Club verändert Jenö-Konrad-Cup

Der Club verändert das Konzept des Jenö-Konrad-Cups und involviert regionale Schulen.

Neun Jahre lang war das U14-Turnier, das der FCN rund um Pfingsten ausrichtete fester Bestandteil des Jahresablaufs beim Club. Die Teilnehmer kamen aus der ganzen Welt: Aus Portugal, Israel, Türkei, Tschechien, Slowakei und sogar aus Japan kamen teilnehmende Vereine. Bayer Leverkusen, Borussia Dortmund, der FC Basel, Fulham und der VfL Wolfsburg konnten sich unter anderem in die Siegerliste eintragen. Ab 2014 trug das Turnier dann den Namen von Jenö Konrad, einem jüdischen Trainer des 1. FC Nürnberg, der 1932 nach einer Hetzkampagne des antisemitischen Schmierblatts „Der Stürmer“ Nürnberg verlassen hatte.

Nun gestaltet der Club gemeinsam mit dem TSV Maccabi Nürnberg das Turnier so um, dass es noch näher an die Geschichte des Namensgebers heranrückt. Statt eines überregionalen U14-Turniers ist der Jenö-Konrad-Cup nun ein Turnier regionaler Schulklassen und eingebettet in eine „Projektwoche über Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit im Sport“. Für diese Projektwoche können sich alle regionalen neunten und zehnten Klassen bewerben. Vertreter des Clubs und des Partnervereins TSV Maccabi Nürnberg stellen dann in einer Unterrichtsstunde die Biografie von Jenö Konrad vor. Anschließend sollen die Schüler eine Projektarbeit dazu erstellen, wobei der konkreten Umsetzung keine Grenzen gesetzt sind.

„Die Teilnahme an der Projektwoche und die Vorstellung der Projektergebnisse gelten zudem als Qualifikation für das große Jenö-Konrad-Fußballturnier beim 1. FC Nürnberg am Dienstag, den 17. Juli 2018. Dann stellen auch die teilnehmenden Schulen ihre Ergebnisse im Club-Museum am Sportpark Valznerweiher vor“, erklärt der FCN weiter auf seiner Homepage. Das heißt die teilnehmenden neunten und zehnten Klassen setzen sich nicht nur mit der Biografie Konrads auseinander, sondern dürfen dann auch auf dem Clubgelände antreten und dort um den Jenö-Konrad-Cup spielen. „Die Kombination aus Vermittlung von geschichtlichem Wissen und sportlicher Begegnung beim Jenö-Konrad-Cup soll sich in der Stadt als Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit und das Vergessen im Sport etablieren“, erläutert Anatoli Djanatliev, Vorstand des TSV Maccabi Nürnberg, die Aktion.

Der FCN leistet damit im Rahmen seiner CSR-Maßnahmen einen Beitrag zum Kampf gegen Vorurteile und Ausgrenzung und verhindert gleichzeitig, dass eigene Nachwuchsspieler bei einem überregionalen Turnier ins Schaufenster gestellt werden. So zumindest hatte Cheftrainer Michael Köllner es begründet, warum der FCN auf ein Turnier im alten Stil verzichtet.

Auf gut-fuer-nuernerg.de kann das Projekt von jedem zusätzlich finanziell unterstützt werden.

7 Gedanken zu „Club verändert Jenö-Konrad-Cup

  • Das kann ich gut nachvollziehen, da Pfingsten fast nichts mehr geht. Wir mussten nämlich jetzt auch von unserem traditionellen Pfingstturnier abrücken, weil in dieser Zeit mittlerweile viel mehr verreist und Urlaub gemacht wird.
    Große Vereine, wie der FCN kamen die letzten Jahre überhaupt nicht mehr und wenn, dann nur mit viel Geld.

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  • Also wenn die viel Geld mitbringen würde ich die auf jeden Fall wieder einladen…das ist nett vom FCN 🙂

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    • Halt doch einfach mal die *-*zensiert*-* Juwe. Es braucht wirklich nicht zu allem einen überflüssigen Kommentar von dir.

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      • Wenn du den Artikel oben gelesen hast, geht es um einen grundsätzlichen Konzeptwechsel beim FCN Nachwuchs nicht gegen überregionale Vereine zu spielen sondern die Schulen in das völlig neue integrative Konzept einzubinden, mit Pfingsten als Grund oder Ursache hat das nichts zu tun.

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        • Mag sein, dass ich mit Pfingsten zu sehr auf die Zeit eingegangen bin, aber die Zeit und das Konzept mit großen namhaften Vereinen war auf Dauer ein Auslaufmodell. Wer sich ein wenig mit Jugendfussball beschäftigt findet auch Parallelen im eigenen Amateurbereich. Mehr wollte ich dazu gar nicht sagen.
          Ich hoffe ja nur, dass du dich auch so sozial in einem Verein engagierst wie du hier alles besser weißt.

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  • Großartige Aktion, bei allem was man so hört. So passt das Konzept auch tausend mal besser zum Titel des Turniers. Ich oute mich mal: Solche Aktionen sind mir heute deutlich wichtiger für die Identifikation mit „meinem“ Verein als großartiger sportlicher Erfolg.
    Ich wünsche mir, dass entsprechende Ideen zunehmend Gehör finden und umgesetzt werden (heißt auch, die notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung zu stellen). Der FCN hat da riesiges Potential, Menschen zu erreichen. Und ich freue mich sehr, wenn er es nutzt!

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