Die 17 Anderen – Folge 14: Hamburger SV

Im Zuge der Saisonvorbereitung der Konkurrenz blicken wir in loser Folge darauf, wie der Kader bei den Gegnern strukturiert ist und was letzte Saison auffällig war. Im vierzehnten Teil geht es um den Relegationsverlierer.

  1. Steckbrief
  2. Spielstil 2021/22
  3. Kader 2021/22
  4. Trainer 2022/23
  5. Kader 2022/23

1. Steckbrief

TrainerTim Walter (seit 1.7.2021, zuvor VfB Stuttgart [1.7.2019 bis 23.12.2019], Holstein Kiel [1.7.2018 bis 30.6.2019), FC Bayern München II [1.7.2017 bis 30.6.2018.])
AbgängeJosha Vagnoman (VfB Stuttgart), Faride Alidou (Eintracht Frankfurt), David Kinsombi (SV Sandhausen), Jan Gyamerah, Manuel Wintzheimer (beide 1. FC Nürnberg), Giorgi Chakvetadze (KAA Gent, Leihende), Mikkel Kaufmann (FC Kopenhagen, Leihende)
ZugängeMario Vušković (Hajduk Split, war bereits ausgeliehen), Miro Muheim (FC St. Gallen, war bereits ausgeliehen), Filip Bilbija (FC Ingolstadt 04), Matheo Raab (1. FC Kaiserslautern), László Bénes (Borussia Mönchengladbach), Ransford-Yeboah Königsdörffer (Dynamo Dresden), Bent Andresen, Elijah Krahn (beide eigene zweite Mannschaft), Aaron Opoku (VfL Osnabrück, Leihende), Xavier Amaechi (Bolton Wanderers, Leihende), Robin Meißner (Hansa Rostock, Leihende), Ogechika Heil (Go Ahead Eagles, Leihende)
Platzierung 2021/223. Platz, Zweite Liga (60 Punkte, 67:35 Tore)
Bilanz gegen FCN seit 196338 Siege – 19 Remis – 17 Niederlagen (149:88 Tore)
Ex-Cluberer?Tim Leibold spielte 2015 bis 2019 beim FCN
Ex-Hamburger?Christian Mathenia (2016-18), Fabian Nürnberger (in der Jugend bis 2015), Neuzugänge Manuel Wintzheimer (2018/19 und 2020-2022) und Jan Gyamerah (2019-2022). Darüber hinaus Sportvorstand Dieter Hecking (2019/20) als Trainer und Co-Trainer Tobias Schweinsteiger (2019/20) als sein Co-Trainer.

2. Spielstil 2021/22

Der Blick aufs Spielstildiagramm verrät: Der HSV war in vielerlei Hinsicht ein Team der Extreme: Höchster Pressingdruck, höchster Ballbesitz, wenigste lange Bälle, wenigste Fernschüsse. Ein Spielstildiagramm des FC Bayern in der Bundesliga sähe sehr ähnlich aus. Die Hamburger waren, rein spielerisch auch das dominanteste Team der Zweiten Liga. Der HSV hatte die meisten Ballkontakte im gegnerischen Strafraum, die höchste Chancenqualität nach xG pro Schuss. Nach expected Goals stellte man die torgefährlichste Offensive. Nach expected Points hätten die Rothosen eigentlich aufsteigen müssen. Das hätten sie aber auch schon 2020/21 und 2019/20. Sie taten es erneut nicht. Tatsächlich scheiterte der HSV vor allem an seiner Chancenverwertung: Die entscheidenden Spiele im April gegen Paderborn (1:2, xG: 1,56 : 0,3) und Kiel (0:1, xG: 1,41:0,42) wurden nach frühen Rückständen trotz guter Chancen nicht mehr gedreht, sie zeigten auch noch einmal deutlich auf, dass die Chancenverwertung am Ende den HSV um den Aufstieg brachte. Es brauchte nach diesen Spielen eine kolossale Aufholjagd von sieben Punkten in fünf Spielen, um Dritter zu werden. Das gelang, doch in der Relegation scheiterte der HSV an Hertha.

Im Gegensatz zu den anderen Spielzeiten musste der Übungsleiter nicht während oder nach der Saison gehen. Man hielt an Tim Walter fest und an seinem ganz eigenen Spielstil (siehe Trainer 2022/23). Aber: Tim Walter adaptierte die übliche Spielweise. Der „Walterball“ war abgeschwächt im Vergleich zu dem, was Tim Walter noch in Kiel und Stuttgart spielen hatte lassen. Die Grundordnung war meistens ein 4-3-3, das gerade im letzten Drittel sehr flügellastig ausgelegt wurde. Der HSV war auch deshalb die Mannschaft mit den meisten Flanken. Fast zwanzig Mal pro Spiel wurde der Ball nach innen geflankt. Da fast 41 Prozent der Flanken ankamen – auch das Bestwert der Liga – kann man diese Herangehensweise nachvollziehen, auch wenn generell Flanken eine geringe Wahrscheinlichkeit haben, an den Mann zu kommen. Der Schnitt bei Flanken liegt in den meisten Ligen europaweit um oder unter einem Drittel angekommener Flanken. Hamburg hatte von allen Erst- und Zweitligisten in den Top 6 Ligen Europas die beste Erfolgsquote bei Flanken. Das heißt aber nicht, dass Hamburg einfach den Ball auf die Flügel jagte und dann den Ball hoch in den Strafraum pumpte. Die Flanke war ein Stilmittel, der Schnittstellenball und das Dribbling kamen genauso zur Geltung.

