U21 holt 2:2 in Unterzahl

Trotz 40 Minuten Unterzahl und Rückstand holt die U21 des FCN einen Punkt gegen den FC Memmingen. Ivan Knezevic im Profikader.

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Obwohl die U21 zum sechsten Mal in Folge zu Hause sieglos blieb, war Trainer Michael Köllner zufrieden. Trotz Unterzahl und Rückstand hatte der „kleine Club“ einen Punkt in einem Spiel geholt, das „eigentlich weg war für Außenstehende“. Tatsächlich konnte der NLZ-Chef mit der Leistung seiner Mannschaft gerade nach dem Platzverweis hochzufrieden sein, auch wenn Gästecoach Stefan Anderl den Punktverlust auf seine Kappe nahm: „Nach dem 2:1 hätte ich das Team defensiver stellen müssen.“ Doch statt dessen habe man auf das 3:1 gedrängt und per Konter das 2:2 kassiert und danach den Faden verloren, obwohl man bis zum Führungstreffer die bessere Mannschaft gewesen sei.

Insgesamt fassten die beiden Trainer damit das Spiel treffend zusammen. Die lediglich 180 Zuschauer sahen am Valznerweiher ein Spiel, das beide Teams ungefähr gleich lang beherrschten, jedes auf seine ganze eigene Art und Weise. Der Gast aus Memmingen durch hohe Körperlichkeit, der Club durch schnelles Spiel und stete Systemwechsel. Diese Variabilität in den Systemen zeigte sich schon in der Grundformation, nach einem 4-1-4-1 gegen Rosenheim und einem 4-4-2 mit Raute in Garching setzte Michael Köllner nun auf ein 4-3-2-1. Verzichten musste der Coach des FCN II in seinen Planungen auf Ivan Knezevic, der 23-Jährige steht am morgigen Sonntag zum dritten Mal in seiner Karriere im Profikader. Stattdessen kam Manuel Feil zum ersten Mal seit seinem Platzverweis gegen Unterhaching in der Startelf zum Einsatz. Der 22-Jährige durfte sich gegen seinen Ex-Coach, mit dem er vor etwas mehr als einem Jahr noch gemeinsam in der Landesliga beim FC Gundelfingen gearbeitet hatte, beweisen.

Der Club hatte den deutlich besseren Start in die Partie. Nach nur sechs Minuten erzielte Dominic Baumann das 1:0. Vorausgegangen war ein sehenswerter öffnender Diagonalball von Jonas Carls auf Andreas Knipfer, dieser hatte nach innen gegeben und Baumann dort den Ball im Netz versenkt. In der Folge waren die Gäste aus dem Allgäu insgesamt aber besser ins Spiel gekommen, hatten aber wenig gute Torgelegenheiten. Auffällig war allerdings, dass der FCN II mit der ruppigen und körperbetonten Spielweise der Schwaben wenig zurecht kam und häufig mit langen Bällen reagierte. So war der eigentlich planvolle und auf flache Zuspiele ausgerichtete Spielaufbau des FCN gestört und die Gäste kamen häufig schnell wieder in Ballbesitz. Die ruppige Gangart des Spiels schien selbst auf den Schiedsrichter abzufärben. Nach einem Foul gerieten im Mittelfeld Heger und Ott aneinander, der Unparteiische ging resolut dazwischen und stieß dabei den Memminger Spieler zu Boden. Es gab keine Verwarnung, auch nicht für den Schiedsrichter.

Wenig später aber zückte der Referee dann doch die Gelbe Karte, allerdings nicht gegen sich selbst, sondern gegen Jonas Carls, der hatte Fabian Krogler im Strafraum zu Fall gebracht und so einen Elfmeter verursacht. Eine Entscheidung, die vermutlich nicht jeder auf dem Max-Morlock-Platz mittrug. Verwandelt wurde der Strafstoß dennoch von Stefan Schimmer. Der Ausgleich veränderte das Bild nicht. Der FCM blieb die bessere Mannschaft in einem Spiel, das an Höhepunkten arm, aber an Intensität reich war. Der Führungstreffer fünf Minuten nach der Pause entstand daher auch nicht aus einem spielerischem Highlight, sondern durch einen Abwehrfehler. Eduard Löwen spielte einen schlampigen Querpass auf Steffen Eder, so dass Muriz Salemovic vor dem Nürnberger am Ball ist. Eder suchte den Zweikampf, brachte dabei den Gästeangreifer zu Fall. Da das Foul vor dem Strafraum stattfand und Eder letzter Mann war, gab es zurecht die Rote Karte für den Innenverteidiger. Bitter dann für den FCN, dass er nicht nur zu Zehnt weitermachen musste, sondern auch noch durch den folgenden Freistoß in Rückstand geriet. Der Gefoulte selbst schlenzte den Ball ins Tor von Patrick Rakovsky.

