U23 vor dem Aus?

Im ganzen Tohuwabohu rund um Uli H. gehen zwei Meldungen fast unter, die durchaus Relevanz für die ganze Liga haben könnten: Der neue DFL-Umverteilungsschlüssel für Auslandserlöse und das Bestreben mancher Vereine ihre U23 aufzulösen.

„Die Deutsche Fußball-Liga hatte bereits angekündigt, dass sie die finanziellen Mittel aus der internationalen Vermarktung gerechter auf die Bundesliga-Klubs verteilen möchte. Nun hat der Ligavorstand im Rahmen seiner heutigen Sitzung Anpassungen mit Blick auf die Verteilung der Auslandserlöse beschlossen“ (kicker.de), damit „erhält dann jeder der 18 Bundesligavereine 2,5 Millionen – eine Staffelung, wie bislang üblich, ist nicht mehr vorgesehen“. Ganz solidarisch ist das natürlich nicht, die Restsumme wird dann doch wieder nach „Leistungsprinzip“ verteilt, aber immerhin.

Weniger schön klingen die Bestrebungen diverser Vereine, „darunter Bayer Leverkusen und Eintracht Frankfurt“ (transfermarkt.de), keine U23 mehr anmelden zu wollen. Die „Durchlässigkeit zu den Profis“ sei zu gering, daher überlege man sich von der bestehenden Pflicht zu lösen: „Wir diskutieren schon lange den Sinn und Zweck der zweiten Mannschaft. Es ist nichts entschieden, aber wir stellen uns die Frage, ob man sie braucht.“ (Rudi Völler, sportal.de).

Braucht man die Amas überhaupt noch? Beim 1. FC Nürnberg zumindest ist es ja durchaus so, dass zwischen den Profis und der U23 reger Austausch besteht und es zuletzt eher so war, dass die Amas hier immer mehr im Fokus stehen und auch in Fankreisen größere Beachtung erfahren? Vielleicht eine gute Frage zur Diskussion?

22 Gedanken zu „U23 vor dem Aus?

  • In der Tat ist die Durchlässigkeit nicht sonderlich hoch. Aufgewogen wird das idR mit der Spielpraxis, aber das ist imho sehr sehr schwer einzuschätzen.

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  • Mir ist nicht wirklich klar, wie man durch Abschaffung der U23 eine Effizienzsteigerung der Nachwuchsarbeit erreichen will.
    Das einzige, was ich mir vorstellen könnte (hatten wir auch schon mal), dass man ein System wie in England aufbaut, also eine oder mehrere Ligen für die dann Reserveteams der Proficlubs.

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    • Claus,

      das fände ich auch die beste Lösung. Die 2. Mannschaften nehmen den Traditionsvereinen in Liga 3 und 4 ziemlich viele Plätze weg, als Unterbau der Profis und zur Sammlung von Spielpraxis nach Verletzungen sind sie jedoch unverzichtbar

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      • Alex

        Nicht nur das, das Niveau wäre sehr wahrscheinlich in so einer Reserveliga höher als in den Regionalligen und eine strikte Altersbegrenzung bräuchte man auch nicht, wiewohl die Vereine schon darauf achten würden, dass keine Spieler bis zur Fußballerrente in der Reserve arbeiten.

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  • Und wie hoch ist die Durchlässigkeit der A-Jugend? Schafft man den Nachwuchs dann auch komplett ab? Oder stattet man gesamte Jahrgänge mit Profiverträgen aus und verleiht sie in alle Himmelsrichtungen?

    Für mich stellt sich die Frage gar nicht, ich finde jede Mannschaft braucht eine gute Reserve um jungen Spieler die Möglichkeit zu geben im Profifußball Fuß zu fassen. Wichtig ist aber natürlich, dass auch die U23 professionell betreut wird und mit den selben taktischen Vorgaben wie die erste Mannschaft spielt. Wenn dann ein Gündogan, Wollscheid, Chandler in die erste Mannschaft rutscht, weiß er was er zu tun hat und kann sich schnell integrieren.

    Wenn man sich ansieht was uns die U23 in den letzten Jahren gebracht hat, werden wohl die meisten dafür sein, dass wir uns diesen „Luxus“ weiterhin leisten.

