Cantaluppi und die Wölfe

“Du bist heute aber spät dran”, begrüßte mich Hannes (klick) am freitagnächtlichen Tresen.

“Ab Hienberg war so dichtes Schneetreiben, dass man nicht schneller als 70 fahren konnte”, erwiderte ich und Alfred (klick) sagte: “Soowoss hodds aa nuch nedd geem.”

“Was?”

“Dasses in Daidschlond zwaa Dooch voor da Welldmaasdaschoft schnaaid.”

“In Katar isses warm”, sagte der Wirt und stellte ein Pilsglas unter den Zapfhahn.

“Gut, dass jetzt eine lange Saisonpause ist”, bemerkte Hannes. “Da können sich die vielen Club-Verletzten auskurieren. Obwohl es fraglich ist, ob Wekesser und Lawrence zum Rückrundenstart überhaupt wieder fit sind. Und bei Mathenia soll’s ganz schlecht aussehen (klick).”

“Wäre bitter, wenn einer der besten deutschen Torhüter in der Rückrunde ausfallen würde”, sagte ich. “Aber ich vertraue darauf, dass Klaus dann seine Chance nutzen wird. Die Ausfälle von Handwerker, Hübner, Wekesser und Lawrence wiegen schwerer.”

“Ann Kibba kossd erseddsn. Weer nedd dess erschde Mool, dass da Ersaddsdoorwadd sai Sach dann aa guud machd.”

“Man wird wohl nachrüsten müssen”, stellte Hannes fest und nahm einen Schluck aus dem Weizenbierglas.

“Wer soll das bezahlen?”, fragte der Wirt und reichte mir das Pils über den Tresen. “Der Club ist doch mal wieder finanziell am Ende. So am Ende, dass er eine halbe Millionen Euro Strafe zahlen muss (klick). Seltsame Logik: Wenn man sowieso kein Geld hat, muss man blechen.”

“Immerhin noch besser als Punktabzug”, sagte ich.

“Es muss in der Winterpause personell nachgelegt werden”, beharrte Hannes. “Vor allem auf der Sechserposition. Einer wie Simons, das wär’s.”

“Simons war Bundesliga”, entgegnete ich. “Die Zeiten sind vorbei. Das war ein Mann von internationaler Klasse. So einen Spieler wird man beim Club, wenn überhaupt, lange nicht mehr sehen.”

“Galasek”, sagte der Wirt, “Mnari…”

“Cantaluppi”, sinnierte Hannes und ich nahm einen Schluck aus dem Pilsglas und mir fiel ein, dass Lupus auf Deutsch Wolf heißt, und ich erinnerte mich an das Pokalfinale gegen Stuttgart, in dem Andreas Wolf eine überragende Partie als Innenverteidiger spielte.”

“…und da war dann noch ein Skandinavier, damals, als Augenthaler Trainer war…”

“Larsen”, sagte ich, “Wolf Larsen.”

“Tommy Larsen”, korrigierte Hannes. “Wolf Larsen ist der Seewolf.”

“Stimmt. Da war ich auf dem falschen Dampfer.”

“Wahrscheinlich auf der Martinez“, sagte der Wirt. “Nur um noch einen Namen zu nennen (klick), der dem Club auf der Sechserposition gut zu Gesicht stünde.”

“Nan Seewolf kennda guud braung, da Glubb. Dess woor doch deer, woo die Kadoffl midda blooßn Hend zadriggd hodd (klick)…”

“Eine rohe Kartoffel”, präzisierte Hannes. “Nicht gekocht.”

“…Soo ann kennd da Glubb guud braung.”

“Vielleicht kommt ja demnächst Gündogan zurück (klick)”, grinste der Wirt.

“Guter Scherz in schlechten Zeiten”, versetzte ich.

“Woss willdn da Gindogaan beim Glubb? Deer soll edds erschd amoll a gschaide Welldmaasdaschofd schbilln. Hossd a Kibbm fir miech, Michael? Kosstma aane geem?”

Ich gab Alfred eine Blend 29 und er steckte sie sich hinters Ohr und trottete nach draußen.

“Erst mal am Mittwoch gegen Japan gewinnen”, sagte der Wirt und ein Mann, der etwas abseits am Tresen saß, schaltete sich ein: “Schauen Sie sich die Spiele an?”

“Die der deutschen Mannschaft auf alle Fälle”, antwortete ich. “Mal sehen, wieviele es werden.”

“Eine WM in ein Land zu vergeben, das die Menschenrechte derart mit Füßen tritt, ist ein Skandal!”

“Da gebe ich Ihnen Recht.”

“Und trotzdem schauen Sie die Spiele?”

“Was bleibt mir anderes übrig? Ich habe die WM nicht nach Katar vergeben.”

“Ich boykottiere.”

“Boykottieren Sie auch das aus Katar gelieferte Erdgas?”, fragte ich.  

53 Gedanken zu „Cantaluppi und die Wölfe

  • 20.11.2022 um 18:05
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    Laut Medienberichten sei der Gas-Deal mit Katar gescheitert. Ich will hier keinen Link reinstellen. Das wäre zu politisch.

    Aber ich verstehe Dich, guter @belschanov. Als ich damals die Nachricht hörte, dachte ich: Habeck erteilt mir doch tatsächlich grad die Absolution zum WM-Gucken.

    Wenngleich man nicht drinsteckt, woher das Gas kommt und auch nicht auswählen kann. Fernseher auslassen ist einfacher. Und eigentlich ist es ja auch eher ein Boykott gegen die Fifa.

    Aber ich will keineswegs moralisieren. Denn inwiefern ich doch einschalte, hab ich mit mir noch gar nicht ausdiskutiert. Und man kann es keinem vorwerfen, wenn er Fußball schaut. Denn das ist durchaus ein Grundbedürfnis.

