den Strafstoß plus 0,35xG für den Nachschuss, der letztlich das Tor findet, hinzu. Hieran lassen sich gleich zwei Problemfelder aufzeigen. Zum einen ist ein Elfmeter in Sachen expected Goals am besten erforscht, d.h. der Wert von 76% ist statistisch solide, er bildet aber natürlich eine Sondersituation ab, weswegen Elfmeter oft in den Statistiken zu den expected Goals herausgenommen werden, da sie nichts über Spielfluss und Chancenqualität aussagen. Zum anderen liegt beim Nachschuss zum Elfmeter eine Doppelchance vor: Wenn der erste Schuss trifft, kann der zweite nicht ins Tor gehen. Für die expected Goals kann das dazu führen, dass, bei zwei sehr hochwertigen Chancen, wie in diesem Fall, der Wert über 1,0 liegt, obwohl aus der Situation sicher nicht mehr als ein Tor hätte entstehen können. Modelle wie Wyscout oder die der DFL brechen diese Doppelchancen aber nicht herunter. Die Lösung liegt entweder darin, dass man einfach die niedrigwertigere Chance (in diesem Fall den Nachschuss) abzieht, oder aber, dass man berechnet, wie hoch die Chance ist, dass kein Tor aus der Situation entsteht. In diesem Fall wäre das eine Chance von 24% beim Elfmeter und 65% beim Nachschuss, also 15,6% (0,24*0,65) für beide Schüsse gemeinsam. Der expected Goals Wert der gesamten Situation ginge dann mit 0,84 xG in das Modell ein.

Grafik 2 stellt dann die zweite Auswirkung des Tores dar, die deutlich wichtiger für das Spiel ist: Wie ging es nach dem 0:1 in Sachen Abschlüssen weiter. Man sieht, dass das Spiel nicht sonderlich anders geworden ist, obwohl eine Mannschaft nun deutlich mehr Anreiz hatte, ein Tor zu schießen. Es schafften aber beide Teams nicht, wirklich gute Chancen zu kreieren. Dumans Tor schlägt dann mit einer Torwahrscheinlichkeit von 20% im Modell von Wyscout zu Buche, verändert aber das Spiel natürlich noch mehr. Der Club kann sich danach deutlich tiefer formieren, was er auch tut, die Formationslinie nach dem 0:2 liegt bei knapp 45 Metern und damit zehn Meter tiefer als in der ersten Halbzeit. Man verteidigt im Wissen, sich auch ein Gegentor leisten zu können, stellt mehr auf Konter um. 18 Prozent der Pässe sind nun lange Pässe, während es vor der Pause nur 13 Prozent waren.

Grafik 3 stellt die Veränderung nach dem 0:2 dann auch dar. Rostock hat nun eine Reihe von Abschlüssen, kommt in der Addition auf 1,56 xG, der Club nur auf 0,2 – wobei es auch Modelle – wie das der DFL – gibt, die Tempelmanns Abschluss eine höhere Abschlusswahrscheinlichkeit zumessen. Angesichts des Abschlussortes, der doch recht weit weg vom Tor noch war und der Position des Torwarts, kann man aber auch die 20% des Wyscout-Modells ansetzen. Wichtiger ist jedoch sich den kumulativen Effekt anzuschauen, den das Ergebnis hier hat. Angetrieben vom Spielstand verändern sich die expected Goals nun so, dass Rostock “xG sammelt”. Da Hansa aber nicht trifft, gibt es für den FCN keinen Anreiz die Spielanlage zu verändern, stattdessen lässt man die Gastgeber weiter anrennen, auch weil sie kaum hochwertige Chancen entwickeln, nur viele kleine Gelegenheiten haben. Hinzu kommt für die xG-Statistik auch noch, dass die beste Chance für Hansa so spät in der Nachspielzeit passiert, dass sie wahrscheinlich überhaupt keine Tragweite für das Spiel mehr gehabt hätte, im “xG Battle” dagegen stehen die 68% (95% Post Shot xG) aber zu Buche.

Das soll keineswegs das xG-Modell als untauglich entlarven, es zeigt im Gegenteil sehr gut, dass die Unterschiede an diesem Nachmittag darin lagen, dass der Club seine wenigen guten Chancen nutzte, Hansa aber einmal mehr an der Chancenverwertung scheiterte. Es soll aber exemplarisch die Fallstricke des Modells aufzeigen, die durch die bloße Nennung der Werte – wie beispielsweise in den Sky-Übertragungen – entstehen. 

