Kollaps nach sechzig Minuten

Vor seinem ersten Spiel als Chefcoach des 1. FC Nürnberg merkte Markus Weinzierl an, dass er natürlich auch ein bisschen auf den Effekt des Trainerwechsels setze – und diesen Effekt vermeinte man zunächst tatsächlich zu verspüren. Der Club machte in der ersten Halbzeit ein ordentliches bis gutes Spiel. Die Mannschaft wirkte nicht nur deutlich engagierter als beim 0:3 in Karlsruhe vor einer Woche (wozu es allerdings nicht viel bedurfte), sie zeigte sich auch spielerisch verbessert und brachte einige sehenswerte Offensivaktionen auf den Rasen. Die 1:0-Pausenführung war folgerichtig, bei besserer Chancenverwertung wäre auch mehr möglich gewesen. Allerdings war vor der Pause ein Manko schon deutlich zu erkennen: Mangelnder Zugriff auf den Gegner, wenn dieser ins Umkehrspiel ging.

Nach der Pause startete unsere Mannschaft druckvoll, strebte mit Elan das 2:0 an, das trotz guter Chancen nicht fiel. Dennoch blieb der Club weitgehend “Chef im Ring” bis…

… zum Ausgleichstreffer der Gäste nach gut einer Stunde, der aus einem Konter über den rechten Flügel resultierte. Der Club verlor dieses Heimspiel gegen Holstein Kiel, weil er nach diesem Wirkungstreffer kein Bein mehr auf den Boden brachte. Von allem, was bis dahin gut war, war fortan nichts mehr zu sehen. Unsere Mannschaft brach in sich zusammen, sie wurde einmal mehr zum Opfer (klick). Das 1:2 fünf Minuten später (wiederum ein Konter) war der Knockout, das 1:3 ein höhnischer Nachschlag und das 2:3 das Zucken eines am Boden liegenden Boxers.

Ein Ausgleichstor zu kriegen ist Kacke. Jedes Tor, das man kriegt, ist Kacke. Aber so was passiert. Was nicht passieren darf, ist, dass man auf der Kackspur so stark ins Schlingern gerät, dass man unweigerlich…

abkackt.

Wenn sich unsere Mannschaft weiterhin von Nackenschlägen derart aus der Bahn werfen lässt, bleibt sie in dieser Zweitligasaison, an deren Ende laut Zielsetzung von Sportvorstand Dieter Hecking eine Platzierung unter den ersten sechs Mannschaften stehen soll(te), weiterhin nicht wettbewerbsfähig. Der neue Trainer ist als Mentalcoach gefordert. Was das Sportliche anbelangt, sollte das Hauptaugenmerk seiner Arbeit darauf liegen, das Offensiv- und Defensivverhalten in die Balance zu bringen. Stichwort Konterabsicherung.

So viel als Fazit zu dieser 2:3-Heimniederlage am elften Spieltag, nach der sich unsere Mannschaft mit einer S-U-N Bilanz von 3-1-7 auf Platz 16 befindet (klick).

Kommen wir nun zur Mannschaftsaufstellung des Clubs und zum eigentlichen Spielbericht in Form eines Tickers, der das Spielgeschehen bei aller emotionalen Beteiligung des Autors seismographisch-objektiv (allerdings aus rot-schwarzer Brille) rekapituiert, wobei anzumerken ist, dass der Seismograph nach Spielminute 65 nicht mehr vorschriftsmäßig funktionierte.

Der Club bagann die Partie in einer 4-2-3-1-Formation

MATHENIA (TW)

VALENTINI               SCHINDLER (K)                LAWRENCE                NÜRNBERGER

TEMPELMANN                        FOFANA

CASTROP                                    MMD                                     WEKESSER

DUAH

…in der der bisherige Linksverteidiger Wekesser eine Station nach vorne rückte und der von seiner Verletzung genesene Nürnberger hinten links agierte. Duah rückte von der rechten Außenbahn ins Sturmzentrum und MMD von der linken Außenbahn in die Zehnerposition, wobei er immer wieder auf die Flügel auswich und mit vielen Ballkontakten Dreh- und Angelpunkt des vorderen Aufbauspiels war. MMD machte ein gutes Spiel, was man sich aber von ihm wünscht, ist auch einmal ein Tor; null Tore nach elf Spielen sind für einen offensiven Mittelfeldspieler zu wenig.