    Heute aber reicht mir der 11-Freunde-Ticker. “So, wir haben den ersten WM-Star, es ist Enner Valencia. 2:0 für Ecuador nach einem wuch­tigen Kopf­ball des Stür­mers. Und so langsam habe ich das Gefühl: Enner geht noch…”

    https://11freunde.de/liveticker/wm2022-katar-ecuador/7251984

    Raimund Harmstorf. Die rohe Kartoffel. Ganz groß.

    Antwort
  • 20.11.2022 um 18:27
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    Wie jetzt, gibt’s ne WM? Hat die schon angefangen?

    Komme gerade von den Mädels zurück. Respekt, alles reingeworfen. Natürlich Chancenlos, aber was soll‘s.
    Übrigens haben wir eine bärenstarke Torfrau!
    Gratulation zu dieser Superleistung!

    Noch nie wurde ein 0:6 so gefeiert, wie heute. Schönes Fußballerlebnis!

    Antwort
    • 20.11.2022 um 18:35
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      Hab’s nur im Stream gesehen. Aber hat Spaß gemacht. Man konnte schon erahnen, was Trainer Osman Cankaya spielen lassen will.

      Lea Paulick mit drei überragenden Paraden gegen diese Übermannschaft aus Wolfsburg. 17.300 Zuschauer sind auch überragend.

      Antwort
      • 20.11.2022 um 19:04
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        Ich habe nicht so ganz verstanden, warum unsere letztjährige Toptorjägerin Nastassja Lein als linker Wingback aufgelaufen ist. Ich finde, da war sie ein bisschen verschenkt. Aber wahrscheinlich hatte man auch damit gerechnet, dass sie gegen Jule Brand antreten müsste, die ja auch sehr, sehr schnell ist. Damit unsere LV wenigstens hinterher kommt…

        Antwort
        • 20.11.2022 um 21:05
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          Ohne zu viel zu verraten. Das war tatsächlich keine Umstellung, die auf Wolfsburg spezifisch ist. Nassi spielt schon seit mehreren Wochen Wing Back. Einfach mal das 1:0 gegen Jena anschauen, dann weiß man auch, warum.

          Antwort
          • 21.11.2022 um 09:37
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            Versäumnis meinerseits 😉

            Wahrscheinlich war WOB einfach die falsche Bühne, um ihre Offensivqualitäten zur Geltung zu bringen. Nicht umsonst hat sie ja auch als Wingback schon wieder 4 Tore auf dem Konto…

            Jedenfalls haben die Mädels wirklich Werbung für ihr Team gemacht. Waren auch ein paar schöne Momente dabei und man muss sagen, sie spielen eigentlich besser aus der Abwehr heraus als ihre männlichen Kollegen… 😉 (außer vor dem 0:3, das war ein wenig zu viel Risiko)

            Aber als man das Mittelfeld mit doppeltem Doppelpass durchspielt hatte oder Emma Kusch die Wolfsburger Abwehr durchtanzt hat und nur an der Nationalkeeperin gescheitert ist, waren schon Highlights. Schade, dass es kein Ehrentor geworden ist…

            Mal sehen, ich denke, es werden die nächsten Spiele ein paar mehr Zuschauer kommen 😉

            Antwort
            • 21.11.2022 um 10:45
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              Ich hoffe, die Werbung hat funktioniert und es schlägt sich in zwei Wochen gegen Ingolstadt nieder.

              Bin jedenfalls sehr stolz drauf, dass die Spielerinnen das so durchgezogen haben, wie wir es angehen wollten, mutig und immer mit voller Präsenz. So spielen wir immer, warum also gegen Wolfsburg nicht? Das 0:3 geht daher auch auf uns als Trainerteam, weil wir das so verlangen, da passieren dann einfach auch Fehler, aber high risk, high reward ist besser als als no risk, no reward.

              Antwort
              • 24.11.2022 um 17:08
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                Jetzt muss ich nochmal auf das viel interessantere Thema zurückkommen als diese korrupte WM…
                Im Aftermovie sieht man ja nochmal, wie sich Emma Kusch grandios durch die Abwehr geschlängelt hat, mit einer Ballführung, die an Messi erinnert… (echt jetzt!).
                Macht sie das öfter? Weil es dann eigentlich verwunderlich ist, dass dann erst ein Tor in der Statistik steht. Da hat sie eine Waffe, die man kultivieren und bestärken muss! Wenn das gegen WOB geht, sollte man meinen, dass sie das in der 2. Liga vielleicht öfter einsetzen könnte 😉

                Antwort
  • 20.11.2022 um 18:28
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    Unser Gas kommt überwiegend aus Norwegen mittlerweile, aus Katar kommt meines Wissens nichts. Ich bin ja auch für Dialog aber nicht der ganzen Welt so eine Scheinwelt auf so einer gigantischen medienwirksamen Plattform wie einer WM vortäuschen.

    Antwort
  • 21.11.2022 um 10:35
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    Laut Medienberichten haben 6,2 Mio. Menschen in Deutschland das Eröffnungsspiel geschaut. Dies entspreche einem Marktanteil von 28 Prozent.

    Zum Vergleich: Das Eröffnungsspiel der WM 2018 (Russland vs. Saudi-Arabien) hätten 10,0 Mio. geschaut. Dies habe einem Marktanteil von 52 Prozent entsprochen.

    Antwort
    • 21.11.2022 um 11:25
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      Abgesehen von der WM Problematik ist Katar vs. Ecuador rein sportlich auch nicht gerade der Brüller. Dafür muss niemand Lebenszeit verschwenden.

      Antwort
      • 21.11.2022 um 11:41
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        Daher ja auch der Vergleich mit 2018. Denn Russland gegen die Saudis war ja auch alles andere als ein Brüller. Aber ein Eröffnungsspiel ist ein Eröffnungsspiel – das schaut man normalerweise an. Normalerweise.

