Saisonrückschau und -vorschau, Teil 4: Die zentralen Mittelfeldspieler (eher defensiv)

Wir blicken in mehreren Folgen mit Hilfe von Noten und Daten auf die Clubspieler 2021/22 zurück und auf die Clubspieler 2022/23 voraus. In Teil 4 geht’s um die Mittelfeldspieler, die eher defensive Aufgaben erfüllen.

Die Aufteilung der Mittelfeldspieler in eher offensiv und eher defensiv ist in gewisser Weise willkürlich. Sicher Johannes Geis spielte klar auf der Sechs, firmierte die ganze Saison als defensiver Mittelfeldspieler? Bei den Herren Tempelmann, Nürnberger und Krauß wird diese Einordnung dann schon unklarer. Alle hatten durchaus auch offensive Aufgaben, allerdings fanden sich eben auch alle zum einen oder anderen Zeitpunkt auf der Doppel-Sechs wieder. Daher landen die genannten Vier – zusammen mit Jens Castrop – in diesem Teil des Rückblicks. Dovedan, Schleimer, Duman und Møller Dæhli sind in Teil 5 dran. Ein kleiner Hinweis in Sachen Daten sei erlaubt. Die hier angegebenen Vorlagen/Assists sind die Werte von Wyscout. Die Italiener legen deutlich härtere Maßstäbe an eine Vorlage an, als nur den Pass zum Torschützen gespielt zu haben, ebenso erhalten Spieler, die für einen verwandelten Elfmeter gefoult wurden, keinen Assist gut geschrieben. So kommt dann beispielsweise Lino Tempelmann nur auf einen Assist (vor Shuranovs 2:0 gegen Heidenheim), in der Zählung des Kicker aber auch fünf.

Johannes Geis (1864 Einsatzminuten; 57,0% der möglichen Minuten; 3 Tore; 1,18 expected Goals; 2 Assists; 2,77 expected Assists)

In der Hinrunde spielte Geis 1421 Minuten (also knapp 86 Prozent der möglichen Einsatzzeit), in der Rückrunde noch 443 (27 Prozent). Das verdeutlicht, wie sich Geis’ Rolle im Laufe der Saison veränderte, war zu Beginn nicht aus dem Team wegzudenken, wurde er immer mehr zum Ergänzungsspieler. Zu einem, der eigentlich nur noch dann zum Zuge kam, wenn vor der Dreierkette ein Quarterback gebraucht wurde. In der Hinrunde war Geis auf der Sechs in der Raute gesetzt und wurde in der Bewertung relativ kritisch gesehen. Die häufigste Note der Bewertenden war eine Vier. Am Ende liegt der Notenschnitt irgendwo zwischen 3,68 (CU und Kicker) und 3,75 (nordbayern.de).

Die maschinellen Bewerter sahen das bei Geis weitgehend anders. Selbst in Spielen, in denen Geis durchgehend mit “ausreichend” bewertet wurde, schafften die statistischen Bewertungen es, Geis auf eine Bewertung um die 7/10 zu ziehen. Ein Grund dafür ist auch in Grafik 2 zu sehen. Geis spielt einfach sehr viele Pässe für Raumgewinn. Das heißt, er ist für den Aufbau verantwortlich, ganz wie es die Rolle als Quarterback verlangt. Was er auch erstaunlich gut macht, ist das Abfangen von Bälle (siehe Grafik 1). Allerdings führt er weniger Zweikämpfe als seine Mitspieler. Das ist – siehe auch die Folge über die Innenverteidiger – zum Teil so gewollt. Blickt man auf die Defensivaktionen (Grafik 3), so macht Geis seine Sache nach hinten auch ordentlich bis gut.

Was Grafik 2 aber auch zeigt, ist dass Geis nicht mit dem Ball läuft. Muss er angesichts von Nebenleuten, die das viel tun auch nicht. Sollte er womöglich auch nicht. Von 418 Zweitligaspielern hat die DFL in dieser Saison ihre Höchstgeschwindigkeit gemessen. Geis landete mit 30,8 km/h auf Rang 403. Nürnberger Bestwerte hatten Kilian Fischer (34,2 km/h, Platz 57) und Jens Castrop (34,1 km/h, Platz 60). Das Tempodefizit, das sich nicht nur auf die Endgeschwindigkeit, sondern auch auf den Antritt bezieht, steht Geis auch dabei im Weg in anderen Grundordnungen, die einen größeren Fokus aufs Tempo legen, zum Einsatz zu kommen. Dennoch wird Geis auch in der kommenden Saison beim FCN eine Rolle spielen, nachdem er im Dezember erst seinen Vertrag verlängert hatte.

