Türsteher oder Partygast – Analyse zum Spiel in Bremen

Analyse zu SV Werder Bremen – 1. FC Nürnberg 1:1 (0:1)  – Der Club holt in Bremen ein Punkt nach zwei unterschiedlichen Halbzeiten und kann sich vom Türsteher für die Topteams zum Partygast entwickeln.

1. Personal, Grundordnung und Spielfilm
2. Daten und Fakten
3. Die kurze Einzelkritik
4. Fazit und Stimmen
5. Statistik
6. Der Notenvergleich

1. Personal, Grundordnung und Spielfilm

Robert Klauß überraschte wohl viele mit der Art, wie der FCN auflief. Nominell hätte man angesichts dessen, dass Taylan Duman und Lukas Schleimer für Pascal Köpke und Johannes Geis in die Startelf rückten, mit einem 4-2-3-1 rechnen können. Stattdessen griff der Clubtrainer auf das in der letzten Länderspielpause gegen Frankfurt eingeübte 3-4-2-1/3-4-3 zurück. Die Dreierkette bildeten Handwerker, Hübner und Schindler, Fischer und Duman spielten als Flügelverteidiger. Auch wenn die Auswahl von Duman als „linker Wing Back“ innersten Augenblick überraschte, so hatte der 24-Jährige genau diese Rolle in der vergangenen Saison auf der rechten Seite bei Borussia Dortmund II bekleidet. Tempelmann und Krauß spielten im Zentrum, davor rotierten Schleimer, Dovedan und Møller Dæhli. Manchmal so, dass Dovedan und Schleimer die Stürmer vor dem Zehner Møller Dæhli bildeten, mal so, dass Møller Dæhli und Schleimer hängende Spitzen hinter Dovedan gaben.

Werder wirkte in der Anfangsphase spürbar überrascht von dem, was der Club da auf den Rasen brachte. Er zwang die Bremer zu vielen Fehlern im Abspiel und erkämpfte sich zu Beginn viele zweite Bälle. Dabei war durchaus auch klar, dass der FCN bewusst darauf setzte, den Ball im Aufbau lang in Richtung der Bremer Dreierkette zu schlagen, um diese dann mit aggressivem Anlaufen unter Druck zu setzen und dann den freien Ball zu erarbeiten. Bremen setzte dagegen darauf den Ball flach ins letzte Drittel zu bringen, um ihn dann per Flanke aus dem Halbfeld in den Strafraum zu bringen, oder aber flach auf die Grundlinie zu gelangen. Gerade die hohen Bälle verteidigte der Club sehr gut. Chancen ergaben sich in der Anfangsphase fast gar keine. Einzig eine von Handwerker unsauber geklärte Hereingabe sorgte für Gefahr. Die Kugel fiel Schmid vor die Füße, Mathenia klärte seinen Schuss, auch die sich daraus ergebende weitere Gelegenheit verpuffte.

Das Spiel erhielt dann seine erste große Wendung durch ein Solo von Tempelmann. Die Freiburger Leihgabe nahm einen Ball, der von Krauß im Mittelfeld gegen Ducksch erarbeitet wurde – die Bremer Proteste, dass hier ein Foul vorlegen hätte, verhallten wirkungslos – auf, dribbelte sich an einer Vielzahl von Bremern vorbei und wurde dann von Veljkovic mit einer Grätsche abgeräumt. Den fälligen Strafstoß verwandelte Dovedan eiskalt. Das Spiel nahm nun Fahrt auf, Werder entwickelte nun noch mehr Drang nach vorne, ließ gleichzeitig dadurch aber auch noch mehr Räume, in die der Club im Konter hineinstoßen konnte. So hatte Lukas Schleimer zwischen zwei Distanzschüssen die beste Gelegenheit des Clubs gleich auf 2:0 zu stellen. Nach starkem Laufweg wurde er von Dovedan mustergültig freigespielt, scheiterte jedoch im Eins-gegen-Eins an Pavlenka im Bremer Tor. 