        Und schon interessant irgendwie, was eine Mannschaft aufs Feld bringt, die jahrelang gezüchtet wurde. Oder wie der 11-Freunde-Ticker überspitzt schreibt:

        “Wir halten fest: Katar hat in den ver­gan­genen Jahren Mil­lionen und noch mehr Mil­lionen in die Hand genommen, wahr­schein­lich sogar Mil­li­arden, über­teu­erte aus­län­di­sche Experten ein­ge­kauft, ein völlig über­di­men­sio­niertes Trai­nings­zen­trum in die Wüste geklatscht, die besten Spieler des Landes ihr ganzes Leben lang auf dieses Spiel vor­be­reitet, Tag für Tag, Jahr für Jahr – und dann kommt ein 33-jäh­riger Fener­bahce-Stürmer und knipst mal eben das Licht aus.”

        Antwort
  • 21.11.2022 um 22:55
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    Die großartige Kulisse von über 17.000 Zuschauern, obwohl alle vorher wussten, dass die Club-Frauen null Chance haben würden gegen diese Übermannschaft aus Wolfsburg, ist aus meiner Sicht

    – in allererster Linie eine aufrichtige Anerkennung für das, was die FCN-Frauen und das gesamte Team leisten
    – ein Beleg für die Wucht, die unser Club entwickeln kann, könnte, sollte.
    – womöglich auch eine Nachwirkung dieser mitreißenden EM in England
    – vielleicht aber auch ein bisschen die Sehnsucht nach ehrlichem Fußball.

    Dass dieses ehrliche Fußball-Fest am gleichen Tag stattfand wie die Eröffnung der Skandal-WM in Katar – besser hätte man den Termin nicht legen können.

    Die Champions League, die nationale Ligen zerstört, ist ein Tiefpunkt. In Katar erleben wir gerade den tiefsten Tiefpunkt – und das muss der Wendepunkt sein! Vor allem nach diesem One-Love-Binden-Verbot heute. Dermaßen lächerlich.

    Der DFB ist laut Medien der größte Landesverband der Welt. Und knickt ein? Alter. Das ist schwach. Mein Vorschlag: Sachen packen. Heimfahren. Oder am Mittwoch die Binde tragen.

    Antwort
    • 22.11.2022 um 08:46
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      Das wäre mal ein Statement!

      -Wir laufen mit der Binde auf.
      -Die FIFA sagt, mit Binde darf die Mannschaft nicht auflaufen.
      -Die Mannschaft sagt: “entweder wir spielen mit der Binde, oder überhaupt nicht!”

      Entweder die FIFA knickt ein, oder die Mannschaft zeigt Charakter und verlässt den Platz.

      – träum –

      Antwort
      • 22.11.2022 um 09:57
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        Da stellen sich Neuendorf (“Das ist eine Machtdemonstration der FIFA.”) und Bierhoff (“Die FIFA eskaliert.”) mit bitterer Miene vor die Kameras und jammern uns die Ohren voll.

        Dazu noch die Begründung, man könne das den Spielern nicht antun, die sich so lange auf das Turnier vorbereitet und gefreut haben. Sicherlich wäre das ärgerlich, grade für Fülle Füllkrug, der sich so ehrlich und sympathisch gefreut hat, dass er dabei ist. Aber hey, in eineinhalb Jahren ist EM im eigenen Land.

        Bei dieser WM geht es um deutlich mehr als um die Frage, wer den Pokal holt und wer welche Prämien einheimst. Die Mannschaft von Iran, die das Mitsingen verweigerte bei der eigenen Hymne, hat das verstanden. Ganz groß.

        Ich find’s auch beschissen, dass der Sport so in den Hintergrund gedrängt wird. Aber das ist die Schuld der FIFA, die den Fußball als Geisel nimmt.

        Antwort
    • 22.11.2022 um 08:53
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      Anerkennung und die Sehnsucht nach ehrlichem Fußball.
      Das trifft es.

      Und ob das ehrlich war! Da wurde gegrätscht, gekämpft, niemals aufgegeben.
      Und wenn es mal ein Foul gab, wurde aufgeholfen und abgeklatscht. Keine Mätzchen, kein Schauspiel.
      Reklamieren? Kaum.

      Antwort
      • 22.11.2022 um 10:43
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        Man könnte jedes Jahr oder zumindest immer wieder mal so eine fränkische Frauen-Fiesta veranstalten. Man wird im Pokal natürlich nicht immer Wolfsburg oder die Bayern oder die Eintracht zugelost bekommen. Aber auch ein Liga-Spiel gegen Bayern ll oder den FC Ingolstadt ist ja nicht ohne.

        Und falls man auf Sicht in Liga 1 spielt, dann halt gegen die Bayern mit Magull, Bühl und Dallmann. Mit eweng Marketing wird dann der Zuschauer-Rekord geknackt. So ein wiederkehrendes Event wäre auch für junge Spielerinnen aus der Region eine feine Sache.

        So eine Art Woodstock für den Frauen-Fußball halt…okay, besser ich geh mal wieder an die Arbeit. 😉

        Antwort
  • 22.11.2022 um 11:38
    Permalink

    Die bittere Wahrheit ist:
    Die FIFA braucht uns nicht. Aber ohne FIFA keine Teilnahme an der WM.

    Und ein kleiner Gedankenanstoß:
    Wir sind nicht der Nabel der Welt, was Werte und Haltungen betrifft. Auch die haben sich entwickelt – was und heute richtig erscheint, war vor 20 Jahren noch von anderen Sichtweisen geprägt. (S. Frauenfußball, Umgang mit Diversität, usw.) Das Dogmatische der Ausschließlichkeit trägt schon eine Note von Arroganz (Wo werden unsere Klamotten hergestellt? Wer pflegt unsere Alten Zuhause? Woher wollen wir Flüssiggas beziehen? usw).

    Vielleicht hätte man die Binde von Spiel zu Spiel weitergeben können. Pfeif auf die Strafe.

