Reife Leistung – Analyse zu #H96FCN #FCN

Analyse zu Hannover 96 – 1. FC Nürnberg 0:3 (0:1)  – Der Club siegt zum vierten Mal in Folge und ist dabei über 90 Minuten die reifere Mannschaft.

1. Personal, Grundordnung und Spielfilm
2. Daten und Fakten
3. Die kurze Einzelkritik
4. Fazit und Stimmen
5. Statistik
6. Der Notenvergleich

1. Personal, Grundordnung und Spielfilm

Robert Klauß hielt die Zahl der Veränderungen auf einem Minimum. Tom Krauß ersetzte den gesperrten Lino Tempelmann, der Rest der Mannschaft war genau die, die gegen Hamburg und Rostock gewonnen hatte. Im Kader bedeutete die Sperre von Tempelmann, dass ein Platz frei geworden war. Den erhielt Enrico Valentini, der nach seiner CoViD-19-Infektion ebenso ins Aufgebot zurückkehrte wie Florian Hübner. Für den 31-Jährigen musste Mario Šuver aus dem Spieltagsaufgebot weichen. Die restlichen Kaderplätze übernahmen wie gegen Hamburg Rausch, Schäffler, Dovedan, Shuranov, Geis, Castrop und Ersatzkeeper Klaus. Auch mit in Hannover dabei: Der dritte Torwart Patric Klandt. Der 37-Jährige ersetzte Dennis Neudahm als Torwarttrainer. Der fehlte aus persönlichen Gründen.

Der Club begann sehr druckvoll, hatte sofort einige frühe Ballgewinne in Pressing und Gegenpressing. Einer dieser Ballgewinne führte zum ersten Abschluss, einem Fernschuss von Nürnberger, der neben das Tor ging. Auf der Gegenseite jagte Stolze einen Volleyschuss über das Tor. Zuvor hatte Hinterseer den Ball per Kopfball zurückgelegt, nachdem er gegen Schindler das Duell nach einem langen Ball gewonnen hatte. Die beiden Situationen, obwohl sie nichts einbrachten, waren insofern typisch und stilbildend, weil sie klar machten, wie die Teams zum Torerfolg kommen wollten. Der Club durch Balleroberungen in Tornähe, Hannover durch den sprichwörtlichen langen Hafer. Der Club variierte im Anlaufen zwischen 4-3-3 und 4-4-2 (dann mit Møller Dæhli als zweitem Anläufer in vorderster Linie) und sorgte oft dafür, dass Hannover schon im Aufbau den Ball hergeben musste.

Defensiv hatte der Club bei den langen Bällen gar nicht immer die Oberhand, war zum Teil auch etwas weit vom Mann entfernt, doch die Abschlussschwäche der Hannoverschen – nur Ingolstadt hat weniger Treffer erzielt – bei denen mit Ex-Cluberer Sebastian Kerk auch noch der gefährlichste Torschütze fehlte, wurde offenbar. Nach einer der wenigen Offensivaktionen der Gastgeber konnte der Club ins Umschalten kommen, Schleimer dribbelte sich durchs Mittelfeld, schloss dann aber per Schuss ab statt die besser postierten Köpke oder Duman anzuspielen. Doch Diemers, der den Abpraller aufnahm, spielte so schlampig ab, dass Duman den Ball erlaufen und zu Nürnberger geben konnte. Nürnberger lief mit dem Ball, irritierte die Abwehr mit einem Übersteiger und passte dann auf Schleimer. Der stand frei vor Zieler und stocherte, möglicherweise unter Mithilfe von Hult, den Ball ins Tor zum 1:0.

Es war die folgerichtige Führung aus knapp 26 Minuten Dominanz und hoher Präsenz in den Zweikämpfen. Hannover bemühte sich um eine Antwort, sie blieben aber weiter strukturierten Aufbau weitgehend schuldig, auch wenn einzelne Abschlüsse entstanden. Gefährlich waren sie allerdings weitgehend nicht. Anders Lukas Schleimer auf der Gegenseite nach 41 Minuten: Sein Kopfball nach einer Flanke von Fabian Nürnberger ging an die Latte. Auch wenn der Vorsprung zur Pause nur ein Tor betrug, war der Club im offensiven Vortrag in Hannover so weit wie wahrscheinlich noch nie über eine gesamte Halbzeit. Strukturiert und mit klarem und scharfem Pressing und Gegenpressing agierte der FCN. Sogar wenn er den Ball längere Zeit hielt, war auszumachen, dass die Marschroute dann hieß, den Ball in die Halbräume zu bringen, um dann entweder auf dem Flügel zu hinterlaufen und den Ball in den Rücken der Abwehr zu bringen oder zur Mitte hin aufzudrehen und den Weg in den Strafraum zu finden, auch wenn Robert Klauß nach dem Spiel hier noch fehlende Zielstrebigkeit kritisierte.