    Ich hätte mir im letzten Jahr sogar den Aufstieg der U23 in die dritte Liga gewünscht, das hätte uns zwar noch mehr gekostet, allerdings trifft man dort bereits auch wirklich gute Mannschaften, was sicher zu einem größeren Lerneffekt führt, als wenn man durch Bayern tingelt und vor 300 Leuten spielt.

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    • xxandl:
      Oder stattet man gesamte Jahrgänge mit Profiverträgen aus und verleiht sie in alle Himmelsrichtungen?

      Mit genau diesem Nachwuchskonzept von Bayerhausen haben wir ja auch schon Bekanntschaft gemacht. Nicht umsonst sind die mit dabei bei der Initiative „U23 NO“.

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      • Claus: Mit genau diesem Nachwuchskonzept von Bayerhausen haben wir ja auch schon Bekanntschaft gemacht. Nicht umsonst sind die mit dabei bei der Initiative “U23 NO”.

        Funktioniert aber nur weil andere Mannschaften eine U23 haben. Wenn plötzlich alle anfangen ihre Jugendspieler zu verleihen wird es deutlich schwieriger seine Spieler bei Vereinen unterzubringen die ihnen auch die notwendige Ausbildung zuteil werden lassen.

        Wie man bei Klement, Wiesmeier und Co sieht: Leihen sind nicht per se sinnvoll, sondern nur, wenn sie von beiden Seiten durchdacht ist und ein Plan vorhanden ist wie ein Spieler eingesetzt und verbessert werden kann.

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  • Ich überlege auch die ganze Zeit, wie man das nicht nur erklären, sondern sogar als „Gold“ verkaufen will.

    Klar ist, dass die „Zweiten“ schon lange weder Fisch noch Fleisch sind. Die Ligenreform hat das nicht verbessert, vielleicht sogar im Gegenteil. Die Teilnahme an der 3. Liga ist teuer, die Regionalligen dann zu schwach um Spieler auf das Level der Bundesliga zu bringen. So eiert man von Verein zu Verein mit verschiedenen Strategien herum, richtig happy scheint keiner zu sein. Auch beim Club ist die beklagte „Durchlässigkeit“ ja ein Problem, das hier im Blog schon oft angeprangert wurde. Zu wenige Spieler schaffen den Sprung über die U23 in den Profi-Kader. Entweder man kommt schon mit der Empfehlung und dem Anspruch, oder man packt es eh nie.

    Insoweit verstehe ich schon, dass man von der Pflicht eine U23 zu haben“ (und darum geht es ja: von Pflicht entbinden, freiwillig kann man ja eine haben, wenn man das so richtig findet) entbunden werden will. Vielleicht macht das für einen Verein wie den Club noch halbwegs Sinn, für einen CL-Teilnehmer mit entsprechendem Anspruch an Neuzugänge wird es dagegen schwer sein einen Spieler über Vergleiche gegen Heimstetten und Schalding-Heining an die Aufgaben Arsenal oder Real Madrid heranzuführen.

    Die gewünschte und angesprochene Effizienzsteigerung wäre damit wohl einfach ein klarer Cut nach der A-Jugend: Wer es da nicht packt in den Profi-Kader, muss ausgeliehen werden oder gehen. Das spiegelt ja im Grunde auch die Realität wieder, bei der die Kader immer jünger werden. Welcher Spieler kommt denn mit 23 auf einmal aus der Versenkung RL ins Rampenlicht? Eher seltenst.

    Aber entscheiden möchte ich das nicht.

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  • Man muss auch bedenken, dass wir zum Beispiel jetzt durch U23 Spieler überhaupt in der Lage sind, bei Punktspielen die Bank besetzen zu können.

    Eine Abschaffung der Kleinen würde dadurch auch Kadergrößen jenseits der 30 Spieler in der Profimannschaft bedeuten, wenn du international dabei bist tendenziell eher ein bisschen mehr. Anders ließe sich enormes Verletzungspech innerhalb einer Saison kaum kompensieren.