Im Vergleich zu Walters Zeit in Kiel oder Stuttgart rochierten die Verteidiger weitaus seltener in die vorderste Linie, sondern meist nur ins Mittelfeld. Man versuchte zwar ganz im Stile des Walterballs, den Gegner durch stete Positionswechsel zu verwirren und aus der Position zu ziehen. Das fand aber bei Weitem nicht mehr in so extremer Form wie in der Entstehungsphase des „Walterball“ statt. Das hatte auch mit der Verletzung von Tim Leibold im Pokalspiel in Nürnberg zu tun. Während der Ex-Nürnberger öfter nach innen in Richtung Strafraum zog, blieb sein Ersatz Miro Muheim meist auf den Flügeln und flankte dafür häufiger. Die Spielweise war ausrechenbarer als das variable Spiel, das den HSV mit Leibold auf links auszeichnete. Es war aber andererseits über weite Strecken immer noch variantenreicher und weniger auszurechnen als bei vielen anderen Zweitligisten.

 Hamburg 2021/22
Tore/expected Goals67/75,2
Gegentore/expected Goals against35/44,0
Schüsse pro 90/xG pro Schuss13,85/0,149 (⌀: 12,05/0,120)
geg. Schüsse pro 90/xG pro geg. Schuss10,31/0,117 (⌀: 12,05/0,120)
Ballbesitz/Dauer durchschn. Ballbesitzphase64,1%/17,4s (⌀: 50%/13,3s)
PPDA/Chal. Intensity6,50/8,0 (⌀: 9,71/6,4)
Zweikampfquoten Off./Def./Luft/fr. Ball39%/63%/48%/47% (⌀: 39%/61%/47%/41%)
Für Erklärungen der Begriffe hier klicken.
Spielstil im Vergleich zu anderen Zweitligisten anhand ausgesuchter Parameter. Für Erklärungen der Begriffe hier klicken. Unterschiede zwischen Tabelle und Grafik ergeben sich aus unterschiedlichen Rundungen und Durchschnittsbildungen.

3. Kader 2021/22

Der HSV war vor allem in einer Hinsicht ein Extremum: Er hat keinen Spieler über 29 eingesetzt. Im Kader stand mit Tom Mickel, dem dritten Torwart, auch nur ein Spieler, der jenseits der dreißig war. Der kam aber nicht zum Einsatz. Stattdessen kamen bei keinem Zweitligisten die U23-Spieler auf mehr Minuten, 42 Prozent der möglichen Einsatzzeit wurden von Tim Walter an die jungen Spieler vergeben. 27 Prozent sogar an U21-Spieler, auch das der höchste Anteil unter allen Mannschaften der Liga. Logischerweise war der HSV auch die Mannschaft mit dem geringsten Durchschnittsalter. Angesichts dessen, dass man vor der Saison mit Hunt, Terodde, Ulreich, Gjasula und Leistner gleich fünf Ü30-Spieler abgegeben worden waren, die alle mindestens 1500 Minuten gespielt haben, scheint dahinter zumindest teilweise Strategie zu stecken.

Ein Blick aufs Diagramm offenbart auch eine recht klare Trennung zwischen Spielern über 2100 Minuten (also etwas weniger als zwei Drittel der möglichen Minuten) und Spielern unter 1500 Minuten (also weniger als der Hälfte der Spielzeit). Geht man von der 4-3-3 Struktur aus, die Tim Walter in der Regel als Ausgangsformation wählte, so kommt man auf eine relativ klare Stammformation mit kleineren Variationen. Kapitän Schonlau in der Innenverteidigung machte außer das Derby gegen Bremen in der Hinrunde, wo er nach 52 Minuten vom Platz gestellt wurde und das folgende Spiel gegen den FCN, alle Spiele über 90 Minuten. Sechser Jonas Meffert wurde hin und wieder ausgewechselt, startete aber auch jedes Spiel außer das Spiel in Düsseldorf, nachdem er in Nürnberg die fünfte Gelbe Karte gesehen hatte. Dazu kommt auch Stürmer Robert Glatzel, der in allen 34 Spielen in der Startelf stand. Die Grundordnung meistens ein 4-3-3

Auch Moritz Heyer, der über weite Strecken Rechtsverteidiger spielte, Keeper Daniel Heuer Fernandes, Sonny Kittel, der mal am linken Flügel, meist aber auf der linken Acht spielte, Rechtsaußen Bakery Jatta, Ludovit Reis, der meist die rechts Acht spielte und Mario Vušković, der nach der Anfangsphase der Saison und etwas Akklimatisierung neben Schonlau spielte, bildeten die Kerngruppe. Als Linksverteidiger begann Tim Leibold, nach dessen schwerer Verletzung im Pokalspiel gegen den FCN ersetzte ihn Miro Muheim, in der Schlussphase der Saison spielte ab und zu auch Josha Vagnoman die Rolle. Vagnoman war zum Teil auch Rechtsverteidiger und Linksaußen, verpasste aber weite Teile der Saison mit einem Sehnenabriss im Oberschenkel.

