U19 siegt im Schneegestöber #FCN

Mit einem 2:1 (1:0) über den FC Augsburg schafft die U19 den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze. Die Hinrunde war verheerend: Neun Punkte aus zwölf Spielen, eine Serie von sechs Niederlagen in Folge mit 4:20 Toren, eine schwere Verletzung bei Alexander Freitag, nicht nur Stiefsohn von Michael Köllner, sondern auch einer der Schlüsselspieler beim Club. Dazu fünf Punkte weniger, aber ein Spiel mehr als der FC Augsburg, der auf Platz 13, also dem letzten Nichtabstiegsplatz rangiert. Am Valznerweiher macht sich daher die Angst bringt, dass man nach 2013 wieder einmal in die Bayernliga abrutscht. Damals stieg man ab, obwohl mit Stark, Dittgen, Pachonik, Erras, Itter, Halimi, Korczoski, Kerschbaum und Köpke gleich neun Mann im Kader standen, die später zu Profieinsätzen in einer ersten oder zweiten Liga kamen. Um eine Wiederholung zu verhindern war am Sonntag ein Sieg gegen die Augsburger fast Pflicht. Eine Niederlage hätte mindestens sechs Punkte Rückstand aufs rettende Ufer bedeutet.

Der Truppe von Daniel Wimmer war dann zu Beginn der Partie gegen den FCA auch die Tabellensituation anzumerken: In der Anfangsphase kommunizierten die Nürnberger fast gar nicht miteinander. Anders der Gast aus Augsburg: Die Fuggerstädter gaben sich gegenseitig Kommandos, wirkten wacher und hatten mit ihrem 3-5-2 ein gutes Mittel gegen das 4-2-3-1 des FCN gefunden. Malone und Petkov kamen zu hervorragenden Gelegenheiten für die Schwaben, scheiterten aber am eigenen Unvermögen oder an Jonas Wendlinger im Kasten des Clubs. Erst als Daniel Wimmer Marco Zietsch weiter nach vorne beorderte und auf 4-1-4-1 stellte, kam der FCN besser ins Spiel. Zwar kam man auch weiter nicht zu herausgespielten Chancen, da man bei den Diagonalbällen auf die Außenverteidiger zu wenig Präzision an den Tag legte, durch aggressiveres Pressing hielt man aber die Augsburger besser vom Tor weg. Als dann Edward Hinz einen langen Ball von Aaron Manu gut festmachte und die Kugel auf Umwegen dann den Ball zu Tim Latteier fand, ging der Club sogar in Führung. Latteier tanzte zwei Augsburger Verteidiger auf der linken Außenbahn aus und schlenzte dann die Kugel ins lange Eck. Ein sehenswerter Treffer, der den FCN dafür belohnte, dass er sich ins Spiel hineingearbeitet hatte.

Lange währte die Freude über die Führung im immer dichter werdenden Schneetreiben aber nicht. Zwar schafften es die Augsburger trotz ihrer phasenweisen Umstellung auf 4-4-2 nicht gefährlich in Richtung Club-Tor zu kommen, doch gleich zwei Nürnberger verletzten sich in der Schlussphase der ersten Halbzeit: Zunächst verdrehte sich Lukas Schleimer auf dem Kunstrasen das Knie, kurz darauf kollidierte Österreichs U19-Nationalspieler Leonardo Zottele mit Augsburgs Marcels Bahm und fiel bewusstlos zu Boden. Beide Spieler konnten in der zweiten Halbzeit nicht weiterspielen, Zottele wurde sogar ins Krankenhaus zu weiteren Untersuchungen gefahren. Da Schiedsrichter Schipke bei Zotteles Verletzung, obwohl diese in der zweiten Minute der Nachspielzeit passierte, nicht zur Pause pfiff, sondern erst nach dem anschließenden Freistoß, endete die erste Halbzeit erst nach 54 Minuten.

Eine Tatsache, die sich bei weiter zunehmendem Schneefall als extrem nachteilig erwies: Auf dem Kunstrasen am Valznerweiher blieb der Schnee besonders gut liegen, während die umliegenden Naturrasengeläufe die Niederschläge noch eher aufnahmen. So fand die zweite Halbzeit auf einer geschlossenen Schneedecke statt, die kaum mehr sehenswerten Fußball zuließ. Das lag sicherlich auch daran, dass der Club in der 51. Minute mit 2:0 in Führung ging und sich danach aufs Kontern und Verteidigen verlegte. Jenes 2:0 erzielte Edward Hinz auf Zuspiel von Tobias Stoßberger. Der Sommerneuzugang aus Unterhaching – kurz vor Ende der ersten Halbzeit für Schleimer gekommen – spielte Hinz den Ball mit feinem Fuß in den Lauf gespielt und der Torschützenkönig der U17-Bayernliga aus dem Vorjahr überlupfte dann gekonnt Leneis im Augsburger Tor. Ein sehenswerter Spielzug mit – ganz den Temperaturen angemessen – eiskaltem Abschluss.