Lino Tempelmann (2629 Einsatzminuten; 80,4% der möglichen Minuten; 4 Tore; 3,62 expected Goals; 1 Assist, 1,07 expected Assists)

Auf Platz drei jener internen Sprintdaten folgt dann übrigens tatsächlich schon Lino Tempelmann (34,0 km/h). Jener Tempelmann, der bei den Läufen für Raumgewinn nur deutlich offensiver ausgerichtete Spieler (und Julian Justvan, der zur Hälfte Außenverteidiger und zur Hälfte Zehner gespielt hatte und so die Grafik etwas verzerrt) vor sich lassen muss. Der 23-Jährige kann angesichts dessen, dass er am Ende mehr als achtzig Prozent der möglichen Minuten spielte, getrost als Überraschungsdurchstarter bezeichnet werden. Nur wenige hatten damit gerechnet, dass sich der dynamische Mittelfeldspieler derart schnell und konsequent in der Mannschaft etablieren würde.

In den Bewertungen spiegelt es sich dann auch wieder, dass Tempelmann die Beobachter meistens überzeugen konnte. Beim Kicker (3,21), BILD (3,27) und CU (3,29) waren sich Bewerter über die Saison relativ einig, nur nordbayern.de (3,45) sah den gebürtigen Münchner etwas schlechter. Die vier Bewertungen mit “sehr gut” stammen übrigens alle aus dem gleichen Spiel: Dem 4:0 gegen den 1. FC Heidenheim. Auch die statistischen Aggregatoren sahen Tempelmann weitgehend positiv: Sofascore (6,92) und WhoScored (6,95) lagen da ungefähr gleichauf. Auch dort war das Spiel gegen Heidenheim das am besten bewertete von Tempelmann.

So sehr der Club insgesamt von seiner Dynamik profitiert und davon, dass er den Ball immer wieder schnell durchs Mittelfeld trägt, so sehr muss sich nicht nur Tempelmann, sondern auch der ganze Club noch verbessern, wenn es drum geht, den Ball dorthin zu spielen, wo es weh tut. Da hat Tempelmann wie alle im Kader außer Møller Dæhli – und mit Abstrichen Duman – Nachholbedarf. Dass er an diesem Nachholbedarf in Nürnberg arbeiten darf, ist seit einigen Wochen auch klar. Die Leihvereinbarung mit dem SC Freiburg läuft noch bis in den Sommer 2023.

Tom Krauß (2253 Einsatzminuten; 68,9% der möglichen Minuten; 3 Tore; 1,72 expected Goals; 0 Assists, 1,08 expected Assists)

Enden wird dagegen nach zwei Jahren der Leihvertrag mit Tom Krauß. Der U21-Nationalspieler kehrt zum DFB-Pokalsieger und Champions-League-Teilnehmer nach Leipzig zurück, wird aber von dort dann weiterverliehen. Noch ist unklar, welcher Bundesligist – denn so viel steht fest, es wird ein Erstligist sein – Krauß’ nächster Arbeitgeber werden wird. Was der nächste Arbeitgeber bekommen wird, ist auf jeden Fall einen Balljäger, der sich in die Duelle wirft (siehe Grafik 1) und äußerst viele erfolgreiche Defensivaktionen für sich verbuchen kann (siehe Grafik 3).

Krauß’ Einsatzzeiten im Laufe der Saison litten ein wenig unter der zeitweisen Formationsumstellung auf ein 4-2-3-1. In der Hinrunde spielte er 1314 Minuten, in der Rückrunde nur noch 939. Auch die Leistungen wurden leicht bis mittelschwer schlechter bewertet. In der Hinrunde lagen die Notenschnitte von Krauß zwischen 3,15 (kicker) und 3,46 (BILD), in der Rückrunde zwischen 3,36 (CU) und 3,68 (nordbayern.de). Schwankungen, die es bei den statistischen Aggregatoren nicht gab. Da performte Krauß konstant immer um einen Schnitt von 6,9-7,0/10. Die Algorithmen von SofaScore und WhoScored bewerteten damit die Balleroberungen des Leipzigers höherwertig als die menschlichen Entscheider. Mensch und Maschine waren sich jedoch einig darin, welches das beste Spiel des 20-Jährigen war: Das Spiel in Bremen wurde viermal mit “sehr gut” bewertet und von den Algorithmen mit 8,3 und 8,7.

