U21 nutzt Platzverweis von Beckenbauer – 3:1-Sieg gegen Heimstetten

Mit einem 3:1 gegen Heimstetten bestätigte die U21 ihren Sieg bei Tabellenführer Schweinfurt in der Vorwoche.

Der Blick auf den Spielberichtsbogen ließ einige in eine Nacht in Rom vor fast dreißig Jahren schwelgen. Stefan Reuter stand da, Beckenbauer stand da auch. Der Gegner klang dagegen nicht nach Weltmeisterschaft, sondern tatsächlich nach Regionalliga: Der SV Heimstetten war zu Gast am Valznerweiher und so waren mit Luca Beckenbauer und Stefan Reuter dann auch „nur“ Sohn bzw. Enkel der Weltmeister 1990 auf dem Platz. Einer der beiden sollte dennoch eine wichtige Rolle im Spielverlauf spielen.

Bis zur 38. Minute war das Spiel zwischen dem Sechsten und dem Zwölften der Regionalliga Bayern mehr oder weniger ausgeglichen. Der Club führte zwar durch zwei aus unterschiedlichen Gründen sehenswerte Treffer von Latteier (feiner Spielzug) und Schleimer (feiner Fernschuss) mit 2:1, doch Heimstetten hielt nicht nur wegen des zwischenzeitlichen Ausgleichs (feiner Standard) gut mit. Dann aber setzte Suver Robin Heußer mit einem gekonnten Pass in die Tiefe ein und der Club-Kapitän war allein auf das Tor von Maximilian Riedmüller, der sich durch seine Zeit bei Bayern München 2012/13 offiziell Deutscher Meister, Deutscher Pokalsieger und Champions League-Sieger nennen darf, unterwegs. Luca Beckenbauer aber bekam Heußer noch zu fassen und riss den Nürnberger um. Schiedsrichter Ostheimer blieb keine andere Wahl als den Kaiser-Enkel vom Platz zu stellen, so dass der SVH den Rest des Spiels zu zehnt bestreiten musste.

Nach der Pause war der „kleine Club“ dann vollumfänglich dominant, brauchte aber noch, um diese Dominanz in Chancen umzuwandeln. Erst nach der Einwechslung von Casper Tengstedt entwickelte der Club mehr Zug zum Tor. Es war daher auch folgerichtig, dass der von Midtjylland ausgeliehene Däne das 3:1 markierte. Nachdem Latteier einen Ball der Gäste im Aufbauspiel abgefangen hatte, leitete er ihn auf Tengstedt weiter und dieser vollstreckte per Flachschuss ins lange Eck. Es folgten auf das 3:1 eine Vielzahl zum Teil hervorragender Möglichkeiten, so standen zum Beispiel Tengstedt und Schleimer allein vor Riedmüller, doch ein weiteres Tor wollte nicht fallen. Dennoch scheint das Team von Marek Mintal seine Leistungsdelle überwunden zu haben und ließ dem Sieg über den Tabellenführer nun einen Heimsieg gegen die Münchner Vorstädter folgen. Der Club bleibt auf Platz Sechs, rückt aber bis auf einen Zähler an Fürth II heran und bildet zusammen mit dem punktgleichen Aufsteiger aus Aubstadt, sowie den mit Fürth punktgleichen Bayreuthern und Aschaffenburgern das Verfolgerfeld hinter Spitzenreiter Türkgücü (34 Punkte) und Verfolger Schweinfurt (31).

Statistik

Nürnberg II: Willert – Suver, Knothe, Kraulich, Rosenlöcher – Zietsch, Piwernetz (61. Tengstedt) – Schleimer, Heußer, Latteier (72. Scharwath) – Harlaß (78. Aslan) – Trainer: Mintal

Heimstetten: Riedmüller – Cavadias, Günzel, Beckenbauer, Hintermaier – Reuter, Sabbagh, Steimel (67. Sengersdorf), Hannemann (77. Michalz) – Riglewski, Müller (67. Gartmann) – Trainer: Ruman

Tore: 1:0 Latteier (17.), 1:1 Cavadias (20.), 2:1 Schleimer (30.), 3:1 Tengstedt (66.)

Schiedsrichter: Ostheimer (Sulzberg)
Gelbe Karten: – / Reuter
Rote Karte: – / Beckenbauer (38. Notbremse)

6 Gedanken zu „U21 nutzt Platzverweis von Beckenbauer – 3:1-Sieg gegen Heimstetten

  • Wie lange ist Tengstedt denn eigentlich ausgeliehen?

    Gibt es da irgendwelche Klauseln wie eine Kaufoption?

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      • Danke, Florian.

        Meinst Du, das eine Jahr reicht bei einem 19jährigen wie Tengstedt, um ihn und sein Potential so beurteilen zu können, dass wir ihn nicht mit 25, nachdem der Club ihn doch wieder abegeben hat, bei einem der größeren Vereine sehen und mal wieder in die berühmte Tischkante beißen?

        Kannst Du ihn schon einschätzen?

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        • Solang die Tischkante nicht dazu führt, dass dem FCN Geld entgeht, wie bei Stark… 😅

          Anlagen sind da, gute Bewegungen, auch ne gewisse Abschlussstärke ist erkennbar, aber er hat natürlich den großen Nachteil erst seit Mitte/Ende August dabei zu sein, also knapp acht Wochen zu Beginn verpasst hat, inklusive sechs Wochen Spielbetrieb bis zur Verpflichtung. Das merkt man an vielen Abläufen noch, da fehlt noch die Bindung an manchen Stellen.

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  • Midjylland? Das ist doch dieser Neuverein, der als erstes auf vollste IT Unterstützung gesetzt hatte und mit neuesten Analysetechniken Spieler, die bis dato völlig unentdeckt waren, nach vorne gebracht hat. Oder täusche ich mich da?

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    • Genau. Gehört (wie Brentford) nem Wettunternehmer (Matthew Benham), der mit Hilfe von Computer gestützten Daten und der Arbeit von Rasmus Ankersen (The Gold Mine Effect, sehr zu empfehlendes Buch) gezielt Spieler gefunden hat, die unter dem Radar fliegen und so geschafft, dass der Verein deutlich über den eigentlichen Möglichkeiten performt.

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