Ticker:

3. Minute: MMD auf links mit Steilpass auf Duah, der gefoult wird. Valentini-Kopfball nach der Freistoßflanke mit zu wenig Druck und zu zentral.

4. Glänzendes Solo des von MMD eingesetzten Castrop, der sich über links gegen zwei Kieler durchsetzt und abzieht. Schuss vom TW mit Reflex zur Ecke geklärt. Große Chance!

6. Mannschaftskapitän Schindler bügelt einen Fehlpass im Mittelfeld souverän aus.

7. Diagonalball von Valentini in den Strafraum etwas zu weit für Wekesser.

9. Freistoß durch Wekesser aus 30 Metern, der Torwart lässt prallen, aber kein Clubspieler ist da.

11. Eckball Kiel vom sich reckenden Mathenia sicher abgefangen.

15. Kiel mit viel Platz auf dem linken Flügel. Flanke zu weit.

16. Castrop fängt einen Ball im Mittelfeld ab, sein Pass auf MMD gerät zu weit.

16. Gewühl im Club-Strafraum. Schließlich geht ein Kullerball weit links am Club-Tor vorbei.

17. Schlechter Pass von Castrop, der im Nirwana landet.

18. Nürnberger wird von MMD eingesetzt, kurvt in den Strafraum und zieht ab. Der Abpraller landet bei Tempelmann, der eine Kiste schlägt (gute Chance!), Wekesser kommt an den Ball, sein Schussversuch wird geblockt. Dann nochmal Nürnberger mit einem Schuss, der zur Ecke abgelenkt wird, die von Tempelmann ungefährlich übers Tor geköpft wird.

21. Knifflige Situation im Club-Strafraum. Schuss im letzten Moment geblockt.

22. MMD mit energischer Balleroberung im Mittelfeld.

Club in der Offensive durchschlagskräftiger als in den letzten Spielen, aber Kiel hat im Umkehrspiel oft zu viel Raum.

26. Pass von Nürnberger zu MMD zu lang.

27. Lawrence japst vornübergebeugt nach Luft. Hat wohl einen Schlag in Magen oder in südlichere Gefilde bekommen.

29. Valentini-Flanke etwas zu hoch für Wekesser und MMD. Zuvor gute Ballbehauptung von Castrop.

31. MMD zögert im Umschaltspiel etwas zu lange (Duah – bislang mit wenig Bindung – wäre steil gestartet gewesen), passt nach links zu Castrop, dessen Schuss geblockt wird.

32. Störche-Schuss von der Strafraumlinie knapp links am Clubtor vorbei. Achtung bei Kiels Gegenstößen!

33. Castrop gefoult. Der fällige Freistoß bringt nichts ein.

Club mit Spielfreude in den Offensivaktionen, aber oft zu wenig defensive Absicherung.

34. Duah köpft einen Wekesser-Freistoß über das Tor.

36. Nürnberger tritt über links an, Pass zu MMD, Pass in die Mitte zu Wekesser, dessen Schuss geblockt wird, schneller Konter der Gäste, zum Glück gerät der finale Pass zu lang.

MMD sehr umtriebig, taucht auf beiden Flügeln auf und flankt.

38. Nürnberger passt hoch zu Tempelmann im zentralen Mittelfeld, der den Ball geschickt mit der Brust annimmt, energisch antritt und aus ca. 22 Metern ins Tor trifft. 1:0! Ein durchaus haltbarer Aufsetzer.

40. Großchance für Kiel! Schuss aus dem Winkel aus Nahdistanz. Mathenia klärt mit dem Fuß zur Ecke. Da war die Club-Abwehr aber überhaupt nicht im Bilde!