Krauß’ Zeit in Nürnberg geht nach zwei Jahren, in denen er spielerisch und menschlich weiter gereift ist, zu Ende. Seine letzten beiden Pflichtspiele als Spieler des FCN stehen tatsächlich aber noch aus: In den Spielen mit der U21-Nationalelf des DFB gegen Ungarn (3.6.) und Polen (7.6.) wird Krauß noch ein letztes Mal als Clubspieler geführt werden, ehe er dann seine Karriere anderswo weiterführt. Seine Aggressivität und seine Balleroberungen zu ersetzen, wird Aufgabe der ganzen Mannschaft. Auch wenn möglicherweise auch noch ein personeller Ersatz für ihn gesucht werden muss.

Fabian Nürnberger (1696 Einsatzminuten; 51,9% der möglichen Minuten; 3 Tore; 1,66 expected Goals; 1 Assist; 1,05 expected Assists)

Im Sommer 2021 war Nürnberger noch einer der heißesten Kandidaten für einen Wechsel, der dem Club etwas Kohle in die Kassen spült. Es folgte eine insgesamt eher durchwachsene Saison für den 22-Jährigen. Erst als durch die Umstellung auf ein 4-2-3-1 im Laufe der Rückrunde ein Platz auf der Doppelsechs frei wurde, kam der gebürtige Hamburger wieder zu regelmäßigen Startelfeinsätzen. Was die eingebetteten Grafiken zeigen, ist wo Nürnbergers Problem an sich liegt. Er liegt in vielen statistischen Kategorien im Mittelfeld, nimmt nie Extrempositionen ein.

Das spiegelt ein wenig seine Polyvalenz auf dem Feld wider. Er kann offensiv agieren, wenn er muss, kann aber auch nach hinten arbeiten, wenn es von ihm verlangt wird. Er kann den Abräumer, aber auch den Antreiber spielen. Jene Vielseitigkeit führt aber auch dazu, dass er eben keine feste Rolle im Team hat und es meist Spezialisten gibt, die dann auf ihren jeweiligen Positionen eher zum Einsatz kommen. Schaut man sich die Bewertungen an, so stechen natürlich die vier “Sechser” heraus. Die stehen für das 0:5 gegen Ingolstadt, wo Nürnberger nach 21 schlimmen Minuten schon ausgewechselt wurde. Acht der neun “Zweier” wiederum stammen aus den Spielen in Hannover und gegen Dresden in der Rückrunde, als sich Nürnberger in die Stammelf gespielt hatte. Es folgte eine fünfte Gelbe Karte in Heidenheim, ein Sperre gegen Darmstadt und nur noch weitgehend sporadische Einsätze bis zum Saisonende.

Fabian Nürnberger könnte davon profitieren, dass Tom Krauß’ Leihe beendet ist, ein Konkurrenz um einen Posten im Mittelfeld ist damit nämlich nicht mehr da. Andererseits droht Nürnberger auch weiter schnell ein Opfer seiner Vielseitigkeit zu werden. Überall gut, aber nirgends herausragend war schon für andere Spieler ein Hindernis. Wahrscheinlich wäre sein bester Platz tatsächlich auf der linken Acht in der Raute, wo die Vielseitigkeit am meisten gefragt ist. Für eine Dauerlösung auf der Doppelsechs könnte ihm (1,78m/72 kg) – wie auch Tempelmann (1,75m/75 kg) zum Nachteil gereichen, dass es schlicht an Körpergröße und Masse fehlt, um im Defensivduell zu bestehen.