In der Schlussviertelstunde der ersten Halbzeit nahmen beide Teams dann etwas den Fuß vom Gas. Bremen hatte nun noch mehr vom Ball, tat sich aber gegen die defensive Fünferreihe mit zwei Sechsern davor äußerst schwer, zu wirklich gefährlichen Abschlüssen zu kommen. Werder hatte nun auch ein paar Standards, die bleiben aber auch weitgehend wirkungslos. Es verfestigte sich immer mehr der Eindruck, dass der Club ein probates Mittel gefunden hatte, um Werder vor Probleme zu stellen. Die schafften es überhaupt nicht, Ducksch und Füllkrug – immerhin bis zu diesem Spieltag mit 32 Toren das gefährlichste Sturmduo, nach den fünf Toren von Terodde/Bülter gegen Darmstadt haben die beiden Schalker die Bremer aber überholt – in Szene zu setzen. Auch ein Verdienst der Umstellung auf drei Innenverteidiger. 

Nach der Pause blieb das Bild vergleichbar zur Schlussphase der ersten Halbzeit: Werder hatte den Ball, spielte lange Zeit geduldig, fand aber keine Lücken, durch die der Pass hätte gespielt werden können. So waren die Chancen der Gastgeber dann eben doch wie durch Ducksch und Jung durch Distanzschüsse. Beide Gelegenheiten entschärfte Christian Mathenia. Der Club lauerte dagegen auf Konter. Erneut kam im Zuge eines solchen Lukas Schleimer zu einem Abschluss, nachdem Friedl weggerutscht war. Doch erneut blieb der Clubangreifer zweiter Sieger gegen Pavlenka im Bremer Kasten. Nach einer Stunde wechselte Ole Werner auf Bremer Seite positionsgetreu. Weiser kam für Agu, Schmidt ersetzte Schmid. 

Die Wechsel sollten sich sofort auszahlen. Der aufgerückte Friedl fand die von Tim Handwerker durch ein Herausrücken offen gelassene Lücke in der defensiven Fünferreihe, Weiser hatte die Innenbahn gegen Taylan Duman frei und stieß genau auf den Schnittstellenball des Bremer Innenverteidigers. Im Gegensatz zu seinem Gegenüber konnte Mathenia im Eins-gegen-Eins nichts ausrichten. Werder glich aus. Klauß reagierte, brachte Köpke positionsgetreu für den glücklosen Schleimer. Fast hätte Köpke wie Weiser auf der Gegenseite direkt nach seiner Einwechslung getroffen, doch im Gegensatz zum Bremer stand der Nürnberger beim Steckpass von Møller Dæhli im Abseits. Das von Köpke erzielte Tor zählte nicht. Generell wirkte es kurze Zeit so, als würde der Club nun wieder etwas mehr am Spiel teilnehmen.

Doch das bleib nur ein kurzes Strohfeuer, die Schlussviertelstunde spielte sich fast vollständig im Bremer Angriffsdrittel ab. Allerdings verteidigte der Club es immer noch weitgehend routiniert. Es entstanden keinerlei Lücken für einen Schnittstellenball. So war bis in die tiefe Schlussphase ein Fernschuss von Schmidt die beste Chance der Bremer, die sich sonst eher schwer taten, zu gefährlichen Abschlüssen zu kommen. Daran änderte auch der Wechsel auf der Sechserposition bei den Bremern – Gruev für Rapp – nichts, beim Club ersetzte Nürnberger Dovedan – auch dieser Wechsel war nahezu positionsgetreu. Beinahe hätte Nürnberger auch gleich seine offensiven Qualitäten unter Beweis stellen können, doch einen möglichen Zwei-auf-Eins-Konter mit ihm und Köpke unterband Friedl und sah gelb.

Bremen hatte noch eine Gelegenheit. Diese war aber hochgefährlich. In einem Muster, mit dem Bremen schon in unzähligen Spielen gefährlich war, näherte Werder sich dem Tor an: Aus dem Halbfeld wurde – in diesem Fall von Groß – an den langen Pfosten geflankt, dort kam Ducksch zum Kopfball – Fischer hatte ihn trotz besserer Position aus den Augen verloren – setzte die Kugel aber an die Latte. Direkt im Anschluss an die Großchance wurde beim Club nochmal gewechselt. Valentini ersetzte den völlig ausgelaugten und angeschlagenen Duman, Geis kam für Krauß. Werder tauschte seinerseits in der Nachspielzeit – Dinkci kam für Ducksch – doch wirklichen Punch entwickelten die Gastgeber nicht. Es blieb beim 1:1.