42. Schneller Abwurf von Mathenia zu Castrop, dessen Flanke zum Einwurf geklärt wird.

45. Tempelmann zieht von der Strafraumgrenze ab, der Störche-Torwart taucht in die Ecke und pariert mit einer Glanzparade. Schade, schade, schade…

Halbzeit

46. Duah, schön von MMD über links eingesetzt, passt zurück zu Tempelmann, dessen 16-Meter-Schuss knapp rechts am Störche-Tor vorbeirauscht. Schade, schade, schade…

47. Langer Lauf von Tempelmann, Pass zu Wekesser, Pass zu MMD, dessen Schuss über das Tor geht.

Club mit Dampf aus der Pause, aber er macht das 2:0 nicht…

48. Mannschaftskapitän Schindler klärt eine Störche-Flanke, die von links in den Club-Strafraum segelt, per Kopf. Der FCN lässt hinten nichts anbrennen, sagt der Mann im Fernseher. Ja, ja, ja, ja, denke ich.

52. Duah legt den Ball zurück zu Wekesser, dessen Schuss knapp am Tor vorbeigeht. Der Linienrichter hat die Fahne oben: Abseits. Das Replay zeigt: Fehlentscheidung. Na gut, der Ball war eh nicht im Tor.

53. Ein Castrop-Fehlpass im Mittelfeld wird von Valentini rustikal ausgebügelt.

54. Riesenchance Kiel! Nach einer Flanke von links geht ein Kopfball knapp an Mathenias Gehäuse vorbei. Erste Unaufmarksamkeit in der defensiven Staffelung des FCN, sagt der Mann im Fernseher. Ja, ja, ja, ja, fauche ich.

57. Mathenia räumt seinen Mannschaftskameraden Lawrence beim Wegfausten einer Flanke ab. Lawrence kann aber weiterspielen.

Kiel jetzt mit deutlich mehr Konsequenz im Offensivspiel, Club abwartend. Schalke und der FCN, schallt es beschwingt aus der rot-schwarzen Fankurve.

60. Ein von Valentini abgefeuerter Gewaltschuss wird vom Torwart mit den Fäusten pariert und wenige Sekunden später…

… liegt der Ball im Clubtor. 1:1. Vorausgegangen war ein Konter über die linke Nürnberger Abwehrseite. Wo war (z.B.) Nürnberger? Kiel ist wieder im Spiel, konstatiert der Mann im Fernseher.

65. 2:1 für die Gäste. Mannschaftskapitän Schindler kommt nach einem langen Konter-Chip dem Gegenspieler nicht hinterher, Mathenia versucht per Spreizschritt zu parieren, wird aber getunnelt.

67. Spielerwechsel Club (systemgetreu): Gyamerah für Valentini, Duman für Castrop.

68. Ecke Club: Der Ball kommt auf einem Umweg zu Tempelmann, dessen Schuss wiederum zu einer Ecke, die nichts einbringt, geklärt wird.

Weitgehender Ausfall des Seismographen.

73. Spielerwechsel Club (systemgetreu): Daferner für Duah, Shuranov für Wekesser.

74. Fast das 3:1 für die Gäste nach einer Flanke von links.

78. Shuranov schießt aus der Drehung. Zu zentral…

80. 3:1 für die Gäste. Ein Flachschuss von halbrechts ins linke Eck. Mannschaftkapitän Schindler und Innenverteidigerkollege hatten sich düpieren lassen.

82. Spielerwechsel Club: Wintzheimer für MMD.

90. Lawrence passt den Ball nach vorne. Ein Adressat ist nicht erkennbar…

91. Daferner kann sich nicht behaupten, stellt der Mann im Fernseher fest. Was wir jetzt sehen, läuft alles im Zeichen des Runterspielens bei Holstein Kiel, schiebt er nach.

93. 2:3. Daferner drückt eine Freistoßflanke von Duman im Getümmel mit einem auch im Replay nicht klar zu ermittelnden Körperteil über die Torlinie. Glückwunsch an Daferner für den Treffer und an Duman für den Assist!

93. Schlusspfiff. Glückwunsch an Holstein Kiel!

[Weiteres zum Spiel: klick, klick, klick.]

31 Gedanken zu „Kollaps nach sechzig Minuten

  • 10.10.2022 um 09:18
    Permalink

    Nun wird wohl Matarazzo frei.
    Schade. Halte nix vom Weinzierl.

    Antwort
    • 12.10.2022 um 10:56
      Permalink

      Ich hätte mir Neuhaus gewünscht. Der kann in jedem Fall 2.Liga, egal wo er war.