Jene Position auf Linksaußen, die unter anderem Vagnoman bekleidete, war die, die den meisten Wechsel sah. Kittel, Vagnoman, Wintzheimer, Alidou und Winterleihe Chakvetadze durften sich auf dem Flügel versuchen. Eine Ideallösung, die mit dem immer wieder nach links driftenden Kittel perfekt harmonierte, fand sich nicht. Daher überrascht es auch nicht, dass die Zahl der Flanken von rechts, wo Bakery Jatta zu den häufigsten Flankengebern der Liga zählte, so viel höher war als von links. Ohne Tim Leibolds Verletzung hätte das wahrscheinlich anders ausgesehen. Bis zu seinem Kreuzbandriss war das Spiel des HSV deutlich häufiger nach links orientiert. Der zu Saisonbeginn 2021/22 27-Jährige bestach durch sein sicheres und gefährliches Passspiel und seine gefährlichen Flanken.

So waren über die ganze Saison gesehen neben dem angesprochenen Jatta natürlich Sonny Kittel und Robert Glatzel die auffälligsten Spieler. Kittel schoss neun Tore, legte doppelt so viele auf. Glatzel erzielte 22 Treffer – davon elf mit dem Kopf – und bereitete vier vor. Nur viermal (beim 2:2 gegen Nürnberg, beim 1:0 gegen Schalke, beim 1:0 in Dresden, beim 3:0 in Ingolstadt) legte Kittel Glatzel auf, von den restlichen Vorlagen profitierten andere. Kittel war – das folgt aus den vielen Assists, die auch aus Standards entstanden, fast zwangsläufig – in allen Kategorien des Aufbauspiels: Kreative Pässe, Steckpässe, Pässe zu Abschlüssen, Pässe in Tornähe in der Ligaspitze. Das Problem, wenn der Gegner – wie Hertha im Relegationsrückspiel, aber auch Paderborn Anfang April – Kittel aus dem Spiel nahm, war die Kreativität des HSV deutlich verringert.

4. Trainer 2022/23

Tim Walter ist einer der innovativsten, aber auch rigorosesten Trainer im deutschen Profifußball. Dabei gehört er – wie Clubtrainer Robert Klauß, Leipzigs Domenico Tedesco, Augsburgs Enrico Maaßen, Dortmunds Edin Terzić, Stuttgarts Pellegrino Matarazzo oder Gladbachs Farke – zu der Gruppe an Trainern, die selbst nie als Profi gespielt haben, jetzt aber im Profibereich trainieren. Walter, der selbst nie höher als in der – damals fünftklassigen – Verbandsliga gespielt hat, sieht darin sogar einen Vorteil, wie er gegenüber dem SWR erklärte: “Ich habe gemerkt, dass ich vielleicht doch bessere Voraussetzungen habe, die Dinge, die ich auf dem Platz nicht umsetzen kann, dann als Trainer zu vermitteln”.

Walter gehört zur fußballerischen Avantgarde in der Republik. Mit seinen Vorstellungen von flexiblen fließenden Positionen und druckvollem mutigem Spiel gehört er zu den Lieblingen der Fußballnerds, die für seinen Fußball auch den Begriff des “Walterballs” erfunden haben. Tobias Escher, Doyen der deutschen Taktikszene, beschrieb Walters Idee daher auch plastisch so: „Wer das erste Mal einer Mannschaft von Tim Walter zuschaut, kapiert erst einmal gar nichts.“ Das liegt daran, dass Walter die Positionszuordnungen seiner Spieler in höchstem Maße flexibel sind. Besonders auffällig wird dies bei den Innenverteidigern. Die gestalten in der Idealvorstellung des “Walterballs” den Spielaufbau nicht allein dadurch, dass sie den Ball bei den Mittelfeldspielern abgeben und sich dann wieder in die Kette zurückfallen lassen.

Stattdessen tragen sie den Ball selbst ins Mittelfeld und beteiligen sich dort am Spielaufbau. Zur Absicherung rücken stattdessen die Außenverteidiger nach hinten in die Kette. Die Sechser, in deren Raum die Innenverteidiger mit dem Ball aufrücken, rutschen dann weiter auf dem Spielfeld nach vorne und schaffen so Überzahl in Tornähe. Bisweilen ziehen aber auch die Außenverteidiger in die Mitte zum Aufbau. Dann rücken die Sechser in die Kette oder sogar auf die Außenposition. Wenn das Spiel funktioniert, ist der Druck für die gegnerische Offensive fast nicht auszuhalten. Dann wird der Ball so lange unter Rochaden und Bewegungen gespielt, bis sich eine aussichtsreiche Abschlussposition ergibt. Geduld auf dem Platz ist unter Walter eine Kerntugend. Gleichzeitig eilt Walter aber auch der Ruf voraus, in besonderer Weise von sich überzeugt zu sein. Das sorgt einerseits immer wieder für Irritationen, Walter wird oftmals als arrogant wahrgenommen. Andererseits überträgt er die Überzeugung hinsichtlich seiner Art des Fußballs auch auf die Spieler, sofern die davon zu überzeugen sind. Sind sie es nicht, dann haben sie keinen Platz bei Walter.

