3:2 nach 0:2 – U21 bleibt ungeschlagen

Mit einer dramatischen Aufholjagd hat die U21 des FCN ihre weiße Weste behalten. Das Spiel gegen Bayern Hof endete am Dienstagabend mit 3:2. Nach dem schmeichelhaften 2:1-Sieg in Schweinfurt am vergangenen Freitag nahm Trainer Michael Köllner gegen Bayern Hof einige personelle Veränderungen vor: In der Innenverteidigung übernahm Steffen Eder die Rolle neben Eduard Löwen, Christoph Wallner rutschte dafür auf die Bank. Ebenfalls neu in der Startelf waren Mike Ott für Cihangir Özlokman und Maximilian Krauß für Dennis Lippert. Nicht im Aufgebot dagegen Philipp Hercher, Patrick Kammerbauer, Cedric Teuchert und Ivan Knezevic, die weiterhin bei den Profis im Trainings- und Spielbetrieb sind.

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Das Spiel gegen den Aufsteiger, die erste von insgesamt sechs Partien im Stadion, begann für den kleinen Club denkbar ungünstig. Nach nur drei gespielten Minuten klärte Patrick Rakovsky eine Ecke von Christian Schraps mit der Faust vor die Füße von Thomas Stock. Dieser brachte den Ball im Tor unter. Lediglich zwei Minuten später erhöhten die Oberfranken auf 2:0. Martin Holek, immerhin mit Erstligaerfahrung in seinem Heimatland Tschechien, spielte Alessane Kane gekonnt frei. Der US-Amerikaner hatte sich im Laufduell gegen Eduard Löwen durchgesetzt und stand nun frei vor Patrick Rakovksy, der den Gegentreffer im Eins gegen Eins nicht verhindern konnte. Nach sechs Minuten schien der FCN II bereits geschlagen zu sein. Erst recht, da es auch in der Folge der Mannschaft nicht gelang, das vom Trainer geforderte Tempo ins Spiel zu bringen.

Erst nach knapp zwanzig Minuten schüttelte das Team den Schock aus den Knochen, näherte sich dank eines Fernschusses von Mike Ott langsam dem Hofer Tor. Kurz darauf folgte der Anschlusstreffer: Abdelhamid Sabiri spielte Mike Ott mit einem schönen Pass gezielt frei, so dass der Deutsch-Filipino allein vor Erik Arkenberg auftauchte und dem bei Slavia Prag ausgebildeten Keeper keine Chance ließ. In der quasi nächsten Szene hatte Ott bereits die Chance zum Ausgleich, doch der 1,67m große Angreifer konnte die mustergültige Flanke von Jonas Carls auf den langen Pfosten nicht verwerten. Der Club übernahm nun die Spielkontrolle, kam aber vor allem im letzten Drittel des Spielfelds nicht zu torgefährlichen Situationen. Immer wieder wurde der Spielaufbau abgebrochen oder durch unpräzise Zuspiele beziehungsweise schlechte Entscheidungen unterbrochen. So verwunderte es nicht, dass die einzigen Gelegenheiten vor der Pause durch Sabiri (39.) und Feil (43.) Einzelaktionen waren.

Dieses Bild änderte sich auch in den zwanzig Minuten nach der Pause nicht. Zwar hatte Michael Köllner in der Pause einmal gewechselt, dies allerdings verletzungsbedingt und nicht in der Offensive. Roman Castellucci ersetzte den durch einen Pferdekuss am linken Knie angeschlagenen Patrick Rakovsky. Dieser Wechsel sollte sich am Ende als spielentscheidend erweisen. Denn jener Castellucci stand in der 77. Minute im Mittelpunkt. Der Club hatte zu diesem Zeitpunkt bereits länger auf den Ausgleich gedrückt. Köllner durch die Hereinnahme von Lippert für Krauß auch für frische Kräfte in der Offensive gesorgt, durchschlagend vor dem Tor war der FCN II bis dahin jedoch noch nicht gewesen. In jener 77. Minute liefen die Gastgeber dann auch noch in einen Konter, an dessen Ende Jan Kralik, erstligaerfahren aus der Slowakei und der Ukraine, frei vor dem FCN-Tor auftauchte. Castellucci nahm Kralik jedoch den Ball im direkten Duell gekonnt vom Fuß und leitete sofort selbst den Gegenstoß ein. An dessen Ende spielte Sabiri erneut Ott frei und dieser traf mit seinem zweiten Tor des Tages zum Ausgleich.