      Antwort
  • 10.10.2022 um 12:09
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    0 : 3 in Karlsruhe lieber belschanov.
    Das Schlingern auf der Kackspur wird in den nächsten Wochen noch ausgeprägter.
    Meiner Meinung werden 6- 8 Vereine im Kampf gegen Platz 16,17und 18 dabei sein und mein Gefühl für diese
    Saison ist jetzt besch……

    Antwort
    • 10.10.2022 um 12:34
      Permalink

      @michel andreas:

      Danke für die Korrektur. Darmstadt war ja 0:2.

      Mein Kurzzeitgedächnis wird schlechter. Na ja, liegt wohl auch daran, dass man sich an das, was in der nahen Vergangenheit passiert ist, nicht erinnern will…

      Antwort
    • 10.10.2022 um 14:12
      Permalink

      Und die Vereine die “noch” hinter uns stehen geben nicht Grund zur Beruhigung immerhin die beiden zwei Bundesligaabsteiger, wo man erfahrungsgemäß weiß, die haben Anfangs Probleme aber meistens aus der Bundesliga noch starke Restkader, die sich irgendwann dann doch finden und noch ziemlich zulegen.

      Antwort
      • 10.10.2022 um 15:18
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        Die bei Erstliga-Absteigern übliche Entwicklung, in Liga 2 schwach zu beginnen und sich dann im Laufe der Saison stetig nach oben zu spielen, macht auch nicht gerade Hoffnung.

        Weshalb DH immer noch nicht das Saisonziel korrigiert und die Worte Abstiegskampf/Abstiegsränge meidet wie der FCB das Thema Mittelstürmer, macht mich etwas ratlos. Druck von einem nichtresistenten Team nehmen?

        Antwort
        • 10.10.2022 um 15:59
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          Ja ohne Panik zu verbreiten die Tabellensituation ist sehr gefährlich. Kommende Woche in Düsseldorf! ist alles andere als eine leichte Aufgabe. Fürth knapp hinter uns hat mit dem Heimspiel gegen Rostock sicher die einfachere Aufgabe. Da droht sich abzubilden wie wir seit Wochen spielen auf einem direkten Abstiegsplatz, zudem hat Fürth eine deutlich bessere Tordifferenz als wir. Es droht sogar die rote Laterne in der 2. Liga. Und dann beginnt oft dieser negativ Strudel, kommt noch etwas Pech hinzu usw. … kennen wir doch in Nürnberg mit überschätzten Kader hinten nicht mehr raus zu kommen.

          Wir müssen jetzt tatsächlich robusten Abstiegsfußball spielen wir müssen nicht glänzen sondern arbeiten. 100% und das 90 Minuten lang, also genau das was wir nicht! können

          Antwort
        • 12.10.2022 um 10:55
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          Ich denke, dass es keinen Sinn macht, aktuell groß über Ziele zu sprechen. Denn was könnte nach dem ursprünglich formulierten Ziel denn noch verbleiben? Platz 15? Das würde zu schnell ein Alibi darstellen und auch eine Bankrotterklärung nach gerade einmal 11 Spielen. So etwas ist auch für Sponsoren unattraktiv. Ich bin überzeugt, dass wir mit dem richtigen Trainer – der hoffentlich MW ist – und 2-3 Korrekturen in der Winterpause, immer noch einen Mittelfeldplatz aufgrund der geringen Punkteabstände schaffen können. Dennoch kennt man die negative Eigendynamik, die aufkommen kann und muss zumindest inoffiziell schleunigst genug Punkte gegen den Abstieg sammeln.Wenn die Krise behoben ist, muss man jedoch in die kritische Analyse gehen. Wir bezahlen mit Hecking und Robbe zwei sportliche Experten und dennoch sind wir keinen Deut im Scouting bzw. Transferpolitik besser als alle anderen.

          Antwort
  • 11.10.2022 um 11:30
    Permalink

    Jaa, @belschanov, als clubfansunited-Autor kann man nicht immer in der Kneipe diskutieren, gelegentlich Pils bestellen und Alfred eine Blend 29 geben. Jetzt hast Du mal was anderes geliefert: informativ und an- bzw. aufregend, macht Spaß zu lesen (trotz der geschilderten Spielszenen). Vielen Dank für die Arbeit, da könnt ich mich dran gewöhnen!