Jens Castrop (69 Einsatzminuten; 2,1% der möglichen Minuten; 0 Tore; 0,09 expected Goals; 0 Assists; 0,00 expected Assists)

Auch Jens Castrop (1,77/71 kg) bringt jene Größe und Masse nicht mit. Allerdings – siehe oben – ordentlich Tempo und Dynamik. Dieter Hecking beschreibt Castrop deshalb auch so: “Ein aggressiver, laufstarker Spieler, der vielleicht sogar noch einen Tick schneller ist als Tom [Krauß].“ Damit ist auch klar, welche Rolle Castrop in der kommenden Saison idealerweise einnehmen soll. Nach einem halben Jahr Akklimatisierung – und Spielen in der Regionalliga, wo er oft zu den auffälligsten Akteuren zählte – soll Castrop jetzt dann Krauß ersetzen. Inwiefern der 18-Jährige dazu in der Lage ist, wird sich zeigen. Die Chance dazu wird er aber erhalten, nachdem er in dieser Saison zu fünf Kurzeinsätzen (u.a. als Rechtsverteidiger) kam.

Die Saison 2022/23

Geis, Nürnberger, Tempelmann, Castrop – vier Mittelfeldspieler, die man irgendwie mit dem Attribut “defensiv” versehen könnte, ohne dafür zu viel Kritik einzustecken. Dennoch ist von den vier nur Geis einer, der wirklich ein klassischer defensiver Mittelfeldspieler ist – wobei man angesichts dessen Tempodefiziten auch das schon wieder in Abrede stellen könnte. Es ist nicht so, dass der Club in diesem Bereich noch eine Planstelle zu vergeben hätte. Dennoch wäre ein körperlich robusterer defensiver Mittelfeldspieler als Alternative für den Kader wünschenswert. Auch damit Tempelmann, Nürnberger und Castrop ihre Dynamik ungebremst ausspielen können und damit die Balleroberungen von Krauß nicht zu sehr vermisst werden. Die Gerüchte um Marvin Schulz (1,86m/81 kg), der in Luzern Innenverteidiger und Achter in einer Raute gespielt hat, deuten aber darauf hin, dass man möglicherweise einen Spieler dieser Art noch auf der Liste hat, wenn auch vielleicht nicht in höchster Priorität. In der Vorbereitung wird mit Filip Ilic ein U19 Spieler, den man als defensiven Mittelfeldspieler bezeichnen kann, mit dabei sein. Der gebürtige Nürnberger ist Teil des neuen Perspektivkaders und wird die ersten sechs Wochen der Saison bei den Profis trainieren.

14 Gedanken zu „Saisonrückschau und -vorschau, Teil 4: Die zentralen Mittelfeldspieler (eher defensiv)

  • “So sehr der Club insgesamt von seiner Dynamik profitiert und davon, dass er den Ball immer wieder schnell durchs Mittelfeld trägt, so sehr muss sich nicht nur Tempelmann, sondern auch der ganze Club noch verbessern, wenn es drum geht, den Ball dorthin zu spielen, wo es weh tut”….wer war denn in dieser Saison in der Region, “wo es weh tut” jemals anspielbar?

    Unabhängig vom jeweiligen System, ob mit einem zentralen Stürmer oder mit 2 Spitzen – ich kann mich weder an eine Präsenz in der Box noch ein Kreuzen, noch ein Anbieten auf en Flügeln erinnern. Alleine die Tatsache, dass gegen S04 Schleimer als einziger nomineller Stürmer aufgeboten wurde, zeigt das Dilemma.

    Insofern wäre es spannend zu sehen, wohin die Dynamik von Tempelmann und Möller-Daelhi führen würde, wenn wir mal 1-2 zweitligareife Stürmer mit Zug zum Tor verpflichten würden.

    Geis wird m.E. aus seiner Rolle auf der Bank und maximal als Ersatz bei Ausfällen nicht mehr herauskommen. Zu anachronistisch wirkt sein Stil, zu langsam alles, was er macht und auch seine Standards sind zu selten effektiv. Leider sind viele Vertragsverlängerungen (Schäffler, Valentini, Geis) – ausgenommen Handwerker – für die Bank und nicht für die Verstärkung der Mannschaft geschehen.

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    • Da hast du einen guten Punkt, so sehr ich Tempelmanns Läufe schätze, die fast immer Gefahr bringen, so sind diese oft auch Ausdruck dessen, dass einfach niemand anspielbar ist, weder vorne noch auf dem Flügel…

      Meine Hoffnung wäre, dass wir mit Wekesser und Fischer mehr Weite ins Spiel bringen als wir über weite Strecken der Saison hatten. Und die auch bis zur Grundlinie gehen und nicht nur Halbfeldflanken schlagen.