Nach der Pause nahm sich der Club ein wenig zurück, wartete mehr ab. Hannover konnte das aber auch nicht nutzen, auch personelle Wechsel – Ochs für Hult in der Pause, Ennali und Weydandt für Stolze und Hinterseer nach etwas mehr als einer Stunde – änderten wenig daran, dass die Niedersachsen im Vorwärtsspiel wenig Ideen hatten. Wenn sie doch einmal durchkamen, dann war oft in letzter Sekunde doch noch ein Nürnberger Abwehrbein dazwischen – wie als Christopher Schindler einen Pass aus dem Rückraum gerade noch abfangen konnte. Das gefährlichste Abschluss der Gastgeber in dieser Phase war noch ein Schuss von Weydandt nach langem Ball von Börner, doch der Joker jagte den Ball weit übers Tor.

Knapp 20 Minuten vor Schluss musste dann Robert Klauß wechseln. Kilian Fischer, der schon vor der Pause angeschlagen war, musste ausgewechselt werden, für ihn kam nicht Enrico Valentini, der in der Nacht unter erheblichen Magen-Darm-Problemen gelitten hatte, sondern Jens Castrop. Der Winterneuzugang hatte bereits in Köln Rechtsverteidiger gespielt, wurde also nicht gänzlich positionsfremd eingesetzt. Nachdem das Spiel über weite Strecken in dieser Phase zerfahren war, immer wieder Clubspieler verletzt am Boden lagen, zog das Tempo in der Schlussviertelstunde noch einmal an. Eingeläutet wurde die Phase durch einen Angriff nach einem Ballgewinn von Krauß, der Duman fand, der wiederum Krauß tief schickte. Doch der Mittelfeldspieler schickte den Ball am langen Pfosten vorbei.

Für die Schlussminuten brachte Klauß dann auch Dovedan und Shuranov für Schleimer und Köpke. Dovedan ging dabei auf die Zehn, so dass Møller Dæhli nach links rutschte, Shuranov ersetzte Köpke positionsgetreu. Hannover hatte noch einmal eine kleine Gelegenheit als Mathenia einen Schuss von Teuchert prallen lassen musste und dann gegen Ennali parierte. Wahrscheinlich hätte ein daraus entstandenes Tor aber keine Gültigkeit erzielt, da Ennali wohl bei Teucherts Schuss im Abseits gestanden hatte. Eine Überprüfung durch den VAR war aber nicht nötig. (In der xG-Wertung von Wyscout taucht die Chance von Ennali deshalb auch als sehr große Chance auf und verzerrt den xG-Wert.) Auf der Gegenseite  fiel dann die Entscheidung. Castrop warf einen Einwurf schnell und tief auf Duman, der dribbelte sich an der Grundlinie entlang, gab hinein zu Shuranov. Der Angreifer konnte die Hereingabe nicht kontrollieren und ließ prallen. Börner versuchte zu klären, schoss den Ball jedoch direkt zu Tom Krauß. Der ging ein paar Schritte und zog dann ab. Der Ball traf eben jenen Börner, der grade geklärt hatte und wurde so unhaltbar abgelenkt.

Der Club setzte sogar noch ein Tor drauf. Dovedan spielte einen grandiosen Pass auf Shuranov, der die ausnutzte, dass die Abwehrreihe schlecht gestaffelt stand und er so nicht im Abseits. Er lief in den Strafraum, tunnelte Zieler und traf zum 3:0 für den Club. Für den durften danach noch Geis und Hübner für einige Sekunden aufs Feld, Møller Dæhli und Duman hatten wenige Sekunden vor den anderen Feierabend.

2. Daten und Fakten

Bei annähernd gleichen Ballbesitzanteil ist die Zahl der Ballverluste oft ein gutes Zeichen dafür, welche Mannschaft besser im Spiel ist. Der Club hatte 119 Ballverluste, davon 47 im mittleren Drittel, Hannover hatte 135, davon 63 im mittleren Spielfelddrittel. Das heißt Hannover hat den Ball im Mittelfeld deutlich öfter hergegeben, ein Ergebnis des guten Pressings des Clubs. Das sieht man auch daran, dass der Club den Ball 34-mal in der gegnerischen Hälfte erobert hat, Hannover nur 27-mal. Der Club eroberte einfach den Ball besser und setzte das dann auch noch besser um. Bei Hannover kamen nur zwei Pässe in den Strafraum an (bei neun Versuchen), beim Club waren es deren zehn (bei 17 Versuchen). Auch das ein Schlüssel im Spiel.