Im Anschluss überließ der FCN den Gästen die Aufgabe auf schwierigem Geläuf das Spiel zu machen, was diesen fast überhaupt nicht gelang. Die vielen langen Bälle, die auf Grund des Bodens natürlich nötig waren, klärten die Jonas Scholz und Aaron Manu allesamt kompromisslos und konzentriert, so dass der FCA zu keinen Torchancen kam. Im Gegenzug setzte der Club immer wieder über Hinz, Stoßberger und Rosenlöcher Konter, diesen blieb aber der Erfolg verwehrt. Auch hier kann man die Schuld durchaus bei der durchgängigen Schneedecke suchen. Als dann noch Aaron Manu einen weiteren langen Ball so scharf klärte, dass das Spielgerät fast bis zum Autoschalter des gegenüberliegenden Fast-Food-Restaurants flog, herrschte kurze Zeit auf allen Seiten Verwirrung. Das einzige vorhandene orangefarbene Spielgerät hatte das Vereinsgelände verlassen. Der Schiedsrichter nutzte die Pause bis ein Passant die Kugel im zweiten Anlauf über den Zaun brachte dazu, die Spielfeldlinien vom Schnee befreien zu lassen.

Als der Ball und sogar weitere wintergerechte Ersatzspielgeräte gefunden waren, ging das Spiel weiter. Eine große Veränderung war nicht festzustellen. Augsburg kam nicht gefährlich vor das Club-Tor, so dass auch Michael Köllner, der die gesamte Partie im Schneetreiben mitverfolgte, damit zufrieden gewesen sein dürfte. Erst in der fünften Minute der Nachspielzeit kam der FCA doch noch zu einer gefährlichen Gelegenheit: Josip Bajic hatte in zentraler Position vor dem eigenen Strafraum gefoult und war mit Ampelkarte des Feldes verwiesen worden. Den folgenden Freistoß versenkte Romario Roesch dann noch in den Maschen. Kurz darauf, nach insgesamt 105 Minuten Fußball pfiff Johannes Schipke das Spiel dann doch ab, so dass der FCN tatsächlich den zweiten Sieg in Folge einfahren konnte und damit nun den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze geschafft hat. Ein Spiel steht am kommenden Samstag in Freiburg noch aus, ehe es dann für die Mannschaft von Daniel Wimmer in die Winterpause geht.

Das Spiel in Zahlen:

1. FC Nürnberg U19 (4-1-4-1): Wendlinger – Heinze, Manu, Scholz, Tekeser – Bajic – Schleimer (45.+8 Stoßberger), Zottele (46. Rosenlöcher), Zietsch, Latteier (65. Gutierrez Sanchez) – Hinz – Trainer: D. Wimmer

FC Augsburg (3-5-2): Leneis – Stanic, Schuster, Miller – von Schroetter (59. Galinec), Schwarzholz (82. Deger), Roesch, Gartmann, Bahm – Petkov (59. Mbila), Malone (59. Greppmeir) – Trainer: Lanzinger

Tore: 1:0 Latteier (35.), 2:0 Hinz (51.), 2:1 Roesch (90.+5)

Gelbe Karten: Wendlinger, Hinz, Stoßberger / Roesch, Greppmeier
Gelb-Rote Karte: Bajic / –
Schiedsrichter: Schipke (Landsberg (Saalekreis))
Zuschauer: 80 (Platz 2, Sportpark Valznerweiher)

26 Gedanken zu „U19 siegt im Schneegestöber #FCN

  • Hocherfreulich, so dürfen die Jungs weiter machen!

    Florian, mit was pimpst du deinen Pausen-Tee auf, um dem Wetter zu trotzen? Eigentlich dürfte der mehr Prozente haben als U19 Punkte 😉

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      • Nimm doch ein Diktiergerät und lass einen Schüler als Fleissarbeit schreiben.
        😋
        Bei Zottele und Schleimer hört sich das aber nicht gut an. Ich hoffe die Beiden sind bald wieder fit.

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  • Was für ein toller Erlebnisbericht. Danke Florian
    Gute Besserung an die zwei Jungs. Hoffentlich keine weiteren Langzeitverletzten.
    Gut daß der Ball nicht kaputt ging bei der Aktion und das Spiel beendet werden konnte.
    Und super daß der Anschluß geschafft wurde.

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  • Einfach toll!
    Dynamo Dresden hält uns Union Berlin mit einem 1:0 Sieg den Rücken frei.
    Ein Trainerwechsel hilft also auch nicht immer.

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  • Und *Puff* der nächste Trainerrauswurf: Frings in Darmstadt ist jetzt Geschichte.

    Das sind aber diese Saison schon sehr viele Trainer-Rauswürfe in unserer Liga.

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    • Hauptsache Köllner bleibt! Und das schreibe ich in Düsseldorf, vor dem Derby Düdo-Köllner, bei dem ich naturgemäß für K…. – die Welt dreht echt durch. Oder ich😁

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    • Was ist denn los hier in Liga 1 und 2 diese Saison…Frings und Keller und der Pauli-Trainer weg.

      BVB entlässt Bosz.
      Ich werde nie verstehen, wie der BVB damals Tuchel entlassen konnte. Deutscher Meister und der beste Punkteschnitt aller BVB Trainer.