2. Daten und Fakten

Der Ballbesitz zeigt zwei Dinge. Zum einen, dass Ballbesitz messen, indem man einfach die Zahl der Pässe als Grundlage nimmt, nicht immer ein akkurates Bild vermittelt: Nach Pässen hatte Werder den Ball 72 Prozent des Spiels, nach Zeit “nur” 66 Prozent der Zeit. Zum anderen aber eben auch, dass Werder den Ball deutlich länger hatte; die durchschnittliche Ballbesitzphase der Bremer war mit 21 Sekunden mehr als doppelt so lang wie die des FCN. Man kann aus diesen Werten auch ablesen, dass Werder ein deutlich höheres Passtempo an den Tag gelegt hatte. Während der Club pro Minute Ballbesitz 13 Pässe spielte, spielte Werder mit 17 Zuspielen pro Minute Ballbesitz deutlich mehr Pässe. Aber: Betrachtet man dann die Schüsse und die Chancenqualität, sieht man, dass der hohe Anteil an Ballbesitz Werder gar nicht so viel gebracht hat: Nur sechs der sechzehn Bremer Schüsse gingen aufs Tor, aber fünf der sechs Nürnberger Abschlüsse. Und auch in Sachen expected Goals ist je nach Anbieter der Unterschied mehr oder weniger vorhanden – auch wenn hier der Elfmeter eine gewichtige Rolle spielt. All das vertieft auf Datenbasis noch einmal den Eindruck, den das Spiel auch per Augenschein vermittelte: Werder war feldüberlegen, aber nicht unbedingt zwingender.

Grafik 1 ist die wohl bekannte Viertelstundengrafik. Sie zeigt noch einmal eindrucksvoll die Unterschiede zwischen den Halbzeiten und das obwohl der Ballbesitz Werders sich fast immer jenseits der 60 Prozent bewegte. Zum einen sieht man an der Entwicklung des PPDA-Werts, wie druckvoll der Club vor der Pause agierte und wie gleiches dann auch für Werder nach der Pause galt. Zum anderen sieht man deutlich an der Entwicklung der Formationslinie, wie früh der FCN vor der Pause attackierte und dass er danach tiefer stand, ohne jedoch so ganz tief zu stehen, wie es in den Vorwochen passiert war. Auch die Entwicklung der Angriffe pro Minute zeigt wie der Club zu Beginn noch mehr für Entlastung sorgen konnte, es am Ende aber kaum mehr schaffte.

Grafik 2 zeigt wie viel Werder mit Flanken operierte. Insgesamt 40-mal flankten die Bremer in den Strafraum des FCN. 16 der Versuche wurden als angekommen gewertet – beim Club waren es zwei von acht laut Statistik. Dabei geht es weniger um die genaue Zahl der angekommenen Bälle, sondern darum, dass hier der Ansatz, den die Gastgeber wählten, sehr gut visualisiert wird. Vor allem gepaart mit der Tatsache, dass nur Groß` Flanke auf Ducksch wirklich für Gefahr sorgte und der Rest mehr oder weniger souverän wegverteidigt wurde, zeigt auch wie gut der FCN – auch dank der Umstellung auf drei Innenverteidiger – auf diese Art des Angriffsvortrags vorbereitet war.

Grafik 3 vergleicht die Ballverluste der beiden Mannschaften. Dabei sieht man, dass Werder vor der Pause die Bälle deutlich näher am eigenen Tor verlor als nach dem Seitenwechsel (45% Ballverluste im eigenen Angriffsdrittel vor der Pause, 72% in der zweiten Halbzeit) und die Ballverluste der Bremer in der ersten Halbzeit auch vor allem auf der rechten Seite zustande kamen, in den zweiten 45 Minuten dann aber ganz klar im Zentrum, wo der Club viel wegverteidigte. Beim FCN sieht man dagegen, dass nach der Pause die Ballverluste im letzten Drittel rar gesät waren. Einfach weil man kaum noch ins letzte Drittel kam.