    Antwort
  • 12.10.2022 um 10:27
    Permalink

    Ein Angebot, welches man nicht ablehnen kann: Ersan Parlatan wird neuer Cheftrainer beim OFC.

    Damit ist die Frage, ob und wie lange Parlatan bleibt, geklärt. Parlatan bekommt die große Chance, einen Traditionsverein nach vorne zu bringen. Markus Weinzierl bekommt seinen Wunsch-Co Tobias Zellner, ebenfalls ein Niederbayer aus Deggendorf.

    Passt somit.

    Antwort
  • 12.10.2022 um 10:57
    Permalink

    Einen mittlerweile 6. Ligisten nach vorne zu bringen aber mei 🙂 ..

    Mal eine Frage, wer im Trainer Stuff ist eigentlich für Standards Training zuständig!? .. Man sieht seit Jahren da keine Verbesserungen nur Baustellen. Es wird eher immer noch schlechter. Und wer in dem Stuff ist denn für Taktik-/Datenanaylse zuständig?

    Antwort
    • 12.10.2022 um 11:18
      Permalink

      Bundesliga.
      Zweite Liga.
      Dritte Liga.
      Regionalliga.

      Die Offenbacher Kickers sind kein 6. Ligist, sondern Viertligist.

      Antwort
      • 12.10.2022 um 11:22
        Permalink

        Stimmt Fränki … habe Tabellensechsten der Vierten Liga verdreht sorry! Klar ist das ein schöner Job.

        Antwort
        • 12.10.2022 um 11:34
          Permalink

          Bassd scho. War mir klar, dass Du was verdreht haben musst.

          Aber ich finde den früheren Bieberer Berg und den OFC an sich recht kultig. Daher musste ich es richtigstellen. 😉

          Antwort
          • 12.10.2022 um 17:39
            Permalink

            Hoffen wir mal, dass sich die Wege vom OFC und dem Club nächstes Jahr (noch) nicht kreuzen…

            Antwort
            • 13.10.2022 um 13:19
              Permalink

              Am SSV Ulm wird es kein vorbeikommen geben.

              Antwort
    • 12.10.2022 um 11:53
      Permalink

      Kurzer Hinweis zu einem häufigen Missverständnis:

      Stuff =

      Zeug {n}
      Material {n}
      Stoff {m}drugstextil.
      Gewebe {n}
      Kleidungsstoff {m}textil.
      Chose {f} [ugs.]
      Kruscht {m} [regional] [südd.] [ugs.]

      Vgl.: https://www.dict.cc/englisch-deutsch/stuff.html

      Ergo: Stuff macht kein Standardtraining und auch keine Analysen. (Staff hingegen schon.)
      🙂

      Antwort
  • 12.10.2022 um 11:10
    Permalink

    51 Prozent der Anteile an Red Bull gehören einer Unternehmer-Familie aus Thailand.
    https://bit.ly/3D07vkt

    Hertha BSC und Windhorst streiten sich mittlerweile auf offener Bühne. Ein Irrsinn mit Ansage. Windhorst erwartete sich mehr Glamour vom Hauptstadtclub und bekam Abstiegskampf. Hertha erhoffte sich sportlichen Erfolg und bekam Klinsmann sowie Lehmann. Ein Musterbeispiel, wie man es nicht machen sollte. Und eine Warnung an alle, die glauben, mit einer Ausgliederung wird automatisch alles gut.

    Bislang taugen nur einige Modelle mit seriösen Unternehmen aus der Region. Wie bei der FC Bayern AG mit Adidas, Allianz und Audi. Oder auch in Stuttgart mit Daimler scheint das zu klappen, ohne dass Daimler zu viel Einfluss nimmt.

    Ich glaube, dass Meeske durchaus verantwortungsvoll umgegangen wäre mit dem Tafelsilber. Und auch Rossow halte ich für vertrauenswürdig. Ich möchte aber nicht wissen, was Bader/Woy gemacht hätten in der Not, wenn man Anteile hätte verkaufen können damals.

    Antwort
    • 12.10.2022 um 12:14
      Permalink

      Könnte spannend werden, wie es mit RBL weitergeht. Natürlich könnte man das Konstrukt in einen “seriösen” Verein umwandeln, da Infrastruktur und ein guter Einzugsbereich vorhanden sind. Sie würden dann halt nicht mehr über überproportionale Mittel verfügen. Dafür aber eine höhere Akzeptanz haben.