Grafik 1 zeigt anhand einiger Parameter noch einmal wie sehr der Club Hannover in der ersten Halbzeit unter Druck gesetzt hat. Phasenweise bis zu 72 Prozent Ballbesitz und 90 Prozent Passgenauigkeit zeigen, wie Teile des Drucks erzielt wurden. Man hielt den Ball in den eigenen Reihen, spielte wenig Fehlpässe und beschäftigte den Gegner mental damit, dass er ständig verteidigen musste. Die zweite Ebene des Drucks zeigt sich dann an der Tatsache, dass der Club seine Formationslinie sehr hoch einzog. Das heißt er attackierte immer wieder früh mit Druck den ballführenden Spieler. Hinzu kommt ein konstanter Pressingdruck in Form von steten Attacken, wenn Hannover den Ball hatte, die sich in einem niedrigen PPDA-Wert niederschlagen. Gerade im Vergleich zu Hannover, das phasenweise den Club einfach gewähren ließ, ist der Wert sehr auffällig.

Grafik 2 legt die Passnetzwerke übereinander. Einerseits zeigen die, dass das Spiel vor allem im Mittelfeld stattfand. Hier überließ Hannover dem Club willentlich den Ball. Aber auch ist auffällig, dass Hannover ein Drittel seiner Pässe in der eigenen Verteidigungszone spielen musste. Der Druck des FCN führte also dazu, dass der Aufbau bereits in der Nähe des eigenen Tores beginnen musste und nicht einmal jedes fünfte Zuspiel der Gastgeber im eigenen Angriffsdrittel gespielt wurde. Beim Club immerhin mehr als jeder vierte und nur 16 Prozent der Bälle im eigenen Verteidigungsdrittel. Besonders auffällig bei Hannover ist jedoch neben der Anteile in den einzelnen Zonen wie zerbrochen das Passnetzwerk ist. Zwischen rechter Seite und Zentrum, linker Seite und rechter Seite und auch Teilen des Zentrums bestand kaum Verbindung. Beim Club, bei dem Lukas Schleimer in den Grafiken übrigens seltsamerweise die 27 statt der 36 trägt, dagegen bestand Verbindung zwischen allen Teilen, man erkennt gut, wie sehr Krauß und Nürnberger als Schaltstellen und Ballverteiler dienten.

Grafik 3 visualisiert die Aktionen jener beiden Sechser auch noch einmal. Man sieht einerseits die Unterschiede zwischen den Halbzeiten, d.h. viel mehr Aktionen die beiden vor der Pause hatten, wie viel mehr sie tun hatten. Andererseits wird auch deutlich, dass die beiden sich nach der Pause anders aufgeteilt haben und Nürnberger tiefer agierte als Krauß. Insgesamt ist aber eben sehr gut zu sehen, welch enormes Pensum die beiden abspulten und wie sehr Krauß und Nürnberger die Grundlage legten für den Erfolg in Hannover.

3. Die kurze Einzelkritik

  • Christian Mathenia (CU-Note: 3): Ließ einen Schuss von Teuchert prallen, war aber sonst sicher, wenn auch weitgehend beschäftigungslos.
  • Kilian Fischer (CU-Note: 2-): Der ein oder andere leichte Stellungsfehler fiel nicht ins Gewicht. Stattdessen mit viel Engagement und Tempo auf der Außenbahn vor allem offensiv eine Bereicherung.
  • Asger Sørensen (CU-Note: 3): Solide, schnörkellos, leichte Wackler, wenn der Ball etwas zu lange in den eigenen Reihen blieb.
  • Christopher Schindler (CU-Note: 3): Ging immer wieder dazwischen, auch wenn es weh tat. Auch er hatte insgesamt recht wenig zu tun.
  • Tim Handwerker (CU-Note: 3): Defensiv wenig beschäftigt, nach vorne deutlich zurückhaltender als Fischer auf der Gegenseite. War aber auch nicht nötig.
  • Tom Krauß (CU-Note: 1): Lieferte ein überragendes Spiel ab. Eroberte unzählige Bälle, leitete sie weiter, traf selbst zum entscheidenden 2:0.
  • Fabian Nürnberger (CU-Note: 2): Vorlage zum 1:0, eroberte viele Bälle im Pressing. Insgesamt sehr strukturierend.
  • Taylan Duman (CU-Note: +3): Immer wieder mit kleinen Blitzer der Kreativität, gerade auch in engen Räumen. Spielte ein paar schöne Pässe ohne gänzlich effektiv zu sein.
  • Lukas Schleimer (CU-Note: 2-): Verzockte erst einen Konter, um direkt im Anschluss das 1:0 zu machen. Pendelt immer zwischen brillant und Irrsinn, diesmal mit mehr Ausschlägen richtig Brillanz.
  • Mats Møller Dæhli (CU-Note: 3-): Wenn der Rest auffällt, fällt er weniger auf, das tut seiner Wichtigkeit keinen Abbruch. Die lag aber in Hannover weniger im Aufbau als im Druck ausüben. 
  • Pascal Köpke (CU-Note: 3): Auch ohne Tor gut dabei. Lief hart an und riss immer wieder Lücken durch seine Laufwege.
  • Jens Castrop (CU-Note: +3): Ersetzte Fischer als Rechtsverteidiger, dabei mit einer guten Rettungsaktion und dem wichtigen schnellen Einwurf vor dem 2:0.
  • Nikola Dovedan (CU-Note: -): Er kam und kurz danach war das Spiel entschieden. Das lag auch an seinem Traumpass auf Shuranov.
  • Erik Shuranov (CU-Note: -): Verwandelte Dovedans Traumpass gekonnt und ermöglichte ihn, weil er Hannovers schlechte Staffelung erkannte.
  • Johannes Geis (CU-Note: -): Kam sehr spät.
  • Florian Hübner (CU-Note: -): Kam auch sehr spät.
Verlauf der expected Goals während des Spiels (Hannover in rot, Nürnberg in schwarz)

