Erstmals seit 1998: WM ohne FCN

Zum ersten Mal in zwanzig Jahren fährt kein Spieler des 1. FC Nürnberg zur WM.

Die Fußballweltmeisterschaft in Russland wirft so langsam ihre Schatten voraus, doch der Club ist beim Turnier in diesem Jahr nur Zaungast. Zwar durften Eduard Löwen und Lukas Mühl als Teil der U20-Auswahl des DFB in internen Testspielen gegen die A-Nationalmannschaft als Sparringspartner und Gegnersimulation herhalten, nach Russland fahren die beiden aber ebenso wenig wie Mikael Ishak oder Ulisses Garcia, die beide in den letzten beiden Jahren im Kader der Nationalmannschaften von WM-Teilnehmern standen.

Damit findet zum ersten Mal seit der WM in Frankreich 1998 eine Weltmeisterschaft ohne Beteiligung eines Clubspielers statt. Vor vier Jahren in Brasilien waren es dagegen noch vier Spieler, die in der Spielzeit 2013/14 beim FCN gespielt hatten, die zum Turnier fuhren (Hasebe, Kiyotake, Chandler, Drmic). Von den vier sind zwei wieder in den vorläufigen Aufgeboten ihrer Nationalteams. Makoto Hasebe und Josip Drmic. Kiyotake, der inzwischen wieder bei Cerezo Osaka spielt, ist im März 2017 das letzte Mal zur Nationalmannschaft eingeladen gewesen, Chandlers US-Nationalteam hat sich nicht für die WM qualifiziert. Neben Hasebe und Drmic stehen mit Gislason, Plattenhardt und Gündogan drei weitere Ex-Clubberer in den Aufgeboten der WM-Teilnehmer.

Die vier Teilnehmer des FCN 2014 waren übrigens bislang historischer Höchststand. Bei den drei Titelkämpfen zuvor hatte der Club jeweils drei Akteure entsandt (2002: Tavcar, Krzynowek, Sanneh; 2006: Polak, Chedli, Mnari; 2010: Charisteas, Chuopo-Moting, Bunjaku). Weitere Weltmeisterschaften mit FCN-Beteiligung waren die Turniere in den USA 1994 (Köpke, Sutter), Italien 1990 (Köpke), Spanien 1982 (Hintermaier), Chile 1962 (Strehl) und natürlich die WM 1954 in der Schweiz mit Max Morlock, einem der Helden von Bern, der gleichzeitig der allererste WM-Teilnehmer für den 1. FC Nürnberg war. 2018 ist also das insgesamt zwölfte Mal nach 1930, 1934, 1938, 1950, 1958, 1966, 1970, 1974, 1978, 1986 und 1998, dass der FCN keinen Spieler bei der WM stellt.

Womöglich nicht unbedingt ein Nachteil, schließlich beginnt die Vorbereitung auf die Bundesligasaison ja bereits am 2. Juli, also am Tag eines möglichen Achtelfinales der DFB-Elf. Natürlich betrifft die WM den Club dennoch, schließlich betont Sportvorstand Andreas Bornemann: „Jetzt kommt erst einmal noch eine WM. Ich denke, danach kommt der Markt erst richtig in Schwung.“ (BILD Nürnberg, 1.6.2018, S. 10) Es muss ja nicht gleich so sein wie nach der WM 2006 als der Club gleich drei WM-Fahrer (Beauchamp, Kennedy, Galasek) verpflichtete.

12 Gedanken zu „Erstmals seit 1998: WM ohne FCN

  • Und wenn es auch nur ein einziger WM-Spieler à la Galasek wäre, würde das meine Hoffnung auf ein erfolgreiches Bundesligajahr erheblich steigern.

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  • Was mich interessieren würde:
    Wer hat eigentlich veranlaßt, dass Tobias Werner zum VFB Stuttgart zurückkehrt. FCN oder VFB?

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      • Ich bin da bei xxandl und dem Club und finde den Werner nicht mehr Erstbundesligareif.
        Vermutlich wäre sein Gehalt auch zu teuer geworden. Das war schon eine gute Entscheidung.

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        • Da schließe ich mich an. Wir haben eh schon für die erste Liga zu viele Streichkandidaten im Kader. , so dass wir – nachdem wir schon 2 Talente verpflichtet haben – ausschließlich auf echte Verstärkungen setzen sollten.

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  • Zum Thema WM (im weitesten Sinne):

    Uns fehlt zum WM-Titel ein fieser, unfairer, gemeiner, gerissener Drecksack wie Sergio Ramos. Hat mit all seiner Erfahrung im CL-Endspiel den mit Abstand wichtigsten Spieler des Gegners (Salah) zerstört und den zweitbesten Liverpooler der letzten Wochen (Karius) so gehirnerschüttert (wie das englische Ärzteteam mitteilte), dass dieser die Spiel entscheidenden Fehler zwangsweise begehen musste.

    Beide Fouls hat SR meiner Meinung nach ganz bewusst so begangen. Er ist ein unglaublich erfahrener Mann, der beim besten Verein Europas auf höchstem Niveau spielt. Er weiß, wie man den Gegenspieler nur kurz festhält und sofort loslässt, damit dieser aus dem Tritt gerät und den Ball verliert, der Schiri aber keinen Elfer gibt. Bei Salah aber ließ er nicht los, er stürzte zu Boden und hielt Salahs Arm eisern fest. Auch als sich SR im Fallen bzw. beim Aufprall noch drehte, gab er Salahs Arm nicht frei. Er führt Salahs schwere Verletzung willentlich herbei. Und in der Zeitlupe kann man bei der Attacke gegen Karius gut erkennen, wie er die Schulter ausfährt, also ebenfalls Absicht!

    Nein, ich kann die Spielweise von SR keinesfalls gut finden. Aber leider übersehen die überforderten Schiedsrichter-Teams solche Aktionen gern. Und belohnen somit solche üblen Taten gar noch. Bei der Mannschaft kann ich keinen solchen Spieler erkennen, der in engsten Spielen den entscheidenden Unterschied ausmachen könnte.

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