      Den Werbewert von RBL bezweifle ich ohnehin, weil der “Verein” außerhalb Leipzigs eher ein No-Go ist und überwiegend negativ wahrgenommen wird. Ich glaube, das verprellt eher Kunden, als sie zu werben…

      Antwort
      • 12.10.2022 um 13:00
        Permalink

        Eher unwahrscheinlich, dass die Unternehmer-Familie aus Thailand um 14.30 Uhr am Samstag hibbelig auf die Aufstellung ihrer Leipziger Lieblinge wartet. Und dass um 15.30 Uhr zum Anstoß der Reisschnaps in Strömen fließt.

        Wahrscheinlich ist es eher so, dass die Unternehmer-Familie aus Thailand nicht mal die Ergebnisse wahrnimmt, von dem was man in Leipzig so treibt. Vielleicht hat man ja den Pokalsieg registriert und mal einen Reisschnaps drauf gekippt. Vielleicht. Wahrscheinlich aber nicht mal das.

        Was den Besitzern von RBL fehlt, ist: Herzblut. Aber warum sollte man auch Herzblut vergießen für ein Marketing-Instrument? Insofern, glaube ich, wäre es ihnen wurscht, in welche Hände die Anteile geraten. Oder sie machen den Laden einfach wieder dicht. So wie man eine Werbebande abbaut.

        Antwort
  • 12.10.2022 um 12:39
    Permalink

    Ich glaube man kann den FC Bayern nicht als allgemein taugliches Beispiel eines Investorenmodells betrachten, der FC Bayern hatte keine finanzielle Not, war und ist das Kronjuwel des deutschen Profi Fußballs und hatte somit immer eine völlig andere Verhandlungsposition als andere Vereine. Konnte sich quasi umwerben “lassen”.

    Wenn man als angeschlagener Verein ankommt so wie es auch Hertha gewesen ist oder bei 1860 man also in der Bittsteller Verhandlungs Position ist, wird niemand viel Geld geben/investieren, der hinterher nicht auch mitbestimmen will.

    Auch RB ist kein allgemeintaugliches Beispiel, das war ja quasi die Neugründung eines Profisport Vereins unter Umgehung der rechtlichen Hürden.

    Zuletzt zu Windhorst, ein Urteil über ihn will ich mir nicht erlauben dafür bin ich viel zu weit vom realen Geschehen. Aber dass ein Investor, der ca. 500 Mio reinschießt auch wissen will, wohin das Geld gegangen ist, halte ich für angemessen.

    Antwort
    • 12.10.2022 um 13:22
      Permalink

      Du hast in Vielem Recht.

      Was allerdings das Mitspracherecht anbelangt, bin ich anderer Meinung. Dass Windhorst aufgrund seines Investments Klinsmann als Aufsichtsrat und später als Trainer durchgedrückt hat, war der Anfang vom Ende dieser unseligen Beziehung von Hertha mit Windhorst. Man erlaubt einem völlig Fachfremden, Dinge zu entscheiden. Das ist Irrsinn.

      Wobei ein Posten im Aufsichtsrat für einen Investor angemessen sein könnte. Aber darüber hinaus hat der Investor sich rauszuhalten – sonst geht es schief. Das war in Uerdingen so. Bei Sechzig hat der Scheich auch Trainer und Manager angeschleppt, mit denen der Verein abgestiegen ist. Das ist bei Hertha so. Und auch die Einflussnahme von Kühne beim HSV war viele Jahre zu stark.

      Von Kickers Würzburg will ich gar nicht anfangen. Die spielen jetzt Regionalliga mit einem laut “Main-Post” Schuldenberg von 6,5 Mio. Euro. Davon zwar 3,8 Mio. langfristig an Flyeralarm. Bleiben aber immer noch 2,7 Mio. Euro und für einen Regionalligisten massive Zinskosten.

      Investoren investieren, weil sie eine Rendite erwarten in Form von Geld oder Image oder Netzwerken oder was auch immer. Aber Investoren müssen im Hintergrund bleiben. Sonst geht das schief. Beispiele gibt es genug.