 

4. Fazit und Stimmen

“Wir sind sehr glücklich und zufrieden, sowohl über das Ergebnis als auch über das Spiel an sich.”  Zu dieser Einschätzung kam Robert Klauß auch völlig zurecht. Der Club hatte über 90 Minuten eine konzentrierte und reife Leistung geboten, Hannover hatte nur wenige gefährliche Aktionen. Deshalb ließ auch keiner der befragten Akteure der Gastgeber Zweifel aufkommen, dass der Club der verdiente Sieger war. Egal ob Julian Börner (“Es war eine verdiente Niederlage”) , Cedric Teuchert (“In der Höhe ist die Niederlage mehr oder weniger verdient”) oder Christoph Dabrowski (“Glückwunsch an Robert und die Mannschaft zum verdienten Sieg.”) jeder war der Meinung, dass der FCN zurecht gewonnen hatte. Angesichts dessen, wie das Spiel verlaufen war, war allerdings auch kein anderes Urteil möglich.

Mit dem Sieg, bei dem man – wie Klauß betonte – nicht zittern musste, krönte der Club die Entwicklung der letzten Wochen. Eine Entwicklung, die Pascal Köpke treffend zusammenfasste: “Nach den zwei deutlichen Niederlagen haben wir unser System ein bisschen geändert, andere Spieler haben ihre Chance bekommen. Und wir haben zurzeit einen richtig guten Teamgeist. Wir pushen uns gegenseitig und bringen alles auf den Platz, was wir brauchen. Wir stehen kompakt und nutzen unsere Chancen. Es läuft gut momentan.“ Dabei ist durchaus erstaunlich wie viel die Veränderungen seit den zwei Niederlagen mit 1:9 Toren bewirkt haben. Nicht allein die vier Siege – drei davon ohne Gegentor – stechen heraus, sondern auch die Tatsache, dass die taktischen Veränderungen so viel bewirkt haben. Das Offensivspiel ist variabler, die Abhängigkeit von Mats Møller Dæhli deutlich verringert. Die beiden Sechser und die verringerten Abstände im Mittelfeld sorgen dafür, dass der Gegner weniger gute Torchancen hat.

Es ist weiterhin unwahrscheinlich, dass der Club, den langen Atem, den man für einen Aufstieg haben muss, wirklich auch haben wird. Es wird aber immer wahrscheinlicher, dass der FCN lange Zeit oben mitspielen wird und das Erreichen des Saisonziels ist angesichts von neun Punkten Vorsprung auf Rang neun bei noch acht ausstehenden Spielen tatsächlich realistisch. Hält man die Qualität im Pressing und im Offensivvortrag vom Sonntagnachmittag, so ist auch ein Verpassen des Saisonziels nach oben möglich. Angesichts dessen, dass man momentan jedoch schon die Serie reitet, darf man nicht erwartet, dass diese noch ewig andauert. Die letzte Serie von vier siegreichen Spielen endete 2016/17 in der Hinrunde nach einem zu-Null-Erfolg gegen Hannover – allerdings mit einem Remis auf St. Pauli, einem Ergebnis, mit dem man in der jetzigen Konstellation leben könnte.