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  • Es ist ja klar, dass für Mannschaften wie Bayer die U23 nicht interessant ist. Sie müssen die jungen Spieler nicht selbst ausbilden, weil sie die fertig ausgebildeten Spieler von anderen Bundesligamannschaften wie dem Club wegkaufen. Sie haben die finanzielle Möglichkeiten, sich diesen Luxus zu leisten.
    Aus der Deutschland-Brille aus gesehen finde ich diese Einstellung aber sehr egoistisch. Vor ein paar Jahren hatte man sich noch beklagt, dass in Sachen Nachwuchsarbeit in Deutschland große Defizite zu bemerken sind. Daraufhin hatte man die Nachwuchsarbeit gefördert und nun hat man brilliante junge deutsche Spieler für die A-Nationalmannschaft zur Verfügung. Dass sich nun die gut betuchten Vereine zu schade sind, um junge Spieler auszubilden, nur weil es aufwändig ist, finde ich persönlich sehr schade um nicht zu sagen etwas egoistisch.

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  • Aus meiner Sicht kann man durchaus darüber nachdenken, in der Bundesliga auf eine U23 ganz zu verzichten, ohne dass die Qualität der Nachwuchsarbeit in Deutschland sinkt.

    Das Heranführen könnte man auch durch Leihe erreichen.
    Dass heißt, dass die Bundesligaclubs ihre Spieler aus der A-Jugend, die sie für aussichtsreich halten, mit Profiverträgen ausgestalten, und an andere Clubs (2L, 3L, RL) verleihen.

    Das hätte bestimmte Vorteile:

    1. Man kann der Spielstärke der Nachwuchsspieler entsprechend die Liga aussuchen, in die man verleiht (individuelle Lösung)

    2. Die U23-Teams würden keine Plätze mehr wegnehmen in RL/3L

    3. Der Fußball der Amateurmannschaften/Drittligisten würde attraktiver, der regionale Fußball würde (in bezahlbarer Form) gestärkt.

    Nachteile gäbe es natürlich aber auch:

    a) die Bundesligisten bräuchten größere Kader
    b) man kann keinen vereinsinternen Einfluss auf das Training, insbesondere nicht auf eine bestimmte taktische Ausrichtung, mehr nehmen

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    • Hendrix

      Gerade b) ist ein enormer Nachteil. Bei uns war das bisher ja auch eher nicht so, aber ich hoffe mal, dass sich das mit Verbeek ändert.

      Sollte es so kommen und die meisten Profiteams ihre U23 tatsächlich abschaffen, dann kann man auch gleich die 3. Liga wieder abschaffen. Man erinnere sich an die letzte RL-Bayern-Saison, als nur für U23 Teams von Profivereinen ein Lizenzantrag für die 3. Liga gestellt wurde, weil sich Vereine wie Illertissen einen Aufstieg gar nicht leisten können.

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      • Claus:
        Hendrix

        Sollte es so kommen und die meisten Profiteams ihre U23 tatsächlich abschaffen, dann kann man auch gleich die 3. Liga wieder abschaffen. Man erinnere sich an die letzte RL-Bayern-Saison, als nur für U23 Teams von Profivereinen ein Lizenzantrag für die 3. Liga gestellt wurde, weil sich Vereine wie Illertissen einen Aufstieg gar nicht leisten können.

        Diese Überlegung ist nicht nachzuvollziehen.

        Wieviele Teams U23-befinden sich derzeit nochmal in der dritten Liga? Antwort: Genau 2.

        Da finden sich genug Mannschaften, die diese ersetzen wollen, da braucht niemand Illertissen.

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        • Hendrix

          Nächste Saison werden es ein paar mehr sein.
          Und die anderen sind entweder schon in bedrohlicher finanzieller Schieflage oder jammern, dass sie es bald sein werden, wenn sich nichts ändert (außer ein paar wenige Ausnahmen), Aachen war das letzte Opfer. Man hofft idR, dass man es in absehbarer Zeit schafft, in die 2. Liga aufzusteigen.
          Die 3. Liga war ein Schuss in den Ofen, weil sie kaum finanzierbar ist, außer für die Zweitvertretungen der Großen. Der Ertrag steht in keinem Verhältnis zum Aufwand.

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          • Claus:
            Hendrix

            Die 3. Liga war ein Schuss in den Ofen, weil sie kaum finanzierbar ist, außer für die Zweitvertretungen der Großen. Der Ertrag steht in keinem Verhältnis zum Aufwand.

            Mag sein, hat aber nichts mit der hier diskutierten Frage zu den U23-Mannschaften zu tun.

            Meines Wissens ist die Zahl der U23-Manschaften in der dritten Liga auf vier begrenzt. Somit stellen diese keinen wesentlichen Faktor für die Existenz der 3. Liga dar.