      Antwort
      • 12.10.2022 um 13:57
        Permalink

        Ja das stimmt schon, aber sie bleiben nicht im Hintergrund ob es um Imagegründe oder Wertsteigerung, worum es beim Investment geht, wenn es schief zu gehen droht bleibt keiner der viel Geld reingesteckt hat ruhig und wenn er durch die Hintertür Einfluß nimmt. Geld zu bekommen und danach quasi Tschüß zu sagen wir machen das schon, das wird es nie geben.

        Zu Klinsi, man kann sicherlich über die Art diskutieren, aber es hat sich im nachhinhein eigentlich alles bewahrheit was er rausgehauen hat und vielleicht fühlte er sich hiflos durch den Hertha Filz hindurchzukommen. Seis drum, es ist schwierig wenn man nicht dabei gewesen ist. Klassisches Beispiel auch PSG Geld ohne Ende aber die Scheichs haben eben den Präsidenten Nasser..irgendwas installiert. Wenn würde ich sagen vielleicht mal 10 oder 20 Prozent veräußern aber nicht mehr um das klare Übergewicht zu behalten.

        Davon abgesehen haben wir derzeit sowieso ganz andere Probleme

        Antwort
        • 12.10.2022 um 14:15
          Permalink

          Wenn ein Investor selbst Einfluss nimmt, weil es nicht so läuft, wie er sich das gedacht hat, dann hat er irgendwas an “Fußball Investment” nicht verstanden. Weil es im Fußball halt auch mal nicht so laufen kann. Siehe FC Liverpool. Siehe FCN. Dann ist er schlicht der falsche Investor. Das Blöde daran: Er besitzt einen Teil des Vereins und du wirst ihn nicht mehr los.

          Klinsmann, das Opfer? Ich bitte Dich, @Juwe. Klinsmann durfte nach dem ersten Geldregen für knapp 80 Mio. Euro in nur einer Transferperiode einkaufen. Damit hat Hertha in dieser Transferperiode WELTWEIT am meisten ausgegeben.

          https://11freunde.de/artikel/klinsmann-drinks-und-immer-wieder-zoff/6991866

          Antwort
          • 12.10.2022 um 20:59
            Permalink

            Opfer klingt übertrieben, habe ich nicht gesagt, nur die Wahrheit liegt oft irgendwo anders oder in der Mitte. Sorry aber Preetz und Gegenbauer zu Klinsis Zeit, was willst du da bewegen? .. also es ist schon quasi fast alles eingetreten was Klinsmann protokolliert und rausgehauen hat. Die Art und Weise kann man sicher kritisieren.

            Aber Investoren Gedöns mal beiseite und würde jetzt im Moment kein Geld der Welt helfen. Mich würde wirklich mal interessieren wer im Stuff welche Aufgaben hat und wie gut macht. Für Standards hat man doch meistens Spezialisten im Stuff oder Stürmertrainer, Konditionstrainer what?? Taktik/Datenanalysten (ich würde da glatt den Florian empfehlen) usw. was keucht und fleucht da beim Club eigentlich aktuell so rum? Wie kann es sein, dass wir seit Jahren fürchterliche Standards abliefern, die man als Dosenöffner oder auch mal als Rettungsanker braucht…

            Antwort
            • 12.10.2022 um 21:54
              Permalink

              Robert Klauß wurde im Boulevard so zitiert: „Die einfachste Art wäre, dass wir vier Spieler über 1,90 Meter kaufen. Durch unsere Anordnung auf dem Spielfeld und unsere Art, Fußball zu spielen, haben wir eher kleinere, beweglichere Spieler auf dem Platz und das wirkt sich natürlich negativ auf Standards aus.“

              Der FC Augsburg hat letzte Saison 7 Tore nach Ecken erzieht. 18 Prozent der Augsburger Tore fielen alleine nur nach Ecken. Vielleicht legt Weinzierl ja deutlich mehr Wert auf Standards. Augsburg kam auch sehr oft über Außen und Flanken. Klingt danach, dass Daferner auf Sicht wichtiger werden könnte.