      Generell sehe ich uns mit Tempelmann, Nürnberger, MMD, Duman und den beiden schnellen Außenverteidigern eigentlich auch in einer Position in der wir hoch pressen könnten und den Ball wesentlich näher am gegnerischen Tor gewinnen könnten. (Wobei unsere Innenverteidigung halt nicht wirklich hoch stehen kann, weil sie dafür zu langsam sind. Ein mobiler 6er, der auch hohe Bälle gewinnen kann, wäre da echt eine Revolution…)

      Von MMD würde ich mir gerade im letzten Drittel auch oft mehr Direktheit wünschen, so wichtig er für unser Spiel auch ist, er nimmt mir das Tempo in manchen Situationen zu sehr raus.

      Die Vertragsverlängerungen sehe ich ähnlich kritisch wie du (Handwerker ausgenommen), nachdem es sich da durchaus um unsere Top-Verdiener handelt und die tatsächlich alle drei in der Startelf eigentlich nichts zu suchen haben, mit den Erfahrungen aus unserer erfolgreichsten Saisonphase…

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    • Ja, waren sie, muss man n bisschen auf den Stürmerteil warten, ist sogar ziemlich überraschend, wer da gut abschneidet, was die Strafraumbesetzung und die Chancenqualität angeht.

      Generell ist das auch ein Henne und Ei Problem. Fehlt es an den guten Pässen oder an den Leuten, die die Pässe empfangen können. Einfach zu sagen: “Ja, ich stell da vorne jetzt mal nen Burgstaller rein, dann läuft der Laden schon”, dürfte zu wenig sein. Aber nur zu sagen “Die müssen halt noch mehr gefährliche Bälle spielen” wird auch nicht reichen.

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      • Es klingt tatsächlich billig, nur auf die eine Karte “Burgstaller” zu setzen, aber ich glaube tatsächlich, dass es uns einfach nur an 2 Punkten mangelt: Qualität in der Box und Führungsspieler. Es stimmt, auch Größe und Robustheit fehlt, wobei wir das eigentlich ganz ordentlich kompensieren konnten. Aber man hat gerade bei D98 gesehen, was die an Robustheit auf den Platz gebracht haben, was das dann auch für eine Wucht mit sich bringt. Insofern halte ich Burgstaller oder wegen mit ein anderes vergleichbares Kaliber schon für einen großen Schritt nach vorne. Im Mittelfeld sind wir für die 2.Liga gut aufgestellt. Und ich traue Castrop auch zu, Krauss zu ersetzen.MMD wird nicht mehr direkter und torgefährlicher werden, sonst würde er angesichts seiner anderen Fähigkeiten nicht be uns spielen. Im Sturm würde ich mir jedoch Burgstaller und einen Daferner bzw. alternative 1b-Lösung wünschen, zumal ein Burgstaller auch mal ein paar Spiele verletzt sein kann. Nachdem wir jedoch für unsere bestehenden Stürmer keine Abnehmer finden werden, wird das bei einem Neuzugang im Sturm bleiben, der dann sitzen muss.

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        • Mit Tietz und dem geliehenen Pfeiffer hat Darmstadts Manager Wehlmann auf jeden Fall einen guten Job gemacht. Aber Darmstadt nur auf eine Wucht in der Box zu reduzieren, halte ich für zu kurz gegriffen.

          Da gibt es noch Skarke und Manu, die über die Flügel sehr präsent sind. Es gibt einen Mehlem, der nicht selten als Vorbereiter glänzt. Und es gibt natürlich noch einen Kempe, den Standard-Spezialisten überhaupt in Liga zwei.

          Insofern wird man alleine mit Burgstaller oder Daferner, also einem Zielstürmer, unser Offensiv-Problem maximal lindern, nicht aber in den Griff kriegen. Es braucht auch mehr Input von außerhalb der Box.

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          • Da bin ich inhaltlich bei Florian, das Henne Ei Problem, wenn man Zielspieler in der gegnerischen Box hat eröffnet das für das gesammte Offensivspiel neue Möglichkeiten. Wohin sollen die Schnittstellenpässe oder Flanken im letzten Drittel denn kommen, wenn dort keine Abnehmer oder Stürmer sind, die solche Bälle auch verwerten/behaupten.

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            • Wie oft waren in der jetzt vergangenen Saison am Flügel Mittelfeldspieler oder Außenverteidiger “durch” und in der Box war ….. niemand?