Ein Beispiel dafür ist Toni Leistner, mit dem der HSV im August 2021 den Vertrag auflöste, da er nicht in Walters Vorstellungen passte und Walters Vorstellungen nicht zu Leistner. Von der Art und Weise, wie andere Fußball spielen, ist Walter dann auch oft nicht sonderlich angetan. Als Trainer von Holstein Kiel – seiner ersten Profistation – kritisierte er den späteren Aufsteiger Union Berlin als Truppe, die nicht am Fußball spielen interessiert sei. Prompt versuchten die Spieler von Union auf der Aufstiegsfeier Walter anzurufen, um sich mit „hier sind die, die nicht Fußball spielen können“ zu melden. Leider entwickelte sich kein Gespräch, weil Walter nicht ans Telefon, sondern nach der Saison nach Stuttgart ging. Auch dort führte er sein System und seine Vorstellung vom Fußball ein, stand zu Weihnachten 2019 auch auf Platz drei. Dennoch wurde Walter, wohl auch wegen atmosphärischer Störungen, entlassen. Zum ersten Mal in seiner Karriere, in der er vor den Profistationen im Jugendfußball beim KSC und beim FC Bayern tätig gewesen war. Eineinhalb Jahre später fand Walter beim HSV eine neue Anstellung, wo er die Rothosen zur besten Zweitligaplatzierung der Vereinsgeschichte führte, aber dennoch den Aufstieg in der Relegation gegen Hertha BSC verpasste.

5. Kader 2022/23

Der Abgang von Sonny Kittel in die MLS stand bereits im Raum, doch dann platzte der Wechsel zu DC United. Der 29-Jährige bleibt also erst einmal in Hamburg. Hamburg verlassen haben dagegen einige Spieler, die nur zu den Ergänzungsspielern unter Tim Walter gehört hatten: Mittelfeldspieler David Kinsombi wechselt zu seinem Bruder nach Sandhausen, die Leihen von Chakvetadze und Kauffmann wurden nicht verlängert. Rechtsverteidiger Gyamerah und Angreifer Wintzheimer wechseln beide nach Auslaufen ihres Vertrages zum 1. FC Nürnberg. Faride Alidou, der in der Schlussphase der Saison oft auf Linksaußen spielte, geht zu Eintracht Frankfurt. Permanent gemacht wurden dagegen die Leihen von Mario Vušković und Miro Muheim, so dass die Abgänge tatsächlich eigentlich nur Spieler aus dem Bereich der Rollen- oder Einwechselspieler bestanden. Das gilt auch für Joscha Vagnoman, der 21-jährige Rechtsverteidiger wechselte unter großer medialer Begleitung für 3,5 Millionen Euro zum VfB Stuttgart.

Hinzu geholt wurden – neben den nach Leihen festverpflichteten Muheim und Vušković – zwei Spieler für die linke Außenbahn, die in der vergangenen Saison wechselnde Akteure sah. Mit Filip Bilbija kommt ein Flügelspieler, der überdurchschnittlich gut in der Balleroberung ist, aber auch regelmäßig Tore erzielt. Der 22-jährige gebürtige Berliner schoss in der abgelaufenen Saison für Absteiger Ingolstadt sieben Tore, hatte in der Saison 2020/21 sechs Treffer – darunter einen in der Relegation – zum Aufstieg der Schanzer beigetragen. Auch Ransford-Yeboah Königsdörffer kommt von einem Absteiger. Der 20-Jährige, wie Bilbija in Berlin geboren, kommt von Dynamo Dresden. Königsdörffer pendelte in Dresden zwischen den Außenbahnen und dem Sturmzentrum.

Die Rolle auf der Außenbahn scheint dem bei Hertha BSC ausgebildeten Angreifer mehr zu liegen, denn er hat Probleme, in gute Schusspositionen zu kommen (nur 0,15 xG/90 im Seniorenbereich, dennoch zwölf Tore den letzten zwei Jahren). Dagegen ist er auf der Außenbahn mit seiner hohen Geschwindigkeit stets eine Gefahr, auch weil er ein anständiger Ballträger ist, selbst wenn Entscheidungsfindung bei der Ballannahme und beim Passspiel noch verbessert werden müssen. Königsdörffer arbeitet schon jetzt gut nach hinten und gewinnt die meisten seiner Zweikämpfe gegen ballführende Gegner und passt von seinen Anlagen her gut in eine Spielweise, die wie bei Walter auch auf Breite angelegt ist. Darüber hinaus hat sich der HSV auf der Torwartposition mit Matheo Raab verstärkt. Der 23-Jährige kommt vom FCK (siehe Folge 3) und ist derzeit einer von fünf Torhütern im Aufgebot.