    Und nüchterner betrachtet:
    Die Botschaft “No discrimination” auf der von der FIFA zur Verfügung gestellten Binde hat mehr “Inhalt” als die nichtssagende Kompromiss-Binde “One Love”.

    Wir sollten vorsichtig sein, stets absolute Wahrheiten aus unseren Werten und Haltungen für alle und die ganze Welt abzuleiten und einzufordern.

    Die traurige Wahrheit ist auch, dass man achtsam sein muss, so etwas offen zu sagen, sonst drängt einen der Shitstorm in die rechte Ecke…

    Antwort
    • 22.11.2022 um 14:37
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      Ich verstehe, was Du meinst, @Teo, und hatte diesen Gedanken auch schon.

      Aber selbst wenn, selbst wenn man für das “andere” Frauenbild, die Homophobie und den Umgang mit afrikanischen Gastarbeitern tatsächlich Verständnis aufbringen kann, dann bleibt immer noch Folgendes:

      1. Die FIFA vergibt die WM an denjenigen mit dem größten Geldkoffer. Und dieser Geldkoffer war wohl gigantisch. https://www.n-tv.de/sport/fussball/Katar-bot-Fifa-heimlich-880-Millionen-Dollar-article20898801.html

      2. Die FIFA kann sich ihre Werbespots und Kalendersprüche für Gleichheit und Toleranz sonstwohin schieben. Verlogener gehts nicht.

      3. Die FIFA ist eine Diktatur. Es geht nicht um die Sache (Fußball). Es geht um Macht. Infantino (Wohnsitz: Doha) kauft sich laut Medien Stimmen in aller Welt – Europa müsste dagegenhalten, tut es aber bislang nicht. Diese WM wäre eine Chance.

      Die FIFA ist ein Verband. Und ein Verband hat die Interessen seiner Verbandsmitglieder zu vertreten. Das aber tut die FIFA nicht, deren Machthaber es vor allem um eigene Interessen geht. Natürlich braucht es einen Weltverband. Und natürlich gibt es in Verbänden immer wieder mal Falschspieler, die sich persönlich bereichern – ob im Kleinen oder im Großen. Aber diese Leute muss man ins Abseits stellen.

      REWE übrigens hat die langjährige Werbepartnerschaft mit dem DFB aufgrund dessen aufgekündigt. Klar, der Handel profitiert nicht in dem Maße wie bei einer WM im Sommer. Außerdem dominiert jetzt das Weihnachtsgeschäft. Und nicht zuletzt verspricht sich REWE davon natürlich einen PR-Effekt. Aber trotzdem eine beachtliche Nachricht und hoffentlich ein Zeichen.

      Antwort
  • 22.11.2022 um 13:33
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    Teo: ‘Die Botschaft “No discrimination” auf der von der FIFA zur Verfügung gestellten Binde hat mehr “Inhalt” als die nichtssagende Kompromiss-Binde “One Love”.’

    Finde ich nicht. Es ist im Prinzip das gleiche, aber der Blickwinkel ist anders. Das eine sagt: “macht keine Unterschiede” und das andere sagt “es gibt keine Unterschiede”. Das finde ich dann doch inhaltsvoller.

    Aber “no discrimination” ist zumindest eine Message, die leichter verstanden wird, gerade wenn dessen Missachtung Methode hat. Damit kann man leben, insbesondere, weil gerade das dumme Verbot den Fokus darauf gelenkt hat 😉

    …klassisches Eigentor!

    Antwort
    • 22.11.2022 um 16:44
      Permalink

      Infantilo-Vorgänger Blatter und Ex-DFB-Chef Zwanziger haben in 11Freunde-Interviews gut erklärt, dass viele Verbände ärmerer Länder finanziell komplett abhängig sind von der FIFA. Diese Verbände würden niemals die Korruption innerhalb der FIFA bekämpfen, da sie massiv davon profitieren. Dafür unterstützen sie Mr. Bestechung himself Infantilo, weil dieser sie am Geldkreislauf partizipieren lässt.

      Die Mehrheit der FIFA-Mitglieder hat kein Interesse am Ende der Korruption, die Fifa-Führung auch nicht. Somit wird sich nichts am verfaulten Grundproblem ändern. Infantilo ist gerissen. Er wird den internationalen Druck der finanziell besser gestellten Verbände mit vordergründigen Aktionen zu beschwichtigen suchen, wie es die Fifa-Führung immer tat. Und letztendlich nichts oder nur sehr wenig tun.

      Es ist an der Zeit, dass die Länderverbände, die ähnlich fortschrittlich und tolerant denken wie Deutschland, USA, Dänemark oder England aus der FIFA austreten und einen eigenen Weltverband gründen.

      Antwort
      • 22.11.2022 um 19:19
        Permalink

        Als man Sepp Blatter mit richtig viel Mühe endlich losbekommen hat und die Fifa den ehrenvollen geleuterten Neuanfang ausrief und dann ausgerchnet Intantilo der Nachfolger wurde, fand ich das schon eine wirklich lachhafte Nummer. Den Teufel mit dem Beelzebub austreiben. Ich glaube die WM wird ein Reinfall, nie wird eine WM weniger Interesse erhalten haben in der Geschichte

        Antwort
  • 22.11.2022 um 22:06
    Permalink

    Was kann eine WM und deren Spieler für die korrupte FIFA?
    Selbst der DFB hat für März 23 keinen Kandidaten gegen Infantino nominiert.
    Wenn da nichts passiert und nur Geschwafel kommt oder Resignation mit halbherzigem Konstruktivismus, dann bin ich in der Tat ganz bei Thomas Müller:

    Im Streit um die “One Love”-Binde kritisiert Thomas Müller die FIFA, nimmt seine Mitspieler in Schutz und wirbt um Verständnis und Unterstützung.

    https://www.kicker.de/926825/artikel/statement-von-mueller-kann-kritik-nachvollziehen-teile-diese-ansicht-aber-nicht

    Antwort
    • 23.11.2022 um 01:18
      Permalink

      Im Endeffekt ist es genauso, wie @block4 oben schreibt. Die FIFA ist Monopolist. Und würde wohl erst dann zur Vernunft kommen, wenn große Landesverbände wie der DFB aufbegehren, nicht mehr duckmäusern und im besten Fall zusammen mit anderen großen Landesverbänden mit der Gründung einer eigenen Dachorganisation drohen.