3. Die kurze Einzelkritik

  • Christian Mathenia (CU-Note: 3): Der tatsächliche Ersatzkapitän hatte über weite Strecken nichts zu tun, weil die Schüsse nicht aufs Tor kamen. Flog unter einer Hereingabe ungeschickt durch, was Handwerker zu einer Klärung auf der Linie zwang.
  • Kilian Fischer (CU-Note: 3): Anfangs wacklig und mit leichten Nervositäten, mit zunehmender Spieldauer immer souveräner.
  • Asger Sørensen (CU-Note: +3): Verteidigte vor allem gegen die Lufthoheit der Rostock gut, ohne dass Hansa ihn vor unlösbare Aufgaben stellte.
  • Christopher Schindler (CU-Note: 2-): Der vermeintliche Ersatzkapitän zeigte, warum er wichtig für den Nürnberger Defensivverbund ist. Klärte viel, stand sicher, regulierte auch das Tempo gekonnt.
  • Tim Handwerker (CU-Note: 2-): Gleich mit zwei guten Klärungsaktionen: Zu Beginn des Spiels gegen Becker, in der Schlussphase gegen Robin Meißner. Immer wieder mit Versuchen anzutreiben, was auch ganz ordentlich gelang, auch wenn die letzte Präzision fehlte.
  • Lino Tempelmann (CU-Note: 3):  In der Defensive stabil und robust, im Umschalten ordentlich. Verpasste in der Nachspielzeit das 3:0, als er im Eins-gegen-Eins an Kolke scheiterte.
  • Fabian Nürnberger (CU-Note: +4): Jede Menge unnötiger Ballverluste im Aufbau, auch sonst immer wieder mit leichten Problemen im Aufbau ohne dass es wirkliche Probleme verursachte.
  • Taylan Duman (CU-Note: +2): Elfmeter rausgeholt, Tor erzielt, dazu immer wieder mit guter Dynamik im Aufbau und feinen Bewegungen in engen Räumen. Wäre ein “sehr gut” hätte er den Elfmeter nicht verschossen.
  • Lukas Schleimer (CU-Note: 3): Immer noch mit kleinen Unsauberkeiten in der Rückwärtsbewegung und im Abspiel, sorgte aber durch sein Tempo und seine Beweglichkeit immer wieder für Gefahr.
  • Mats Møller Dæhli (CU-Note: 3): Mit seiner Beweglichkeit, seinem Tempo und seiner Kreativität immer wieder zentrales Element im Aufbauspiel. Aber auch immer wieder mit schlechten Entscheidungen wie bei einem Konter, den er schlecht ausspielte.
  • Pascal Köpke (CU-Note: 3): Reagierte beim Strafstoß am schnellsten und erlief so den Abpraller. Beschäftigte sonst die Rostocker Abwehr mit den tiefen Läufen, es fehlte aber etwas an Anbindung. 
  • Nikola Dovedan (CU-Note: -): Kam zu spät für eine Bewertung, auch weil in den knapp 15 Minuten wenig passierte.
  • Tom Krauß (CU-Note: -): Kam zu spät für eine Bewertung, auch weil in den knapp 15 Minuten wenig passierte.
  • Mario Šuver (CU-Note: -): Kam zu spät für eine Bewertung, auch weil in den knapp zehn Minuten wenig passierte.
  • Jens Castrop (CU-Note: -): Kam zu spät für eine Bewertung, auch weil in den knapp drei Minuten wenig passierte.
Verlauf der expected Goals während des Spiels (Nürnberg in rot, Rostock in blau)

 

4. Fazit und Stimmen

“Wir haben dagegengehalten und hatten die entscheidenden Momente auf unserer Seite.“ Der Mann des Spiels, Taylan Duman, fasste die entscheidenden Faktoren der Partie nach dem Spiel treffend zusammen: Glück und Präsenz in den Duellen. Hansa-Trainer Jens Härtel legte noch einen dritten Faktor nach: “Vorne haben sie aus drei Situationen zwei Tore gemacht.”  Damit sind eigentlich schon alle ausschlaggebenden Gründe genannt, warum der Club zum zweiten Mal binnen sieben Tagen ein Spiel mit 2:0 gewinnen konnte und warum Pascal Köpke von einem “Arbeitssieg” sprach. In vielerlei Hinsicht erinnerte der Club beim Sieg an der Ostsee an den Club aus der Hinrunde, der schwer zu besiegen war, weil er energisch verteidigte und seine Chancen besser nutzte als der Gegner.

