Zweiter Anzug schlägt Schweinfurt im letzten Test

Der FCN gewinnt in seinem letzten Testspiel gegen den 1. FC Schweinfurt mit 2:1 (2:1).

Am Vortag hatte Robert Klauß dem Test gegen den Vorjahresfünften der Regionalliga Bayern “schon einen großen” Stellenwert zugesprochen. “Erstens sollen alle annähernd neunzig Minuten gespielt haben, damit die Jungs wissen, dass sie bereit sind für neunzig Minuten, zum anderen sollen sie zeigen, dass sie für St. Pauli da sind. Die erste Elf ist nicht in Stein gemeißelt. Ich will von den Jungs sehen, dass sie da sind, falls einer schwächelt, falls sich einer verletzt. Natürlich auch, falls sie überragend spielen, auch dann ist die Tür sofort wieder offen. Wir wollen zum Abschluss der Vorbereitung auch unseren Fans was bieten.” Geboten war für die Fans vor Ort tatsächlich einiges: Der FCN organisierte erstmals wieder ein Fanfest. Das stand im Zeichen der Unterstützung für den Neubau der Kinderklinik in Nürnberg. So gab es neben einigen fußballerischen Aktivitäten wie Fußball-Dart oder einem Dribblingsparcours auch die Möglichkeit einen Krankenwagen für Babys zu inspizieren oder sich am Gipsen von Rasselschweinen zu versuchen.

Auf dem Feld im Testspiel gegen Schweinfurt rasselte es dagegen nur sporadisch: “Mit der ersten Halbzeit war ich zufrieden. In der zweiten Halbzeit hat uns das Tempo gefehlt, da haben wir Momente zum Abspiel nach vorne nicht erkannt”, erklärte Robert Klauß daher auch nach der Partie. Vor der Pause war der Club durch Schäffler nach präziser Flanke von Wintzheimer in Führung gegangen, auch wenn der Stürmer einen zweiten Versuch benötigte. Schäffler war zusammen mit Wintzheimer und Shuranov in einer Art Dreiersturm aufgelaufen: “Wir haben es da sehr variabel angelegt. Es war klar, dass Manuel Schäffler dabei eher der ist, der in der letzten Kette agiert und dass Wintzheimer und Shuranov um ihn herumspielen sollten und von dort aus in die Tiefe kommen sollten. Ich glaube, Shuranov tut sich auch leichter, wenn er nicht immer einen direkten Gegenspieler hat, sondern etwas Freiräume hat.”

Dass dem so ist, bewies Shuranov nach 26 Minuten, als er mit Anlauf das zweite Nürnberger Tor erzielte. Shuranov hatte den Ball selbst im Mittelkreis aufgenommen, auf Castrop gelegt und startete dann den Tiefenlauf. Castrop erkannte die Situation, spielte den Doppelpass. So stand Shuranov frei vor den Schweinfurter Tor und chippte den Ball in den Kasten. Shuranov im Mittelfeld gefunden hatte Niklas Jahn. Der 17-Jährige, so Robert Klauß, “hat einen sehr guten Eindruck gemacht, schon im Trainingslager und die gesamte vergangene Trainingswoche. Heute hat er sehr, sehr gut gespielt auf der Sechs, hat viele Bälle gewonnen, war sehr ballsicher. Er hat auch gecoacht, so wie wir ihn aus der U19 auch kennen. Er bleibt jetzt auch diese Woche noch bei den Profis im Training.” Wie selbstsicher Jahn auftrat, zeigte sich nicht nur in vielen Duellen, die er trotz seiner 56 Kilo gewann, sondern auch, als er eine entstehende Rudelbildung verhinderte, indem er Manuel Wintzheimer daran hinderte, sich mit einem Schweinfurter anzulegen.

Zum Zeitpunkt als Shuranov den Ball von Jahn aufnahm, stand es 1:1, denn Valentini hatte Ex-Clubspieler Pascal Moll in die Hacken getreten und Adam Jabiri den fälligen Strafstoß verwandelt. Die Gäste hatten vor allem nach Standards ihre Gelegenheiten. In der Schlussphase des Spiels musste Sadik Fofana einen Ball von der Linie köpfen. Das war nach der Pause schon fast das größte Highlight in einem Spiel, das über weite Strecken deutlich verflachte: “Wir haben es noch nicht erkannt, wann wir einen klaren Ballbesitz brauchen und wann können wir Richtung Tor spielen. Deshalb hat es nur zu zwei Toren gereicht. Das werden wir auch klar ansprechen, dass wir da noch mehr Gier entwickeln müssen, Tore zu schießen”, übte Trainer Klauß, dann auch Kritik an der zweiten Halbzeit. Angesprochen auf die Vorbereitung im Ganzen führte er aus: “Wir sind im Plan. Inhaltlich sind wir schon weit. Jetzt geht es darum, die Mentalität Zweikämpfe führen zu wollen, weiter in die Mannschaft zu bekommen, denn das brauchen wir auf St. Pauli.” Ob dann einer derjenigen, die am Samstag gegen Schweinfurt auf dem Platz standen, in der Startelf steht, wird sich zeigen. Neben Niklas Jahn, hob Robert Klauß im Gespräch nach der Partie auch Manuel Wintzheimer positiv hervor.