      Denn diese Landesverbände kommen größtenteils aus konsumstarken Volkswirtschaften und somit aus für FIFA-Sponsoren wichtigen Märkten. Für die Sponsoren sind Einschaltquoten wichtig. Und die Einschaltquoten in Deutschland sind sehr schwach bislang. Die Marktanteile hätten sich halbiert. Was erfreulich ist. Und was man registrieren wird.
      https://www.sportsillustrated.de/fussball/perfect-match-pizza-fussball/wm-2022/wm-2022-katar-schlechte-tv-quote-fussball-fans-machen

      Wenn ich bislang kein Spiel geschaut habe, den Fernseher ausgelassen habe – bin ich denn dann Teil des Boykotts? Helfe ich denn dann mit, der FIFA einen Denkzettel zu verpassen? Oder anders gefragt: Was bringt mein persönlicher TV-Boykott? Was bringt es, wenn ich meinen Fernseher auslasse?

      Hier die Antwort:
      https://utopia.de/fussball-wm-in-katar-warum-stiller-boykott-nichts-bringt-423526/

      Antwort
      • 23.11.2022 um 16:42
        Permalink

        “Was bringt es, wenn ich meinen Fernseher auslasse?”

        Man opfert keine Lebenszeit einer totalen Zeitverschwendung!

        😀 😀 😀

        Antwort
  • 23.11.2022 um 16:00
    Permalink

    Das Spiel der Deutschen zusammengefasst in einem Satz:

    Ohne Ilkay habt ihr keine Chance!

    Antwort
  • 23.11.2022 um 19:21
    Permalink

    Die New York Times hat Deutschland in ihrem Spielbericht als „one of Europe’s great traditional powers“ beschrieben.

    Tradition ohne Erfolg hab ich als Clubfan schon genug…

    Antwort
  • 23.11.2022 um 20:36
    Permalink

    Zitat CREON:

    “Die New York Times hat Deutschland in ihrem Spielbericht als „one of Europe’s great traditional powers“ beschrieben.

    Tradition ohne Erfolg hab ich als Clubfan schon genug…”

    Die Verclubbung der Nationalmannschaft beklage ich schon seit sechs Jahren. Früher haben einem die, die den Adler tragen (besser: trugen), wenigstens noch ein bisschen Freude bereitet, wenn’s beim Club schlecht lief. Und wenn die Adlerträger versagten, hat der Club für Freude gesorgt. Aber seit Jahren geht weder bei den einen noch beim anderen was.

    Das will mir alles keinen Spaß mehr machen.

    Das ist nur noch bedrückend.

    Antwort
    • 24.11.2022 um 10:19
      Permalink

      Leider macht die Verclubbung längst nicht vor dem deutschen Fußball halt. Da kann man in alle Bereiche der Politik, Gesellschaft , Infrastruktur, Medien, etc. gehen. Da wird Mission Impossible kultiviert.

      Antwort
    • 24.11.2022 um 11:26
      Permalink

      Die Verclubbung äußert sich in diesem Fall, indem der beste Spieler ein Clubberer ist und dann ohne Grund ausgewechselt wird.
      Warum?
      Damit die Bauern nicht enttäuscht sind? Sah aus wie ein Konzessionswechsel…

      …selber schuld!

      Gefühlt hat da Bochum gegen die Bayern gewonnen. Kann passieren, aber sollte nicht, wenn es wichtig ist…

      Antwort
      • 24.11.2022 um 11:50
        Permalink

        Was ich auch frustrierend fand, waren Flicks Worte nach dem Spiel. Okay, der Bundestrainer war extrem angefasst und noch nicht fähig zu einer klaren Analyse. Jedoch die Schuld bei “individuellen Fehlern” zu suchen, greift deutich zu kurz.

        Mit der Auswechslung der Führungsspieler Gündogan und Müller hat Flick in Minute 67 mal eben die gestrige Achse (Neuer – Rüdiger – Ilkay – Müller) zerstört. Dies potenzierte die Schwächen in der Abwehr mit den Dortmunder Totalausfällen Süle und Schlotterbeck. Absicherung? Gab’s nicht mehr.

        Geht eindeutig auf Flicks Kappe. Den individuellen Fehlern gingen Fehler von Flick voraus.

        Antwort
        • 24.11.2022 um 12:09
          Permalink

          Süle ja, bei Schlotterbeck geh ich nicht mit. Der Einfluss den da Bartels auf die Wahrnehmung hatte, ist schon krass. Der hat versucht, Schlotterbeck die Hauptschuld am 2:1 zu geben, obwohl er der einzige ist, der überhaupt was richtig macht in der Situation. Schön, dass Schweinsteiger es nach dem Spiel kassiert hat und nochmal deutlich auf Süle hingewiesen hat, der da unnötigerweise – oder halt nicht, weil er weiß, dass er sonst nicht hinterherkommt – viel zu tief steht. Ob Raum da so hoch stehen muss, ist dann auch fraglich, genauso dass Rüdiger, der Asano im Gegensatz zu Schlotterbeck, da nicht Süle den tieferen Japaner übergibt. Dass Schlotterbeck überhaupt noch an Asano kommt, ist eigentlich ein Wunder. Dass er dann im Strafraum nicht die Sense auspackt, sondern Asano mit dem Oberkörper bearbeitet und abdrängt ist auch kein Fehler. Da kann man eher noch über Neuer reden, warum er die Körperfläche verkleinert.