Dass die beiden Zu-Null-Siege, die auf zwei heftige Klatschen folgten, mit einer neuen Grundordnung und offensiven Organisation erzielt wurden, mag – angesichts der Qualität der Gegner – nur Zufall sein. Es zeigt aber die Adaptabilität des Personals beim FCN in dieser Saison. Sowohl der Trainer ist in der Lage und willens neue Lösungen zu suchen und Ansätze zu versuchen als auch der Kader und die Spieler geben diese Anpassungsfähigkeit her. Die inhärenten Probleme in der Offensive sind damit keineswegs gelöst, das Kreieren von Chancen aus dem Spiel heraus fällt immer noch schwer, man ist immer noch sehr von der Chancenverwertung abhängig, sowohl von der eigenen als auch von der der Gegner. 

Das bedeutet nicht, dass die beiden Siege keinen Fortschritt darstellten. Sie waren gerade hinsichtlich der Physis und des Pressings ein deutlicher Schritt nach vorne. Es bedeutet aber auch nicht, dass nach den zwei Siegen nun all das, was nach den Spielen gegen Ingolstadt und Karlsruhe schlecht war, vergessen und ins Positive gekehrt wird. Auch weil die Defizite im Spielerischen noch sehr hoch sind, ist das Ausrufen einer Rückkehr ins Aufstiegsrennen verfrüht. Robert Klauß fängt derartige Thesen auch ein, wenn er davon spricht, dass es nicht um den Aufstiegskampf, sondern um das Saisonziel – also Platz 5 bis 8 – gehe. Angesichts dessen, dass die direkten Duelle gegen die ersten fünf der Tabelle, gegen die der Club in der Hinrunde einen einzigen Punkt holte, noch anstehen, muss man das auch für die wichtigere Zielsetzung halten.

“Wir wollen besser werden, wollen konstanter spielen,” sagt Robert Klauß. In diese Richtung waren die letzten beiden Spiele ein erster Schritt, mehr aber auch nicht. Der nächste Gegner am kommenden Samstagabend wird der HSV sein. Der wird in Sachen Spielweise, Pressing, Direktheit, Chancenkreierung und individueller Klasse ein anderer Prüfstein werden als Regensburg und Rostock in den vergangenen beiden Spielen. 

 

5. Die Kennzahlen

Rostock Nürnberg
0Tore2
2,26/1,9/1,64expected Goals (Wyscout/538/DFL)1,78/1,6/2,27
1,1Post Shot xG (Wyscout)2,37
2,26xG ohne Doppelchancen (Wyscout)1,43 (0,67+0,76 Elfmeter)
1,1PSxG ohne Doppelchancen (Wyscout)1,94 (1,13+0,81 Elfmeter)
18Schüsse12
5Schüsse aufs Tor7
9Ecken3
5Freistöße4
45Ballbesitz zeitbasiert (in %)55
48,1Ballbesitz passbasiert (in %)51,9
71Passquote (in %)75
12Fouls11
6,1PPDA (gegnerische Pässe pro eigene Defensivaktion)7,7
8,5Challenge Intensity (Defensivaktionen pro Minute gegnerischen Ballbesitzes)10,6
19,2Spieltempo (Pässe pro Minute Ballbesitz)15,9
31Ballbesitzphasen (geg. Strafraum)13
00:09Ballbesitzdauer (Ø)00:11

*Alle Daten (außer den Varianten bei den xG) stammen von Wyscout. Benutzung der Daten von Wyscout unter der Journalistenlizenz des Anbieters.Die Terminologie von Wyscout wird in diesem Glossar erläutert.

6. Die Notenübersicht

SpielerCU-NoteKickernordbayern.deBILDWhoScoredSofaScore
Christian Mathenia33,53,537,2/107,5/10
Kilian Fischer33,53,537,3/107,0/10
Asger Sørensen+33,5338,3/107,5/10
Christopher Schindler2-32,537,8/107,5/10
Tim Handwerker2-3348,6/108,4/10
Lino Tempelmann333,537,4/106,6/10
Fabian Nürnberger+444,537,8/107,3/10
Taylan Duman+22228,5/107,8/10
Mats Møller Dæhli33,5336,9/106,7/10
Lukas Schleimer33,53,537,1/106,5/10
Pascal Köpke32,52,527,1/107,3/10
       
Nikola Dovedan6,3/107,2/10
 Tom Krauß6,3/106,7/10
Mario Šuver6,3/106,8/10
Jens Castrop6,0/10-/10
Durchschnitt2,813,183,132,907,257,20/10

12 Gedanken zu „Chancen verwertet – Analyse zum Spiel in Rostock

  • Also, die xG-Geschichte ist dermaßen hervorragend aufgedröselt (ist das ein Wort?) – ich würde mir fast zutrauen, das nun jemand anderem zu erklären!:D Was die Wertung der Doppelchancen angeht, scheint es so einleuchtend, diese “aus dem Negativ” zu ermitteln, dass es komisch ist, dass DFL et al das nicht sowieso so handhaben…

    Handwerkers gut Bewertung freut mich sehr! Vollste Zustimmung, doch irgendwie kam er mir in dem, was ich bisher über’s Spiel gelesen habe, zu schlecht weg.