Aufstellung:
Klaus – Valentini, Fofana, Breunig, Wekesser (46. Brown) – Jahn – Duman, Castrop (76. Ilic) – Shuranov – Schäffler (76. Fuchs), Wintzheimer

Tore: 1:0 Schäffler (6.), 1:1 Jabiri (10., Elfmeter), 2:1 Shuranov (26.)

14 Gedanken zu „Zweiter Anzug schlägt Schweinfurt im letzten Test

  • In Minute 18 verhinderte unser Torwart Klaus mit einer starken Parade das 1:2 .
    Leider gab es kein positiv pushing von einem der Feldspieler nach dieser Aktion für den Torwart
    der seit er beim FCN ist selten schöne Erlebnisse auf dem Feld hatte.
    Wenn ein Team 10 Tage vor Saisonstart Emotionen im Training aufbauen muss hat es ein Problem.
    Wenn keiner Klaus nach dieser Abwehr seine Anerkennung zollt war für mich das Teambuilding in
    Südtirol nur begrenzt erfolgreich.

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  • Was mich etwas beschäftigt, wenn man mal alle Testspiele zusammenfast, die jetzt abgeschlossen sind, wo stehen wir jetzt eigentlich? Mir war das noch nie so unklar.

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  • So meine Herren der Vereinsführung:
    Wie lautet das Saisonziel?

    Alles unter “Das obere Drittel” wäre inkonsequent und ein Eingeständnis des Qualitätsverlusts.

    Aktuell steht der Club für mich im luftleeren Zweitliga-Raum.
    Ein Überangebot im Sturm – es droht erneut ein experimentelles Jahr in der Offensive und keine Klarheit auf der zentralen 6er Position bzw. in der Systemfrage.
    Der Verlust von TK wiegt schwer.
    Gleichwertiger Ersatz: Fehlanzeige.

    Mein Saisontipp: 7-11
    Mein Wunsch: Freitagabendheimspiel gegen Sandhausen am 22. Spieltag.
    Meine Hoffnung: Trainer RK schafft den nächsten Entwicklungsschritt…
    Meine Befürchtung: …sonst kann das ganz schnell vorbei sein, auch mit DH im Rücken.

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  • Trotz der frühzeitigen Integration der Wunschstürmer des Trainers bleibt in der Offensive vieles Stückwerk. Zudem wirkt der FCN bei hohem Ballbesitzanteil (wie gegen SW) ungefährlich, langsam und unkreativ.
    Die Abhängigkeit von MMD wurde nicht aufgelöst, hoffentlich bleibt er fit.
    Trainer Klauß mag ein guter Taktiker sein und er ist in der Lage, junge Spieler weiterzuentwickeln. Das Thema “Emotionalität / Gier / Einstellung” hatten wir jetzt allerdings schon einige Male, da geht nichts voran. Teambuilding scheint in der Tat nicht sonderlich wichtig gewesen zu sein, wie man beim Rafting den Teamgedanken fördert erschließt sich mir nur begrenzt. Wird spanned zu sehen, ob bei dem Überangebot im Sturm alles harmonisch bleibt in der Kabine.

    Zum Thema Saisonziel hört man nichts, dann braucht man sich auch über die lasche Einstellung der Mannschaft nicht zu wundern. Wie es um die Finanzen bestellt ist weiß auch kein Mensch. Hoffentlich kommt da nicht bald die nächste große Überraschung ums Eck.

    Es ist sicherlich nicht verkehrt, wenn das manisch-depressive Club Umfeld nicht gleich wieder völlig eurphorisiert in die Saison startet. Ob diese Saison mehr angestrebt wird als in der letzten wüsste ich (als Mitglied) dann schon gern.

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  • Der Rasen ist beim Nachbarn grüner oder gehaltvoller von Walther Rathenau “Denken heißt vergleichen” wenn ich mir bei anderen die Vorbereitungs News so durchlese beschleicht mich so ein Gefühl im Vergleich zu uns, ob das in die richtige Richtung ging in der Vorbereitung, zitiere mal H96

    “Die 2. Liga kann kommen.” Leitl unbesiegt als Trainer

    Hannover 96 gewann die Generalprobe gegen den holländischen Erstligisten FC Groningen mit 3:0 – und geht unbesiegt in den Zweitliga-Auftakt bei Aufsteiger Lautern (Freitag, 20.30 Uhr). Max Besuschkow traf doppelt, Hendrik Weydandt gelang ein Traumtor.

    auch bei unserem Nachbarn aus der Westvorstadt macht vieles einen besseren Eindruck zum Status Quo ..

    Ich weiß nicht bin ich zu kritisch aber mich hat gar kein Spiel in der Vorbereitung überzeugt, da reicht auch nicht die 1. gute Halbzeit gegen den 2. und 3. Anzug von Arsenal auch nicht knappen glanzlosen Siege gegen unterklassige Gegner.

