Interview mit FCN-Aufsichtsrats-Kandidat Hendrik Schuur

Fragen an den AR-Kandidaten Hendrik Schuur, der auch bei Clubfans United schon als Gastautor und mit Fotos vertreten war

Disclaimer: Das folgende Interview wurde im Vorfeld der JHV aufbereitet. Clubfans United selbst hat keinen Kandidaten für den Aufsichtsrat oder bezieht für einzelne Kandidaten Stellung, sondern stellt Aufsichtsräte und Kandidaten (wie 2013 Chris Ehrenberg) im Rahmen der journalistischen Tätigkeit vor. 

C-U: Du kommst aus Neuss. Wo liegt das denn?

Schuur: Richtig, ich wurde dort geboren. Das liegt am Niederrhein zwischen Mönchengladbach und Düsseldorf. Aufgewachsen bin ich dann in Büttgen, dem Heimatort von Berti Vogts.

C-U: Welche Beziehung hast Du zu Nürnberg und dem Frankenland?

Schuur: Meine Großmutter väterlicherseits wurde im Jahr der zweiten deutschen Meisterschaft in der Karolinenstraße unweit der Lorenzkirche geboren. Mein Vater, Jahrgang 45, ist gebürtiger Oberfranke aus Geroldsgrün. Meine Eltern lernten sich während der Zeit ihres Studiums 1965 bis 1970 in Nürnberg kennen. Zwischen Weinstadel und Wasserturm hat es zwischen den beiden gefunkt. Sechs Jahre später kam ich dann zur Welt.

C-U: Wie ging`s dann weiter und warum ausgerechnet in Richtung „Club“?

Schuur: Ein lokales Anzeigenblatt veranstaltete 1989 Preisausschreiben. Da habe ich regelmäßig teilgenommen. Eines Tages erhielt ich Post. Darin eine Sitzplatzkarte für das Bundesliga-Spiel Bayer 05 Uerdingen – 1. FC Nürnberg. Mein Vater begleitete mich in die Grotenburg-Kampfbahn. So sah ich früh mit einem Elfmeter durch Thomas Brunner mein 1. Club-Tor live. Endstand war 3-3. Das Spiel, aber noch viel mehr das ganze Drumherum hat mich begeistert.

C-U: Selbst gekickt hast Du nicht?

Schuur: Als Kind hat man einen großen Bewegungsdrang. In den Pausen auf dem Schulhof „war“ ich wahlweise Thomas Brunner, Marco Kurz oder Uwe Weidemann. Damals gab`s durch Boris & Steffi einfach den Tennis-Boom. So war ich oft auf dem Tennisplatz. Mit Ion Popescu, einem rumänischen Handball-Weltmeister hatte ich auch einen klasse Tennis-Trainer. Später bei der Vereinsmeisterschaft im Tennisclub tauchte dann aber Sport-Ass Florian Kehrmann auf und da zog ich sportlich klar den Kürzeren.

C-U: Wieso ging es trotzdem sportlich weiter?

Schuur: Das hat viel mit der damaligen Medienlandschaft und mit persönlichen Begegnungen zu tun. Uerdingen-Spieler Friedhelm Funkel wohnte damals im selben Ort Büttgen, nur ein paar Straßen weiter. Dort hat man zusammen mit einem Schulfreund einmal geklingelt und so kam man zur ersten signierten Autogrammkarte. Die Zeitschrift „Sport-BILD“ kam damals neu auf den Markt und es standen die Olympischen Spiele 1988 an. Im Heft gab`s Autogrammadressen und da hat man hingeschrieben, etwas gewartet und dann kam oft auch Antwort! Zudem war auf dem Fußballplatz des VfR Büttgen immer wieder etwas geboten. Die U21 des DFB mit Trainer Vogts und Verteidiger Alois Reinhardt spielte dort. Auch Tests mit Bayer Uerdingen, Alemannia Aachen oder dem 1. FC Köln mit Stürmer Markus Kurth gab es live zu sehen.

C-U: Mit Stift und Zetteln „bewaffnet“ ging`s dann zum Fußballplatz auf Autogrammjagd?

Schuur: Ja, so fing es an. Alles hier in der Region. Später kam dann die Pocketkamera hinzu. Man wollte Erinnerungsfotos machen, die man sich später dann ja signieren lassen kann.

C-U: Nach Nürnberg zog es Dich dabei nicht?

Schuur: Doch, ab und zu schon. Es waren Schulferien und ich wollte einfach sehen, wie das Stadion neu gebaut wird. Das war in der Zeit, als Vlado Kasalo ab und zu mal in die falsche Richtung köpfte.

C-U: Auch schon Heimspiele besucht?