    (Um nicht die Mäkeltante auf Twitter zu sein (🙄😊) – und weil es wahrscheinlich an mir und meinem Rechner liegt: ich kann die Grafiken nicht aus dem Text heraus vergrößern/ganz sehen, gibt’s da evtl. eine einfache Lösung?
    ((uuuuund, rein der Vollständigkeit halber, in die kurze Einzelkritik hat sich nochmal das Missverständnis um Schindlers Ersatzkapitänsamt eingeschlichen (wobei er das sicher auch 1A gemacht hätte, ist ja gewissermaßen nur eine Formsache), und Köpke hat im Strafraum beim Strafstoß am schnellsten reagiert.
    Und jetzt geh ich mich schämen für mein albernes Gehabe.)))

    Antwort
    • Ich kann die Grafiken auch nicht öffnen – sind vielleicht noch nicht richtig verlinkt.

      Ich fand bemerkenswert, dass beim Elfer alle Clubberer mit Anlauf in den Strafraum gestürmt sind, anstatt an der Kante zu warten. Das scheint abgesprochen gewesen zu sein und hat den entscheidenden Geschwindigkeitsvorteil verschafft.

      Die starken Einwurfflanken waren verschenkt, weil Malone immer nur ins Gewühl geworfen hat. Ein bisschen mehr taktische Rafinesse und das wäre noch viel gefährlicher. Er könnte mit dieser Kraft ja sogar das Gewühl überwerfen und am 2. Pfosten eine Ablage erzeugen oder eben zur Grundlinie werfen – es gibt ja kein Abseits.

      Nürnberger kommt mir ein bisschen zu selbstverliebt vor. Er riskiert in der Defensive zu viel, anstatt ein einfacheres und/oder rechtzeitigeres Abspiel zu wählen. Da geht er lieber ins Dribbling, das bei Erfolg eine gute Passposition beschert, aber bei Scheitern ein unnötiges Risiko bedeutet. Hier nicht so, aber gegen Ingolstadt mit katastrophalen Folgen.

      Das sollte man ihm noch ein wenig austreiben, das ist Selbstbewusstsein am Rande von Selbstgefälligkeit. Kann er das kontrollieren, ist er noch stärker.

      Antwort
  • Kleine Statistik für die Nacht:
    Der 1. F C Nürnberg holte die 6 Punkte gegen Hansa Ohne Gelb .

    Antwort
  • Beim Notenschnitt müsstest du nachbessern, Flo.
    Uli D. (Nordbayern.de): 3,14
    Flo Z. (CU): 2,79
    Da steht noch jeweils der Schnitt vom letzten Sieg.

    Antwort
    • Danke, wobei mein Schnitt schon gestimmt hatte (nehme an, Du hast mit den Tendenzen gerechnet, für den Schnitt nach Noten, nehm ich die – ganz Schulgewohnheit – nicht), nur der von Uli nicht (da hab ich 3,13, weil ich – ganz Schulgewohnheit – abschneide nach der zweiten Nachkommastelle und nicht runde). Kicker und Bild jetzt auch aktualisiert.

      Antwort
      • Ich vertraue auf deine schulische Noten-Erfahrung.
        Und idR prüfe ich auch nicht den Schnitt, nur diesmal war die Diskrepanz beim scrollenden Vergleich zu UliD augenfällig, spiegelte sich aber im Schnitt nicht wieder.

        Erkenntnis by the way: Du bist ein schülerzentrierter Abschneider! 🙂

        Antwort
  • and now for something completely different:

    Gratulation an unsere Clubfrauen, die den FC Bayern II mit 4:0 weggeputzt haben!
    Alle Tore gehen dabei auf das Konto der überragenden Nastassja Lein, die auch vor ihrem Viererpack schon die Torschützenliste der 2. Liga angeführt hat!

    Da kriege ich fast schon wieder Angst, dass Interessenten aus der 1. Liga anklopfen und wir uns nicht mehr lange an ihr erfreuen können – keine Ahnung, wie der Transfermarkt beim Frauenfußball funktioniert…

    Aber das Lob gebührt natürlich der ganzen Mannschaft, klasse, wie gut sie sich als Aufsteiger in der 2. Liga schlagen!

    Antwort
    • Frauenfußball? … ich finde beides gut!

      OK Scherz beiseite, das ist natürlich hocherfreulich. Ich hoffe ebenso dass sich unsere U19 nach drei herben Niederlagen wieder fängt die, das kann man so sagen, ja überperformt hat.

      Antwort

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