Die Verpflichtung von László Bénes wirkte im ersten Moment wie ein Vorgriff auf einen Abgang von Sonny Kittel. Inwiefern der Transfer des 24-jährigen Slowaken mit Gedanken an einen Abgang des Schlüsselspielers der Vorsaison getätigt wurde, bleibt offen. Bénes kommt von Borussia Mönchengladbach, wo er seit 2016 unter Vertrag stand. Dort war er nie zum Stammspieler geworden, hatte in sechs Jahren nur knapp 1700 Einsatzminuten über 53 Bundesliga-Spiele, war zwischendurch an Kiel und Augsburg ausgeliehen. Die besten Werte in dieser Zeit hatte der siebenmaligen slowakische Nationalspieler bei Holstein, so dass ein Wechsel ins Unterhaus logisch erscheint. In den fünfzehn Spielen für die Störche in der Rückrunde 2018/19 kam er auf zwei Tore und sechs Vorlagen in knapp 750 Minuten, bestach durch sein herausragendes Passspiel in offensiv gefährliche Räume. In Kiel spielte Bénes unter Tim Walter, der ihn vor allem auf der linken Acht im 4-4-2 mit Raute einsetzte. Der HSV-Trainer kennt Bénes’ Qualitäten also.

Angesichts dessen, wie knapp der HSV in der vergangenen Saison gescheitert ist, müssen die Rothosen erst einmal als Topfavorit für den Aufstieg gelten, auch weil sie das Personal zusammengehalten haben, den Kader sogar punktuell verstärkt haben und noch weiter verstärken wollen. Aber es ist eben immer noch der HSV.

#Pos.NameVornameAlter*Nationseitletzter Verein
1TWHeuer FernandesDaniel29D/POR07/2019SV Darmstadt 98
2
3RVHeyerMoritz27D09/2020VfL Osnabrück
4IVSchonlauSebastian27D07/2021SC Paderborn 07
5
6
7LABilbijaFilip22D07/2022FC Ingolstadt 04
8ZMBénesLászló24SVK/HUN07/2022Borussia Mönchengladbach
9STGlatzelRobert28D07/2021Cardiff City
10ZMKittelSonny29D07/2019FC Ingolstadt 04
11LAKönigsdörfferRansford-Yeboah20D/GHA07/2022Dynamo Dresden
12TWMickelTom33D07/2016eigene zweite Mannschaft
13
14ZMReisLudovit22NED/SVK07/2021FC Barcelona B
15
16TWJohanssonMarko23SWE/SRB08/2021Malmö FF
17RAAmaechiXavier21ENG/NGA07/2022Bolton Wanderers (Leihe)
18RAJattaBakery24GAM07/2016vereinslos
19
20
21LVLeiboldTim28D07/20191. FC Nürnberg
22STMeißnerRobin22D07/2022Hansa Rostock (Leihe)
23ZMMeffertJonas27D07/2021Holstein Kiel
24
25
26
27
28LVMuheimMiro24SUI07/2021FC St. Gallen
29LAOpokuAaron23D/GHA07/2022VfL Osnabrück (Leihe)
30
31ZMRohrMaximilian27D07/2021eigene zweite Mannschaft
32
33
34IVDavidJonas22D/NGA07/2018eigene U19
35IVAmbrosiusStephan23D/GHA07/2018eigene zweite Mannschaft
36ZMSuhonenAnssi21FIN07/2021eigene zweite Mannschaft
37
38
39
40TWOppermannLeo20D07/2021eigene zweite Mannschaft
41
42LAHeilOgechika21D/NGA07/2022Go Ahead Eagles (Leihe)
43LVAndresenBent19D07/2022eigene zweite Mannschaft
44IVVuškovićMario20CRO08/2021Hajduk Split
45
46ZMKrahnElijah18D04/2022eigene U19
*Stichtag für Alter: 1.7.2022

Erklärungen zu den statistischen Begriffen

expected Goals (xG): Sie sind ein Wert, der das intuitive „Des hädd a zwaa ans firn glubb ausgeh kenna“ versucht zu quantifizieren. Zur Ermittlung wird jedem Schuss auf Grund von Ort und Art des Schusses sowie der Anzahl der Gegner, die zwischen dem Schützen und dem Tor stehen, ein Erfolgswert zwischen 0.001 und 1.00 zugewiesen. Je nach Modell werden auch noch andere Faktoren wie beispielsweise Schussgeschwindigkeit oder Schusshöhe einberechnet. Dabei entspricht 0.001 einer Chance von 0,1%, dass der Ball ins Tor geht, ein Wert von 1.00 ist ein Ball, der auf der Torlinie liegt, ohne dass der Spieler bedrängt wird. Ein Elfmeter wird dementsprechend mit 0.76 verbucht, da im Profibereich ziemlich genau 76% aller Elfmeter ins Tor gehen. Alle anderen xG-Werte unterscheiden sich je nach Anbieter, da manche Datenermittler die Werte von so genannten „Spottern“ einschätzen lassen, während andere eine Datenbank mit weltweit erfassten Schüssen bemühen. Um die xG für ein beliebiges Spiel zu erhalten, addiert man die Werte aller Schüsse beider Mannschaften. Ein Beispiel: Am ersten Spieltag der Saison 2019/20 hatte der FCN in Dresden einen xG-Wert von 0,46, Dynamo Dresden von 0,84. Das entspricht in etwa dem Eindruck, den man auch augenscheinlich hatte. In einem weitgehend ausgeglichenen, chancenarmen Spiel hatte Dresden die etwas besseren Gelegenheiten. Im Rückspiel vor der Winterpause kam der FCN auf 1,45 xG, Dresden auf 0,38xG. Auch hier wird der Eindruck bestätigt, der Club hatte bessere Chancen, Dresden kaum gute. Theoretisch lassen sich aus den xG-Werten auch Siegwahrscheinlichkeiten errechnen, z.B. 19% für den Club in Dresden, 67%% im Rückspiel.