          Rest völlig d’accord, die Auswechslung von Müller und Gündogan hat sämtlich Passchärfe und -genauigkeit aus dem Spiel genommen und Räume zugemacht.

          Antwort
          • 24.11.2022 um 12:26
            Permalink

            Richtig, ich verstehe auch nicht, warum Neuer da im Kicker “freigesprochen” wurde. Aus so spitzem Winkel muss das kurze Eck zu sein. Zwingend.
            Auch den Ball nach vorne klatschen lassen ist zwar in der Situation (beim 1:1) fast unumgänglich, aber es ist halt auch nicht Weltklasse. Was Neuer ja immer noch gerne wäre…

            Antwort
          • 24.11.2022 um 12:50
            Permalink

            …”Passschärfe”. Genau das.
            Gündogan war dermaßen gut im Spiel und so wichtig für das Gefüge. Und Hans-Dieter wechselt ihn aus. Unfassbar.

            Ich schließe mich gerne der Sichtweise hinsichtlich Schlotterbeck beim zweiten Tor an. Allerdings fiel er aus meiner Sicht auch immer wieder durch Unsicherheiten in anderen Szenen auf. Die Polemik mit “Totalausfall” nehm ich aber zurück. 😉

            Antwort
            • 24.11.2022 um 18:16
              Permalink

              Schlotterbeck schien mir sehr, sehr nervös. Beim 1:2 war der Ball lang unterwegs. Richtig auf Höchstgeschwindigkeit schaltet er aber erst als Asano den Ball annimmt. Er reagiert aus meiner Sicht zu langsam.Es schien mir als ob er nicht mit der korrekten Ballmitnahme gerechnet hat.

              Ob er dann beim Laufduell mehr den Körper einsetzen muss oder darf, ist schwer zu sagen. Ob er noch versuchen sollte den Japaner zu blocken. Möglicherweise. Andererseits ist der Schußwinkel eigentlich nicht gut, weshalb sollte er dann einen Elfmeter riskieren. Die Mannschaft spielte nicht konsequent genug. Manchmal hatte ich aber auch den Eindruck, dass sie ihre Unsicherheit mit betonter Lässigkeit überspielte.

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              • 26.11.2022 um 12:43
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                Schlotterbeck scheint jedoch bis in seinen Interviews, in denen er meist forsch und sehr selbstbewusst auftritt, immer sehr nervös zu sein. Er verschuldete in seinen bisherigen Nationalmannschaftsauftritten fast jedes Spiel einen Elfmeter oder ein Gegentor, Ihn überhaupt aufzustellen, ist unglaublich.

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            • 24.11.2022 um 19:35
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              Zitat fränki:

              “Gündogan war dermaßen gut im Spiel und so wichtig für das Gefüge. Und Hans-Dieter wechselt ihn aus. Unfassbar.”

              Mein Kollege sagt, Gündogan wurde ausgewechselt, weil er platt war. Auswechslung also folgerichtig. Sagt, wie gesagt, mein Kollege.

              Antwort
              • 24.11.2022 um 19:48
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                Bei allem Respekt vor Deinem Kollegen – aber wenn Gündogan nach 67 Minuten platt war, dann sollte er am besten ohne Umschweife sogleich heimkehren nach Nürnberg und uns da unten raushauen.

                Flick hat das ja auch begründet mit: Frische Kräfte gebracht. Aber ich empfand das eher als Standard-Ausrede.

                Antwort
          • 26.11.2022 um 12:45
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            Damit hat Bartels allerdings sehr wohl recht gehabt. Unglaublich schlecht, dass er es nicht geschafft, seinen Körper reinzustellen und den Stürmer auf die Seite abzudrängen. In jedem Fall muss er foulen und sich gelb holen.

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    • 24.11.2022 um 02:34
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      Ich finde nicht, dass man gleich die Keule der Islamophobie schwingen sollte. Die Vorwürfe bezüglich Menschenrechts-Verletzungen sind ja berechtigt und keine Phobie – das sagt der Experte ja selbst.

      Und wenn der katarische Botschafter Schwul-Sein als “geistigen Schaden” bezeichnet und Innenministerin Nancy Faeser ihn daraufhin einbestellt, dann hat dies nix mit Islamophobie zu tun.

      Ich würde auch den Islam keineswegs gleichsetzen mit der Autokratie in Katar. Diese Glitzerwelt in Doha ist nicht der Islam. Den Fußball-Freunden und Kids in Arabien ist dieses Ereignis natürlich zu gönnen. Bin mir sicher, dass man dort begeistert verfolgt, was auf dem Rasen passiert.

      Und, ja, da hat der Experte Recht – man sollte nicht alles schlechtreden. Aus Rücksicht vor den Fußball-Freunden in der arabischen Welt. Für die die WM ein ganz großes Ding ist.

      Das wahre Problem und der Zankapfel ist doch die völlig verkommene FIFA. Die sich Werte auf die Fahnen schreibt und diese Werte selbst mit Füßen tritt. Im Übrigen dürfte es Infantino ziemlich gelegen kommen, wenn man jetzt daraus einen Kampf der Kulturen konstruiert. Insofern geht das Focus-Interview mit dem Islamforscher am eigentlichen Thema vorbei.

      Das eigentliche Thema ist die FIFA, die sich vermutlich in extremen Maße korrumpieren lässt und die WM in Unrechtsstaaten vergibt.

      Vermutlich aber müssen sich unsere Leute in Katar bald nicht mehr mit irgendwelchen Binden-Verboten oder kranken Drohungen der FIFA rumschlagen. Denn gut möglich, dass das Auftreten der deutschen Mannschaft Flickwerk bleibt.