3. Die kurze Einzelkritik

  • Christian Mathenia (CU-Note: 2): Hielt die Fernschüsse souverän. Allerdings war auch keiner aus der Kategorie unhaltbar dabei. Strafraumbeherrschung verbessert im Vergleich zu den Vorwochen.
  • Kilian Fischer (CU-Note: 3-): Licht und Schatten. Ließ sich bei Duckschs Lattentreffer arg düpieren. Der Bremer war trotz schlechterer Startposition mit deutlich Vorsprung am Ball. Hatte dafür aber auch eine grandiose Klärung gegen Schmid. Insgesamt in der Defensive immer wieder mit Problemen, die richtige Position in der veränderten Rolle als Flügelverteidiger zu finden. Fing auch viele Bälle ab. Offensiv mit unglaublich viel Dynamik, aber auch mit der schlechtesten Passquote aller Startelfspieler und ohne erfolgreiches Dribbling.
  • Florian Hübner (CU-Note: 2-): Sehr souverän in seinem ersten Startelfeinsatz seit Juli 2021. Gewann alle seine Defensivduelle am Boden. Fing viele Bälle ab.
  • Christopher Schindler (CU-Note: +3): Verteidigte umsichtig und mit vielen kleinen Ballgewinnen. Nicht ganz so souverän wie Hübner, weil defensiv mit kleineren Wacklern.
  • Tim Handwerker (CU-Note: 3-):  Spielte den linken Innenverteidiger. Machte das manchmal unkonventionell, aber meistens ordentlich. Vor dem Gegentor blieb er aber seltsam im Nirgendwo gestrandet- eventuell, weil die Sechser vor ihm nicht richtig gestaffelt waren, eventuell aber auch aus Orientierungslosigkeit. Machte so den Passweg auf Weiser auf. Sonst ganz ordentlich, ohne zu glänzen.
  • Taylan Duman (CU-Note: +4): Musste Weiser beim 1:1 die Innenbahn überlassen. Sonst immer wieder mit guten Offensivideen, defensiv mit einigen Wacklern und in den Duellen generell mit Problemen, dafür mit einigen schönen Eroberungen.
  • Lino Tempelmann (CU-Note: 2-): Seine Dynamik macht den Spitznamen “Temple Run” immer salonfähiger. Holte den Elfmeter und einen Freistoß mit unglaublicher Dynamik heraus. Auch sonst präsent.
  • Tom Krauß (CU-Note: 3): Wuselte umher, eroberte viele Bälle. Stabilisierte das Zentrum durch eine hohe Anzahl an Balleroberungen und abgefangenen Bälle – die meisten im Spiel. 
  • Nikola Dovedan (CU-Note: 3): Verwandelte den Elfmeter eiskalt, nervte die Bremer durchs Anlaufen und bereitete Schleimers Großchance in der ersten Halbzeit gut vor. Nach der Pause schwächer und wenig durchsetzungsfähig.
  • Mats Møller Dæhli (CU-Note: +4): Ein für den Norweger typischer Auftritt der letzten Wochen. Es mangelnde nicht an Engagement und Ideen, allein die Umsetzung war nicht immer so, wie man es von ihm schon kannte.
  • Lukas Schleimer (CU-Note: 4): Bekam auf Twitter vom Kollegen “@xxandl” die treffende Einschätzung “Dr. Lukas & Mr. Schleimer sind leider immer nur zwei Ballkontakte voneinander entfernt”. Holte seine zwei Großchancen engagiert raus und vergab sie dann kläglich. War im restlichen Spiel immer wieder mit Geistesblitzen und völligen Aussetzern zu finden.
  • Pascal Köpke (CU-Note: 4): Konnte wenig Impulse nach vorne setzen jenseits seines Abseitstors.
  • Fabian Nürnberger (CU-Note: -): Kam für die letzten zehn Minuten plus Nachspielzeit. Einmal jäh gestoppt beim Kontern. Sonst wenig auffällig.
  • Johannes Geis (CU-Note: -): Kam in der Schlussphase. Zwei auffällige Klärungsaktionen.
  • Enrico Valentini (CU-Note: -): War in der Schlussphase als linker Flügelverteidiger gefragt. Hatte eine unsaubere Klärung und eine ordentliche Flanke.
Verlauf der expected Goals während des Spiels (Bremen in grün, Nürnberg in rot)

 

4. Fazit und Stimmen

Robert Klauß hob die unterschiedlichen Halbzeiten in der Pressekonferenz nach dem Spiel auch hervor: “Wir hatten eine gute erste Halbzeit, haben genau das gemacht, was wir wollten. Wir hatten einen guten Mix zwischen hohem Attackieren und tiefem Verteidigen und auch einige gute Umschaltmomente. In der zweiten Halbzeit war der Druck von Werder dann extrem groß. Wir standen zu tief, sind nicht mehr richtig hinten rausgekommen. Nach dem Ausgleich mussten wir nochmal richtig leiden und kämpfen. “ Genau zwischen jenen beiden Polen oszillierte das Spiel eben auch. Einer ersten Halbzeit, in welcher der Club Bremen wehtun konnte und bei konsequenter Chancenverwertung 2:0 führt und eine zweite Halbzeit, in welcher Bremen dann die individuelle und mannschaftliche Klasse dazu nutzen konnte, um zum Ausgleich zu kommen und auch am Sieg zu klopfen. 