Ballbesitz: Der Unterschied zwischen Ballbesitzteams und jenen, die dem Gegner den Ball überlassen, ist weitgehend intuitiv verständlich. Will man den Ball selbst haben? Oder soll der Gegner das Spiel machen. Zum Messen dieser an sich geradlinig wirkenden Statistik gibt es allerdings zwei Methoden. Die meisten Anbieter messen Ballbesitz über die Anzahl der Pässe. Die Anzahl der gespielten Pässe beider Teams im Spiel wird addiert und dann wird daraus der Anteil berechnet, den jedes Team hatte. Die andere Methode ist zeitbasiert. Hier wird die Zeit aufaddiert, die jede Mannschaft in Ballbesitz verbringt. Während die passbasierte Variante Teams, die viele kurze Pässe spielen, überbewertet, ist die zeitbasierte Variante bei Phasen, in denen kein Team den Ball am Fuß hat, ungenau. Der gewählte Datenanbieter Wyscout verwendet ein zeitbasiertes Modell. In den europäischen Top 5 Ligen (England, Spanien, Deutschland, Italien, Frankreich) schwankten 2021/22 die Werte zwischen 68,2 Prozent (Barcelona) und 39,3 Prozent (Burnley).

Pressingdruck: Was unter Pressing zu verstehen ist, das erscheint weitgehend klar. Es geht darum, auf den Ballführenden Druck auszuüben, so dass dieser im Aufbau nicht genug Zeit hat, einen Pass gezielt anzubringen. Es gibt Mannschaften, die den Gegner sofort unter Druck setzen – etwas für das beispielsweise von Marcelo Bielsa trainierte Teams bekannt sind – und solche, die dem Gegner in Ballbesitz freie Entfaltung lassen und erst spät ins Pressing gehen. Die statistische Zahl, die dafür entwickelt wurde, läuft unter dem Akronym PPDA. Dahinter versteckt sich die englische Bezeichnung Passes per Defensive Action. Relevant für diesen Wert sind nur Aktionen, die mindestens 40 Meter vom eigenen Tor entfernt stattfinden. Aktionen näher am eigenen Tor spielen keine Rolle. Nachvollziehbar, wenn man mit dem Wert messen will, wie stark der Spielaufbau des Gegners gestört wird. Für den PPDA-Wert werden dann in einem ersten Schritt die Defensivaktionen eines Teams – also Zweikämpfe, abgefangene Bälle, herausgeschlagene Bälle und Fouls – addiert. In einem zweiten Schritt wird diese Summe durch die Anzahl der Pässe des Gegners geteilt. Je niedriger der Wert ist, desto weniger Pässe ohne Abwehraktion wurden zugelassen und desto höher ist der Druck. Deshalb ist in der Visualisierung auch der niedrigste Wert, der höchste, also der “blauste”. In den europäischen Top 5 Ligen schwankten die Werte 2021/22 zwischen 7,26 PPDA (Barcelona) und 16,93 PPDA (Troyes).

Challenge Intensity: Die Challenge Intensity ist quasi das Pressinggegenstück zum zeitbasierten Ballbesitz. Sie geht den gleichen Wert wie PPDA und misst Defensivaktionen. Allerdings nicht auf Basis der gegnerischen Pässe, sondern auf Basis der Zeit, die der Gegner den Ball in seinen Reihen hält. Die “defensive Intensität” misst also die Anzahl der Defensivaktionen pro Minute gegnerischen Ballbesitz. Logischerweise ist die Korrelation mit PPDA sehr hoch, wie diese Grafik zeigt. Dennoch hat der damit ermittelte Wert seine Daseinsberechtigung, da er etwaige Unterschiede im Spieltempo (siehe unten) besser herausfiltern kann. 2021/22 lagen die Werte der Challenge Intensity in den Top5-Ligen zwischen 4,9 (Troyes) und 8,2 (Köln).

Fernschüsse: Oberflächlich betrachtet ist die Frage nach den Fernschüssen eine recht geradlinige. Schießt ein Team eher weiter vom Tor weg aufs Tor oder aber näher dran. Das ist sicherlich auch ein Teil dessen, was gemessen wird. Dahinter versteckt sich aber oft ein Maß dafür, wie lange ein Angriff ausgespielt wird. Je länger eine Angriffsphase dauert, desto wahrscheinlicher wird es, dass ein Spieler die Geduld verliert und statt eines weiteren Passes den Abschluss sucht. Das gilt selbstverständlich nicht für alle Fernschüsse. Eine hohe Anzahl an Abschlüssen außerhalb des Strafraums spricht dennoch dafür, dass Angriffe schnell abgeschlossen werden. Eine einfache Metrik dafür wäre die durchschnittliche Torentfernung beim Abschluss. Das Problem für diesen Wert ist, dass er, wie jeder Mittelwert, anfällig für Ausreißer ist. Stattdessen wird hier für die Visualisierung der Anteil der Fernschüsse an allen Schüssen gewählt, um zu messen, wie oft die Mannschaft einen Angriff durch einen Fernschuss beendet. In den europäischen Top 5 Ligen lagen die Werte zwischen 52,6 Prozent (Getafe) und 28,5 Prozent (Villarreal).