“Grundsätzlich schauen wir nur auf uns und das nächste Spiel”, gab deshalb auch Lukas Schleimer zu Protokoll. Das nächste Spiel ist gegen Dynamo Dresden. Die Sachsen waren mit neuem Trainer gegen Bremen mindestens ebenbürtig, holten gegen St. Pauli einen Punkt, spielen deutlich pressingintensiver und flügellastiger als Hannover. Es wartet also eine neue Herausforderung auf den Club. Die nimmt er sicher gerne an und geht auch mit noch mehr Selbstvertrauen in die Partie oder wie Pascal Köpke es formulierte: “Hier 3:0 zu gewinnen, ist sicherlich auch nicht selbstverständlich. Das tut der Mannschaft gut.“

5. Die Kennzahlen

Hannover Nürnberg
0Tore3
2,2 (1,41)/0,9/1,34expected Goals (Wyscout (ohne Ennalli-Abseitschance)/538/DFL)1,46/1,5/2,01
1,68 (0,91)Post Shot xG (Wyscout)1,25
1,98 (1,21)xG ohne Doppelchancen (Wyscout)1,35
1,6 (0,82)PSxG ohne Doppelchancen (Wyscout)1,25
12Schüsse17
4Schüsse aufs Tor5
2Ecken5
4Freistöße1
47Ballbesitz zeitbasiert (in %)53
47,8Ballbesitz passbasiert (in %)52,2
76Passquote (in %)81
5Fouls10
25,8PPDA (gegnerische Pässe pro eigene Defensivaktion)7,2
6Challenge Intensity (Defensivaktionen pro Minute gegnerischen Ballbesitzes)7,6
18,3Spieltempo (Pässe pro Minute Ballbesitz)17,7
15Ballbesitzphasen (geg. Strafraum)15
00:12Ballbesitzdauer (Ø)00:15

*Alle Daten (außer den Varianten bei den xG) stammen von Wyscout. Benutzung der Daten von Wyscout unter der Journalistenlizenz des Anbieters.Die Terminologie von Wyscout wird in diesem Glossar erläutert.

6. Die Notenübersicht

SpielerCU-NoteKickernordbayern.deBILDWhoScoredSofaScore
Christian Mathenia3-3337,6/107,6/10
Kilian Fischer2-32,527,8/107,7/10
Asger Sørensen332,527,8/107,0/10
Christopher Schindler32,52,527,1/107,6/10
Tim Handwerker33336,7/106,9/10
Tom Krauß11,5118,7/108,3/10
Fabian Nürnberger22228,0/107,9/10
Taylan Duman+33,5337,3/107,3/10
Mats Møller Dæhli3-4337,2/106,9/10
Lukas Schleimer2-2228,0/107,4/10
Pascal Köpke33,52,546,7/106,8/10
Jens Castrop+336,2/106,4/10
Erik Shuranov7,0/107,2/10
Nikola Dovedan7,0/107,3/10
Johannes Geis 6,0/10-/10
Florian Hübner6,0/10-/10
Durchschnitt2,582,812,452,507,19/107,31/10

26 Gedanken zu „Reife Leistung – Analyse zu #H96FCN #FCN

  • Für Klauß wird es bei den Personalentscheidungen immer schwieriger, das gibt mehr und mehr Härtefälle.
    Wenn Tempelmann nicht gesperrt gewesen wäre, wäre er höchstwahrscheinlich auch wieder in der Startelf gestanden, so durfte sich Krauß nochmal beweisen und hat seine Chance sehr eindrucksvoll genutzt.
    Keine leichte Entscheidung, wer dann nächste Woche von Anfang auflaufen darf, von den übrigen Akteuren hat ja auch keiner Anlass gegeben, nicht weiterhin in der Startelf stehen zu dürfen.

    Im Sturm haben Köpke und Schleimer ihre Sache auch sehr gut gemacht, Shuranov und Dovedan aber mit dem ziemlich geilen 3:0 ein ordentliches Ausrufezeichen gesetzt auch wenn beide nur kurz auf dem Platz waren.

    Und Fischer gibt ordentlich Argumente dafür, auf der RV-Position die Generationenwende einzuläuten. Hat zwar in den letzten 3 Spielen ohne den Kapitano gut geklappt, aber es ist doch die Frage, ob insbesondere seine Erfahrung und Führungsqualität in den nächsten Spielen, v.a. gegen die Konkurrenz ganz oben, wieder deutlich wichtiger werden könnte.

    Insgesamt natürlich sehr zu begrüßen, derartige Luxusprobleme zu haben. Für Klauß dennoch alles andere als einfach.