So gesehen kann man dann eben auch zu dem Urteil kommen, dass Nikola Dovedan (“Insgesamt ist es ein gerechtes Unentschieden.”) und Florian Hübner (“Das Unentschieden ist am Ende schon verdient.”) nach der Partie auch trafen. Es war ein Spiel, das in jede Richtung hätte ausgehen können, und so am Ende eben Remis ausging. Am meisten gefreut über das Remis dürfte sich die Konkurrenz haben. Denn mit dem Remis entwischte weder Werder von St. Pauli weg, noch überholte der Club Darmstadt. Vier Spieltage vor Schluss ist der Blick auf die Tabelle in jedem Fazit legitim. Erst recht, da es für den FCN in der Schlussphase der Saison tatsächlich noch darum geht, ob das Saisonziel übertroffen wird. Denn erreicht ist das Saisonziel Platz 5 bis 8 mit dem Punkt in Bremen nahezu sicher: 11 Punkte auf den Neunten aus Regensburg bei noch zwölf zu holenden Punkten sind realistisch gesprochen uneinholbar.

Nikola Dovedan formulierte es nach der Partie noch einigermaßen zurückhaltend: “Es ist noch alles möglich. Wir spielen noch gegen St. Pauli und Schalke, die vor uns stehen. Wir wollen bis zum Schluss da oben mitspielen und dann schauen, was am Ende rauskommt.“  Florian Hübner betonte sogar nur das nächste Spiel: “Wir müssen einfach weiter unsere Leistung bringen. Jetzt geht es für uns gegen Sandhausen, das wird auch wieder ein ganz wichtiges Spiel für uns.“ Tatsächlich könnte den Sandhäusern um Ex-Clubtrainer Alois Schwartz eine Schlüsselrolle zukommen. Sowohl der HSV und Darmstadt, als auch Werder und St. Pauli haben gegen die Kurpfälzer bereits Federn gelassen, spielten alle vier nur 1:1 gegen den Tabellenfünfzehnten, der allerdings in der Rückrundentabelle auf Platz vier liegt und die wenigsten Gegentore kassiert hat.

Gewinnt man die Partie gegen Sandhausen, so rückt man sicher näher an die Konkurrenz heran, denn die spielt am kommenden Wochenende komplett gegeneinander: Am Samstagnachmittag spielt Werder bei Schalke, am Samstagabend trifft Darmstadt am Millerntor auf St. Pauli. Das heißt, das Aufstiegsrennen, bei dem der Club nicht nur Türsteher, sondern auch Partygast sein kann, sortiert sich nach dem kommenden Wochenende neu. Ist man dann immer noch mittendrin, wird man sicher für die letzten drei Partien neue Ziele ausgeben. 

 

5. Die Kennzahlen

Bremen Nürnberg
1Tore1
1,99/2,0/1,94expected Goals (Wyscout/538/DFL)1,39/2,1/1,43
1,57Post Shot xG (Wyscout)1,64
1,99xG ohne Doppelchancen (Wyscout)1,35

1,57

PSxG ohne Doppelchancen (Wyscout)1,62
16Schüsse6
6Schüsse aufs Tor5
8Ecken2
1Freistöße3
66Ballbesitz zeitbasiert (in %)34
72Ballbesitz passbasiert (in %)28
85Passquote (in %)75
12Fouls9
4,7PPDA (gegnerische Pässe pro eigene Defensivaktion)8,8
10,1Challenge Intensity (Defensivaktionen pro Minute gegnerischen Ballbesitzes)5,6
17,3Spieltempo (Pässe pro Minute Ballbesitz)13,4
24Ballbesitzphasen (geg. Strafraum)10
00:21Ballbesitzdauer (Ø)00:10

*Alle Daten (außer den Varianten bei den xG) stammen von Wyscout. Benutzung der Daten von Wyscout unter der Journalistenlizenz des Anbieters.Die Terminologie von Wyscout wird in diesem Glossar erläutert.