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  • Warum greift man eigentlich nicht (wieder) die Idee von Farm-Teams auf, also festen Verträgen zwischen, was weiß ich, Bayern und Burghausen, Club und Schweinfurt? Also Schüler mit Note 1 im Fußballinternat kommen nach der A-Jugend zu den Profis, Note 2 bekommt einen 2-Jahres-Vertrag für das Farm-Team mit Rückkehroption.

    Müßte doch eigentlich regelbar sein, evtl. mit einer Sonderregelung für den DfB-Pokal, daß man nicht gegeneinander spielen darf.

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  • Wichtig scheint mir schon die Differenzierung, dass es nicht um eine Abschaffung generell geht, sondern um die Wahlfreiheit jedes Vereins. Und die Pflicht zum Erhalt gründet sich derzeit offenbar in der Annahme: Eine U23 gehört zwingend zur Nachwuchsarbeit. Das aber sehen die entsprechenden Vereine offenbar wohl anders, weil die Durchlässigkeit aus Erfahrung eben gering sei. Wer also wirklich gut ist, rückt aus der A-Jugend eh direkt auf, und wer in der U23 landet, wird es wohl so oder so nicht schaffen. Wenn dem so sein sollte bei diesen Vereinen, dann ist die U23 wohl wirklich auch nur eine leidige Pflicht und bringt am Ende niemanden was. Ich kann verstehen, dass man dann auf deren Entledigung drängt.

    Vielleicht wäre eine eigene U23-League wirklich eine interessante Sache. Wobei ich das rein organisatorisch nicht einfach fände. Die 18 U23-Teams der Bundesliga spielen einen Meister aus – das hätte durchaus Reiz. Aber wie soll das in Liga 2 und 3 aussehen? Würden die U23-Teams ähnlich wie in der UEFA Youth League nur mit ihren Profi-Teams qualifiziert? Ab wann muss man dann eine U23 haben? Muss man eine „gründen“ mit Aufstieg in die 2. Liga? Und wieder auflösen nach Abstieg?

    In jedem Fall bin ich auch der Meinung, dass diese U23-Teams in der Regionalliga nicht wirklich viel nutzen. Zu weit weg ist diese 4. Liga, da waren wahrscheinlich die Vergleiche in der A-Jugend-Bundesliga noch spannender.

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  • Eine Frage zu Colak: Wieso wird immer wieder gefordert ihn in die Startelf des Clubs zu stellen?

    Bei den bisherigen Auftritten die ich verfolgen durfte wurde er immer wieder gegen Ende des Spiels aufgestellt.

    Auffallend ist sicherlich der Wille, der ihm nicht abzusprechen ist ( aber der sollte ja die Mindestanforderung sein wenn ich als Amateur die Chance bekomme im Profikader zu stehen ).
    Aber ansonsten habe ich persönlich Zweifel an der Ligatauglichkeit von Colak was Technik, Körper und Taktik betrifft. Er ist meiner Meinung nach bei den letzten Einwechslungen immer abgetaucht und hat keinerlei Torgefahr ausgestrahlt.

    Ich finde er könnte in den nächsten 2-3 Jahren durchaus Bundesligareif werden, aber im Moment fehlt ihm da noch einiges.

    Wie ist da eure Meinung?

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      • Alex:
        Paulinho,
        Sehe ich ganz ähnlich. Er rennt auf dem Platz ähnlich orientierungslos umher wie damals Cohan.

        War Conan nicht dieser österreichische Rennfahrer?

        Also wenn es sich um eine PFLICHT handelt, dann kann man diese PFLICHT doch einfach abschaffen und danach abwarten, was sich daraus entwickelt?
        Aspirin und Bankfurt verzichten möglicherweise auf die Regionalligamannschaften, dann wird ja Platz für andere Vereine in diesen Ligen geschaffen, die dann per Leihe aber doch die Spieler von Vizekusen oder Frankfurt erhalten können. Damit werden die dann besser und steigen dann eventuell in die dritte Liga auf.
        Hmm, das scheint schon vordergründig zu einer sehr gesteigerten Konkurrenzsituation in den unteren Ligen zu führen.

        Ich würde die PFLICHT abschaffen und wirklich mal sehen, was dann passiert. Dann kann man ja ggfs. wieder entsprechend reglementierend eingreifen.

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