    Wir haben gleich den Knaller in St. Pauli und dann hinterher schon das Derby … das kann gut gehen aber es könnte dann auch schon der Baum brennen. Wir haben auch noch die Anleihen aus einem schwachen Saison Ausklang. …

    Rein gefühlt, sind die Eindrücke beim FCN sehr gemischt vor dem Start vorsichtig gesagt. Das Problem ist das frühe Derby ist schon ein energetischer Richtungszeig für die ganze Saison auch wenn es ein früher Zeitpunkt ist.

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  • Wir spielen wie immer gegen alle Mannschaften 2x. Mir ist es egal, wann wer in welcher Reihenfolge drankommt. Wenn wir unsere Qualitäten auf den Platz bringen ist gegen jeden Gegner alles möglich. Der Kader hat eine gute Zusammensetzung, ist mind. doppelt auf jeder Position besetzt. Gelingt uns das nicht, dann kann es in einer ausgeglichen 2. Buli auch schnell nach unten gehen. Abgerechnet wird zum Schluss. Die ersten 10 Spiele sind richtungsweisend. Ich freu mich auf die neue Runde und dass wir mit Daffi und KD endlich mal wieder Torgefahr im Kader haben.

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    • Aber wir haben gegen jeden nur ein Heimspiel auch im Derby, das für die Fürther seit langer Zeit ein Selbstbedienungsladen ist. Mag ich anders sein als viele Fans, aber ich fand die Derbypleiten immer besonders nachhaltig in ihrer Wirkung. Daher weil das so früh kommt diesmal wo stehen wir denn jetzt nach der Vorbereitungen, aber erste Antworten am Samstag nach einer für mich jedenfalls nicht überzeugenden Vorbereitung, der Kader ja, aber nicht die Entwicklung der Mannschaft.

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    • Ich sehe uns auch gut aufgestellt, in der Offensive muss man ein klares Upgrade bescheinigen. MMD war jetzt noch nicht so stark, aber der hat auch noch Trainingsrückstand. Wird schon.
      Was mir ein wenig Sorgen macht, ist die Defensivleistung von Gyamarah, die fand ich nicht sattelfest (offensiv hingegen war er recht ordentlich) und die Tatsache dass wir als “Stammformation” mit Geis auf der 6 gestartet sind. Da finde ich uns (seit Jahren schon) einfach nicht optimal aufgestellt. Ich möchte fast sagen, seit Timmi Simons hatten wir keinen überzeugenden 6er mehr.
      Niklas Jahn macht da Hoffnung, aber der ist halt auch “nur” ein “Grischberler”, also ein körperlich nicht allzu kräftiger Spieler. Und diese Saison dürfte noch etwas früh sein. Andererseits kann man als 6er auch als kleiner Spieler internationale Klasse erreichen, wie z.B. Marco Verratti von PSG beweist (der ist nur 1,65 m).

      Mit den von mir empfundenen Mängeln bleibt der Kader eine Wundertüte. Alles ist möglich…

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      • Ich sehe uns auch gut aufgestellt personell, ich habe immer die Offensive bemängelt da bin ich mit Daferner und Duah absolut happy als Neuzugänge. Den selben Trainer in der 3. Saison auch das hat Seltenheitswert beim FCN, so daß auch eine Mannschaft, die auch noch fast komplett zusammengeblieben ist eigentlich eine eingespielte Maschine sein müßte.

        Und dann siehst du in den Testspielen davon gar nichts. Für mich kein einziges Testspiel, dass als gesamtes zeigt ok das ist ein echter Fortschritt zur letzten Saison. Im Gegenteil man hat das Gefühl wir ziehen die tollen Neuzgänge eher auf diese Club Lethargie runter. Ok ich kann mich täuschen und will wahnsinnig gerne am Samstag widerlegt werden 🙂 … Klar hat man Hoffnung auf diese neue Saison. Ich erwarte auch gar nicht zuviel 1 Punkt auf St. Pauli wäre zum Start doch in Ordnung aber ich will schon gerne, dass endlich mal das Derby gewonnen wird nach vielen bitteren Pleiten.

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  • Auf Grund der schlechten letzten Spiele in der letzten Saison und der durchweg erschreckenden Leistungen in der Vorbereitung bin ich eher skeptisch in der Erwartung der nächsten Saison, wenn das mal nicht wieder eine Zitterrunde bis zum letzten Spieltag wird. Auf keinen Fall werden wir besser als letztes Jahr. Ich gehe von einem Trainerwechsel spätestens im November aus, dann eine gute Rückrunde, und vielleicht wieder der 8. Platz.
    Aber die Hoffnung stirbt zuletzt, nur meine ist schon ziemlich schwach und hängt am Tropf.

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  • Ich fand neben dem N. Jahn besonders den Brown recht gut. Spielt völlig ruhig und sicher hinten seine Bälle raus und verliert keinen Zweikampf.

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