6. Die Notenübersicht

SpielerCU-NoteKickernordbayern.deBILDWhoScoredSofaScore
Christian Mathenia22227,6/107,6/10
Kilian Fischer3-32,536,9/106,9/10
Christopher Schindler33,5336,6/106,7/10
Florian Hübner2-2,52,536,9/106,8/10
Tim Handwerker3-33,546,3/106,7/10
Taylan Duman+443,546,5/106,5/10
Lino Tempelmann2-2327,6/107,3/10
Tom Krauß32,5338,6/108,4/10
Mats Møller Dæhli+433,536,4/106,9/10
Lukas Schleimer44446,6/106,1/10
Nikola Dovedan33326,7/106,8/10
       
Pascal Köpke446,2/106,5/10
Fabian Nürnberger6,1/106,6/10
Johannes Geis6,0/10-/10
Enrico Valentini6,1/10-/10
Durchschnitt3,162,953,363,086,74/106,91/10

5 Gedanken zu „Türsteher oder Partygast – Analyse zum Spiel in Bremen

  • Danke für die tolle Analyse! Ich habe nur folgenden kleinen Fehler entdeckt:

    Oben steht:

    Florian Hübner (CU-Note: 2-): Sehr souverän in seinem ersten Startelfeinsatz seit Juli 2021. Gewann alle seine Defensivduelle am Boden. Fing viele Bälle ab.

    Weiter unten heißt es:

    Florian Hübner +3

    Antwort
  • Es wird sehr deutlich, welch hervorragender Trainer Klauß ist. Wenn man an seine Vorgänger denkt, gelang es doch echt lange keinem vorher, dem Team verschiedenste Spielsysteme einzuimpfen. Es ist halt dann doch Schade, daß mindestens einige Leistungsträger den Club am Ende der Saison verlassen werden. Hoffentlich bleibt uns wenigstens der Übungsleiter.

    Antwort
    • Dass man den einen oder anderen Leistungsträger abgeben bzw. verkaufen muss, trifft den Club wohl nicht exklusiv. Auch der FC Sankt Pauli und Darmstadt 98 müssen wohl damit zurechtkommen. Anzunehmen, dass ein Paqarada oder Kyereh oder Tietz in den Notizbüchern der Kaderplaner von betuchteren Vereinen steht.

      Was Robert Klauß anbelangt, stimme ich absolut zu. Ich gehe davon aus, dass unser Trainer auch in der nächsten Saison hier ist. Aber selbst wenn Klauß ein deutlich besseres Angebot bekommen würde und dieses annehmen würde und sein Werk hier unvollendet zurücklassen würde, dann gibt es vermutlich jemanden, der voll involviert ist und die gute Arbeit fortführen könnte: Tobias Schweinsteiger. Der gerade erst seinen Vertrag verlängerte.

      Ich finde, es kommt vor allem darauf an, dass man bei einem Weggang einer wichtigen Führungskraft nicht wieder alles neu erfinden muss. Sondern dass man Spielstil und Spielsysteme weiterverfolgen kann. Dass diesbezüglich Kontinuität gewährleistet ist.

      Das Gleiche gilt fürs Management. Sollte Ruhepol Dieter Hecking irgendwann gehen, was ich sehr schade finden würde, dann steht der Club nicht nackt da und muss verzweifelt wieder wochenlang einen Nachfolger suchen. Nein, Olaf Rebbe könnte die Geschäfte nahtlos weiterführen. Was wichtig wäre.

      Antwort
  • Zur Ausgangslage:
    Wir dürfen dem Saisonfinale gespannt, aber auch entspannt entgegensehen. Das Saisonziel ist so gut wie erreicht. Man kann also nur noch gewinnen.

    Schon zur Winterpause war abzusehen, dass sich die Mannschaften von Schalke und Werder immer mehr finden. Es überrascht daher nicht, dass beide Teams jetzt ganz oben stehen. Und vermutlich wird dies auch so bleiben. Wobei zumindest S04 mit Werder, Sankt Pauli und dem Club noch drei direkte Duelle vor der königsblauen Brust hat.

    Für uns hat das Ganze jetzt Play-Off-Charakter. Im Achtelfinale zuhause gegen den starken SV Sandhausen. Ein dickes Brett. @Flo hat alles dazu gesagt. Unsere Konkurrenz konnte nicht dreifach punkten gegen Favoritenschreck Sandhausen – wir müssen das aber tun, um bei der Musik zu bleiben. Weiter braucht man momentan gar nicht denken. Endspiel Nummer 1 gegen den SV Sandhausen.

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