Doch es folgte nicht etwa ein Einbruch wie nach den Platzverweisen gegen Unterhaching (1:4) und Bayreuth (0:5), sondern der „kleine Club“ erholte sich, kam nur sechs Minuten später zum Ausgleich. Dennis Lippert hatte von links flach und scharf in die Mitte geflankt, (#ausgerechnet) Manuel Feil den Ball artistisch mit dem Rücken zum Tor stehend mit der Außenseite des Fußes ins Tor gebracht. Der Club übernahm nun sogar die Spielkontrolle, jeder ging etwas weitere Wege, das Team trat nun sogar bestimmter und bestimmender als vor dem Feldverweis. Michael Köllner wechselte dann auch offensiv, brachte Krauß für Ott und gab damit von Außen ebenfalls noch einmal das Signal, das Spiel gewinnen zu wollen. Das gelang am Ende vor allem wegen der fehlenden Präzision im letzten Spielfelddrittel nicht, dennoch hatte der FCN II dann mehr vom Spiel und war am Ende dem Sieg sogar näher.

Weiter geht es für die U21 des FCN nun mit zwei Derbies: Am kommenden Samstag im Ronhof gegen die Zweitvertretung der SpVgg Greuther Fürth (14 Uhr) und am darauffolgenden Sonntag um 14 Uhr gegen den FC Bayern München im Stadion Nürnberg.

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Überblicksinformation

FCN II: Rakovsky – Knipfer, Löwen, Eder, Carls – Lippert, Hofmann, Feil – Sabiri, Ott (59. Krauß) – Baumann

Memmingen: Gruber – Zweckbronner, Anzenhofer, Weiler, Lutz – Krogler (65. Hauk), Nikolic, Heger, Buchmann (65. Hayse) – Schimmer (88. Friedrich), Salemovic,

Tore: 1:0 Baumann (6.), 1:1 Schimmer (23., Foulelfmeter), 1:2 Salemovic (51.), 2:2 Feil (57.)

Gelbe Karten: Carls, Krauß, Löwen/ Heger, Krogler, Salemovic, Anzenhofer
Schiedsrichter: Hartmeier (Kitzingen)
Zuschauer: 180

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Abstand-O-Meter für den FCN II

3 Gedanken zu „U21 holt 2:2 in Unterzahl

  • Florian, ich freue mich immer über Deine ausführlichen und höchst informativen Spielberichte die U21 betreffend, auch diesmal ein Danke von mir.
    Es ist spannend zu sehen, wie Köllner versucht, die U21 taktisch variabel einzustellen, sogar Systemveränderungen während des Spiels vornimmt und die Jungs darauf trimmt auf Sieg zu spielen.
    Waren Deiner Beobachtung nach die Gäste in ihrer Robustheit eher unfair und der Schiri dem nicht gewachsen, oder sind unsere Jungs noch zu „leicht“, um sich gegen ein physisches Spiel durchsetzen zu können?

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  • Zuckerpass, Schiri war nach seinem Schubser gegen den Memminger etwas verunsichert mMn, da gab’s schon ein, zwei Szenen, die man nicht zwingend für Memmingen pfeifen muss. Im Großen und Ganzen war aber das Spiel einfach robust. Unsere U21 ist ja eher technisch und taktisch stark und weniger auf Körperlichkeit aus (mit Ausnahmen wie Sabiri, Eder, Löwen), da haben die schon zu kämpfen mit.

    PS: Interessant am Rande. Köllner gestern: „Ivan ist morgen im Kader in Karlsruhe.“ Heute auf die Aufstellung geschaut. Kein Knezevic.

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