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  • Da denke ich wie xxandl, uns fehlt es deutlich an Körperlichkeit in der Mannschaft. Unser Mittelfeld ist einfach zu klein und zu wenig robust. Ich finde auch, dass ein großer robuster 6er eine große Hilfe sein könnte, uns fehlt es da deutlich an Kopfballstärke. Natürlich sollte er nicht nur zerstören, sondern auch aufbauen können und deutlich schneller sein als Geis.

    Einen wie Simons….

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    • Das könnte aber auch an den Präferenzen des Trainers liegen, mir fiel auf, dass er einige male genau das thematisierte, er will lauftstarke, wuselige, technisch starke Spieler dagegen setzen. Das hörte man diese Saison mehrmals direkt oder indirekt bei seinen Erklärungen heraus, daher kam in mir auch der Verdacht auf, dass die schwache Performance Schäfflers oder Shuranovs zum Teil auch am Trainer lag, der anderen Attributen als die physische Wucht oder Körperlichkeit den Vorzug gab. Klassisches Beispiel die häufige Stürmerposition von Dovedan auch wenn ein Schäffler oder Shu zur Verfügung standen und auf der Bank saßen. ..also so in Richtung koreanischer Spielstil, wo es überall auf dem Platz wuselt 🙂
      Man muß sagen auch mancher Gegner kam damit wirklich nicht klar so oft wie wir ohne klaren Stoßstürmer spielten, das hat einige verwirrt, trotzdem bleibt der Verdacht wir berauben uns damit auch Vollstreckerqualitäten und Abnehmer für Flanken..

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      • Bei Stürmern ist das naheliegend. Gegen große Schränke, die meist nicht so beweglich sind, tun sich kleine Wiesel mit schnellem flachen Spiel leichter als etwas kleinere Schränke, die zwar nicht flinker, aber kleiner sind. Wenn man gleiches gegen gleiches setzt, gewinnt der individuelle Vorteil.

        Wir haben nunmal nur einen körperlich starken Stürmer, körperlich sind wir fast immer im Nachteil. Also setzt man Kontrapunkte, um dem Gegner die Stärken zu nehmen. Ja, das leuchtet ein.

        Beim 6er sehe ich den Vorteil nicht. Wir haben genug mobile Spieler auf den 8ern, da ist ein robuster Mitspieler auf der 6 ein Gewinn.

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      • Aber hat Klauss nicht Spiel für Spiel im Sturm rotiert, gerade weil keine der Alternativen überzeugt hat. Wenn ich zurückdenke, dann kann ich mich eigentlich nur an das Spiel in Aue erinnern, indem mit Dovedan ein Stürmer überhaupt überzeugt hat. In den anderen starken Spielen, waren es alle unsere Mittelfeldspieler. M.E. hätte Klauss gerne auf das Rotieren oder auf ein bestimmtes Konzept (“wuseln”) verzichtet, wenn er egal in welchem anderen Konzept Ansatzpunkte für Erfolg gesehen hätten.

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  • Durchaus überraschend für mich, dass Nürnberger in 5 von 6 der aufgeführten Kategorien besser abschneidet als Tempelmann. Zumal ich Tempelmanns Saison als sehr gut und Nürnbergers eher als sehr mittelmäßig einordnen würde. Die Tempoläufe sind unbestritten, aber auch defensiv hätte ich Tempelmann subjektiv besser eingeschätzt als es diese Werte hergeben. Dass er da z.T. der schlechteste der vier ist, ist schon interessant.
    Gleichzeitig finde ich die (wenig vorhandenen) Raumgewinne und Offensivaktionen von Tom Krauß recht ernüchternd. Dafür, dass er über lange Phasen der Saison auf der rechten Acht gespielt hat, ist das schon sehr defensiv lastig. Bin gespannt, wie er sich künftig in der Bundesliga schlägt und wo er letztlich landet.

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  • Unser Endgegner in dem Transferfenster ist jetzt erstmal “George Clooney” Bornemann. 🙂 … Bei Burgstaller ist noch nichts entschieden und um Daferner bemüht sich St. Pauli auch extrem, die Hamburger Medien schreiben ihn schon förmlich zu St. Pauli. Also alle Stürmer, die für uns passen würden, da entscheidet Borni mit. Ready tu rumble … Hecking vs. Bornemann

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