    Mal schauen, wie es weiter geht, im Moment macht der Club einfach mal wieder richtig Spaß, vor allem auch zu sehen, wie die Mannschaft als so eine tolle Einheit funktioniert und sich jeder voll reinhaut.

    Antwort
    • Ja, das Luxusproblem sehe ich auch – insbesondere bei den 6ern. Da haben wir jetzt plötzlich 3 fast gleichwertige Leute für 2 Positionen und der eigentliche Platzhirsch Geis ist sogar auf die 4. Stelle gerückt. Das wird eine absolute Härtefallentscheidung.

      Könnte natürlich auch für Veränderungen weiter vorne sorgen – in der offensiven 3er-Reihe. Aber auch da sehe ich eigentlich keine Änderung angezeigt…

      Antwort
  • Ein paar Fragen zur aktuellen Situation:
    Hätte der Club auch viermal am Stück gewonnen, wenn er nicht vorher 0:5 und 1:4 verloren hätte? War das ein Weckruf? Hat es die neun Gegentore in zwei Spielen vielleicht sogar gebraucht, um ein paar überfällige Änderungen vorzunehmen?

    Oder war es einfach nur Glück, im Spiel danach mit Regensburg auf ein Team zu treffen, das außer Form war? (Und Glück, dass der eine Jahn-Spieler in der ersten Halbzeit nicht die Riesenchance zum Ausgleich vergab?)

    Wie auch immer: In den letzten Wochen wurde von Mannschaft und Trainerteam vieles richtig gemacht.

    Antwort
    • Gute Frage.
      Es ist nicht unwahrscheinlich, dass wenn gegen Ingolstadt wieder ein mageres Unentschieden wie in der Hinrunde rausgesprungen wäre, dann die letzten Spiele ähnlich der Vorrunde so vor sich hingeplätschert hätten, mit abwechseln Siegen, Unentschieden und Niederlagen, nie wirklich schlecht aber auch selten sehr überzeugend. Und in der Ausbeute unter dem Strich weniger gut als es jetzt gekommen ist.

      Es ist ja schon so, dass diese beiden krachenden Niederlagen den Ausschlag für die taktischen und personellen Änderungen gegeben hat, mit denen man jetzt so erfolgreich ist. Somit kann man schon davon ausgehen, dass es diese Änderungen ohne diese Niederlagen nicht gegeben hätte und folglich es, wie gesagt, nicht unwahrscheinlich ist, dass man diese Serie so nicht gestartet hätte.

      Antwort
    • Ohne die beiden Niederlagen hätte es nicht die Umstellungen gegeben, von denen der Club in den letzten Spielen so enorm profitiert hat.

      Härtefälle sehe ich keine. Sobald ein Spiel nicht läuft, kann Klauß reagieren und die Reservisten können sich beweisen. Umgekehrt muss keinem Spieler erklärt werden, warum aktuell der Grundsatz “never change a winning team” zu Recht gilt. Für den Trainer und alle Spieler im Moment eine traumhafte Konstellation. Du kannst eigentlich nur gewinnnen…

      Antwort
    • Es könnte aber auch sein, dass Klauss, der in der Winterpause mit ein paar Trainern aus dem Leipziger Umfeld ein neues Konzept erprobt und dabei körperlich härter trainiert hat, dadurch die ersten beiden Spiele ob bewusst oder unbewusst geopfert hat und man die Effekte mit aggressiverem Anlaufen und Pressing erst jetzt verinnerlicht und v.a körperlich drauf hat,

      Antwort
      • Was mir aufgefallen ist, als der Club seine Wunden leckte nach dem Ingolstadt und dem Karlsruhe Spiel, war gleichzeitig der FC Bayern in der “Mini” Krise mit angeblich zu vielen Gegentoren und defensiv zu instabil. Ich verfolge immer Nagelsmann PKs, weil es mir einfach gefällt wie er über Fußball spricht und analysiert, das ist einfach eine Benchmark.

        Nagelsmann hat das Problem gelöst mit einer Doppel Sechs und unser Trainer Klauß hat ziemlich zeitgleich ebenso umgestellt von der Raute auf eine Doppel Sechs, die als Schlüssel gilt zurück in die Erfolgsspur gekommen zu sein. Vielleicht stecken Klauß und sein ehemaliger Head Coach Nagelsmann hier und da doch noch die Köpfe zusammen und sprechen über dies und das 🙂 …oder es ist einfach Reiner Zufall hehe

        Antwort
  • Das war eine bärenstarke, konzentrierte Leistung,. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich ein Clubspiel 90 Minuten lang so ruhig und zuversichtlich verfolgt habe. Man braucht nicht den Aufstieg propagieren, aber man hat das Gefühl, dass bei Trainer, Mannschaft und Umfeld die Zuversicht einkehrt und man eher Richtung Platz 3 anstatt Platz 8 schielt. Und das ist richtig und gut. Niemand beschwert sich, wenn am Ende Platz 6 rausspringt.