      Hat jetzt nix mit dem Glubb zu tun, aber ist schon wirklich krass die Tage.

      Zum Glück scheint Bornemann bei Weitem nicht so senil zu sein wie BVB-Schwatzke…
      Bin soweit überglücklich über die gesunde Kontinuität und Unaufgeregtheit beim Glubb.

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      • „Was ist denn los hier in Liga 1 und 2 diese Saison…Frings und Keller und der Pauli-Trainer weg.“

        Die Sensation ist eigentlich, dass kein Clubtrainer darunter ist.
        Der, dessen Namen nicht genannt werden darf, hätte da vielleicht auch wieder mitgemacht. 😜

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      • Was mich interessieren würde ist, wie es sein kann daß Bosz so in die Saison startet, daß jeder schon den kommenden Meister im BVB sieht und dann mit derselben Mannschaft zeitnah so einbricht, daß jeder den Glauben am Trainer verliert. (ähnlich Hans Meyer bei uns damals) Es hatte ja auch keine verletzungsbedingten Gründe..das ist so ein Mysterium das ich am Fußball oft nicht verstehe mal so generell. Läßt sich sowas nur mit negativer Eigendynamik erklären?

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        • Ich als Hirnforscher vermute, daß hier Parallelen zu Verbeek zu ziehen sind:
          Bosz hält einfach viel zu starr an seinem „Totaalvoetbal“ System fest. Und auf so eine dumme Idee, den kleinen Kagawa als Sechser aufzubieten, muß man auch erstmal kommen!
          Das trifft nun auf eine Mannschaft, die wohl einiges zu sagen hat: Schmelzer und Sahin sind da die zwei Mannschaftsvertreter, die immer wieder genannt werden.
          Dann noch die ultralange Verletztenliste:
          Beide Rechtsverteidiger Piszczek und Durm, das defensive und offensive Mittelfeld mit Castro, Rode, Götze, Reus und Philipp inklusive der Nachwuchskraft Larsen, da fehlen viele Stammspieler.
          Das kann ich nicht beurteilen, ob das mit den Traininsmethoden zusammenhängt.
          Mittlerweile kennt jeder das Spielsystem, das konnte man gestern gut sehen, wieviel Platz da Bremen auf den Flügeln geboten wurde. Die hätten das gut und gerne auch 2:5 gewinnen können, wenn der junge Kainz da einige Male abgebrühter gewesen wäre. Auswärts. In Dortmund.

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          • SIC! 🙂

            Stöger erst rausgeflogen dann gleich nach oben katapultiert. Die spinnen doch 🙂

            Für Köln also nicht mehr gut genug, aber für Dortmund schon?

            ..Hirnforscher haben herausgefunden gingen dann aber wieder rein

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        • Hab‘ mal nachgeschaut: der BvB hatte in den ersten 7 Spielen ein recht einfaches Programm (gegen die aktuell 4., 8., 12., 15., 17., 18.) und Glück, dass die Gegner aus 51 Torschüssen nur 2 Tore gemacht haben. Sprich: schon damals ganz schön riskant gespielt, ist aber halt aufgegangen. An ST 8 dann prompt 2:3 gegen RB. Die Gegner stellen sich drauf ein, beginnen ihre Chancen zu nutzen, man bleibt am Platz stur zu weit aufgerückt, die Spieler verlieren den Glauben an das System, das nur dann dauerhaft hochattraktiv und erfolgreich ist, wenn man über 90 Minuten defensiv praktisch fehlerlos spielt (naives Wunschdenken) usw.. – erinnert mich auch an die Verbeek-Zeit.

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  • Stellt euch vor, morgen wäre Sonntag, der letzte Spieltag dieser Saison und wir hätten die jetzige Tabellensituation.
    Dann wäre es gegen Düsseldorf ein gigantisches Heimspiel im ausverkauften Max-Morlock-Stadion.

    Besser wäre es natürlich, wenn der Glubb da schon als einer der beiden direkten Aufsteiger feststehen würde.
    Deshalb würde uns am Montag ein Unentschieden oder besser noch ein Auswärtssieg sehr weiter helfen.
    Der Abstand nach unten wird (Dank Dresden) nicht kleiner.

    Und warum sollte Salli, ausgerechnet gegen Düdo, nicht sein erstes Tor erzielen und Bredlow einen (unberechtigten) Elfmeter halten.
    Ich würde es beiden so sehr gönnen.

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  • Ein gigantisches Heimspiel gegen Düsseldorf …
    Hoffentlich haben wir bis dahin unsere Heimschwäche abgelegt. (-:
    Ich glaube auch, dass Salli am Montag endlich mal trifft.

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    • Hauptsache die pietätlosen Pfeiff-Komponisten, die durch ihre den Lippen entsprungenen Symphonien den sensiblen Geist des flink wusendeln Leder-Bändigers Edgar Salli aufs schärfste zu stören ersuchen, mögen zurechtgewiesen werden in die grauen Gefilde des Irrtums um dort ewig um Vergebung zu bitten.

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    • Nun, ein einziges Tor kann schon der karrierrehöhepunkt sein, ich sag mal 109.Minute, einst im Mai.

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