      Das Spiel gegen Japan bleibt wohl haften aufgrund der unsinnigsten Auswechslung aller Zeiten. Auch der arabische Fußball-Fan dürfte sich gefragt haben, warum Ilkay vom Feld musste. Hinzu kam die Fehlbesetzung auf RV – Klostermann, Kehrer und Ginter saßen auf der Bank.

      Womöglich hat der DFB nächste Woche ganz andere Probleme als das Macht-Geäffel der FIFA. Wenn Bierhoff das nächste Turnier in den Sand gesetzt hat. Und wenn man sich fragen muss, ob man Flick die EM im eigenen Land tatsächlich zutraut.

      Antwort
  • 24.11.2022 um 18:21
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    Naja, man wird am Sonntag ein richtiges Endspiel erleben. Jetzt sind sie so richtig gefordert. Die jungen Purschen der Nationalmannschaft, die im Vorfeld tatsächlich dachten, dass sie zu den Besten dazuzählen. Der Sturm erinnert ein wenig an den Club, da sie auch keinen Knipser in den Reihen haben. Jedoch sind erheblich mehr Chancen da wie bei den Nürnbergern, die jedoch kläglich vergeben wurden. Sie können jetzt zeigen, ob sie Charakter haben und ein kleines Wunder schaffen. Oder natürlich wieder kläglich versagen und erneut in den nichtverdienten Luxusurlaub starten. Was passiert aber, wenn sie alle beide Spiele gewinnen und trotzdem ausscheiden? Das wär natürlich der Hammer. Würde da der direkte Vergleich mit Japan zählen oder wie läuft das?

    Antwort
    • 24.11.2022 um 19:00
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      Tordifferenz vor direktem Vergleich.

      Das Szenario mit drei Mannschaften, die jeweils 6 Punkte auf dem Konto haben, ist so unwahrscheinlich nicht. Vorausgesetzt natürlich, Deutschland gewinnt am Sonntagabend gegen seinen Angstgegner.

      Antwort
      • 25.11.2022 um 08:35
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        Mit der Tordifferenz scheint es aber bei den Unsrigen nicht gut zu stehen, da nur sehr wenige Tore geschossen werden. Unter normalen Umständen sind die Chancen, gegen Spanien zu gewinnen sehr gering, wäre aber schon möglich. Auch Augsburg hat die Bayern geschlagen. Aber dann durch schlechtes Torverhältnis mit 2 Siegen nach hause fahren zu müssen, wäre schon der Hammer. Der Oberhammer wäre natürlich ein Sieg gegen die Spanier und kein Sieg gegen Costa Rica. Alles möglich. Der Clubfan kennt die Negativrekorde seines Vereins zu genüge, weiß also, was für Unmöglichkeiten alles möglich sind.

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        • 25.11.2022 um 09:00
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          Ich glaube, die Konstellation ist wirklich sehr unangenehm, da Spanien der nächste Gegner ist. Man muss gewinnen, im Umkehrschluss: Spanien kann entspannt die Deutschen locken.
          Spielerisch wird das Spiel auf Augenhöhe stattfinden, taktisch ist der Vorteil bei Spanien.
          Wir haben geringer Chancen, aber zumindest die sollte man nutzen.
          Ich erwarte eine andere Aufstellung und bin sehr gespannt, wen Hansi Flick auf die Bank setzt: Müller, Goretzka, Sane oder Gündogan.

          Und es wäre eine Überlegung wert, formstarken Spielern wie Götze und Füllkrug eine Chance zu geben.
          Ich befürchte aber, dass Hansi Flick, und ist er auch wirklich ein sympathischer, kompletter und kompetenter Trainer, in dieser Hinsicht zu konservativ pro Mannschaftsgefüge denkt…

          Antwort
  • 24.11.2022 um 20:32
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    Mehrere europäische Fußballverbände – ich glaube sieben oder acht, darunter neben Deutschland, Frankreich, England und wohl auch die Niederlande – hatten geplant den Kapitän ihrer Mannschaft mit der Humanitätssignalbinde antreten zu lassen. Alle knickten vor seiner mafiös-korrupten Heiligkeit Herrn Infantino ein, der sich dann in seiner papstmäßigen Unfehlbarkeit und führerhaften Allmacht bestätigt sehen durfte. Warum – so frage ich in die Runde – haben diese sieben oder acht Verbandschefs nicht solidarisch mit dem Abzug ihrer Mannschaften gedroht? Die saßen doch als Gemeinschaft am längeren Hebel. Herr Infantino hätte dann zwei Möglichkeiten gehabt: a) hart bleiben, was bedeutet hätte, dass seine WM zu einem farceartigen Rumpf-Turnier geworden wäre; b) nachgeben und die WM mit Spezialbindenträgern so durchzuführen, wie es der Spielplan vorsieht.

    Hätte Herr Infantino Möglichkeit a) gewählt, wäre er als Trottel im katarischen Regen gestanden und hätte sich seine WM in das Körperteil schieben können, an dem er die sieben oder acht Verbandschefs hätte lecken können. Die Verbands-Chefs hatten alle Trümpfe in der Hand. Warum haben sie sie nicht gespielt?

    Antwort
    • 25.11.2022 um 08:27
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      Die FIFA ist vergleichbar mit der Mafia. Und das Schlimme, es wird einfach akzeptiert. Die mehreren europäischen Fußballverbande, darunter auch der deutsche reden zwar von Menschenrechten. An erster Stelle stehen aber auch bei ihnen der Profit und das Geld. Man redet viel über Menschenrechte, es wird aber nichts gemacht. Das sind auch nur Hunde, die nur bellen. Und auch unsere Nationalelf samt Gefolge haben in erster Linie das Geld im Kopf. Da reicht es halt nicht, wenn man sich den Mund zuhält. Das ist irgendwie wie Kindergarten und eher peinlich.

