SG 99 Andernach – 1. FC Nürnberg 0-1 (0-1)

Zum Abschluss einer englischen Woche gastierten die FCN Frauen am 20. März in einer der ältesten Städte Deutschlands: Andernach. Am östlichen Rand der Vulkaneifel, idyllisch am Rhein im nördlichen Rheinland-Pfalz gelegen, beheimatet sie den höchsten Kaltwassergeysir der Welt. Da dieser noch eine Woche in Winterpause ist, ging es entlang der mittelalterlich sagenumwobenen Bäckerjungen-Stadt direkt Richtung Vereinsgelände. Das alt-ehrwürdige Stadion mit uriger Haupttribüne wurde rechts liegen gelassen, denn gespielt wurde nur wenige Meter weiter auf einem Kunstrasenplatz. Gedruckte Eintrittskarte als Erinnerungsstück? Papierhaftes Stadionheft zum Blättern und Nachlesen? Beides Fehlanzeige!

Dafür hatte man am Vortag online kurz durch die Digitalversion gescrollt. Werbeinhalte sind online einfacher ignorierbar. Bleibt abzuwarten, ob Inserenten bei reiner Online-Strategie mit ihrem individuellen Kundenzulauf weiter zufrieden bleiben. Reines Abbiegen in die Onlinewelt mit digitalem Wischi-Waschi-Marketing inklusive sehr zügigem „Aus den Augen, aus dem Sinn“-Effekt – ob dieser Weg nachhaltig erfolgreich sein wird, das wird die Zukunft zeigen.

Bei vorfrühlingshaftem Wetter mit eisigem Wind fanden sich 135 Zuschauer ein – inklusive Groundhopper Robert mit großem, rot-schwarzem FCN-Banner.
In einer Schweigeminute wurde zunächst dem kürzlich verstorbenen DFB-Ehrenpräsidenten Egidius Braun gedacht.
Trotz Rückenwind taten sich die Cluberinnen in der ersten halben Stunde recht schwer. Die Gastgeberinnen konnten ihre Aktionen jedoch nicht in einen Treffer ummünzen. So konnte der Club in der 32. Minute einen schnellen Gegenangriff mit mehreren Einschussmöglichkeiten innerhalb weniger Sekunden durch Emma Kusch erfolgreich abschließen. Das Tornetz beulte sich aus. Versagende Torlinientechnik, die dann von menschlicher Intelligenz korrigiert werden muss, war nicht notwendig. In der Folgezeit verteidigten die Clubfrauen mit viel Herz, Einsatz, Geschick und auch einer ordentlichen Portion Dusel dieses Resultat.

Der Schlusspfiff wurde von den Spielerinnen in weinrot & schwarz herbeigesehnt und….piiieeep…dann ertönte er. Als Aufsteiger: sechs Punkte in einer Woche. Das kann sich sehen lassen! Nach dem Spiel wurden die überraschenden Resultate von den anderen Plätzen interessiert aufgenommen. Die Tabellenletzten siegten bei den Spitzenreiterinnen. Auch ergebnistechnisch besondere Zeiten. Der Verlauf der Saisonschlussphase wird sich besonders auch zwischen den Ohren der Beteiligten entscheiden. Hier wird dann die gedankliche Flexibilität mit entscheiden. Das ist recht sicher. Dank Mütze blieben die Lauscher warm. Darauf sollte man doch aufbauen können.  


Hendrik Schuur  (22.03.2022) 


Details zu Bild DSCF6838:
Mittelfeldduell zwischen Anna Wachal (li.) gegen Kathrin Schermuly (re.) in der zweiten Halbzeit 

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