    Antwort
  • Der Kommentar von Juve finde ich nicht gut!
    Ich kann mir nicht denken, das Klauß und Nagelamann die Köpfe zusammen stecken. Und was soll der Vergleich mit den Bayern??
    Klauß ist ein sehr guter Trainer und brauch keine Ratschläge von anderen. Dazu ist er viel zu intelligent!
    Er hat aus den Niederlagen gegen Ingolstadt und Karlsruhe die richtigen Schlüsse gezogen und brauch dazu absolut keine Ratschläge von anderen Trainern!
    Vor nicht allzu langer Zeit wurde er an dieser Stelle von einigen Leuten in Frage gestellt! Und wir können froh sein, das Dieter Hecking bei uns ist! Der hat Klauß auch in einer schwierigen Phase nie in Frage gestellt und ihm immer den Rücken gestärkt. Im Gegensatz zu einigen Fans, die ihn schon nach zwei Niederlagen in Frage gestellt haben!
    Natürlich kann es auch mal wieder in die andere Richtung gehen, aber zu erwähnen, das er mit einem Herrn Nagelamann sich wegen der Taktik verständigt, geht völlig an der Realität vorbei!!!

    Antwort
    • Warum sollte Klauß nicht mal geschaut haben, was andere machen? Vollkomen normal und legitim. Jedes erfolgreiche System findet ganz schnell Nachahmer! So war das schon immer und das wird sich auch nicht ändern. Und wen stört es, was wir hier so von uns geben, solange sich das in derart harmlosen Bereichen bewegt?

      Antwort
    • Nein das geht nicht völlig an der Realität vorbei beide sind nach wie vor gut befreundet und was soll daran so schlimm sein? .. Beide der FCB und der FCN haben ziemlich zeitglich ihr Defensivproblem mit der Doppelsechs gelöst. 🙂 .. wegen mir war es auch Zufall, aber das glaube ich eben nicht.

      Antwort
    • Nur weil Klauss vermeintlich nach links und rechts schaut, untergräbt das doch nicht seine Kompetenz oder gar Intelligenz. Er ist ein junger Trainer, der sich wie alle anderen jungen Trainer noch einiges abschauen kann. Ich habe ihn auch kritisiert, aber er hat jetzt zum zweiten Mal auf Basis einer Serie schlechter Spiele durch taktische Umstellungen das Ruder rumgerissen. Das ist sein Verdienst. Und davor habe ich großen Respekt. Was mir auch gefällt, dass er jetzt nicht mehr komplett mauert, was mögliche Aufstiegschancen angeht. Natürlich erwartet niemand, dass wir unter die ersten 3 kommen. Aber wenn wir schon jetzt auf Platz 4 stehen, muss das nächste Ziel Platz 3 sein. Gut so.

      Antwort
  • Mit dem ganzen Magath Gedöns … ich kann es immer noch nicht glauben oder mir erklären. Da verbrennt ein Großstadtclub die Hertha fast 500 Millionen und steht dann auf einem Abstiegsplatz. Und grundsätzlich kann man der Hertha ja auch nicht alles absprechen hatten jahrzehntelang eine Top Jugendarbeit, da sind doch Leute im Verein die von Fußball Ahnung haben, wie geht das?

    Antwort
    • Nieten gibt es halt nicht nur in Nadelstreifen, wie einstmals der Titel eines Bestsellers war, sondern auch in Trainingsanzügen?

      Als ich das mit Magath las, dachte ich zuerst, das wäre eine Postillon-Nachricht.

      Antwort
      • Das klingt, als ob es wieder dieser Geldsack eingetütet hätte. Gegen so viel Geld war wahrscheinlich nicht mal Quälix immun, der doch schon alles erlebt hat und das nicht mehr nötig hätte.

        Andererseits waren Magaths Projekte zuletzt wenig erfolgreich. Ich könnte mir vorstellen, dass es verlockend ist, die große Karriere nicht mit schlechtem Beigeschmack, sondern als Held zu beschließen.

        Ich hätte eher Neururer geholt. Der kriegt das hin, eine kurzfristige Leistungsexplosion. Nur langfristig wirkt er nicht…

        Antwort
        • Es stellt sich die Frage ist Magath mehr als der berühmte “Medizinball” im Wettbewerb mit modernen jungen Trainern, kann der Medizinball bei Ballbesitz mit einer asymmetrisch abkippenden Sechs und vorgerückten Schienenspielern mithalten? Ich bin auch tatsächlich gespannt sein Engagement für Flyeralarm respektive Würzburg endete ja in der 3. Liga.