Der Club war nun vollends am Drücker und hatte in der 80. Minute die Chance zur Führung. Sabiri spielte erneut einen präzisen Schnittstellenpass, der Baumann frei vor Arkenberg auftauchen ließ. Der Kapitän des FCN II vergab aber. Vier Minuten später wurde Ott im Strafraum gelegt und trat selbst zum Strafstoß an, obwohl er nicht als Elfmeterschütze eingeteilt war. Michael Köllner kommentierte diese Tatsache dergestalt, dass er Ott nach dem Abpfiff zur Seite genommen habe und ihm erklärt habe, dass man sich als Doppeltorschütze bei einem Elfmeter beim Stand von 2:2 lieber verstecken sollte, wenn man nicht als Elfmeterschütze eingeteilt sei. Schließlich sei man, falls man verschießt, der Depp; trete man nicht an, sei man aber immer noch der Held, der zwei Tore geschossen habe. Ott vergab aber nicht, traf zum 3:2 und wurde so endgültig zum Helden. Zwei Minuten nach der Führung wurde er aber auch noch ein wenig zum Depp. Denn als Abdelhamid Sabiri im Strafraum gefoult wurde, schnappte Ott sich erneut den Ball und überließ erneut nicht dem etatmäßigen Schützen, dem gefoulten Sabiri, den Ball. Diesmal scheiterte Ott an Arkenberg. Ein Fehlschuss der aber ohne Folgen blieb. Der FCN II gewann das Spiel und rückt damit mit acht Punkten auf Rang Vier der Tabelle vor.

Michael Köllner zeigte sich nach dem Spiel durchaus kritisch der Leistung der eigenen Mannschaft gegenüber. Vor allem in der ersten Halbzeit sei es nicht gelungen, die Lücken zu finden und die Halbräume zu besetzen. Insgesamt sei man fußballerisch hinter den Erwartungen geblieben, habe aber bewiesen, dass die Mentalität der Mannschaft stimme. Besonders hervor hob Köllner die Leistungen von Roman Castellucci, der mit seiner Parade vor dem 2:2 die Mannschaft im Spiel gehalten habe und von Steffen Eder und Eduard Löwen, deren Lufthoheit gegen die Hofer Stürmer er mit dem Adjektiv „megamäßig“ bedachte. Dennoch hoffe er auf eine Steigerung in Sachen fußballerischer Qualität, am besten schon am Freitag im Heimspiel gegen den FV Illertissen. (Anpfiff: 18:30 Uhr, Sportpark Valznerweiher)

FCN II: Rakovsky (46. Castellucci) – Knipfer, Löwen, Eder, Carls – Hoffmann (80. Hofmann) – Krauß (66. Lippert), Feil, Sabiri, Ott – Baumann

Bayern Hof: Arkenberg – Tuma, Rupprecht (67. Bareuther), Biermeier – Fleischer, Schraps, Knoll – Root, Stock (89. Stößner), Kane (68. Kralik) – Holek

Tore: 0:1 Stock (3.), 0:2 Kane (6.), 1:2 Ott (22.), 2:2 Ott (77.), 3:2 Ott (84., Foulelfmeter)

Besonderes Vorkommnis: Arkenberg hält Foulelfmeter von Ott (87.)
Gelbe Karten: / – Schraps, Holek, Rupprecht
Schiedsrichter: Brands (Bamberg)
Zuschauer: 538

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