Flanken: Die Flanke an sich steht unter Freunden der Fußball-Analytics nicht unter dem besten Leumund. 92 Flanken brauche es im Schnitt, um ein Tor zu erzielen, gute Verteidigungen könnten sich schnell auf Flanken einstellen und diese aus der Gefahrenzone köpfen. Es scheint als würden die Trainer diesen Einwänden glauben: In den Top 5 Ligen ist der Schnitt der Flanken pro Spiel von 17 in der Saison 2010/11 über 15 in der Spielzeit 2016/17 auf nunmehr 13,5 gefallen. Dabei hat das Flanken durchaus seinen Platz im modernen Fußball, wenn man die richtigen Stürmer im Zentrum hat. Eindrucksvoll bewies das zum Beispiel der 1. FC Köln in der abgelaufenen Saison. Generell bedeutet eine hohe Flankenzahl also erst einmal zwei Dinge: Man sucht eine Kopfballspieler in der Mitte und man kommt oft in Tornähe. Die gewählte Metrik der Flanken pro 90 Minuten könnte als rein quantitative Angabe leicht verschoben in Richtung Teams mit viel Ballbesitz sein: Wer den Ball viel hat, kann auch viel flanken. So liegt Manchester City nicht nur beim Ballbesitz europaweit in der Spitzengruppe, sondern auch bei den Flanken, ähnliches gilt auch für Barcelona. Ein Blick auf die Statistik zeigt aber, dass hier insgesamt wenig Korrelation vorliegt. Ballbesitzteams wie Bayern München, Olympique Lyon, Paris St. Germain oder Dortmund flanken alle nicht überdurchschnittlich oft. Flanken sind also vor allem von der Spielanlage und nicht vom Ballbesitz abhängig. In den europäischen Top 5 Ligen schwankten die Werte zwischen 19,83 Flanken pro 90 Minuten (Manchester City, Köln folgte knapp dahinter auf Rang zwei) und 9,14 Flanken (Borussia Mönchengladbach).

Lange Bälle: Hier geht es auch um ein klar erkennbare Stilfrage. Spielt ein Team vor allem kurze Bälle oder greift es gern zum langen Schlag? Geschieht der Aufbau also vor allem durch kurze und mittellange Pässe oder überbrückt man den Raum gerne mit langen Bällen. Zuspitzen kann man diese Kategorie auf die Frage: Tiki Taka oder langer Hafer? In den Fußballdaten spricht man bei einem flachen Pass, der über mehr als 45 Meter geht oder einem hohen Pass, der länger als 25 Meter fliegt, von einem langen Ball. Die Anzahl dieser langen Pässe nimmt man dann und teilt sie durch die Anzahl der insgesamt gespielten Pässe. So kommt man auf den Anteil der langen Pässe am Passspiel der Mannschaft und kann so eine gewisse Charakteristik des Passspiels ablesen. In den europäischen Top 5 Ligen oszillierten die Werte zwischen 18,4 Prozent (Bochum) und 4,28 Prozent (Paris St. Germain).

Spieltempo: Um das Tempo der Spieler zu messen, gibt es inzwischen recht genaue Daten. Wir wissen, dass in den Top 5 Ligen Alphonso Davies vom FC Bayern München mit einer Geschwindigkeit von 36,5 km/h der schnellste Spieler ist. Doch wie berechnet man das Tempo des Spiels? Wahrscheinlich würden sich die meisten Zuschauer darauf einigen können, dass ein Spiel dann schnell ist, wenn sich der Ball schnell bewegt. Spielt also eine Mannschaft viele Pässe in kurzer Zeit, spielt sie schnell, spielt sie dagegen wenige Pässe in langer Zeit, spielt sie langsam. Je höher die Ballzirkulation, desto schneller das Spieltempo. Die statistische Maßzahl hierfür ist die so genannte “Passrate”, also die Anzahl der Pässe pro Minute Ballbesitz. Der Einwand, dass schnelle Dribblings in dieses Spieltempo nicht einfließen, da sie keinen Pass darstellen, erscheint im ersten Moment einleuchtend, betrachtet man aber die Daten stellt man fest, dass die Teams mit einer hohen Passrate auch eine höhere Anzahl an “progressiven Läufen”, also Läufen mit dem Ball am Fuß, die signifikant Raumgewinn erzielen – mindestens 30 Meter, wenn der Lauf in der eigenen Hälfte beginnt und endet, mindestens 15 Meter, wenn der Lauf in der eigenen Hälfte beginnt und in der gegnerischen endet und mindestens zehn Meter, wenn der Lauf in der gegnerischen Hälfte beginnt und endet. In den europäischen Top 5 Ligen lagen die Werte der Passrate 2021/22 zwischen 17,0 (Lazio Rom) und 11,5 Pässen pro Minute Ballbesitz (Valencia).