              Antwort
              • 13.10.2022 um 11:49
                Permalink

                Habe da Klauss auch nicht verstanden. Worin lag denn konkret der Vorteil der kleineren Spieler? Waren wir in irgendeinem Bereich technisch, spielerisch besser oder v.a. schneller? Haben wir mehr Doppelpässe, Flankenläufe, Dribblings für Chancen und Tore erzielt? Es kann doch nicht um eine “Art Fußball” gehen, die ja nicht einmal eine Signatur für uns war, sondern um Ergebnisse. Und da dominieren doch in der 2.Liga Standards. Für mich ist umso unverständlicher, dass wir mit Hecking und Rebbe doch extra eine sportliche Doppelmanagerrolle bezahlen, um hier ggf. intervenieren zu können.

                Antwort
                • 13.10.2022 um 13:17
                  Permalink

                  Ja, das seh ich auch so.

                  Eine “Art Fußball” ist nur dann gut, wenn sie mindestens mittelfristig und dann auch dauerhaft Ergebnisse liefert. Denn darum geht es. Fußball ist kein Eiskunstlaufen mit A- sowie B-Note. Köllner und der Club wurden damals von den Kollegen aus der Bundesliga verbal getätschelt für ein beherztes, offensives Auftreten – wenn man uns die Punkte im Spaziergang abknöpft, lässt sich leicht schulterklopfen. Kann mich noch an die Demontage in Dortmund erinnern. Da wurden wir dafür gelobt, dass wir auch bei einem Zwischenstand von 0:4 noch mutig nach vorne gespielt haben. Für dieses Lob konnten wir uns nix kaufen. Im Gegenteil: Das hat wohl eher die Sinne vernebelt für die Realität, die am Ende hieß: 19 Punkte. Unter dem Strich stand somit ein desaströser Abstieg, der noch lange nachhallte.

                  Das Ziel von Robert Klauß, war es sicherlich, unseren Fußball zukunftsfähiger zu machen. Aufgrund der Palikuca-“Altlasten” ein hehres Ziel. Oli Sorg und so. Eine Entwicklung war ja nicht zu übersehen in den ersten eineinhalb Jahren. Ich kanns immer wieder betonen: Einige befüchteten hier, dass uns Shooting-Star Klauß über Nacht weggekauft wird. Unter dem Strich aber konnte Klauß keine “Art Fußball” in fast zweieinhalb Jahren verankern, der dauerhaft Ergebnisse liefert. Und dies ließ dann auch die Mannschaft mehr und mehr zweifeln, verzweifeln. Man hat Standards scheinbar wissentlich untergewichtet, anders kann ich die oben stehende Aussage von Klauß auch nicht deuten. Dass Standards in dieser Liga aber sehr wichtig sind – frag nach bei Darmstadt 98 und bei Kempe.

                  Hecking – und da geb ich Dir auch Recht – muss sich hinterfragen, ob er zu wenig interveniert hat, ob die “Leine” zu lang war, ob die Kommunikation mit Klauß denn auch deutlich genug war.

                  Mit der Verpflichtung von Daferner wollte man sicherlich flexibler werden. Und auch Standards forcieren. Aber gebe ich 1 Mio. Euro aus, um Daferner letzten Endes genauso in der Luft hängen zu lassen wie Schäffler im letzten Jahr? Oder hätte man dieses Geld nicht besser in einen Sechser investieren können? Auch dies müssen sich Hecking und Rebbe hinterfragen.

                  Andererseits: Die hiesigen Medien, allen voran die “Bild”-Zeitung, und auch viele Fans forderten einen “Knipser”, welcher Daferner ja ohne Zweifel war in Dresden. Insofern hat unsere sportliche Leitung ja nur den Wunsch vieler Fans erfüllt. Außerdem können wir überhaupt nicht beurteilen, inwieweit man einen Sechser, der weiterhilft, für gleiches Geld bekommen hätten. Rebbe kennt den Markt besser als jeder von uns – davon dürfen wir einfach mal ausgehen.

                  Wie auch immer: Wenn Weinzierl Standards forciert, Daferner und Duah (ein starker Neuzugang aus meiner Sicht) einzusetzen weiß, und insgesamt pragmatischer an die Sache rangeht, dann sollten wir zumindest die Klasse halten können und wieder etwas zuversichtlicher nach vorne sshauen. Denn Robert Klauß hat sich verzettelt in den letzten Monaten. Und die Mannschaft veror das Vertrauen in Klauß

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