U21 verliert gegen Tabellenzweiten TSV 1860 München II

Auch im fünften Spiel seit der Beförderung von Michael Köllner kann die U21 des Clubs nicht gewinnen. Gegen den einzigen Verfolger des weiter einsam seine Kreise ziehenden Tabellenführers aus Unterhaching verlor der „kleine Club“ ein Spiel, das er wohl nicht hätte verlieren müssen. Ein Fehler von Torwart Johannes Kreidl, der einen Kopfball nach einem Freistoß nicht richtig festhalten konnte und in Richtung eines weiteren Junglöwen bugsierte. Jener Junglöwe, Winterneuzugang Chaka Ngu’Ewodo, konnte dann ungehindert ins Tor des FCN II köpfen. Im Gegensatz zum letzten Spiel, einem 0:6-Debakel gegen die Zweitvertretung des 1. FC Ingolstadt, brach der Club dann aber nicht auseinander, sondern fing sich schnell und fand besser ins Spiel. Eine Tatsache, die Interimscoach Fabian Adelmann nach dem Spiel auch positiv hervorhob.

Sein Gegenüber Daniel Bierofka attestierte dem FCN II für die Phase nach dem Gegentor „schöne Diagonalbälle“ und eine hohe Beweglichkeit. Allerdings kam der Club nur durch einen Fenrschuss von Manuel Feil und einen Kopfball von Steffen Eder nach einer Ecke zu Chancen. Ansonsten bewegte sich das Spiel des FCN aber vor allem vor dem Strafraum der Sechziger. Er hatte mehr Spielanteile, immer wieder aber wurden die Löwen bei schnellen Gegenstößen gefährlich und die Defensive des TSV 1860 II stand angeleitet von Kapitän Felix Weber, um den es ja Wechselgerüchte in Richtung Nürnberg gibt, enorm sicher. So blieb das Spiel insgesamt ohne große Torraumszenen.

Das Bild veränderte sich auch nach der Pause nur unwesentlich. Der FCN mit mehr Ballbesitz, kam aber nicht entscheidend vor das Tor, der TSV 1860 II mit vielen leichten Fehlern im Aufbauspiel, die einige Gegenangriffe im Keim ersticken ließ. Mit fortlaufender Spieldauer machte sich dann die fehlende Tiefe des Kaders der U21 des Clubs bemerkbar, die ihre besten Spieler nach oben (oder nach Thailand) abgeben hat müssen und zusätzlich verletzungsbedingt noch auf Krauß und Carls verzichten muss. Da half es auch nur bedingt, dass Laszlo Sepsi für 62 Minuten sein Comeback nach langer Verletzung feierte. Der Rumäne machte ein unauffälliges Spiel, stand defensiv gut, brachte offensiv aber bis zu seiner Auswechslung für Willi Evseev wenig zustande.

Andere Alternativen fehlten Fabian Adelmann ohnehin, gleich zwei Bankplätze hatte er frei lassen müssen und auch der zweite Wechsel war vorprogrammiert. Christoph Wallner, der sein erstes Spiel nach einem Kreuzbandriss im Oktober gegen Rosenheim absolvierte, hatte noch keine Luft für 90 Minuten, für ihn kam Jannes Hoffmann. So hatte Adelmann in der Schlussphase dann nur noch Fulbert Amouzouvi auf als Offensivspieler auf der Bank. Der Sommerneuzugang aus Aschaffenburg hat aber immer noch große Probleme sich mit dem Regionalligafußball zurecht zu finden. Es verwunderte also nicht, dass der Deutsch-Togolese dem Spiel in den letzten zehn Minuten keine andere Wendung geben konnte.

Auch wenn Fabian Adelmann nach dem Spiel von einem „gefühlten Sieg“ sprach, bei dem seine Mannschaft die bessere Mannschaft gewesen sei, so muss man doch konstatieren, dass eine einfache Feldüberlegenheit, die sich nicht in Chancen auszahlt möglicherweise doch nicht dazu führt, dass ein Team als bessere Mannschaft zu bezeichnen ist. Insgesamt hätte der kleine Club sicherlich einen Punkt verdient gehabt für den betriebenen Aufwand, das war auch daran zu bemerken, dass Daniel Bierofka nach der Partie mit dem Spiel seiner Mannschaft nicht zufrieden gewesen war. Doch jenseits von einigen Fernschüssen kam der Club zu nicht ausreichend guten Gelegenheiten. Er steht aber auf Rang Neun mit acht Punkten Vorsprung auf die Relegationsränge bei noch sieben (bzw. sechs Spiele für die Verfolger, der FCN hat noch ein Nachholspiel in Bayreuth ausstehen) Spielen relativ gesichert da. Einzig ein Abstieg der Profis konnte da noch zwischen die U21 und den Klassenerhalt kommen. In diesem Fall müsste die Zweitvertretung nämlich automatisch in die Bayernliga absteigen.

Statistik:

1. FC Nürnberg II (4-1-4-1): Kreidl – Knipfer, Wallner (69. Hoffmann), Eder, Sepsi (62. Evseev) – Hofmann – Knezevic, Feil, Kott (81. Amouzouvi), Özlokman – Leyla – Trainer: Adelmann

TSV 1860 München II (4-1-2-3): Hiller – Weeger, Aigner, Weber, Köppel – Hursan – Fuchs, Andermatt – Koussou (73. Koussou), Ngu’Ewodo (54. Bachschmid), Helmbrecht (78. Heinrich) – Trainer: Bierofka

Tore: 0:1 Ngu’Ewodo (3.)
Gelbe Karten: Knezevic (53.), Hoffmann (90.+2)
Zuschauer: 232 (Max-Morlock-Platz, Sportpark Valznerweiher)

6 Gedanken zu „U21 verliert gegen Tabellenzweiten TSV 1860 München II

  • Im Mittelfeld recht gefällig, vor dem gegnerischen Tor harmlos und hinten zu einfach das Gegentor kassieren – genau wie die Großen… das Konzept der gemeinsamen Spielidee aller Club-Mannschaften setzt sich anscheinend langsam durch.

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  • Hört sich irgendwie nach der gleichen Offensivschwäche wie bei der 1.Mannschaft an.
    Was ist eigentlich mit Knezevic ? Der hatte doch auch schon mal auf sich aufmerksam gemacht.

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    • Man kann das schon noch weiterspinnen, auch in der U21 fehlen viele Schlüsselspieler, die für Stabilität und Torgefahr gesorgt haben. Nur, dass Lippert, Löwen, Baumann und Sabiri halt nach oben entschwunden sind (und sich dann zum Teil dort verletzt haben).

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      • Ja, kann ich nachvollziehen.

        Wie fällt dein Resümee nach den beiden Spielen auf der Positien des LV aus ?
        Weiter mit Djakpa oder hat Sepsi noch eine Chance verdient ?

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        • Für das, was Köllner vorhat – also Außenverteidiger höher, mehr ins Angriffsspiel eingebunden, mal mit nem Pass in die Tiefe, mal mit nem Doppelpass mit den ZM/AM auf die Grundlinie kommen und nen flachen Ball in den Rücken der Abwehr spielen – ist Djakpa sicher der geeignetere (so wie Kammerbauer eher geeignet ist auf rechts als Brecko für die Aufgabe). Sollte man jetzt in den letzten Spielen aber tatsächlich nochmal unter Druck geraten und es v.a. um Absicherung gehen, dann wäre ein fitter Sepsi wahrscheinlich die bessere Wahl.

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