Konterangriffe: Grundsätzlich gibt es fürs Angreifen aus dem Spiel heraus zwei Art und Weisen. Zum einen den so genannten Positionsangriff. Der Ball wird planvoll nach vorne getragen und man versucht, gegen eine formierte Abwehr eine Lücke zu finden. Die andere Variante ist der Konterangriff. Also schnell von Abwehr auf Angriff umzuschalten und nach vorne zu spielen, noch ehe der Gegner sich formieren konnte. Dabei gilt: Selbst die Mannschaft mit der stärksten Konterausprägung spielt ihre meisten Angriffe als Positionsangriffe. Im Schnitt sind nur knapp 2,7 Angriffe pro Spiel Konterangriffe, 27,6 dagegen Positionsangriffe. Der durchschnittliche Anteil der Konter in den europäischen Topligen liegt also ungefähr bei 8,7 Prozent. Dennoch lässt sich aus den Unterschieden zwischen den Werten herauslesen, wie sehr eine Mannschaft auf Angreifen durch Umschalten setzt. Mitte der Saison 2021/22 schwankten in den europäischen Top 5 Ligen die Anteile der Konter an allen Angriffen aus dem Spiel heraus zwischen 16,2 Prozent (Leeds United) und 3,93 Prozent (Aston Villa).

12 Gedanken zu „Die 17 Anderen – Folge 14: Hamburger SV

  • Toll, toll, toll. Danke für diese Analyse. Vielleicht kriegen wir HSV-Fans und Club-Fans doch noch einmal die Kurve. Aber diese Analyse ist in vielen Teilen so richtig und auf den Punkt – vielen Dank. Ich habe diese auch auf *MoinVolkspark* geteilt – unserem größten HSV-Blog. Dort schreibe ich unter dem Nicknamen “Bramfelder” (das ist ein Hamburger Stadtteil dessen Bramfelder SV z.B. Spieler wie Stefan Effenberg hervorbrachte).

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  • Der HSV sollte rein vom Papier bzw. im Normalfall am zweiten oder dritten Spieltag Spitzenreiter der 2. Liga werden und diese Position bis zum 34. Spieltag nicht mehr hergeben. Zum einen fehlt ein großer Name im Unterhaus, wie Weder Bremen, Schalke 04, VfB Stuttgart usw., zum anderen konnte der HSV diesmal wirklich die Rumpf-Mannschaft zusammenhalten und sogar punktuell verstärken, auch geht der HSV mit einer starken Rückrunde und einer sehr kurzen Sommerpause an den Start, sprich Sie sind schnell im Wettkampfmodus (Siehe Testspielsieg 5:1 gegen Basel).
    Seit dem Abstieg vor vier Jahren geht man zum ersten Mal ohne Trainerwechel in die neue Saison, weshalb viele Automatismen (Laufwege, Pressing, Stellungsspiel, Ansprache, Taktik) schon sitzen, welchen den HSV in der Hinrunde 2021 wertvolle Punkte gekostet haben, welche diesen hintenrum 2022 fehlten.

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    • Nunja, Relegationsverlierer hatten auch schon oft in der Vergangenheit mittlere bis große Probleme, weil die Mannschaft wohl dadurch doch einen Knacks bekommen kann.

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  • Dann bin ich mal gespannt ob sich der kryptische “Walterfußball” diese Saison für die 1. Liga qualifiziert. Natürlich ist der HSV der Top Favorit (mal wieder) diese Saison. So ganz verstehe ich es auch nicht warum sie jedes Jahr kurz vor dem Ziel scheitern.

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    • Der Kühne hat mal gesagt:

      “Ich habe 80 Millionen in den HSV gesteckt und der Schlendrian ist immer noch der Gleiche!”
      Es scheint ein Mentalitätsproblem beim HSV zu geben. Auf das Waltersystem werden sich die Gegner auch mit der Zeit einstellen und dann schaun mer mal.

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  • Moin aus Hamburg!

    Mir wurde der Artikel von einem Freund (Darmstadt Fan) empfohlen und das nicht zu Unrecht.

    Wirklich klasse geschrieben, viele Fachausdrücke, ohne es dabei trocken werden zu lassen.

    Man merkt, dass der/die Autor(en) wirklich Ahnung hat/haben und sich artikulieren kann. Meinen allergrössten Respekt! Darauf muss man auch erstmal Lust haben, sich mit allen (!) Mannschaften aus der 2. Liga zu beschäftigen.

    Ich denke, sowas könnte auch im Kicker stehen, nur um die Qualität des Beitrages herorzuheben. 😉

    Was mir fehlt ist ein Fazit am Ende.

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  • Ich denke, der HSV könnte sich den Aufstieg nur noch durch einen einzigen Transfer versauen – sie holen Nicola Dovedan 🙂

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    • Dove immerhin unser Top Torjäger vergangene Saison 🙂 Da weiß man nicht ob man weinen soll

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    • Wintzheimer gegen Dovedan ist halt in meinen Augen ein Tausch, den klar der HSV gewinnen würde. (So das wirklich stattfinden sollte.)

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