          Antwort
          • Mit Nachwehen vermutlich sogar in der Regionalliga…

            Herbertgebert trifft es auf den Punkt, hätte in der Tat vom Postillon kommen können

            Schauen wir mal, was rauskommt, immerhin trifft es keinen, um den es Schade wäre

            Antwort
    • Ich bin ganz ohne Schadenfreude froh, wenn es so kommt, dass Hertha absteigt. Zwar sollten uns Clubberern Vereine, wie Bielefeld, lieber sein als die “finanzstarke” Hertha, aber das soll andererseits ein Mahnmal für alle Neureichen werden, die denken, sie wären schlauer als der Rest

      Hertha steht jedoch auch sinnbildlich für dieses “Versagerbundesland”, dass im Endeffekt vererbtes Hartzen seit Generationen zur Kultur macht und ausschließlich am Tropf anderer hängt – ob das für eine Landes- oder Bundesregierung gilt, gib für den Flughafen oder Hertha. Eine Mission Impossible für alles, ein Inkompetenz ist sexy.

      Bobic geht ganz persönlich jedoch mit Magath all-in. Wenn das nicht klappt, ist auch er maximal verbrannt.

      Antwort
      • Bobic geht ganz persönlich jedoch mit Magath all-in. Wenn das nicht klappt, ist auch er maximal verbrannt.

        Nicht nur Bobic dann ist auch knapp eine halbe Milliarde Euro verbrannt, richtig viel Asche. Also man sieht auch ein Investor ist nicht der Weg zur Glückseligkeit. Windhorst hat schon laut gekreischt in den Medien, ich lasse mir nicht mein Geld verbrennen.

        Und man muß auch ehrlich sagen in der Hertha Mannschaft lebt auch irgendwie nichts. Da bin ich schon froh, daß wir hier in Nürnberg alles etwas erdiger und bescheidener aufbauen, damit kann ich mich identifizieren. Vielleicht erleben wir ja noch zwei tolle Relegationsspiele, aber ich bleibe skeptisch ob uns ein Aufstieg jetzt schon gut tut, wenn man sieht welche Rolle Fürth in der 2. Liga gespielt hat und dann in der 1. Liga so gut wie gar keine. Aber als Fan kann man es eh nicht beeinflußen, aber könnte ein spannendes letztes Drittel werden in der Saison.

        Antwort
      • Die Berliner haben immer mit die dümmsten Schüler gehabt bei den diversen Vergleichen. Deshalb sag ich immer, dass wir die Bundeshauptstadt wo anders hin verlegen sollten. Die Mentalität schlägt bis in die Regierung durch und außerdem hat man von Berlin aus D schon 2 mal Schrott gefahren.

        Das sollte jetzt zum Beitrag von Andre

        Antwort
        • Arbeite mal mit Berliner Behörden zusammen – ein Trauerspiel mit regelmäßigen Momenten der Fassungslosigkeit!

          Antwort
  • Wenn Bielefeld nicht absteigt gibt es doch für den FCN noch Geld für den Hack Transfer ,oder ?
    Hertha hat mit der Tordifferenz auf jeden Fall den Abstieg verdient.

    Kann mir jemand erklären wieso während Champions League in England gespielt wird und in
    Deutschland nie ?

    Antwort
    • Vermutlich, weil die Engländer wesentlich mehr Spiele in ihrem Matchkalender unterbringen müssen. Mit einer 20er Liga sind das ja schon mal 4 Spieltage mehr und dann haben sie auch noch 2 Pokalwettbewerbe. Die Spieltage in England sind gegen Ende des Spieljahres seit jeher ziemlich zerzupft…

      Antwort
  • Okay, aber La Liga verzichtet auch komplett auf CL Anstoßzeiten .
    Bei Serie A und Ligue 1 bin ich mir nicht sicher.
    Wünsche allen aus dem südlichen Oberallgäu mit viel Saharastaub einen erholsamen Abend.
    Bei mir ist heute Abend noch ein bisschen mit Villarreal Spannung angesagt.

    Antwort
    • Vielleicht auch, weil 18:30 (wie heute im Nachholspiel) unter der Woche eine unmögliche Anstoßzeit ist, wenn die meisten Fans entweder noch arbeiten oder auf dem Heimweg sind. Die englische Liga scheint da die CL nicht wichtiger zu nehmen als die nationale Liga…

      Mich nerven die Freitagsspiele jedesmal, weil ich früher mit Arbeiten aufhören muss, wenn ich es sehen will…

      Antwort

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.