      Antwort
    • 25.11.2022 um 11:43
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      Ich seh das auch so, @belschanov. Die “Möchte-gern-Rebellen” haben einen riesigen Hebel in der Hand. Denn die FIFA muss Verträge erfüllen. Mit dem Gastgeber-Land. Mit Sponsoren. Mit Medienanstalten, die von der FIFA für teuer Geld die TV- und andere Medienrechte gekauft haben. Von diesen immensen Einnahmen profitieren zu einem gewissen Teil natürlich auch die an der WM teilnehmenden Verbände. Insofern droht man sich zwar gegenseitig – niemand aber will laufende Verträge gefährden.

      Daher denke ich genauso wie Du: Man hätte durchaus konzertiert mit der One-Love-Binde auflaufen sollen. Die Gefahr, dass die FIFA einen oder gar mehrere Verbände heftig bestraft oder gar heimschickt, wäre aus meiner Sicht gering bis sehr gering gewesen. Denn diese Monster-Verträge (mit mutmaßlichen Monster-Vertragsstrafen) laufen über 64 Spiele mit 32 Mannschaften. Man hätte von dieser Warte aus durchaus auf die Eskalation der FIFA mit scharfem Schwert reagieren können. Infantino hätte einlenken müssen oder hätte, wie Du sagst, die WM geschrottet. Er wohnt ja in Doha und das wohl sehr gerne, aber die WM zu schrotten, hätte man ihm dort wohl nicht verziehen.

      Die Argumentation von @Teo aber hat mich dahingehend überzeugt, dass…ich sags mal so: Ich hab gestern einen Beitrag gesehen, da ging es um ein deutsches Pärchen, das in Katar arbeitet und lebt. Die beiden haben erzählt, dass sie immer wieder gefragt werden, warum wir Deutsche so gegen die WM in Katar wären. Na ja, mit einem Satz: Es gibt nicht nur geldgeile Ölgötzen dort, sondern auch ganz normale Fußball-Fans wie Du und ich. Und dies gilt wohl für ganz Arabien. Wenn sich der kleine Mohammed mit seinem Hummus-Brot und vielleicht mit Deutschland-Trikot erwartungsfroh vor den Fernseher schmeißt…One Love ist die eine Vision, One World die andere.

      Es ist schwierig, während einer laufenden WM das große Rad der Revolution zu drehen, auch wenn die Plattform natürlich verführerisch ist. Aus rein pragmatischen Gründen (Verträge). Und aber auch, weil man vielleicht mehr kaputtmacht als man erreichen kann. Man kann eigentlich nur Zeichen setzen – dies hätte man tun können mit der verbotenen Binde. Leider hat man das verpasst. Dass DFB-Präsident Bernd Neuendorf noch kurz davor verkündete, man werde die Binden-Aktion auf jeden Fall durchziehen, um dann doch noch einzuknicken, wurde zurecht deutlich kritisiert. Philipp Köster, Chefredakteur von “11 Freunde”, kommentierte dies mit einem “schäbigen Kniefall” vor der FIFA. Kann man so machen, finde ich.

      Diese Mund-Zu-Geste fand ich dann aber eher gut. Ich finde, man hat sich ernsthaft Gedanken gemacht im deutschen Lager, wie man eine Botschaft am besten und unverfänglich rüberbringen kann. Das internationale Presseecho, war – soweit ich das beurteilen kann – positiv. Und dass Innenministerin Nancy Faeser die One-Love-Binde im Stadion und vor der Weltöffentlichkeit trug und das neben Infantino sitzend, fand ich überzeugend und beherzt. Man hat beim DFB zusammen mit der Ministerin die Köpfe zusammengesteckt und hat sich ernsthaft mit dem Thema beschäftigt.

      Im Endeffekt gehts auch nur konzertiert. Und da braucht man auch die Spieler im Boot. Die auf ihre Arbeit fokussiert sind während einer WM. Stellvertretend dafür Hollands Kapitän Virgil van Dijk, der in Medien wie folgt zitiert wurde auf die Frage, ob er denn, frei übersetzt, keinen Arsch in der Hose habe: „Nein! Ich bin ein Spieler, den man nicht mit einer Gelben Karte vorbelastet sehen will. Ich stehe für ein politisches Statement, aber ich bin ein Fußballspieler. Ich will diese Turniere spielen!“ Thomas Müller hat sich ja ähnlich geäußert in seinem offenen Brief. Man mag dies verstehen oder nicht. Unter dem Strich aber bleibt, dass man die Spieler mit ins Boot nehmen muss und nicht über ihre Köpfe hinwegentscheiden sollte.

      War also alles nur ein kurzes Aufbegehren gegen die FIFA-Diktatur? Glaube nicht. Zsmmn mit den bislang erfreulich schwachen Einschaltquoten konnte man der FIFA aus meiner Sicht durchaus einen Denkzettel verpassen. Dieser Denkzettel hätte aber deutlicher ausfallen müssen, indem man Infantino den Finger zeigt und die Binde konzertiert trägt. Aber ich denke, dass man nach der WM die Gespräche untereinander, also unter den europäischen Verbänden, intensivieren wird. Und ich denke auch, dass die Wiederwahl von Infantino im März keine hundertprozentige mehr ist. Das Thema “Austritt aus der FIFA” wird immer lauter. Und wie Du sagst, @belschanov, hat man hat Trümpfe in der Hand – auch nach der WM. Ein Zirkusdirektor kann einpacken ohne seine besten Zirkuspferde.

      Antwort
  • 25.11.2022 um 16:28
    Permalink

    Ich finde die Nationalmannschaft macht es auch politisch korrekt und fährt nach der Vorrunde nach Hause.

    Antwort
    • 25.11.2022 um 17:57
      Permalink

      Dazu würde passen, sich am Sonntag vor dem Spiel die Augen zu zuhalten. Die Blinden geschlagen – als passende Schlagzeile.

      Und gegen CR passt dann super gut: Ohren zuhalten – müssen sie den Schmäh nicht hören…

      Antwort

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