Schuur: Ja, etwas später. Auch hier spielte die „Sport-BILD“ wieder eine Rolle. Man konnte dort eine kostenlose Anzeige aufgeben und wurde dann mit Antwortpost überschüttet. Die Postbotin war sehr überrascht, aber ich fand das fantastisch.
So entwickelten sich Brieffreundschaften und man besuchte gemeinsam zu Saisonbeginn 93/94 den 1-0 Heimsieg gegen Köln. Vom Ergebnis allein darf man sich aber nicht blenden lassen. In Erinnerung blieb auch die lange Zeit, bis man endlich am Eingang und an seinem Platz angekommen war. Plus halt leider auch die Weitläufigkeit des Achtecks mit großem Abstand zum Spielfeld. Da kam bei meinen Fotos leider kaum etwas Gescheites raus.

C-U: Und da musstest Du dann nachfragen?

Schuur: Richtig, dies entwickelt sich bei mir immer mehr zu einem Hobby. Ich hatte die Gelegenheit nach einem 0-1 verlorenen Frankenderby-Heimspiel die Sportfotografenlegende Kurt Schmidtpeter zu treffen. Das war einmalig. Konnte ihn damals mit seiner eigenen Upper Deck Sammelkarte 97/98 überraschen, die er selbst vorher noch nicht gesehen hatte.

C-U: Beruflich bist Du dann wo gestartet und wie ging es weiter?

Schuur: Schülerpraktikum in der Lokalredaktion des Express Düsseldorf und erste Veröffentlichungen in der Schülerzeitung – Highlight dabei: ein Interview mit Berti Vogts vor der EM 1996. Nach dem Abi war dann klar „etwas mit Medien“ sollte es sein.
Es wurde eine kaufmännische Ausbildung im Verlagshaus der Rheinischen Post. Was danach so alles kam, steht online in meinem Steckbrief auf der FCN – Kandidatenseite.

C-U: Du stellst Dich also zur Wahl. Warum?

Schuur: Ja. Das beantworte ich in der 3-minütigen Rede, die auf der virtuellen Mitgliederversammlung ausgestrahlt wird. Einen Schönheitspreis für das qualitativ beste Video werde ich nicht gewinnen. Mir kommt es auf den Inhalt an und der sollte darin hoffentlich schon ordentlich herüberkommen.

C-U: Satzungsänderungsanträge gibt`s von Dir auch?

Schuur: Diesmal nur ganz wenige. So ganz zurückhalten kann ich mich da nicht. Die sind jetzt auch online beim FCN nachlesbar.
Es geht darum, dass es den Mitgliedern einfacher gemacht wird, sich an der AR-Wahl zu beteiligen. Die überwiegende Zahl der Mitglieder lebt ja nicht in der Stadt, sondern mehr oder weniger weit entfernt und hat vielleicht in einem bestimmten kleinen Zeitfenster nicht die Möglichkeit der Stimmabgabe.

C-U: Ein Antrag Deinerseits schaffte es heuer nicht auf die Tagesordnung. Weshalb?

Schuur: Richtig. Die Farbwahl der Feldspielerkleidung in der letzten Saison, wo oftmals in grauen Trikots, grauen Hosen und grauen Stutzen gespielt wurde, war Ausgangspunkt meines Antrages. Hier sah ich keinen Bezug zu unseren Vereinsfarben. Grau ist eine sehr schöne Farbe für Maus, Elefant, Reiher oder einen Zeppelin. Daher hatte ich ein Mitglieder-Online-Voting in Sachen Trikotdesign ab der Saison 21/22 vorgeschlagen. Mit Verweis auf § 15 Ziffer 8, Satz 1 der Vereinssatzung wird darüber nicht abgestimmt werden, da es das operative Geschäft betrifft. Wichtig war mir insgesamt, das sich etwas in die richtige Richtung bewegt. In Herzogenaurach bei adidas wird man mit unseren Vereinsfarben sicherlich auch besser vertraut sein.

C-U: Wie blickst Du persönlich auf die erste virtuelle Mitgliederversammlung?

Schuur: Zunächst einmal hoffe ich, dass technisch alles reibungslos über die Bühne geht. Gespannt bin ich darauf, ob die Mitglieder wirklich uneingeschränkt zu Ihrem Fragerecht kommen werden. In irgendeiner Weise muss die Zeichenanzahl in der Chatfunktion ja limitiert sein. Interessant wird auch zu beobachten, ob das Redaktionsteam im Hintergrund kritische Fragen wirklich weiterleitet, sodass sie thematisiert werden. Denke, es wird auf jeden Fall interessant. Wichtige Weichenstellungen stehen jetzt an. Jedes Mitglied, sollte sich hierzu einloggen. Persönlich hoffe ich schon auf die ein oder andere Stimme von Euch! Habe mein Bestes gegeben und hoffe, dass dies zumindest für Platz 15 reichen wird.

Foto: Michael Gehrmann

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